GoPro Fetch Hundegeschirr im Test: Eine wenig durchdachte Angelegenheit

GoPro Fetch Hundegeschirr Gizrank

Brustgurte, Lenker- und Helmhalterungen - die Einsatzgebiete der GoPro-Actioncams sind vielseitig. Das GoPro Fetch ist ein Hundegeschirr, welches die Abenteuer eures Vierbeiners zu Land und zu Wasser festhält. Shiba Inu "Shiro" hat sich das Fetch umgeschnallt und festgestellt, warum das Geschirr keinesfalls seine 60 Euro wert ist.

Zweifelsohne, die GroPro Actioncams sind Spitzenreiter unter ihresgleichen. Damit die kleinen Kameras sicheren Halt bei all den waghalsigen Unternehmungen finden, gibt es allerhand Zubehör. Wer seine GoPro auch einmal abseits des Surfbretts, Fahrrads oder Skateboards nutzen möchte, hat mit dem GoPro Fetch Hundegeschirr die Möglichkeit dazu. Das verstellbare Geschirr aus waschbarem flexiblen Material wird weitestgehend wie ein herkömmlicher Gurt um den Körper eures Hundes geschnallt. Durch Größenverstellung in Kombination mit den dehnbaren Bändern ist das GoPro Fetch für Verbeiner von circa sieben bis 54 Kilogramm geeignet. Testassistent Shiro befindet sich mit etwa elf Kilogramm im unteren Drittel dieses Größen- und Gewichtsrahmens.

GoPro Fetch Gurt

Die Schlaufe links im Bild hält überstehenden Gurt beisammen, trägt aber insgesamt nicht zum besseren Halt bei.

GoPro Fetch: Merkmale

Das Fetch verfügt über zwei Befestigungsplatten in der Rücken- und Brustregion. Für sehr kleine Hunde lässt sich Letztere abnehmen. Somit können Aufnahmen aus verschiedenen Perspektiven (mit Pfoten, Kopf oder Rute im Bild) gemacht werden. Beide Platten sind an der Innenseite nicht gerade weich gepolstert, dafür sind die Flächen an sich biegsam, um sich der Körperform anzupassen. Darüber hinaus ist das Fetch leichter als es der erste Blick vermuten lässt. Verbunden sind die Befestigungsoptionenen durch mehrere dehnbare Gurte, die je in einem flachen Haken enden. Nachdem ein solches Band um den Hund geschlungen wurde, wird jenes Teil seitlich in eine Stoffschlaufe eingeführt. Neben ihrer Flexibilität lassen sich die Gurte in ihrer Länge verstellen und überlange Enden mit einer quer verlaufenden Schlaufe rudimentär in Position halten. Wer einen agilen Hund hat, bemerkt schon hier die undurchdachte Konstruktion, die sich später bestätigen sollte.

GoPro Fetch Halterung

Praktisch: Die Brustplatte kann für besonders kleine Hunde abgenommen werden. Die Cliphalterung ist die einzig sichere am gesamten Geschirr.

An Rück- und Brustplatte befindet sich je eine Schnellspannplatte, mit der die GoPro (es spielt nebenbei keine Rolle, welche) schnell angebracht und abgenommen wird. Über eine dünne Schnur lässt sich die Kamera zusätzlich am GoPro Fetch befestigen, um dem Verlust der Kamera vorzubeugen. Doch wie sich im Lauf des Tests herausstellte, liegt das Problem viel mehr darin, das komplette Geschirr samt Kamera zu verlieren.

Das GoPro Fetch im Einsatz:

“Auf die Plätze, fertig, locker!”

Welche Zwecke soll ein Hundegeschirr wie das Fetch erfüllen? Einerseits soll es fest genug sitzen, um ein möglichst stabiles Bild zu gewährleisten, andererseits darf es den Hund nicht einengen. Keine Sorge, das letzte Szenario tritt unter Garantie nicht ein, denn das GoPro Fetch lockert sich immerzu, während sich der der Vierbeiner bewegt. Das liegt daran, dass nichts die Gurte davon abhält, sich bei Belastung zu verstellen. Kein Klettverschluss, nichts. Wenig zuträglich ist daneben oben genanntes Hakensystem. Auch hier sorgt die kontinuierliche Bewegung für ein schnelles Herausfallen des Hakens aus der Schlaufe. Nach wenigen Metern baumelt oft ein Gurtende am Hund herunter, sodass wieder Einhaken und Festzurren angesagt ist. Das mag man einige Male tolerieren, wenn es jedoch immer wieder passiert und die GoPro stetig zur Seite rutscht, wird es lästig, zumal das Geschirr seine Zweckmäßigkeit verliert.

GoPro Fetch Clip

Wie man leicht erkennen kann, schreit dieser Haken nicht gerade nach sicherem Halt unter Bewegung.

Ferner beschlich mich während der Benutzung die Vermutung, dass die elastischen Bänder durch die stetige Belastung und einige Waschgänge mit der Zeit ausleiern werden und das GoPro Fetch über kurz oder lang noch schlechter hält, beziehungsweise die Bewegungen des Tieres nicht mehr mitmacht, was sich wiederum negativ auf den Tragekomfort auswirkt.

Fazit

gizrank 20 Sterne

60 Euro für ein Hundegeschirr sind eine Ansage. Mit dem Fetch möchte GoPro das Einsatzgebiet seiner Actioncams erweitern und zugleich mit Hundehaltern neue Käuferschichten erschließen. Doch mit seinem Versuch schießt der Hersteller am Ziel vorbei. Keinerlei Vorrichtung am Geschirr gewährleistet sicheren Halt unter Bewegung. GoPro hätte gut daran getan, sich von der Funktionalität an herkömmlichen Hundegeschirren zu orientieren und diese um die notwendigen Befestigungselemente zu erweitern. Clips oder Klettverschlüsse lauten an dieser Stelle die Zauberwörter. Zwar lässt sich der Sitz des Fetch auf eigene Faust mit Sicherheitsnadeln verbessern, das ist aber nicht Sinn der Sache. Auch wenn das Zubehör rein von den Materialien her für den Einsatz im Wasser geeignet ist, würde ich mich davor hüten, den Verlust beider Teile in Weihern oder gar im Meer zu riskieren. Unter diesen Umständen ist der Preis viel zu hoch angesetzt und das Fetch trotz toller Idee keine Empfehlung wert.

+/ –     “Ein-Modell-alle-Größen”-Prinzip

plusBrustplatte für kleine Hunde abnehmbar

minusminusProduktgestaltung für den Zweck untauglich (Haken statt Clips; Gurte nicht fixierbar)

minusAngesichts der Leistung überteuert

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