Samsung Multiroom im Test: Fantastisch und teuer zugleich – lohnt sich der Kauf?

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Bei Samsung denkt man im ersten Moment sicherlich nicht an Musik. Doch mit dem aktuellen Multiroom-System will das südkoreanische Unternehmen sich nun im modernen Lautsprecher-Markt etablieren.

Samsung Multiroom im Test

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Samsung hat uns eine Ausgabe seines Multiroom-Systems zugeschickt. Dies beinhaltet ein Hub zur Verbindung der einzelnen Lautsprecher, einen M5- und einen M7-Speaker. Ich habe mir das System für einige Wochen nachhause geholt und kann nach der Testphase von einem äußerst interessantem System sprechen, welches nur in wenigen Bereichen ausbaufähig ist.

Grundsätzlich funktioniert Samsung Multiroom ähnlich wie die Konkurrenz von Sonos oder von Bose SoundLink. Im Eigenheim können überall Boxen platziert werden, welche über eine WLAN-Verbindung miteinander verbunden werden. Musik kann von sämtlichen mobilen Endgeräten gestreamt, über den Computer abgerufen oder via Webradio empfangen werden.

Einrichtung

Fangen wir zuerst mit der Theorie an: Samsung Multiroom besteht nicht nur aus Speakern. Hier kann wirklich alles von Samsung gekauft werden, was den Multiroom-Sticker auf dem Karton hat. Darunter finden sich Fernseher (ab 2014), Speaker, Surround Sound Systeme und noch einiges mehr. Der Punkt an dem alles zusammenläuft nennt sich das HUB. Über dieses könnt ihr alle Multiroom-Systeme synchronisieren. Dann nur noch die App runterladen und der Spaß kann losgehen.

Hier muss ich jedoch erst einmal mit einem “Uff” anfangen. Für das Einrichten der Speaker im Eigenheim habe ich rund zwei Stunden gebraucht. Das nervt, zumal ich in einer großen Einzimmerwohnung lebe. Also sollte eigentlich kein Hindernis wie Wände und Co. bei der Einrichtung dazwischenfunken.

Ein extra HUB wirkt ein wenig umständlich.

Ein extra HUB wirkt ein wenig umständlich.

Es klappte aber eben einfach nicht auf Anhieb. Und die Schuld hatte ich auf das umständliche HUB geschoben, welches man sich für rund 50 Euro zu den Speakern kaufen muss. Um dann doch alles zum Laufen zu bekommen, muss man bei den einzelnen Lautsprechern hinten auf “Add Speaker” drücken, ein kleiner Button, welcher sich neben dem Eingang für das Netzteil versteckt. Wenn man aber diese Variante nutzen muss, dann führt auch kein Weg daran vorbei beim HUB nochmals einen kleinen Button zu drücken, welcher die Suche neuer Speaker aktiviert. Also Knöpfe bei HUB und Speaker drücken und dann hoffen, dass sich alles verbindet. Falls doch nicht, nochmals alles wiederholen – und wiederholen.

Das HUB jetzt noch kurz erklärt: Über das HUB von Samsung erstellen die Speaker ein Netzwerk im jeweiligen W-LAN. Dabei dient das HUB aber auch dazu Fernseher, Surround Sound Systeme und mehr zu synchronisieren. An sich also eine gute Idee.

Das HUB wird der neue beste Freund eures Routers.

Das HUB wird der neue beste Freund eures Routers.

Und in einem persönlichen Gespräch mit Samsung musste ich mich auch eines Besseren belehren lassen. Denn die Einrichtung soll im Normalfall sehr einfach funktionieren. Durch die unterschiedlichen Modelle, welche aktuell auf dem Markt sind, kommt es aber zu Problemen bei der Firmware. Ist die Firmware bei den gekauften Geräten also nicht auf dem gleichen Stand, kann es zu Komplikationen bei der Ersteinrichtung kommen.

Hier muss ich Samsung auch recht geben. Nach der Ersteinrichtung konnte ich die Speaker nach belieben im Raum neu verteilen und sie erkannten das HUB binnen Sekunden als ihren Freund. Bei der Einrichtung also nicht verzagen, sondern alles auf die Firmware schieben – und ein bisschen Geduld haben.

Design

Alles aus Plastik. Irgendwelche Menschen würden sich hier bestimmt aufregen. Ich aber nicht. Von Samsung bin gerade bei der Unterhaltungselektronik nun einmal viel Plastik gewohnt. Und Samsung kann mit Plastik eben auch gut umgehen, was sich auch bei der Verarbeitung des M5- und M7-Speakers zeigt.

Nun reden wir aber hauptsächlich vom Gehäuse. Hier hat sich das südkoreanische Unternehmen für eine dreieckige Sandwich-Variante entschieden. Das soll heißen: Die Ober- und Unterseite wurden in glänzendes Plastik gefasst, welches eine Klavierlackoptik imitiert. Hier stehen Schwarz und Weiß als Farben zur Auswahl. Im “Sandwich” selbst befindet sich ein feines Plastik-Gitter, welches die Lautsprecher verdeckt. Die Optik soll ganz klar an Metall erinnern und täuscht Betrachter auch immer zuverlässig. Tatsächlich handelt es sich aber eben auch hier um Plastik.

Ein wundervolles Design für Lautsprecher.

Ein wundervolles Design für Lautsprecher.

Die Abdeckung lässt sich nicht abnehmen, was ich persönlich immer ein bisschen schade finde. So kann der Kunde zumindest noch etwas eigenständig am Design Hand anlegen. Lediglich auf der Rückseite hat man die Möglichkeit beim M7 die Abdeckung abzunehmen. Hier kann man einen Stand anbringen, welcher den Speaker hochkant aufstellt. Ähnlich funktioniert das auch beim M5, obgleich Samsung hier vollständig auf eine Abdeckung verzichtet hat und nur den Stand mitliefert.

Rundum würde ich das Design des M5 und M7 als sehr gelungen bezeichnen. Gerade die dreieckige Form, der leichte Retro-Touch und die Möglichkeit die Speaker hochkant aufstellen zu können, gefällt mir sehr gut. Beide Speaker sind ein absoluter Blickfang, wenn man sie denn an passenden Orten platziert.

Sound

Beim Sound kann man wirklich nicht meckern. Ich würde jetzt einfach einmal behaupten, dass zwei Speaker ausreichen, um rund 50qm Raum gut in Stereo beschallen zu können. Im Vergleich zu Produkten von Sonos und Bose auf der Ebene der Streaming-Speaker könnte Samsung aber noch ein bisschen aufholen.

Grundsätzlich können sowohl der M5 als auch der größere M7 mit dem Sound voll überzeugen. Dabei bieten beide Speaker ziemlich tiefe Bässe und gut ausbalancierte Höhen. Die abgespielten Songs werden originalgetreu wiedergegeben und beide Speaker können auch bei voller Lautstärke mit ihrem Sound auf ganzer Linie überzeugen – und das ist wirklich ziemlich laut. Nicht umsonst könnte ich mir vorstellen, dass schon ein M5 Lautsprecher ausreicht um einen Raum einer kleinen Bar zu beschallen.

Lediglich an den Bässen hätte Samsung hier noch etwas arbeiten können. Klar, dass der M7 noch einmal kraftvolleren Wumms hat, doch hier sind die Unterschiede zum M5 nur bedingt gegeben. Vielmehr vermisse ich hier diesen “Wow-Effekt” bei voller Lautstärke, den Sonos und Bose mit teilweise kleineren Boxen hinbekommen.

Bei solch einer Größe könnte man ein bisschen mehr Sound erwarten.

Bei solch einer Größe könnte man ein bisschen mehr Sound erwarten.

Rundum liefern die M5- und M7-Speaker jedoch einen hervorragenden Klang, der gerade bei ihrer kleinen Größe von den meisten Konkurrenten erst noch erreicht werden muss. Und um nochmals auf den Bass einzugehen: Hier dürfen die Tiefen nicht als Maßstab für gut oder schlecht gesehen werden. Samsung will mit seinen Multiroom-Speakern ganze Wohnungen und Häuser beschallen und nicht einem Ghettoblaster Konkurrenz machen. Zudem sind gerade der M5 und auch der M7 dazu konzipiert als Stereo-Sound beispielsweise den Fernseher zu begleiten.

Als kleines Fazit zum Sound muss ich den beiden Lautsprechern also meine Bewunderung aussprechen. Sie verzerren in keiner Situation den Sound, können unglaublich laut eingestellt werden und finden Anwendung sowohl bei Film als auch bei Musik.

Funktionen, App und Konnektivität

Bleiben wir noch ganz kurz beim Sound. In Bezug auf die Funktionen hat sich Samsung da nämlich nur wenig einfallen lassen. Neben einem kleinen Equalizer, der die einzelnen Speaker steuern kann, wurde tatsächlich nichts weiter integriert.

Dafür überzeugt mich dann aber die App auf ganzer Linie. Ich bin sogar geneigt zu behaupten, dass mich eine Extra-App ausnahmsweise nicht stört, sondern über alle Maße überzeugt hat. Diese nennt sich Samsung Multiroom und kann für iOS, OSX, Windows und Android heruntergeladen werden. Zwar gab es auf iOS bis vor Kurzem noch einige Probleme bei der Stabilität der App, doch diese wurden innerhalb meiner Testphase behoben. Bei Android lief die App schon immer vollständig flüssig.

Fantastische App, die fast keine Wünsche übrig lässt.

Fantastische App, die fast keine Wünsche übrig lässt.

Fangen wir also mit den Argumenten für meine Überzeugung bei der App an: In erster Linie können mit der Samsung Multiroom App einzelne Speaker angesprochen werden oder gruppiert werden. Das kennen wir bereits von Bose, Sonos und Co., deshalb ist das auch nur halbwegs herausragend.

Dafür wurden in der App beispielsweise sämtliche nennenswerte Streaming-Dienste schon vorinstalliert. Darunter finden sich Qobuz, Spotify, Napster, Rdio, Murfie, Deezer, 8tracks und TuneIn. Über Samsung Multiroom wird sich einmal bei den jeweiligen Diensten eingeloggt und alle Lieder stehen zur Verfügung.

Morgens in Stereo geweckt werden? Warum denn eigentlich nicht.

Morgens in Stereo geweckt werden? Warum denn eigentlich nicht.

Zudem können auch Songs vom Computer und anderen Bluetooth-fähigen Smartphones über eine App gesteuert werden (siehe Bild). Das ist meines Wissens sogar eine einzigartige Funktion bei den Multiroom Speakern von Samsung. Wenn also zum Beispiel Freunde zu Besuch bei euch sind, reicht ein Klick in der App und schon werden die Lieder vom Gast-Smartphone über das “Multiroom-Tablet” auf die Boxen übertragen.

Ein anderes Feature, welches ich weniger herausragend finde, aber dennoch als lustig ansehe, ist eine Weck-Funktion der App. Wer also gerne von einem Multiroom-System morgens bei voller Lautstärke geweckt werden möchte, der sollte sich auf jeden Fall für den M5 und/oder M7 entscheiden ;-).

Alles über ein Tablet steuern.

Alles über ein Tablet steuern.

Ein einziges Kriterium hatte ich dann tatsächlich bei der App aber doch gefunden. Von Bose SoundLink war ich die Shortkey-Funktion gewohnt, über die sich beliebte Songs, Alben, Interpreten und Radiosender abspeichern lassen. Diese Funktion gibt es bei Samsung Multiroom aber leider nicht. Man kann also nicht über einen Knopfdruck am Speaker selbst sofort die Musik genießen, sondern muss sich mit mehreren Klicks in die App arbeiten. Diese fehlende Funktion bringt mich zwar nicht zum weinen, doch dieser klitzekleine Mehrwert bleibt bei der reinen App-Steuerung eben unerfüllt.

In puncto Konnektivität hatte ich bereits schon einiges erwähnt. Hier aber noch einmal zusammengefasst. Die Speaker verfügen über Bluetooth und NFC, können direkt mit einem Fernseher, Blu-ray Play oder anderen Multiroom-Systemen verbunden werden und besitzen zusätzlich noch einen eigenen AUX-Eingang.

Fazit

Also, kaufen oder nicht kaufen? Für das “Samsung Wireless Audio Multiroom System” (so heißt das tatsächlich ausgesprochen) sprechen viele Punkte. Der Klang der Boxen und die Stabilität des Sounds haben mich überzeugt. Hier wird nicht mit übertriebenen Bässen um sich geworfen und zugleich können der M5 und M7 mit einer außergewöhnlichen Lautstärke punkten.

Doch in Bezug auf Sound stehen die Speaker von Samsung denen von Bose und Sonos um nichts nach. Vielmehr würden mich die App mit den vielen Funktionen und die Möglichkeiten bei der Konnektivität zum Kauf der Lautsprecher von Samsung bewegen. Und wer sowieso schon im Samsung-Universum lebt, dem rate ich zweimal sich für den M5 und oder M7 zu entscheiden. Hier erhält man nicht nur Speaker, sondern auch die Möglichkeit den Fernseher, Blu-ray Player, Surround Systeme und mehr in die Multiroom-Welt zu integrieren. Das Connected-Media-Home von Samsung durch Multiroom würde ich also jedem Film- und Musikbegeisterten an Herz legen.

Lediglich durch die Preise muss man wahrscheinlich ein bisschen überlegen. Hier liegt der M5 bei UVP 199 Euro, der M7 bei UVP 299 Euro und das HUB bei UVP 49 Euro. Dennoch, auch bei Sonos und Bose sind die Preise ähnlich gestaltet. Das erschwert zwar die Kaufentscheidung, doch ich persönlich hatte an den M5- und M7-Speakern von Samsung fast nichts auszusetzen. Meinen “Segen” habt ihr also und falls doch mal ein Kauf bei euch ansteht, dann könnt ihr bei den Speakern von Samsung Multiroom zumindest ohne Sorgen zugreifen.

Gizrank

Im Gizrank erhalten die Speaker von Samsung von mir vier von fünf möglichen Sternen. An den Testgeräten hatte ich wirklich nichts auszusetzen, außer vielleicht der minimal schwachbrüstige Bass und die Shortkey-Funktion bei den Speakern beziehungsweise der App. Ganz klaren Abzug gab es bei mir dafür bei der stundenlangen Ersteinrichtung des Multiroom-Systems. Behält Samsung allerdings Recht bei der Aussage, dass das Firmware-Problem behoben worden sei, dann würde ich den Testgeräten auch die vollen fünf Sterne verleihen.

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plusHerausragendes Design mit “Eye-Catcher”-Effekt

plusGelungener Sound für Musik und Film

plusDurch Multiroom die Möglichkeit, viele Geräte aus der Samsung-Welt zu integrieren.

plusSuper App, die quasi keine Wünsche offen lässt

minusetwas anstrengende Ersteinrichtung

minusmanchmal schwache Bässe, aber Geschmackssache

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  1. Zitat: “Es klappte aber eben einfach nicht auf Anhieb. Und die Schuld hatte ich auf das umständliche HUB geschoben, welches man sich für rund 50 Euro zu den Speakern kaufen muss. Um dann doch alles zum Laufen zu bekommen, muss man bei den einzelnen Lautsprechern hinten auf “Add Speaker” drücken, ein kleiner Button, welcher sich neben dem Eingang für das Netzteil versteckt. Wenn man aber diese Variante nutzen muss, dann führt auch kein Weg daran vorbei beim HUB nochmals einen kleinen Button zu drücken, welcher die Suche neuer Speaker aktiviert. Also Knöpfe bei HUB und Speaker drücken und dann hoffen, dass sich alles verbindet. Falls doch nicht, nochmals alles wiederholen – und wiederholen.”

    Warum wird hier behauptet man MUSS einen HUB besitzen? Der HUB ist doch nur als Repeater zu nutzen bzw. wenn das normale WLAN zu Hause nicht stabil läuft kann es eine bessere Verbindung unter Lautsprechern herstellen, da hier natürlich nur die Daten der Lautsprecher austauscht werden.
    In der Regel reicht es jedoch aus die Lautsprecher in das vorhandene WLAN einzubinden. Auch im eigenen WLAN lassen sich Gruppen bilden und der Ton wird synchronisiert.

    BTW: Die Einrichtung dauert wenn man die Anleitung liest niemals zwei Stunden. hat man einen HUB ist es sogar noch einfacher. Mit HUB dauert es etwa 10 bis 15 Minuten und ohne HUB etwa 20 Minuten. Dabei ist auspacken und lesen inbegriffen…

  2. Den HUB als Repeater einzurichten ist eine Kunst und bedarf unendlicher Geduld. Die Reichweite des HUBS ist sehr schlecht.
    Ein Wand dazwischen und schon funktioniert die Anlage nicht mehr.
    Oder habt ihr eine Idee woran es liegen könnte?

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