Preishit im Test: LG L Fino – alles was ein Smartphone können sollte

(Bild: Gizmodo)

Was sollte ein günstiges Smartphone alles können? Und bei welchen Features kann man Abstriche machen, ohne dass das Smartphone irgendwelche Nachteile bekommt? Mit diesen Fragen sind wir an den Test zum LG L Fino herangegangen.

LG L Fino Test

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Keine Design-Ikone, aber voll in Ordnung

Das LG L Fino würde sicherlich keinen Designpreis gewinnen. Doch diesen Anspruch darf man bei einem Smartphone für 140 Euro auch nicht erwarten. Abgesehen von irgendwelchen Preisen und Schönheitsidealen gehört das L Fino dennoch zu den schöneren Low-Price Modellen.

Gefertigt wurde das Gehäuse des Einsteiger LGs aus Plastik. Auf der Rückseite bekommt man es mit einem etwas hohl klingenden, aber dennoch sehr robusten perforierten Plastik zu tun – Fingerabdrücke Fehlanzeige. Die Haptik der Rückseite ist gut gelungen, auch dank der leicht abgerundeten Kanten, welche wir schon vom G3 oder G3 S kennen. Daher liegt das LG L Fino angenehm und sicher in der Hand, obwohl es schon ziemlich dick ist.

Das Smartphone gewinnt bestimmt keinen Design-Award. Dennoch: Das L Fino überzeugt mit einem klaren Design und edler Anmutung.

Das Smartphone gewinnt bestimmt keinen Design-Award. Dennoch: Das L Fino überzeugt mit einem klaren Design und edler Anmutung.

Die Vorderseite des LG L Fino wurde vollständig mit Glas überzogen. Meiner Meinung nach die absolut richtige Entscheidung. Hier merkt man dem kleinen Fino seine günstigen 140 Euro wirklich nicht an. Das Glas wirkt edel verarbeitet und die Spaltmaße stimmen perfekt – wie übrigens auch beim restlichen Smartphone. Eingefasst wurde die Vorderseite aus Glas mit einem Plastik in glänzender Klavierlackoptik. Kratzer konnte ich in der Testphase nicht ausmachen, doch bei glänzendem Plastik lassen sich diese wohl auf lange Sicht nicht vermeiden. Und wenn wir schon bei Kratzern sind: Wie bereits beim LG G3 S wurde auch beim L Fino auf Gorilla Glass beim Display verzichtet. Besorgt euch also eine Schutzfolie oder seid vorsichtig.

Das LG G3 im Test

Rundum passt das Design des LG L Fino also voll und ganz. Das mobile Endgerät liegt sicher in der Hand, die Vorderseite setzt sich edel vom restlichen Smartphone ab. Man hätte die Rückseite des Smartphones sicher noch etwas edler gestalten können, etwa aus Aluminium, doch irgendwie muss sich der Preis eben absetzen. Immerhin: Das L Fino kann nicht nur in den Farben Weiß und Schwarz erworben werden, sondern auch in Rot und Grün. Letztere Farben sehen am L Fino wesentlich wertiger aus – meine Meinung.

Die Hardware des LG L Fino im Überblick

Die Hardware des LG L Fino darf wirklich gelobt werden. In vielen Bereichen gleicht sie sich nämlich mit jener vom LG G3 S. Im Inneren taktet ein 1,2 Gigahertz Quad-Core Prozessor, der von einem Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützt wird. Die vier Gigabyte interner Speicher sind zwar ein Witz, doch mit einer MicroSD-Karte kann man auch hier für Abhilfe sorgen. Als Betriebssystem kommt Android 4.4.2 angepasst auf LG zum Einsatz.

Das IPS-Display des LG L Fino misst in der Diagonalen 4,5 Zoll und kann, trotz einer Auflösung von gerade einmal 800 mal 480 Bildpunkten, so ziemlich vollständig überzeugen. Näheres lest ihr hierzu noch später. Die Maße des Low-Budget Smartphones liegen bei 12,8 mal 6,8 mal 1,19 Zentimeter.

Der verhältnismäßig kleine Akku hält das L Fino lange am Leben.

Der verhältnismäßig kleine Akku hält das L Fino lange am Leben.

Der Akku schreckt mit 1900 mAh zwar im ersten Augenblick ab, doch dank der Standard-Hardware, des kleinen Displays und der verhältnismäßig schlechten Auflösung schafft es das L Fino ohne Probleme auf rund zwei Tage Laufzeit – und das bei vollem Einsatz.

Natürlich verfügt das LG L Fino auch über Kameras und sogar über einen Blitz. Die Rückkamera knipst mit 8 Megapixel, was für solch ein preisgünstiges Smartphone erstaunlich ist. Die Frontkamera kommt mit einem Megapixel aus. Hier darf man wirklich nicht viel erwarten.

Ein Display, was man in dieser Preisgruppe oft vergeblich sucht

800 mal 480 Pixel wirken im ersten Moment wirklich nicht nach Spaß. So durfte ich mich zuletzt beim HTC Desire 510 etwas enttäuschen lassen. Beim LG L Fino fällt die geringe Auflösung beim 4,5 Zoll Display (209ppi) aber keinesfalls negativ auf. Ganz im Gegenteil, im Großen und Ganzen finde ich nicht einmal einen Kritikpunkt beim Display.

Dennoch ein Versuch der Kritik: Die Farben wirken unter Umständen etwas blass. Nach kurzer Eingewöhnung fällt das aber nicht mehr auf. Und wenn man jetzt wirklich mit ganz genauem Auge hinsieht, bemerkt man minimal fransige Ränder, gerade bei detailreichen Icons oder feinen Schriftzügen. Und abgesehen vom Display selbst sollte man eben beim Displayglas an eine Schutzfolie denken. Gorilla Glass bei 140 Euro? Fehlanzeige. Das wars aber. Ganze Pixel sucht man vergeblich. Etwas blass und fransige Details, kein Gorilla Glass. Kritik Ende.

Trotz geringer Auflösung: Wirklich Pixel kann man nicht erkennen.

Trotz geringer Auflösung: Wirklich Pixel kann man nicht erkennen.

Der Rest des Displays überzeugt. Die Blickwinkelstabilität ist von links und rechts aus jedem Winkel gegeben. Lediglich bei starkem Neigungswinkel (circa zehn Grad) verschwinden Details etwas beim Blick von oben und von unten. Nachdem man aber selten in solch einem steilen Winkel sein Smartphone betrachten dürfte, führe ich das nicht als Kritik auf.

Auch die maximale Helligkeit des Displays kann sich sehen lassen. Die Farben verblassen nicht (noch mehr) und man kann ein richtig stark beleuchtetes Display betrachten. Eine automatische Anpassung der Helligkeit ist nicht gegeben.

Zusammengefasst haben wir es also mit einem ordentlichen Display, trotz schlechter Auflösung, zu tun. Die Farben und Objekte werden klar und scharf dargestellt, die maximale Helligkeit überzeugt und auch die Blickwinkelstabilität ist in fast allen Fällen gegeben.

Performance

Der Qualcomm Snapdragon 200 Prozessor verfügt über vier Kerne, welche jeweils mit 1,2 Gigahertz takten. Kombiniert mit dem einem Gigabyte Arbeitsspeicher kommt es daher schon zu der einen oder anderen Verzögerung. Gerade das Öffnen von (teilweise einfachen) Apps fällt dem kleinen LG L Fino schwer. Hier dauert es mitunter bis zu zwei Sekunden bis eine Notiz- oder Kamera-App geöffnet ist. Laufen die Programme dafür erst einmal, muss man sich nicht über Ruckler oder Verzögerungen beschweren. Das switchen zwischen verschiedenen geöffneten Apps funktioniert reibungslos und auch Wischgesten werden eins-zu-eins umgesetzt.

Grundsätzlich darf man vom LG L Fino also keine High-End Performance erwarten, doch im ganz normalen Alltag und bei Standard-Games darf man das L Fino als treuen Begleiter betrachten. Gerade bei günstigeren Smartphones kann ich mich persönlich beispielsweise immer wieder an Abstürze verschiedener Applikationen erinnern. Nachdem ich das L Fino aber fast vier Wochen im Einsatz hatte und nie einen Absturz erleben durfte, werde ich hier meine Meinung wohl ändern müssen.

Hier kann der Preishit sogar mit seinem großen Bruder, dem LG G3 S, mithalten.

Hier kann der Preishit sogar mit seinem großen Bruder, dem LG G3 S, mithalten.

Meine persönliche Überraschung beim LG L Fino lag aber im Antutu Benchmark. Hier kam das Smartphone auf 16.877 Punkte und überholte damit sogar das hochpreisigere LG G3 S (16.613). Rundum kommt Antutu aber hier zum gleichen Schluss: Das L Fino erfüllt seinen Zweck und kommt mit fast allen Anwendungen gut klar. Auch Games werden zumeist flüssig wiedergegeben. Bei einem Low-Budget Smartphone hat mich dieser Benchmark aber richtig begeistert. Bitte mehr in diese Richtung produzieren LG.

Maße, Buttons und Anschlüsse

Die Maße von 12,8 mal 6,8 mal 1,19 Zentimetern haben mich auch eingangs größtenteils dazu bewegt, das Smartphone nicht als Design-Schmuckstück zu bezeichnen. Gerade die Dicke macht dem Smartphone etwas zu schaffen. Hier kamen wir bei eigener Messung sogar auf knapp 1,4 Zentimeter, was die angegebenen 1,19 Zentimeter ziemlich übertrifft. Soll heißen, dass dieses Smartphone schon ein gewisser „Prügel“ ist. Wer die Dicke aber verkraften kann, der wird die Grifffestigkeit in der Hand genießen.

Etwas dick, doch das L Fino passt noch immer gut in die Hosentasche.

Etwas dick, doch das L Fino passt noch immer gut in die Hosentasche.

Und auch über das Gewicht lässt sich streiten. Hier liegt das L Fino bei 148 Gramm. Für ein 4,5-Zöller etwas zu viel, wenn man Vergleichsmodelle betrachtet. Doch auch hier gilt: Wenn man sich daran gewöhnt, hat man ein solides Smartphone in der Hand.

Nun aber genug „Gewöhnungs-Theorie“. Hier müsst ihr natürlich entscheiden. Gehen wir also weiter zu den Buttons.

Diese sind, wie bei allen aktuellen Modellen von LG, recht überschaubar. Lediglich auf der Rückseite finden sich Powerbutton und die Lautstärke-Wippe. Physischer Homebutton Fehlanzeige. Dafür kann man auch beim kostengünstigen L Fino den bewehrten LG KNOCKcode nutzen. Zusätzlich ist mir bei der Verarbeitung der Buttons auf der Rückseite noch ein Aspekt positiv aufgefallen. So waren die Buttons der anderen LG Modelle immer im Gerät selbst integriert.

Hier stecken die Knöpfe im Akkudeckel und nicht im Smartphone selbst.

Hier stecken die Knöpfe im Akkudeckel und nicht im Smartphone selbst.

Über ein Loch im Rückdeckel konnte man auf sie zugreifen. Beim LG L Fino wurde das Problem anders gelöst. Besser, meiner Meinung nach. Denn hier wurden die Buttons im Deckel selbst integriert. Vorteile: Zusätzlicher Schutz vor eindringender Flüssigkeit und günstiger Austausch, wenn die Buttons mal den Geist aufgeben. In meinen Augen wurden die Buttons sogar besser als beim LG G3 S verarbeitet. Also, alle Daumen hoch für den Akkudeckel des L Fino.

Alle Anschlüsse sinnvoll verbaut. Bei Günstig-Smartphones auch nicht die Regel.

Alle Anschlüsse sinnvoll verbaut. Bei Günstig-Smartphones auch nicht die Regel.

Bei den Anschlüssen kann ich mich kurz fassen. Auf der Oberseite links findet sich der Eingang für Kopfhörer beziehungsweise Headsets. LG hat auch gleich ein Headset mitgeliefert, doch dieses lohnt sich kaum zu nutzen – als Ersatz- oder Sport-Kopfhörer maximal.

Auf der Unterseite findet sich mittig der Eingang für das Netzteil, natürlich Micro-USB. Und unter dem Akkudeckel verbergen sich zudem noch die gewohnten Slots für microSD und SIM.

Kamera

Und auch die Kamera erwies sich, wie der Benchmark, als absolute Überraschung. Mit ansehnlichen acht Megapixel schießt das L Fino hier richtig gute Bilder mit satten Farben, gutem Kontrast und scharfen Konturen. Bei schlechten Lichtverhältnissen muss man zwar ein paar Abstriche machen, doch auch hier lassen sich die Bilder noch immer ohne peinliche Berührung gut vorzeigen. Und auch der integrierte LED-Blitz darf kurz hervorgehoben werden, denn dieser ist in der unteren Preisklasse auch nicht immer zu finden.

Bei guten Lichtverhältnissen schießt diese Kamera makellose Bilder.

Bei guten Lichtverhältnissen schießt diese Kamera makellose Bilder.

Die Frontkamera hingegen holt einen dann wieder etwas auf den Boden. Hier treffen sich meine Erwartungen bei einem 140 Euro Smartphone mit der verbauten Hardware. Ein Megapixel Frontkamera reicht für ein paar grobkörnige Selfies, sollte aber nicht zum Standard-Werkzeug werden. Einen kleinen Bonus gibt es bei der Selfie-Kamera aber doch. Dieser nennt sich Selfie-Blitz und nutzt einen Teil des Displays zum erleuchten des Bildes. Dabei wird das Display einfach nur zu einer großen weißen Fläche und nur ein minimiertes Bild zeigt die Kamera.

Das Funktionsspektrum bei der Kamera ist überschaubar, aber reicht aus. Es kann zwischen Speicherung der Bilder auf dem Smartphone selbst oder auf der microSD-Karte gewählt werden, ein Timer wurde integriert sowie ein Sprachauslöser und auch die tatsächlichen Megapixel können manuell zwischen drei, fünf, sechs und acht geändert werden. Nur bei Videoaufnahmen kann lediglich in HD gefilmt werden. Panoramaaufnahmen sind mit dem L Fino auch möglich.

Auf einige Funktionen der großen Brüder hat LG beim L Fino aber verzichtet. So findet sich beispielsweise nicht der Laser Autofokus und auch HDR Aufnahmen sind nicht möglich.

Fazit

So viel Smartphone habe ich selten für 140 Euro zu Gesicht bekommen. Am LG L Fino gefällt mir fast jedes Detail in seiner Preisklasse. Besonders lobenswert sind hier der langlebige Akku, die erstaunliche Performance und die gute Kamera. Auch die hervorragende Verarbeitung und der sehr angenehm zu bedienende Touchscreen sind hervorzuheben. Zudem gefiel mir der verbesserte Akkudeckel besonders gut, zumal ich eine „Verbesserung“ bei keinem Einsteigermodell erwartet hätte.

Lediglich Details haben mich dazu bewegt dem LG L Fino einen Abzug von einem halben Stern im Gizrank zu geben. So können die minimal unscharfe Auflösung, das fehlende Gorilla Glass, die schlechte Frontkamera und die groben Maße aufgeführt werden. Kritikpunkte, die man bei einem Low-Price Smartphone zwar durchaus erwarten darf, doch nachdem LG das L Fino in sonst allen Bereichen so hochwertig verarbeitet hat, kann man diese Punkte ruhig nennen.

Hier lest ihr alles Wichtige zum LG G3 S


Ich würde beim LG L Fino also auf jeden Fall eine Kaufempfehlung aussprechen. Wer ein Smartphone für wenig Geld sucht und dennoch auf ein Top-Gerät in dieser Preisklasse setzt, der wird sehr zufrieden mit dem L Fino sein. Und wenn man noch ein paar Euro investieren möchte, kann man sich mit dem fast baugleichen L Bello anfreunden. Hier wurde lediglich das Display von 4,5 Zoll auf 5 Zoll vergrößert und der Preis liegt bei rund 190 Euro.

gizrank-big-45

plus 140 Euro und ihr liegt zwischen Mittel- und Oberklasse

plus Lange anhaltender Akku

plus Gute Verarbeitung, überzeugender Akkudeckel

plus Top Performance für dieses Preissegment

plus Top Kamera für dieses Preissegment

plus Größtenteils scharfes Display und blickwinkelstabil

minus Etwas dick

minus Kein Gorilla Glass

minus Schlechte Frontkamera

Das LG L Fino nochmal hautnah im Ersteindruck

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