Aeromobil 3.0 – Das neue fliegende Auto hebt ab

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Mit dem Aeromobil kann man über Stau nur noch müde lächeln. Die slowakischen Hersteller präsentierten in Wien die neue Version ihres Flugautos, das Aeromobil 3.0, das in Parklücken passt, aber genauso gut auf einem Flugplatz abheben kann. Wird der Flugschein bald zum Standard?

“Merk´ dir meine Worte: Eine Kombination aus Flugzeug und Auto wird kommen. Vielleicht lachst du, aber sie wird kommen.” Dieses Zitat von Henry Ford aus dem lange vergangenen 1940 taucht bei Aeromobil immer wieder auf. Die Worte des berühmten us-amerikanischen Autobauers sind aber nicht die einzige Daseinsberechtigung des slowakischen Unternehmens. Tatsächlich wünscht sich der Autofahrer doch ständig, einfach abzuheben und über die verstopften Autobahnen, engen und von Ampeln oder Kreisverkehren unterbrochenen Stadtstraßen oder kurvigen Serpentinen einfach hinwegzufliegen.

Ein Science-Fiction-Traum, der von der umsetzbaren Realität noch weit entfernt zu sein scheint. Zumindest kümmern sich die großen Automobilhersteller dieser Welt vor allem um Sprit sparende Motoren, Elektromobilität und Konnektivitätssysteme im Bordcomputer. Einige wenige versuchen dagegen den mutigen Sprung zum Flugauto. Das slowakische Team um das Aeromobil gehört dazu. Am 29.10. präsentierten sie die neueste Version, das Aeromobil 3.0, auf dem Pioneers Festival in Wien.

Ein Auto, sechs Meter lang, 2,24 Meter breit. Futuristisches Design und schlichter Name. Und dann klappt es seine Flügel aus, wächst auf 8,32 Meter Spannweite, hebt bei 130 Kilometern pro Stunde vom Boden ab und erreicht eine Höhe von etwa 3.000 Meter. “Es kann definitiv höher fliegen, wenn wir druckdichte Kabinen einführen”, so Stefan Vadocz von Aeromobil.

Der Benzinverbrauch, der zu Boden stolze acht Liter je 100 Kilometer beträgt, obwohl das Auto mit 450 Kilogramm extrem leicht ist und eigentlich auch sehr aerodynmaisch und schnittig daherkommt, sinkt laut Herstellerangaben in der Luft auf 15 Liter pro Stunde. Bei der angegebenen Fluggeschwindigkeit von 200 km/h würde das einen Spritverbrauch von 7,5 Liter pro 100 Kilometer verursachen.

Wenn das Aeromobil 2016 auf den Markt kommt, wird es aber sicher nicht gleich den Personenverkehr von der Straße abheben lassen. Ein solches Premium-Produkt hat schließlich seinen Preis, Otto Normalverbraucher aber nicht das entsprechende Budget. Aktuell ist der Preis noch nicht festgelegt, sagte uns Vadocz kürzlich. “Aber er wird die Kombination aus Premium-Auto und leichtem Sportflugzeug reflektieren.” Das Luftfahrzeug hat preislich also noch Luft nach unten. “Der Preis wird außerdem sehr stark von den letztlichen Materialien wie Carbon, Lack, Ausstattung und dem Finish des Interiors abhängen.”

Als Auto schafft der von einem Rotax 912 angetriebene Zweisitzer 160 km/h, in der Luft sogar eine Geschwindigkeit von 200 km/h. In umgekehrter Proportionalität dazu steht die Reichweite des Tanks. Damit legt man in der Luft 700 Kilometer zurück – etwa die Strecke von Kiel nach München. Zu Boden soll das Aeromobil 3.0, dessen Karosserie aus einem Stahlgerippe mit Carbonbeschichtung besteht, derzeit 875 Kilometer schaffen.

Noch ist das Aeromobil 3.0, das seit Oktober auch unter realen Flugbedingungen getestet und von der slowakischen Föderation ultra-leichter Flugzeuge zertifiziert wurde, aber nur ein Prototyp – sehr nah dran am letztlichen, finalen Produkt. Und das soll den Entwicklern zufolge auch so konzipiert worden sein, dass es gemäß aktueller Richtlinien von der EU zertifiziert werden müsste. Wie sicher ein fliegendes Auto aber ist und mit welchem Verschleiß man als Nutzer rechnen müsste, lässt sich freilich noch nicht bestimmen. Klar ist trotzdem: Auf dieses Projekt sollte man längerfristig ein Auge haben.

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Was denkt ihr? Sind fliegende Autos die Weiterentwicklung der Mobilität und ein Angstgegner für Googles selbstfahrendes Auto? Oder unterwirft sich der Mensch damit nur einer größeren Bedrohung von der Luft, wenn Betrunkene nach dem Stammtisch heimfliegen oder der Autopilot nicht mit einem Schwarm Zugvögel zurechtkommt?

Und wenn es mit dem Aeromobil nichts wird: So sehen die gewagten Alternativen, zumeist für Bodenfahrzeuge, aus:

Future Concept Cars

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Futuristische Konzeptfahrzeuge
Das Terrafugia TF X besitzt zwei Propeller zum Senkrechtstart und soll anschließend schnurstracks zum Ziel fliegen. Bis es wirklich so weit ist, werden noch ein paar Jahre vergehen. [Quelle: http://bit.ly/1mlQ4fz]
Tags :Quellen:Bilder: Aeromobil
  1. Slowenishe nicht Slowakische!

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  2. Und der größte Nachteil, das Ding brauch ne Start/Landebahn.
    Schon ist´s nur noch ne nette Spielerei oder Hobby für Menschen mit zu viel Geld.

    1. Es ist ein Verbrauch von 15 Liter die Stunde, nicht pro 100 km.
      Das sind bei einer Geschwindigkeit von 200km/h 7,5 Liter/100 km.

      Diesen geringen Verbrauch schafft man mit keinem Auto bei dieser Geschwindigkeit.
      Zudem wird die Reisezeit im Schnitt auf ein viertel verkürzt (eigene “Erfliegung” ;-) )

      Und da es ein Flugzeug ist, das man wie ein Automobil im Straßenverkehr fahren kann, ist es sehr flexibel. Man kann also gemütlich vom Flugplatz runter und in die Stadt rein fahren. Also ist es nicht bloß eine nette Spielerei.

      Wie leider so oft: nicht richtig recherchiert (Herr Eichenseher) und nicht richtig gelesen (Herr Baba)…

  3. wenn Du mal Leser von ‘hobby’ warst, dann hast Du bestimmt auch den Zeitstrahl von fliegenden Autos verfolgt. Sie tauchen seit über 80 Jahren so zuverlässig auf wie Schwalben.
    Als das erfolgreichste seiner Klasse kann Tschititschitibängbäng bezeichnet werden – immerhin wurden 5 davon für gleichnamigen
    Film gebaut und in flugsimulatorähnlichen Sets geflogen. Persönlich habe ich auch ein Problem, die Faszination nachzuvollziehen. Nur weil man 2 Frontscheinwerfer integriert, es Flugauto zu nennen? Nur weil es Tragflächen hat, wird aus einem Auto ein Autoflieger? Ich sehe die Anziehungskraft dieser fliegenden Kombizangen
    eher im Unvermögen des Verstandes, diese zu katogerisieren.
    Man schaut drauf und weiss einfach nicht, was es ist oder sein soll. Also bleibt man dran haften. Wie an der Frau mit dem Bart.
    All diese technischen Kombinationen scheinen immer nur alle Nachteile der Einzelprodukte zu verbinden. Das Trike, sperrig wie ein Auto, nass wie ein Motorrad.
    Der Radiowecker, Sound wie ein Blechwecker,
    Weckzeiteinstellung fummelig wie die Sender beim Radio. Oder Konkubine, (lassen wir das hier mal weg) Chinarestaurant, Qualität vom Imbiss zu Preisen von Restaurants.
    Flugauto, fliegt sich wie ein Ferrari, fährt sich wie eine Cessna. Und gleich zwei Behörden können Dir Strafzettel verpassen.
    Als zusätzliche Einnahmequellen für diese macht es Sinn. Und dann der Alltag…
    Schatz, ich flieg mal eben Brötchen holen (?) Ok, nimm aber den Hanggleiter, unser Aeromobil war zu teuer dafür! Ich bin kein Freund dieser “Erfindungen”. Ich bleib bei der Kombination Flugzeug/Taxi.

    1. Das sehe ich anders, ich muss öfter mal nach Lazise am Gardasee. Da muss ich erst mit Auto nach Frankfurt 2,5 Stunden fahrt dann Direktflug nach Verona und dann Taxi nach Lazise. Minimum 05:30 Stunden gesamt. Mit dem PKW direkt nach Lazise geht gar nicht mehr, in diesem Jahr schon 8 mal zu den unterschiedlichsten Zeiten und Wochentage versucht, nicht ein einziges mal unter 10 Stunden. Mit dem Flugauto, zum Sportfugplatz bei mit im Ort 5 Minuten dann Start und Flug zum Sportflughafen in Affi, und dann nochmal 10 nach Lazise……..:) 3 Stunden 15 Minuten. Perfekt

      Kaufe das Teil 2016 .

      1. Dein Vergleich ist nicht ganz fair:-) mit Frankfurt. Was hält Dich davon ab bereits heute mit einem Sprtflugzeug von Deinem Feldflughafen um die Ecke nach Lazise zu fliegen und dort ein Taxi zu nehmen?
        Mit Deinem Auto zum Sportflugplatz. Ab in den Sportflieger und nach Lazise (Manche Sportflieger machen das übrigens für Spritgeld, weil sie die Flugmeilen zusammen kriegen möchten.) Vorbestellter Fahrer holt Dich ab und fähert Dich zum Ort Deiner Bestimmung. Keinerlei Investitionen nötig und geht sofort. Dein gespartes Geld verdoppel ich und wir teilen uns ein Segelboot. Autos haben wir ja schon :-)

        1. Mach aus dem Segelboot lieber ein Motorboot :):)

          Das wusste ich nicht das Sportflieger so etwas machen. Muss ich mich mal in meiner dünn besiedelten Gegend umschauen, ob da so etwas möglich ist. Dachte immer chartern würde sich nicht rentieren, gegenüber Linienflug. Klar könnte ich mir jetzt schon einen Ultraleicht Flieger holen, aber einen der auch noch fährt, spare ich mir das warten auf das Taxi, und bin noch etwas unabhängiger.

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