NSA: Netzwerk- und Gerätesabotage auch in Deutschland?

(Bild: Shutterstock)

Offenbar hat die National Security Agency (NSA) nicht nur in den USA gezielt Netzwerke und Geräte durch Sabotage infiltriert. Wie The Intercept unter Berufung auf entwendete Akten des Whistleblowers Edward Snowden berichtet, wurden Mitarbeiter unter anderem aus eben jenem Zweck in deutsche, chinesische und südkoreanische Unternehmen geschleust. Ein Programm namens Tarex (Target Exploration) zeichnet wohl auch für Eingriffe in die Lieferkette verantwortlich.

Bereits seit Mai war bekannt, dass die NSA postalisch verschickte Hardware in den USA abfängt, um sie mit Hintertüren auszustatten. Doch es scheint, als würde man ähnlich forsch auch außerhalb der Vereinigten Staaten agieren. Den Unterlagen Edward Snowdens zufolge gehörte das Tarex-Personal unter anderem zu den US-Botschaften in den jeweiligen Ländern. Genaue Standortangaben enthält das Dokument jedoch nicht.

Indes ist auch der Umfang der Aktionen unklar. Das Programm Tarex soll es schon seit mehreren Jahrzehnten geben. Einem ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter  zufolge wurden Tarex-Operationen in Afghanistan beispielsweise meist von Zwei- oder Drei-Mann-Teams umgesetzt.

Das Dokument legt laut The Intercept auch die Vermutung nahe, dass die NSA eigene Mitarbeiter in Technikfirmen eingeschleust hat – und zwar ohne deren Wissen. Aufgabe dieser Mitarbeiter sei es, heimlich die Informationen zu beschaffen, die ein Unternehmen nicht freiwillig herausgeben wolle.

“Das ist etwas, was sich viele Leute schon lange gefragt haben”, wird Chris Soghoian, Principal Technologist der American Civil Liberties Union (ACLU), in dem Bericht zitiert. “Ich habe genau darüber mit führenden Managern von Technikfirmen gesprochen. Wie wissen sie, dass die NSA keine Leute in ihre Rechenzentren schickt?” Die Manager seien wegen möglicher Geheimagenten auf ihren Gehaltslisten beunruhigt. “Da immer mehr Kommunikation verschlüsselt wird, wird die Versuchung für Geheimdienste, Kryptographiesschlüssel zu stehlen, immer größer.”

Darüber hinaus soll die NSA mit Firmen innerhalb und außerhalb der USA zusammengearbeitet haben, um die Verschlüsselung ihrer Systeme zu schwächen. Das ist laut The Intercept wahrscheinlich ohne das Wissen der Staaten geschehen, in denen diese Firmen ansässig sind.

Für Matthew Green, Kryptographieexperte an der John Hopkins University, ist das einer der wichtigsten Punkte des Dokuments. “Ich weiß nicht, wie ich das interpretieren soll”, zitiert ihn The Intercept. Die Kryptographie-Community in den USA wäre überrascht und verärgert, falls es “Leute innerhalb eines amerikanischen Unternehmens gibt, die verdeckt mit der NSA kommunizieren, ohne Wissen des Unternehmens oder ihrer Kollegen.”

Tarex wiederum gehört dem Bericht zufolge zu den “Kerngeheimnissen” der NSA, die der Geheimdienst als “Sentry Eagle” bezeichnet. Details zu diesem und anderen Programmen sind laut einem Diagramm aus dem Jahr 2004 nur wenigen Personen außerhalb der NSA zugänglich. Grund dafür ist, dass die NSA befürchtet, die Details könnten die Beziehungen der USA zu ausländischen Regierungen belasten und auch die Möglichkeiten des Geheimdiensts zur Cyberspionage einschränken.

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Tags :Quellen:The InterceptVia:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de
  1. Sehe zu Zeit nur die einzige Chance dieser NSA = USA- Spionage- Krake zu entkommen,
    wenn der Rest der ausgespähten Welt, die USA separiert und ächtet.
    Und ALLE Telekommunikation + IT Produkte und Dienstleistungen,
    von durch USA kontrollierten Firmen verbietet !
    Und sofort NEIN, zu Freihandelsabkommen mit USA für solche Produkte!
    Und das auch als Voraussetzung für sonstige Abkommen mit USA machen.

    Denn jede durch USA kontrollierte Firma ist freiwilliger oder erpresster Vasall der NSA = USA,
    der mit USA Software- & Telekommunikations- Produkten das ausspähen seiner Kunden international unterstützt !!!

    Auch wenn sie meisten USA Firmen scheinheilig behaupten (lügen), nicht aktiv mit NSA & Co zu kooperieren, weil den sonst noch mehr Kunden weglaufen, und das zu RECHT !

    Dazu sollten in EU drastische Strafen für jedes schnüffelnde Produkt- / Lizenz- Exemplar, das ausspäht ohne explizite Genehmigung für jede Abfrage durch der Anwender verhängt werden. Inklusive Durchgriffshaftung auf die Herstellers, falls die Vertriebs- Zwischenfirma sich durch Konkurs der Haftung entziehen sollte.

    Sonst wird USA weiter, über USA Firmen, Rest der Welt ausspähen,
    und das Ausgespähte zum Nachteil gegen den Rest der Welt einsetzen,
    wenn es der USA Profit oder Vorteile oder Macht verspricht.
    Die Welt muss unabhängiger und freier von USA & $ Imperialismus werden.

    USA / NSA wird auch internationale, u.a. auch deutsche Politiker ausspähen,
    und ist in der Lage diese Politiker dann zu Pro-USA Entscheidungen zu erpressen, auch gegen Interessen des eigenen Volkes!
    Inklusive Kanzlerin Merkel, über die NSA über 300 Berichte ausgespäht haben soll.

    USA = NSA kann mit dem ausgespähten Informationen Währungs-Manipulationen betreiben, und so ganze Staaten Schwächen und erpressen. Wirtschaftliche Nachteile für Unternehmen durch Betriebsspionage kommen dazu. So handeln keine Freunde!
    Stoppt die Krake USA = NSA!

    1. PS:
      Ein Freihandelsabkommen mit USA für Telekommunikations- und IT- Produkte und Dienstleistungen,
      würde die Ausspähmöglichkeiten der USA = NSA nur zementieren, und weiteres Vorgehen gegen NSA-Schnüffler erschweren bzw. ganz verhindern.
      Den alle Auflagen gegen ausspähende USA Produkte würden dann als Handesshemmnisse ausgelegt,
      und zu Konventionalstrafen in Milliardenhöhe führen, die BRD belasten würden.

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