Weltweit haben 3 Milliarden Menschen einen Internetzugang

(Bild: Shutterstock)

Dem diesjährigen Bericht der Internationalen Fernmeldeunion ITU zufolge, ist die globale Internetnutzung im Laufe diesen Jahres um 6,6 Prozent gestiegen. Gleichzeitig wurde die 3-Milliarden-Grenze der Menschen, die online sind, überschritten. Demgegenüber stehen jedoch weiterhin rund 59 Prozent der Erdbevölkerung, die keinen Internetzugang haben.

Während entwickelte Länder ihren Anteil an der Internetnutzung laut ITU um 8,7 Prozent erhöhten, betrug die Wachstumsrate in Entwicklungsländern nur 3,3 Prozent. Setzt man den Fokus dort allerdings auf den Zeitraum der vergangenen fünf Jahre (zwischen 2009 und 2014), hat sich die Anzahl der Menschen mit Internetzugang in etwa verdoppelt. Mittlerweile leben sogar rund zwei Drittel aller Internetnutzer in Entwicklungsländern.

Auch wenn die weltweite Online-Population jetzt die 3-Milliarden-Grenze überschritten hat, sind nach wie vor 4,3 Milliarden Menschen ohne Internetzugang, wie die ITU betont. 90 Prozent von ihnen lebten in Entwicklungsländern. In den 42 Staaten mit der schlechtesten Internet-Infrastruktur, in denen insgesamt 2,5 Milliarden Menschen leben, bleibe der Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnik auf absehbare Zeit unerreichbar, insbesondere für die dortige Landbevölkerung.

Aus dem jüngsten ITU-Report geht auch hervor, dass es Ende 2014 schätzungsweise 7 Milliarden Mobilfunkverträge geben wird, was ungefähr der Weltbevölkerung entspricht. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass jeder Erdenbürger einen Mobilfunkanschluss besitzt, sondern dass viele Nutzer gleich mehrere Verträge haben. Daraus resultieren Wachstumszahlen die kaum eine Verbesserung hinsichtlich der Konnektivität in den infrastrukturschwachen Regionen der Welt zeigen.

Die ITU geht davon aus, dass etwa 450 Millionen Menschen weltweit an Orten leben, an denen keine Mobilfunkverbindung möglich ist. Zugleich sieht die Organisation aber deutliche Verbesserung beim Zugang zur internationalen Bandbreite in ärmeren Ländern. Der Anteil der Entwicklungsländer an der weltweiten internationalen Bandbreite sei von 9 Prozent im Jahr 2004 auf jetzt 30 Prozent gestiegen. Unter internationaler Bandbreite versteht die ITU die maximale Datenrate eines Landes.

Anfang des Monats hatte die Internationale Fernmeldeunion auf ihrer Bevollmächtigtenkonferenz im südkoreanischen Busan ihre Pläne bekräftigt, bis 2020 weitere 1,5 Milliarden Menschen mit dem Internet zu verbinden. Das Vorhaben ist Teil der Agenda Connect 2020, die zum Ziel hat, die “Zukunft des Informations- und Telekommunikationssektors zu formen”. Die ITU hofft, dass bis 2020 weltweit 55 Prozent aller Haushalte über einen Internetanschluss verfügen und 60 Prozent der Weltbevölkerung das Internet nutzen können. Zudem sollen Telekommunikation und IT bis dahin 40 Prozent günstiger werden.

Die ITU ist eine in Genf ansässige Sonderorganisation der Vereinten Nationen, denen 193 Mitgliedsstaaten angehören. Sie beschäftigt sich als einzige Organisation offiziell und weltweit mit technischen Aspekten der Telekommunikation. Zu ihren Aufgaben zählen die Zuteilung weltweiter Funkfrequenzen und Satelliten-Umlaufbahnen, die Entwicklung technischer Standards, die Kompatibilität zwischen Netzwerken und Technologien sicherstellen, und die Verbesserung der Zugriffsmöglichkeiten auf IT in unterversorgten Regionen der Welt.

Quellen:ITULeon Spencer, ZDNet.comBild: ShutterstockVia:Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising