Test: Motorola Moto 360 – Die schönste Android Wear Uhr [Testvideo]

motorola moto 360 gizranked

Edelstahlrahmen, runde Anzeige, Lederarmband - die Motorola Moto 360 ist die schönste unter den Android Wear Uhren! Bereits im März wurde sie angekündigt und schürte dank ihrer edlen Erscheinung sofort einen massiven Hype. Nun haben wir die Beauty-Queen Moto 360 im Test. Und obwohl sie uns tatsächlich ausgesprochen gut gefällt, leidet die Moto 360 an denselben Problemen wie alle anderen Android-Wear-Watches auch.

Motorola Moto 360

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Motorola Moto 360

Motorolas Moto 360 war zu ihrer Ankündigung im März die erste Smartwatch mit Android Wear, die nicht auf ein eckiges, sondern ein rundes Display setzte. Damit war die smarte Uhr den Konkurrenten in Sachen Design weit voraus. Inzwischen hat auch LG mit der G Watch R eine runde Android-Wear-Watch vorgestellt, die in Kürze in den Verkauf gehen wird. Der große Moto-360-Konkurrent wird am 5. Oktober in unserer Redaktion eintrudeln, ihr könnt also zeitnah mit einem Test rechnen.

Hier unser Testvideo zur Motorola Moto 360:

Design

Die Moto 360 sieht richtig cool aus! Das runde Display macht nicht nur deutlich mehr her als die bisher eckigen Gehäuse, auch die elegante und hochwertige Verarbeitung kann überzeugen. Die Moto 360 ist mit einem Gehäuse aus gebürstetem Edelstahl und einem Chicago-Armband aus Horween-Leder ausgestattet, das direkt in das Gehäuse läuft.

Motorola Moto 360

Die Smartwatch gibt es mit einer schwarzen Außenhülle und in einem natürlichen Edelstahlton. Das Lederarmband ist in Grau (Stone) und in Schwarz erhältlich. Zusätzliche Bänder kosten in den USA 30 Dollar – in Deutschland vermutlich 30 Euro. Neben einer Version mit Lederarmband soll es in diesem Jahr auch noch eine Variante mit einem Edelstahlarmband für voraussichtlich rund 300 Euro geben. Einzeln kostet das Armband knapp 80 Dollar. In Deutschland ist es aller Voraussicht nach dann wohl für 80 Euro erhältlich. Allerdings kommt die Moto 360 in einer Standard-Größe, das heißt, es können auch Armbänder von Drittherstellern daran befestigt werden. Hier eine Anleitung. 

Motorola Moto 360

Im Vergleich zum Armband wirkt das 11-Millimeter-Gehäuse der Moto 360 etwas dick. Auch das runde Display könnte dem ein oder anderen mit seinen 46 Millimetern Durchmesser etwas zu groß sein. Mich störten die Dimensionen beim Tragen jedoch nicht. Mit einem Gewicht von 49 Gramm inklusive Lederarmband ist die Uhr recht leicht und insgesamt komfortabel zu tragen.

Motorola Moto 360

An der rechten Gehäuseseite sitzt ein kleiner Edelstahl-Homebutton. Bei beiden Versionen ist dieser in goldener Farbe umrandet. Er dient zum Aktivieren und Ausschalten des Displays und holt bei einem längeren Gedrückthalten die Einstellungen auf den Schirm. Auf der Rückseite der Moto 360 findet sich in der Mitte ein grün leuchtender Pulsmesser. Die Gehäuse-Rückseite ermöglicht weiterhin ein induktives Laden der Uhr.

Motorola Moto 360

Mit einem runden Display sieht die Moto 360 wie eine richtige Uhr aus. Insgesamt kommt beim Tragen der Smartwatch dank ihres schnörkellosen und minimalistischen Designs sowie des hochwertigen Lederarmband auch annähernd das Gefühl einer Luxusuhr auf.

Motorola Moto 360

Allerdings gibt es auch Kritikpunkte. Der mit Gorilla Glas 3 geschützte 1,56-Zoll-Touchscreen ist nicht komplett eingelassen, sondern steht ganz leicht über das Metallgehäuse heraus. Am äußersten Rand ist das Glas abgeschliffen, was in diesem Bereich zu Verzerrungen führt. Zudem neigt das Display dazu, leicht zu verschmieren.

Motorola Moto 360

Das LCD hat eine Auflösung von 320 mal 290 Pixel und eine Pixeldichte von 205 ppi. Es ist recht hell und hat im Vergleich zu OLEDs eine etwas weniger gesättigte Farbdarstellung. Bei der Smartwatch von Motorola ist ein Stück am unteren Ende des Bildschirms schwarz, da dort der Displaytreiber verbaut ist, um das Display anzusteuern. Außerdem sitzt hier ein Umgebungslichtsensor für die automatische Anpassung der Bildschirmhelligkeit.

Bei der G Watch R wird der komplette Bereich des Displays genutzt. Dafür hat sie einen etwas dickeren Rahmen als die Moto 360. Der schwarze Balken ist zwar kein K.o-Kriterium, das sonst beeindruckende Gesamtbild stört er – gerade bei weißen Zifferblättern – aber doch etwas.

Motorola Moto 360

Abgesehen davon sehen die sieben Zifferblätter (die ihr alle oben in der Galerie anschauen könnt) dank des runden Displays deutlich besser aus als die eckigen Pendants von Konkurrenten wie der Samsung Gear Live oder der LG G Watch. Sie lassen die Moto 360 noch etwas mehr wie eine tatsächliche Uhr aussehen.

Nutzer können auch weitere Zifferblätter aus dem Google Play Store hinzufügen oder die bestehenden über die App Motorola Connect farblich anpassen. Android Wear ist aber teilweise noch nicht optimal auf das runde Design abgestimmt. Einige Anwendungen wirken noch etwas wie abgeschnitten.

Motorola Moto 360

Was unterscheidet die Moto 360 von der Konkurrenz?

Abgesehen von einem runden Display unterscheidet sich die Moto 360 noch in ein paar weiteren Punkten von anderen Android-Wear-Uhren. Die Smartwatch wird induktiv über ein Dock geladen, in das die Uhr einfach reingelegt wird. Einen microUSB-Anschluss findet man am Gehäuse nicht. Zudem kommt die Moto 360 mit zwei Mikrofonen mit einer verbesserten Geräuschunterdrückungstechnologie und einem Herzfrequenzmesser samt Aktivitätstracker.

Motorola Moto 360

Die im Lieferumfang enthaltene Docking-Station ist nicht nur zum Laden praktisch. Wird die Moto 360 in die Docking-Station gelegt, schaltet sie in den Nachtmodus um und dient so als praktische Nachttischuhr. Ein blauer Ring zeigt dabei den Ladefortschritt an. Während die Moto 360 eine wirklich coole Uhr für die Nacht ist, eignet sie sich nicht als Wecker, denn ihr fehlt ein Lautsprecher. Anstatt einen Ton von sich zu geben, vibriert sie nur. Dies ist aber auch bei den anderen Android-Wear-Uhren der Fall.

Auf Reisen könnte die sonst praktische Docking-Station aber auch Nachteile haben. Da die Moto 360 nur aufliegt und nicht per Magnet oder Clip mit dem Ladegerät verbunden ist, benötigt sie eine ebene Fläche, um zu laden. Wer die Uhr beispielsweise unterwegs im Rucksack mit einem Akkupack aufladen möchte, müsste sie mit einem Gummiband oder ähnlichem fixieren.

Stolz ist Motorola auf die Mikrofone, durch die die Moto 360 den Nutzer in lauteren Umgebungen besser verstehen soll als andere Smartwatches. Die Stimme erkennt die smarte Armbanduhr auch in überfüllten Räumen fast immer zuverlässig – sogar wenn man nahezu flüstert. Die Spracherkennung wird wie üblich für Google Now oder auch zum Verfassen von Notizen genutzt. Anrufe oder Sprachnachrichten sind nicht möglich. Da es keinen Lautsprecher gibt, kann man die Moto 360 nicht als Freisprecheinrichtung verwenden.

Motorola Moto 360

Der optische LED-Pulsmesser auf der Rückseite ähnelt im Grunde dem der Samsung Gear Live und funktioniert ähnlich anderen Pulsuhren fürs Handgelenk. Zum Messen der Herzfrequenz hat Motorola neben Google Fit eine eigene App vorinstalliert. Zwischen Motorolas App und Google Fit können Anwender über die Android-Wear-App auf dem Smartphone oder den Menüpunkt “Starten” umschalten.

Die Erkennung funktionierte nicht immer reibungslos, manchmal erst nach mehreren Versuchen. Die Moto 360 schlüsselt den Puls je nach Aktivität auf. Smartwatch-Besitzer können die Herzfrequenz bei Inaktivität, mäßiger Aktivität und intensiver Aktivität gesondert abrufen.

Motorola Moto 360

Manchmal hat die Uhr den Puls aber auch nicht erfasst und die Moto 360 nur eine Fehlermeldung ausgegeben. Allerdings ist unser Testgerät auch noch ein Vorserienmodell, das womöglich noch einige Bugs hat. Als die Moto 360 den Puls einmal gar nicht mehr erkennen wollte, hat jedenfalls ein Zurücksetzen der Uhr geholfen.

Weitere Hardware-Ausstattung

Abgesehen vom runden Display ist die weitere Hardware-Ausstattung ähnlich wie bei anderen Android-Wear-Uhren. Der interne Speicher ist 4 GByte groß und an RAM sind 512 MByte verbaut. Das Gehäuse ist nach der IP67-Zertifizierung gegen Staub und Wasser geschützt und wie bei allen Android-Wear-Smartwatches ist natürlich Bluetooth 4.0 LE mit an Bord. Weiterhin bringt die Moto 360 zwei Mikrofone, eine physische Taste, einen Vibrationsmotor sowie einen Schrittzähler mit.

Motorola Moto 360

Angetrieben wird die Moto 360 von einem OMAP-3-Prozessor von Texas Instruments (OMAP3630), der auf dem Papier etwas weniger leistungsfähig wirkt als Qualcomms Snapdragon-400-CPU, die beispielsweise in der G Watch R zum Einsatz kommt. Der TI-Chip basiert auf ARMs Cortex-A8-Archtitektur und ist nach dem 45nm-Prozess gefertigt. Der Snapdragon basiert auf Cortex-A7 nach dem 28nm-Prozess. Die Taktrate ist mit maximalen 1 GByte etwas niedriger als bei der Qualcomm-CPU, die in der Regel mit 1,2 GHz in den Smartwatches taktet. Scrollen in den Einstellungen oder Menüs geht aber auch bei der Moto 360 flüssig von der Hand.

Android Wear

Alle Android-Uhren laufen mit der gleichen Software: die Moto 360, die Samsung Gear Live und auch die LG G Watch R arbeiten bis auf wenige zusätzliche Funktionen wie Motorolas Herzaktivität gleich. Googles Wearable-Betriebssystem sieht im Grunde bis auf die individuellen Zifferblätter der Hersteller oder Anpassung an das runde Display auf jeder Uhr gleich aus.

Die zur Kopplung der Smartwatch benötigte Android-Wear-App fürs Smartphone läuft auf Geräten ab Android 4.3. Die Anwendung dient vor allem dazu, die Funktionen des Smartphones respektive Google Now der Uhr zur Verfügung zu stellen. Ausführliche Informationen zur Funktionsweise von Android Wear hält folgender Beitrag bereit.

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Inzwischen gibt es auch schon eine Reihe Apps wie die Notizbuch-App Evernote, die Begleitanwendungen für Android Wear mitbringen. Mit Philips Hue-App können Anwender das Licht beispielsweise auch von der Uhr aus an- und ausschalten . Eine Kochbuch-App zeigt Rezepte und Timer während der Zubereitung auf dem kleinen Display am Handgelenk an. Microsoft hat kürzlich auch eine Tastatur für die Motorola Moto 360 und weitere Modelle vorgestellt, die handschriftliche Eingaben auf Android-Smartwatches erlaubt.

Die Drittanbieter-Apps landen automatisch auf der Smartwatch, sind im Menü aber nur etwas versteckt zu finden, falls man sie nicht per Sprachsteuerung aufrufen möchte. Um eine App über das Menü zu starten, tippen Android-Wear-Nutzer auf das Display, um Google Now zu öffnen, scrollen anschließend bis zum Ende der Liste und wählen den Punkt “Starten” aus. Hier finden sich alle installierten Anwendungen wieder.

Akkulaufzeit

Der Akku der Motorola-Smartwatch hat eine Kapazität von 320 mAh. Vor dem letzten Update hielt die Uhr weniger als 12 Stunden. Nach der Aktualisierung kommt man mit einer Akkuladung immerhin 20 Stunden aus. Mit aktivierter Helligkeitsregelung, die schon nach kurzer Zeit den Bildschirm ausschaltet, und seltener Nutzung kann man diese Zeit auf maximal zwei Tage strecken. In der Regel muss die Uhr bei häufiger Nutzung jedoch am Abend an die Steckdose – so wie andere Android-Wear-Uhren auch.

gizrank 35 Sterne

Fazit

Die Moto 360 ist mit ihrem runden Display, Edelstahlgehäuse und Horween-Lederarmband aktuell die schönste Android-Wear-Uhr und eine der am besten designten Smartwatches am Markt. Das sonst beeindruckende Gesamtbild wird nur etwas von dem schwarzen Balken am unteren Bildschirmrand gestört.

Eine Revolution ist die Smartwatch aber nicht. Sie leidet an denselben Problemen wie auch die anderen Android-Wear-Watches wie an einer mittelmäßigen Akkulaufzeit und einem aktuell noch eingeschränkten Betriebssystem. Das ist aber nicht Motorolas Schuld.

Das wirkliche Problem ist Android Wear. Googles Betriebssystem für tragbare Geräte steckt bisher einfach noch in den Anfängen. Die Moto 360 ist sozusagen eine hübschere Hülle für Android Wear. Sie bringt aber im Grunde nicht viele andere Funktionen an das Handgelenk wie die anderen Uhren mit Android Wear auch.

Wer allerdings mit dem Funktionsumfang von Googles Wearable-OS zufrieden ist und über den Kauf einer Smartwatch nachdenkt, der bekommt mit der Moto 360 aktuell die schickste Android-Wear-Uhr am Markt.

Alternativen

LG bringt mit der G Watch R auch eine runde Smartwatch heraus, die den gesamten Bereich des Displays nutzt. Wir konnten auf der IFA 2014 bereits einen Blick auf die LG G Watch R werfen und waren ziemlich angetan. Am 5.11. erreicht die LG G Watch R unsere Redaktion, zeitnah könnt ihr auch mit einem Test rechnen.

Hier nochmal unser Testvideo zur Motorola Moto 360:

Tags :Via:Mit Material von Christian Schartel, CNET.de
  1. Wenn der Konkurrent schon am 05. Oktober zum Testen eingetroffen ist, wo bleibt dann der Testbericht? ;)
    Bitte im Artikel berichtigen.

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