Virtueller Rundgang im deutschen Museum

Schiffshalle-Deutsches-Museum

Das Deutsche Museum in München ist immer eine Reise wert. Aufgrund seiner Größe reichen ein, zwei Tage aber fast niemandem, um wirklich alles zu sehen, auszuprobieren und vor allem zu verstehen. Zusammen mit der Firma NavVis wird am 18. Oktober eine praktische und zeitgemäße Alternativmöglichkeit präsentiert: Eine virtuell begehbare 3D-Abbildung.

Leider beschränkt sich das virtuelle Museum, das am 18. Oktober anlässlich der Langen Nacht der Museen in München offiziell präsentiert wird, bislang „nur“ auf den Ausstellungsbereich Schifffahrt. Dafür ist der Rundgang schon jetzt über einen gängigen, modernen Browser kostenlos abrufbar und wird in naher Zukunft noch weiter ausgedehnt. Ergänzt wird die bestehende virtuelle Ausstellung durch ein Multimediaangebot, das Bilder, Texte und Audioinformationen umfasst. Sie lassen sich an speziellen Stationen während des virtuellen Rundgangs abrufen.

Bei der Kartierung und Digitalisierung hat sich das Deutsche Museum aus mehreren Gründen für NavVis entschieden. Einer davon ist die räumliche Nähe zu dem im Mai 2013 aus einem Projekt an der TU München entstandenen und vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Start-up. Außerdem ist das Museum eng mit dem Lehrstuhl für Medientechnik der Technischen Universität München (TUM) verbunden, aus dem NavVis hervorgegangen ist. Hauptgrund war aber, dass bei der Umsetzung mit NavVis die Datenhoheit beim Deutschen Museum bleibt.

Damit spielt die Einrichtung offenbar auf vergleichbare Projekte an, die in der Vergangenheit bereits von Google durchgeführt wurden. Der Konzern präsentiert etwa seit 2011 im Rahmen seines Angebots Streetview mit einer Google Art Project genannten Initiative die Gemäldegalerie in Berlin, das Museum of Modern Art in New York, die Tate Gallery in London und das Van-Gogh-Museum in Amsterdam. 2012 gewährte er dann Nutzern einen Blick in eines seiner Rechenzentren, und dieses Jahr konnten sie sich mit Streetview in den Stadien der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien umsehen. Allerdings liegen eben all diese von Google gemachten Aufnahmen auch auf den Servern des Konzerns.

Bei dem Projekt in München kamen dagegen die von NavVis entwickelten Produkte und Anwendungen zur zentimetergenauen Kartierung und Navigation in Innenräumen zum Einsatz. Dazu wurde die Ausstellung von einem mit Lasern und Kameras ausgestatteten Scanner kartiert und gleichzeitig mit hochauflösenden 360-Grad-Fotografien aufgenommen. Betrachtet werden sie mit dem Browser-basierenden IndoorViewer von NavVis.

Die Aufbereitung der Ausstellung “Schifffahrt” ist erst der Anfang. Weitere, ausgewählte Flächen sollen in den kommenden Monaten folgen. Ein Schwerpunkt wird dabei auf den während der angelaufenen Sanierung des Deutschen Museums geschlossenen Teilen der Ausstellung liegen. Sie lassen sich dann weiterhin virtuell besuchen.

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Tags :Quellen:Bild: NavVisVia:Mit Material von Peter Marwan, ITespresso.de

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