Die erste StreetPong-Ampel der Welt lässt Wartende miteinander spielen

(Screenshot: Gizmodo)

Das vor zwei Jahren gestartete Hochschulprojekt in Hildesheim startet nächste Woche seinen Test-Betrieb. Damit können Wartende über die Straße hinweg gegeneinander Ping Pong spielen.

Auch wenn man das baldige Ende bereits erahnen kann, das Warten vor einer roten Ampel nervt – eh klar. Dabei wären nicht selten genügend Menschen um einen versammelt, die mit derselben öden Sache beschäftigt sind und durch ein kurzes Geplauder effektiv abgelenkt wären. Allzu oft findet das jedoch nicht statt, also lassen sich kreative Leute etwas einfallen. In diesem Fall waren es Studenten der Fakultät Gestaltung der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim, die mittlerweile das Start-up Urban Invention gegründet haben.

Sie lassen nicht die Passanten auf einer Straßenseite, sondern je einen Passanten von einer der beiden Straßenseiten miteinander kommunizieren und dabei jeglichen Aspekt des Small-Talks außen vor, denn: An der Kreuzung am Goschentor 1 in Hildesheim wird ab 18. November virtuell über die Fahrzeuge hinweg Ping Pong gespielt – mit Touch Screens, die am Ampeltaster montiert sind. Schon 2012 hatten sie einen Videoclip veröffentlicht, der die Situation demonstriert.

Auf dieser Grundlage haben Sandro Engel und Amelie Künzler in den vergangenen beiden Jahren dann das tatsächlich funktionierende Produkt entwickelt und gemeinsam ein Start-up gegründet. Während die Video-Präsentation aus einer Synthese von Animation und Realbild bestand, die am Rechner entwickelt und auf den mit Green Screen gefilmten Ampeltaster projiziert wurde, muss sich das tatsächliche StreetPong nun vier Wochen im Hildesheimer Herbstwetter bewähren. Freigeschaltet wird die Anlage für den Testbetrieb von HAWK-Präsidentin Christiane Dienel sowie Oberbürgermeister Ingo Meyer.

Für das, was dann, wenn sich die beiden das erste reale StreetPong-Duell liefern werden, so einfach aussehen wird, mussten Engel und Künzler mit ihrem Start-up Urban Invention zahlreiche Hürden nehmen. Die waren nicht nur technischer Natur. Schließlich spielen bei einem so nah am Straßenverkehr angesiedelten Projekt auch Sicherheitsfragen und gesetzliche Regelungen eine wichtige Rolle. Nicht umsonst erklärten die beiden Erfinder der Idee bei deren Vorstellung: “Das Spiel selbst ließe sich relativ einfach programmieren. Aber die Genehmigung, eine Ampelanlage umzufunktionieren, hätten wir natürlich nie bekommen.”

Vielleicht auch aufgrund der enormen Aufmerksamkeit, die ihre Idee damals weit über Deutschland hinaus erhalten hat, ist das jetzt anders. Nun erklärt die Stadt in einer Pressemitteilung stolz, man habe das Projekt von Anfang an unterstützt. Tatsächlich standen Mitarbeiter des Fachbereichs Tiefbau und Grün dem Team von Urban Invention mit Rat und Tat zur Seite. Jetzt stellt die Stadt nicht nur eine Ampelanlage für die vierwöchige Testphase zur Verfügung, sondern leistete auch beim Anbau der StreetPong-Prototypen Unterstützung.

StreetPong wird während der Rotphase für Fußgänger gespielt. Dazu ist an zwei gegenüberliegenden Ampelmasten ein Touchscreen angebracht. Darauf sind zwei Balken zu sehen, von denen einer vom Spieler mit dem Finger nach links und rechts bewegt werden kann. Trifft er mit seinem Balken auf einen von oben nach unten zwischen den Balken hin- und herfliegenden Ball, lenkt er diesen ab. Erwischt er den Ball nicht, bekommt der Mitspieler einen Punkt. Ob sich die Idee durchsetzen wird?

Tags :Quellen:Bild: Screenshot GizmodoVia:Mit Material von Peter Marwan, ITespresso.de
  1. Super Idee und auch Umsetzung. Besonders weil man sehen kann wie lange die Phasen noch dauern. Ich befürchte nur das die Ampeln dann von zockenden Kids besetzt sein werden.

    1. Das Video von 2012 war nicht ganz echt, der Bildschirm wurde tatsächlich nur nachträglich eingefügt. Jetzt solls aber einsatzbereit sein und ab Dienstag auch wirklich so funktionieren.

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