Acer Aspire Switch 10 (SW5-012): Convertible mit Kinderkrankheiten

Acer Aspire Switch 10 Gizrank (Bild: Gizmodo)

Das Acer Aspire Switch 10 ist mit andockbarer Tastatur Windows-Notebook und Tablet in einem. Doch während das Convertible ohne Keyboard als Zeitvertreib seinen Zweck erfüllt, bietet das preiswerte Gerät keinen arbeitsfähigen Notebookersatz. Warum das Aspire Switch 10 nicht der perfekte Mittelweg ist, lest ihr in unserem Test.

Acer Aspire Switch 10

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Acer Aspire Switch 10
Die Rückabdeckung des Switch 10 besteht aus Kunststoff in Brushed-Aluminium-Optik, "Gentle Grey" genannt. Leider befindet sich hier keine Kamera.

Wer sich für ein Convertible entscheidet, sucht meist einen Kompromiss zwischen Mobilität und Alltagstauglichkeit. Mit seiner abnehmbaren und auf unterschiedliche Weise anbringbaren Tastatur ist das Acer Aspire Switch 10 kein Novum, berücksichtigt man dagegen die UVP von 349 bzw. 399 Euro, schrumpft die Riege der angebotenen Geräte auf ein Minimum. Das theoretisch einfache Umklappen der Tastatur auf die Bildschirmrückseite funktioniert allerdings nicht ganz so unkompliziert, wie es den Eindruck erweckt.

Robust aber ungelenk

Die Tablet-Komponente des 585 Gramm schweren Aspire Switch 10 wirkt durch einen schwarzen Rahmen und die zusätzliche silberne Umrandung recht groß. Die Rückseite in stahlblauer Brushed Aluminium-Optik macht dafür einen wertigen Eindruck.  Zusammen sieht das Tablet dadurch eher klobig statt filigran aus, was natürlich seine Vorteile hat: ein Drucktest ließ kein nennenswertes Knarzen verlauten. Lediglich am oberen Rand hört man ein leises Knacken auf Druck. Dort nämlich besteht ein schmaler Bereich der Rückabdeckung aus Kunststoff, um Drahtlosverbindungen zu ermöglichen (Wifi (b/g/n), Bluetooth 4.0, sowie Miracast). Dabei bietet die Dualband-Antenne eine gute Signalstärke. Eine rückseitige Kamera, wie sie bei fast allen Tablets vorhanden ist, sucht man beim Aspire Switch 10 vergeblich. Dafür gibt es auf der Vorderseite eine 2-Megapixel-Knipse für mäßige Selfies oder Skype-Videochats.

Am rechten Rand befinden sich ein Mikrofon, ein microSD-Schacht – welcher auch mit SD HC/XC-Karten kompatibel ist – und ein micro-HDMI-Anschluss. Weiter steht ein micro-USB-Port zur Verfügung, über den das Tablet hingegen nicht aufgeladen werden kann. Einerseits ist dies sinnvoll, da der Anschluss während der Benutzung im Ladezustand anderweitig verwendet werden kann, andererseits bedeutet dies, dass man sich ein weiteres unnötiges Netzteil ins Haus holt. Am unteren Rahmenabschnitt befindet sich zwischen zwei Schächten, die die an der Tastatur angebrachten Stützen aufnehmen, ein neunpoliger Connector. Durch extrem starke Magneten rastet das Tablet ähnlich wie bei den Surface-Geräten bombenfest und (fast) von selbst ein und gibt selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass ihr das Gerät kopfüber an der Tastatur haltet und schüttelt, nicht nach. Eine Eins mit Sternchen gäbe es hierfür, würden eben jene Stützen an der Tastatur aufgrund ihrer Größe sowie der starken magnetischen Anziehung des Öfteren ihren Weg nicht in die dazugehören Schlitze finden.

Während andere Convertibles ihre Tastaturen komplett hinter den Bildschirm klappen lassen, ist das Aspire Switch 10 weniger gelenk als etwa die Lenovo Yoga-Reihe. Dafür müsst ihr das Tablet abnehmen, umdrehen und erst dann umklappen. Nicht unbedingt dramatisch, aber weniger komfortabel als bei den besagten Alternativen. Durch diesen Mechanismus lässt sich das Tablet aufrecht als „Zelt“ aufstellen. Übrigens: Die Lautsprecher mit gutem, aber nicht besonders lautem Sound befinden sich an der Tabletfront und sind immer Richtung Nutzer gerichtet, egal, wie er das Switch 10 nutzt.

Die Tastatur gefällt uns im Gegensatz zur Tablet-Komponente weitaus weniger. Und zwar geht dies auf mehrere Gründe zurück: zum einen haben die Tasten einen zu weichen Druckpunkt, was jedoch weniger dramatisch ist und vermutlich auf meine eigene Gewohnheiten zurückzuführen ist. Zum anderen hatten wir gelegentlich Probleme mit dem Touchpad, welche sich wiederum auf zwei Teilprobleme verteilen: Erstens stößt das Touchpad vor dem tatsächlichen Druckpunkt auf einen Widerstand, sodass sich jede Betätigung wie eine doppelte Eingabe anfühlt. Viel gravierener und ärgerlicher ist jedoch das Einfrieren des Pads, mit dem sich auch, Aussagen im Netz zufolge, einige Käufer des Aspire Switch 10 herumschlagen müssen. Beheben lässt sich das Problem, indem man die Tastatur abzieht und erneut andockt. Hoffentlich wird seitens Acers schnell mit einem Update für Abhilfe gesorgt. Lobenswert ist dagegen der weite Winkel, in dem sich das Tablet nach hinten klappen lässt, auch wenn es mangels Gewicht der Tastatur nicht mehr sicher steht, die an der dicksten Stelle nur 11,2 Millimeter dünn ist. Gegen Aufpreis gibt es im Übrigen eine Variante mit 500 GB-Festplatte, die mit 15 Millimetern etwas dicker ausfällt. Beiden gemein dagegen ist ein USB 2.0-Anschluss am rechten Rand.

Display und Software

Das Tablet besteht aus einem 10,1 Zoll LCD-Display, welches mit 1.280 x 800 Pixeln auflöst und sich hinter Gorilla Glass 3 befindet. Somit fallen zumindest keine nennenswerten Unschärfen auf. Was dagegen sehr wohl auffällt, ist die verhältnismäßig geringe maximale Helligkeit sowie ein gelegentliches Helligkeitsflackern des Bildschirms, welches den Eindruck erweckt, das Notebook würde stets von seinen letzten Energiereserven zehren. Insgesamt reagiert das Display auf bis zu fünf Finger gleichzeitig.

Das Aspire Switch 10 wird mit der 32-Bit-Version von Windows 8.1 ausgeliefert und beherbergt daneben noch einige Bloatware von Acer und anderen Anbietern (booking.com), die aber innerhalb weniger Minuten deinstallierbar ist. Sehr erfreulich ist eine Einjahreslizenz von Microsoft Office 365 Personal, die ihr beim Kauf des Convertibles obendrauf bekommt. Nach der Installation dieser und vor der Entfernung oben genannter Zusatzsoftware verblieben bei unserer 32 GByte-Version noch etwa 20 GB internen Speichers. Wenn ihr das Tablet als Notebookersatz verwenden wollt, empfehlen wir euch den Griff zur 64-Variante, wenn nicht sogar mit 500 GByte-Festplatten-Tastatur. Denn dann ist das Switch 10, das in dieser Ausführung 450 Euro kostet, durchaus interessant.

Performance und Akku

Für eine für den Durschnittsnutzer ausreichende Performance sorgt der Intel Atom Z3735F Vierkernprozessor mit einer Taktung von 1,33 GHz. Dem zur Seite stehen 2 GB Arbeitsspeicher. Somit laufen rudimentäre Anwendungen ohne Probleme. Wer das Gerät hingegen zur Foto- oder Videobearbeitung nutzen möchte oder Spiele spielt, wird dem Switch 10 wenig abgewinnen können. Nicht zuletzt liegt dies am internen Speicher von 32 bzw. 64 GB. Wer das Convertible hingegen für Schreibarbeiten über Office oder zum Surfen auf der Couch verwenden möchte, wird keinerlei Probleme haben.

Was der Arbeitstauglichkeit ohne greifbare Steckdose ebenfalls nicht zugute kommt, ist die etwas kurze Laufzeit des 5.700 mAh-Akkus von fünf bis maximal sechs Stunden. Angesichts des Preises ist sie jedoch zu verschmerzen.

Fazit

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Das Acer Aspire Switch 10 ist ein 10,1 Zoll-Tablet, welches an einigen Stellen zu sehr versucht, Notebook zu sein, ohne die für die Alltagstauglichkeit notwendige Akkulaufzeit, Performance und Speicherkapazität (zumindest ohne Aufpreis) mitzubringen. Zu allem Überfluss leidet das Gerät an einigen unnötigen Kinderkrankheiten, darunter Touchpad-Probleme, Bildschirmflackern, etc., die das Zünglein an der Waage beinahe an der Grenze zur Enttäuschung kratzen lassen.

Gefallen hat uns dagegen der gute, wenngleich leise Sound der stets nach vorne gerichteten Lautsprecher, die solide Verarbeitung in Zusammenhang mit dem absolut zuverlässig haltenden Magnetscharnier und die im Preis inbegriffene Office 365 Personal-1-Jahreslizenz. Wer ein preiswertes Windows 8.1-Tablet mit Hardware-Tastatur sucht und über obige Abstriche hinweg sehen kann, für den könnte das Acer Aspire Switch 10 interessant sein, nicht zuletzt, da sich einige Fehler durch ein – hoffentlich bald erscheinendes – Update beheben ließen. Denn dann ist der Preis ab 349 Euro ein nicht unwesentliches Kaufargument, der über einige Mängel hinwegsehen lässt.

plusRobust und leicht

plusGuter Sound, Lautsprecher stets nach vorne gerichtet

plusEinjahreslizenz Microsoft Office 365 Personal

plusZuverlässiges aber etwas ungelenkes Magnetscharnier

plusGünstiges Convertible

minusGelegentliches Bildschirmflackern

minusDurchschnittliche Performance

minusSporadische Touchpadprobleme

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