Deutsche Telekom verdoppelt LTE-Geschwindigkeit

(Bild: Shutterstock)

In deutschen städtischen Ballungsräumen werden seit dieser Woche schnellere LTE-Geschwindigkeiten zugelassen. Die Deutsche Telekom erhöhte die bisherige Obergrenze des Long Term Evolution-Netzes von theoretisch möglichen 150 MBit/s auf 300 MBit/s. Doch nicht jedes Smartphone kann daran teilhaben.

Um die maximale Datenrate zu nutzen, muss das Smartphone schließlich LTE nach Kategorie 6 unterstützen. Besitzer eines Samsung Galaxy S5 LTE-A oder beispielsweise Huawei Honor 6 sind für das schnellere LTE aber gerüstet. Die Bandbreitensteigerung wird im Übrigen durch die Bündelung der bisher genutzten 1.800-MHz-Frequenz um des 2.600-MHz-Bands möglich.

Wer die neuen LTE-Geschwindigkeiten verwenden möchte, benötigt natürlich auch einen passenden Tarif beziehungsweise eine Zusatzoption. Hier bietet die Telekom für Privat- und Geschäftskunden folgende Wahlmöglichkeiten: MagentaMobil L Plus (auch Premium), Complete Premium, Data Comfort L, CombiCard Data Comfort L, Data Comfort Free, CombiCard Mobile Data L und XL, Mobile Data L und XL sowie Business Flex Datenflat 10 GB und 30 GB. In den Tarifen MagentaMobil S, M und L sowie Data Comfort S und M sind mit gebuchter Speed-Option ebenfalls bis zu 300 MBit/s möglich.

Welche Gebiete bereits von der Frequenzbündelung profitieren, lässt sich auf einer interaktiven Karte zum Netzausbau der Telekom ablesen. Verfügbar sind die schnellen Datenraten demnach etwa in Berlin, Bonn, Chemnitz, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Duisburg, Köln, Leipzig, Magdeburg, Mannheim, Potsdam, Rostock und Stuttgart.

Nach eigenen Angaben versorgt die Telekom aktuell rund 79 Prozent der deutschen Bevölkerung mit LTE. Dazu nutzt sie die Frequenzen 800, 1800 und 2600 MHz.

Bei der Frequenzbündelung werden einem Nutzer mehrere Frequenzblöcke zugewiesen. Hier gilt die Faustformel: Je höher die Zahl der Frequenzblöcke, desto höher die Datenrate für den Nutzer. Die Frequenzbündelung allein schließt die Telekom nach eigener Aussage jedoch als Antwort auf den steigenden Kapazitätsbedarf im Mobilfunk aus. Weil sich die Mobilfunkbetreiber das Spektrum der vorhandenen Frequenzen mit anderen Dienste-Anbietern teilen müssen, etwa mit Rundfunkanstalten und Behördenfunk, seien die Möglichkeiten der Frequenzbündelung endlich.

Daher setzt der Bonner Telekommunikationskonzern zusätzlich auf die Mehrantennentechnik (MIMO, Multiple Input Multiple Output), die mehrfachen Empfang am Endgerät und mehrfaches Senden an der Basisstation erlaubt. Derzeit setzen die Mobilfunkanbieter auf LTE mit MIMO 2×2, das zwei Sendeantennen an der Basisstation und zwei Empfangsantennen auf Endgeräteseite verwendet. Mehr Antennen bedeuten höheren Platzbedarf und Energieverbrauch, weshalb Endgeräte dabei schnell an ihre Grenzen stoßen.

Im Februar erreichte die Telekom bei einem Feldversuch im rheinland-pfälzischen Alzey einen neuen Meilenstein bei der LTE-Datenübertragung. Sie erzielte in einem LTE-Netz im Wirkbetrieb erstmals eine Übertragungsgeschwindigkeit von 580 MBit/s. Ermöglicht wurde dies durch eine Kombination aus Frequenzbündelung und MIMO 4×4.

Tags :Quellen:Bild: ShutterstockVia:Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de
  1. Wo bleibt der Sinn wenn die Daten-Tarife (“Volumenobergrenze”) nicht mitwachsen?

    Beispiel: Mein 3GB / Monat Tarif kostet beispielsweise knappe 20€
    Bekomme ich nun “echte” 10MB/s beim herunterladen einer Datei wäre mein Volumen extrem schnell aufgebraucht! Genauer gesagt innerhalb von 5 Minuten wäre die maximale Obergrenze erreicht und ich müsste sinnlos teure Zusatzpakete mit lächerlichen 200MB extra dazubuchen (stolzer Preis von etwa 5€ extra…) Das wären dann atemberaubende 20 Sec Downloadzeit extra.

    Das mit den 3GB war ja noch ein untertriebenes Beispiel wenn man bedenkt das selbst pro Musiktitel (annehmbarer Qualität) etwa 40MB anfallen… und die heutigen Spiele im Playstore selten unter 50MB groß sind…

    1. Stimmt. Für den Betreiber entsteht offensichtlich ein erheblicher Gewinnzuwachs! Nur meist sind diese Billiganbieter (“10GB für nur 9,99€”) für mich relativ unseriös! Da häufig falsche Abbuchungen stattfinden und das angezeigte “E” oben in der Ecke für sich spricht! (Bombastische DLrate von unglaublichen 300 kbit/s als Beispiel)

      Auch die Drosselphilosophie bei den Tarifen von Kabel Deutschland und Co… wird in Zukunft einige Kunden verärgern… spätestens wenn der komplette Traffic auf einen x-Höchstwert beschränkt wird. Das Drosseln auf 1MB/s nach erreichen dieser Grenze wäre für mich immer noch ein Unding, da es nicht in Relation mit den vorher erreichbaren 15MB/s steht!

      Mich verärgert diese Entwicklung extrem… Gerade da ich auch im IT-Sektor tätig bin.

    1. Bin beruflich (auch privat) vielunterwegs. Wenn man dann eben nicht in den Genuss eines Business Tarifs für 120€ (Sponsored by Company) und dazugehörige 30GB Datenflat kommt, wird das ganze eben sehr kostspielig.

      Klar Wlan kann man immer als Gegenargument bringen, nur ist das halt auch nicht überall verfügbar! Grad das Beispiel im 1. Post mit den großen Apps im Playstore; viel MB bei Videos/Mp3s erreichen doch das Limit extrem schnell. Bei Kindern und Jugendlichen wird das noch viel schlimmer sein, wenn diese sich Apps für 5€ Kaufen und diese dann eben mal locker flockig 500MG groß sind!

  2. @Frank

    möchte unterwegs gerne mein Lieblingswebradio hören oder mir gerade eine Live-Sendung ansehen können. Fernab von Wlan Hotspots. Leider ist man da schnell an seine Kontingents-Grenze angelangt, momentan. Das beste was ich erlebt habe, war die Congstar Flat, die bis ca zum Anfang des Jahres für 7€ eine unbegrenzte (ohne Drosselung!) UMTS Verbindung erlaubte. Auch wenns ein jahrelanger Fehler im System dort war und eigentlich von Congstar nicht gewollt war, ich hab die lange Zeit wirklich, wirklich genossen und in dieser sogar mein DSL kündigen können, da immer (für mich ausreichende 5mbit) zur Verfügung standen. Die 30GB waren so im Monat desöfteren gerne erreicht.
    Ich hoffe, dass ich dies in meinem Leben noch mal erleben darf. 50€ für unbegrenzten UMTS wären für mich akzeptabel.
    Bin gespannt. Die derzeitige Datensituation klingt für mich momentan leider nur nach ein Daten-Zipfel, an dem Deutschland zwangsläufig im Sinne von Geldgierigkeit nuckeln muss. Da hilft auch 50x schnelleres LTE nichts. Für mich reine Werbung

  3. Auf der Insel lebend, schaue ich mit Verwunderung nach Deutschland…habe einen Three Vertrag mit 15£ im Monat – all-you-can-eat data und “4G at no extra cost” (und unlimited Tethering noch obendrauf). Da wuerde ich aber auch meckern, wenn ich dafuer extra zahlen muesste und fuenf Minuten Service bekomme. Ohne Telekom-Drossel veraendert sich das Nutzungsverhalten komplett, da braucht man keine Telekomiker in Foren, die einem sagen, dass zu Hause gesurft werden soll.

  4. Die sollten lieber den miserablen Kundenservice etwas beschleunigen. Wegen einer lächerlichen Sache musste ich 6 Mal mit dem Kundenservice telefonieren bis endlich einige Datenpakete in die Gehirne durchgedrungen sind. Jetzt bin ich für den Rest der Woche krankgeschrieben, schnelleres LTE heilt da auch nicht mehr den Schaden den ich von denen davongetragen habe aber die 300 MBit/s sind ja sowieso nur Theorie wie der ganze Konzern, da muss man nur einen Messbeamten von der Bundesnetzagentur fragen wenn er mit dem Messwagen am Mobilfunk-Standort steht, … 300 MBit/s … der lacht sich sofort ins Höschen!

  5. Verdopplung der Geschwindigkeit bei gleichbleibenden Inklusivvolumina mag bei mobilen Nutzern vielleicht auf Gegenliebe stoßen. Als jemand für den auf dem Land mit LTE die aktuell einzige Möglichkeit besteht, schnelles Internet zu bekommen, kann ich darüber nur müde lachen. Max. 30 GB Inklusivvolumen pro Monat im aktuell höchsten verfügbarem Angebot mit 50 Mbit sind schlicht realitätsfern. Das muss sich dringend ändern, wenn man eine möglichst flächendeckende Breitbandversorgung anstrebt.

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