Ist Steam zu mächtig? Paranautical Activity wegen Tweets entfernt [Kommentar]

ParanauticalActivity

Gabe Newell zu beschimpfen hat Folgen. Kürzlich wurden die Entwickler von Paranautical Activity ihrer Lebensgrundlage beraubt, weil einer von ihnen im Streit mit Valve Todesdrohungen getwittert hatte.

Weil Valve das Spiel Paranautical Activity nach dem Release noch mit „Early Access“ betitelte, hatte Mike Maulbeck, Chef des Entwicklerteams Code Avarice, auf Twitter über die Stränge geschlagen. Einer seiner Rage-Tweets enthielt die Ankündigung, Valve-CEO Gabe Newell umzubringen.

Wenig später fand Maulbeck eine Email von Valve in seinem Postfach, die er gegenüber Eurogamer veröffentlichte. Darin heißt es sinngemäß übersetzt:

„Auf Ihrem Twitter Account haben sich eine Reihe von Nachrichten befunden, in denen Sie Ihre Frustration zum Ausdruck bringen. Wir haben normalerweise kein Problem damit, wenn unsere Partner diese Art von Frustration […] über Social Media oder durch die Presse ausdrücken. Aber einer Ihrer Tweets heute morgen beinhaltete eine Morddrohung an einen unserer Mitarbeiter. Morddrohungen [akzeptieren wir nicht]. Wir haben deswegen beschlossen, unsere Geschäftsbeziehung mit Ihnen und Code Avarice zu beenden.“

Der besagte Tweet wurde mittlerweile gelöscht. Er besagte: „I am going to kill gabe newell. He is going to die“ (Lesbar z.B. bei Playerattack). Laut Maulbeck war der Post nicht ernst gemeint und voller Wut nach ergebnisloser Kommunikation mit Valve verfasst worden.

Die Frage ist jetzt, rechtfertigt ein Morddrohungs-Tweet, verfasst von einem Menschen, der für seine Twitter-Rants bekannt ist, und offensichtlich unter Stress steht, ein Entfernen seines Produkts auf Steam? Schließlich ist das das finanzielle Aus für eine Firma, die aus 4-5 Leuten besteht, deren Einkommen und Lebensgrundlage vom Gelingen von Paranautical Activity abhängen. Und auch wenn Maulbeck jetzt zurückgetreten ist, und seine Firmenanteile von Code Avarice an den Mitgründer verkauft hat, wird es wohl noch eine ganze Weile dauern, bis Valve das Spiel wieder in den Katalog aufnimmt – wenn das überhaupt je geschehen wird. Damit ist die Haupteinnahmequelle für das Indie-Studio plötzlich versiegt.

Was der Vorfall außerdem deutlich macht, ist die Macht, die Steam mittlerweile im PC-Gaming-Bereich besitzt. Alternativen wie GOG, greenmangaming, Desura oder HumbleStore existieren zwar, sind aber lange nicht so verbreitet wie Valves Download-Service. Mit einem derartigen Monopol auf die Veröffentlichung von PC Spielen, gerade von kleineren Entwicklern, sollte Valve die Ban-Keule in Zukunft vielleicht etwas vorsichtiger schwingen, wenn sie sich nicht einen schlechten Ruf zuziehen wollen.

Tags :Via:Eurogamer
  1. Was für ein Artikel. Tolle Meinung des Autors. Einfach mal einen Polizist anschreien und mit Mord drohen wenn er nach den Fahrzeugpapieren fragt.
    Wenn jemand so wütend ist soll er halt was dagegen machen wie einen Therapeuten oder eine Prostituierte aufsuchen, Pillen schlucken, Job wechseln, etc…
    Viele Männer schlagen ihre Frauen auch nur weil „in Wut“ und das soll dann OK sein weil man halt ein „rantiger“ Mensch ist?
    Natürlich ist Steam viel zu groß, Monopole sind immer schlecht wobei ich Steam seit Jahren nicht mehr nutze und kaum noch spiele und es bis heute immer noch als eines der wenige Unternehmen bezeichne, die ganz OK sind.

    1. Ich habe das mal mit „Kommentar“ gekennzeichnet, damit klarer ist, dass da persönliche Meinung drin vorkommt. Der Vergleich mit dem Polizisten macht IMO keinen Sinn.

  2. „Mit einem derartigen Monopol auf die Veröffentlichung von PC Spielen, gerade von kleineren Entwicklern, sollte Valve die Ban-Keule in Zukunft vielleicht etwas vorsichtiger schwingen, wenn sie sich nicht einen schlechten Ruf zuziehen wollen.“
    Kleinere Entwickler sollte lieber überlegen wie sie sich gegenüber ihrem Publisher verhalten!
    Gerade wenn man sich in so einer abhängig befindet sollte man sich überlegen, was man über Sozialnetworks verbreitet … meiner Meinung nach halt Valve richtig gehandelt!
    Gerade wenn man sich wie Maulbeck als „Face of a company“ bezeichnet, sollte man lieber zwei mal überlegen was für ein bullshit man postet.

  3. Warst du auf Droge als du den Artikel verfasst hast?

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  4. Was soll mir der Artikel sagen?

    Das Morddrohungen bei GIZMODO alltäglich/erwünscht/gefördert sind/werden?
    Dass der Autor selbst kein Problem hat, wenn jemand Morddrohungen auf Twitter gegen ihn loslässt?
    Das jedes Benehmen – sowohl privat als auch geschäftlich – toleriert werden muss? Weil wir im Internet sind?

    Sehr merkwürdiger Artikel …

  5. Du stellst die Frage, ob der Tweet berechtigt, das Produkt nicht weiter zu vertreiben, obwohl es der kleinen Firma die Grundlagen entzieht.
    Aber gerade bei der kleinen Firma, so sie denn die beschriebenen 4 Mitarbeitet hat, haben also 25% der Belegschaft Morddrohungen gezwitschert.
    Ja, da darf man die Geschäftsbeziehungen abbrechen.

  6. Ich finde den Artikel etwas überzogen (trotzdem interessant zu lesen). Klar ist es nicht toll das Valve ein Quasi-Monopol hat, aber sie sind dort nicht ohne Grund. Wenn jetzt Publisher XYZ seinen Vertrag mit dem Entwickler aufgelöst hätte würde das keinen interessieren. Ich finde Valves Reaktion gerechtfertigt und angemessen. Wenn ich meinen Zorn über eine Fehler meines Geschäftspartners nicht unter Kontrolle habe und ihm dan indirekt Morddrohungen zukommen lasse muss ich mich über diese Reaktion nicht wundern. Schade für die anderen 3 Mitarbeiter.

  7. Hier stellt sich nicht die Frage danach, ob Steam zu mächtig ist, sondern, seit wann ein solches Verhalten überhaupt zu einer Diskussion führen muss.

    Wer solche Äußerungen vom Stapel lässt und kein 12 Jähriger ist, hat entsprechende Maßnahmen verdient. Punkt.

    Ich würde gerne mal sehen, was Gozmodo tut, wenn hier in den Kommentaren Morddrohungen gegen Mitarbeiter ausgesprochen werden. Fragt ihr dann freundlich nach Mäßigung oder würdet ihr den entsprechenden User nicht auch löschen, weil solch ein Verhalten mehr als unangebracht ist?

    Jeder Betreiber eines Portals im Internet hat hier das Recht, sogar die Pflicht, ein solches Verhalten zu bestrafen. Meiner Meinung nach war die Reaktion mehr als angemessen. Andere hätten hier sogar noch die Polizei eingeschaltet.

    1. Quote: Ich würde gerne mal sehen, was Gozmodo tut, wenn hier in den Kommentaren Morddrohungen gegen Mitarbeiter ausgesprochen werden.

      Ganz sicher nicht alle User aus dessen Firma ausschließen. Es geht hier ja auch um Lebensgrundlagen anderer Leute. Aufd er anderen Seite, wenn mein Chef (familiengeführtes Unternehmen) einen Streit mit dem Chef einer Zuliefererfirma hat, sagt der eventuell auch, „mit dieser Firma will ich nichts mehr zu tun haben“ und die Mitarbeiter der anderen Firma können nichts dafür. Schwierig das Thema. Ich halte die Reaktion auch ein bisschen überzogen, aber kann sie schon nachvollziehen.

      Auf die Frage, ob Steam inzwischen zu mächtig ist, kommt von mir ein klares, „ja“. Und ich benutze täglich Steam und liebe Steam für das was es ist. Auf der anderen Seite motze ich aber über Leute, die sich Google, Apple, Sony usw. unterwerfen, aber in Sachen Steam und Amazon bin ich da ein großer Heuchler.
      Ich verzichte auch tatsächlich freiwillig auf EA und Ubisoft Games, weil ich mir nicht 2 DRM Übel auf den Rechner laden will…

  8. Der Artikel ist schlicht eine Frechheit. Es hat überhaupt nichts mit Marktmacht oder Monopol zu tun wenn man nach einer Morddrohung eine Geschäftsbeziehung beendet. Mr. Maulbeck ist bekannt für seine unkontrollierten Äußerungen? Dann muss er auch mit den entsprechenden Konsequenzen klar kommen. Es war notwendig und richtig die Partnerschaft zu kündigen.

  9. Ich denke auch, dass Valve in diesem Fall unbedingt richtig gehandelt hat. Nicht Valve ist für die Probleme verantwortlich, sondern ganz alleine Mr. Maulbeck. Wenn noch zusätzlich vier Leute ihren Job verlieren, ist das zwar bedauerlich, liegt aber wiederum nur in der Verantwortlichkeit von Mr. Maulbeck.
    Wenn hier jemand reinkommen würde und einem meiner Mitarbeiter auch nur Prügel androhte, geschweige denn den Tod, dann hätte er ein ernstes Problem mit mir. Das Weiterführen der Geschäftsbeziehungen wären dann kurzzeitig sein geringstes Problem^^

  10. Also ganz ehrlich. Ich find das sogar noch wenig. Der kann froh sein das er keine Anzeige bekommt. Als ein Geschäftsführer sollte man sich nun mal zu benehmen wissen. Kann man dies nicht, sollte man mal darüber nachdenken ob man für diesen Job gemacht ist.

    Ich find ebenso das dies wenig mit „Macht“ seitens Valve/Steam zutun hat. Es war ein Kunde, er hat sich schlecht benommen, Punkt.

  11. Ja, Steam hat zu viel Macht.
    Ja Steam nimmt die Verantwortung die mit der Macht kommt nicht wahr (bessere Kommunikation mit Entwicklern oder auch mehr Kundenschutz.)
    Nein, das entfernen eines Spieles nach einer Morddrohung auf Twitter ist absolut gerechtfertigt.

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