Plantronics Backbeat Pro: Jetzt wird dick aufgetragen! [Test]

Plantronics BackBeat Pro Gizrank, (Foto: Gizmodo)

Plantronics ist eher für seine drahtlosen Mono-Headsets bekannt, doch mit seiner "BackBeat"-Linie wagt sich das Unternehmen in die Stereo-Kopfhörergefilde vor. Bei fast allen Vertretern der Reihe handelt es sich um In-Ear-Kopfhörer, doch der BackBeat Pro trägt in jedem Sinne dick auf. Warum uns der 180 Euro Active-Noise-Cancelling-Over-Ear-Kopfhörer so gut gefallen hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Plantronics BackBeat PRO

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Klinken- und MicroUSB-Anschluss. Die Folie lässt sich natürlich noch abziehen.
 

Design und Verarbeitung

Gleich vorweg: Nicht jedem wird der Plantronics BackBeat Pro optisch gefallen. Denn der Kopfhörer versprüht den etwas unbeholfenen Charme eines Studio-Kopfhörers. Doch er wirkt sehr gut verarbeitet und trägt sich trotz seines vergleichsweise hohen Gewichts von 350 Gramm (zum Vergleich: Der Beats Studio Wireless wiegt 260 Gramm) sehr komfortabel. Der BackBeat Pro ist nicht die Art Kopfhörer, die sich unterwegs durch ihre Handlichkeit hervorheben, ja, bei wärmeren Temperaturen wird es unter der Haube wie bei den meisten Over-Ears zudem recht warm um die Lauscher. Doch wie Plantronics das sieht, wurde der Pro ohnehin für die Nutzung am Schreibtisch entwickelt. Trotzdem kann das Gerät auch – dank reisefreundlicher Features wie Active Noise-Cancellation und guter Akkulaufzeit – einmal mit in den Urlaub genommen werden.

Überdies lassen sich die Kopfhörer flach zusammenfalten und finden so, wie auch ein dunkel-violettes Kabel mit Mikrofon und Fernbedienung, in einer robusten, schicken Tragetasche Platz. Sollte der Akku also auf halber Strecke schlapp machen, ist das kein Problem.

Doch wie beschrieben trägt der BackBeat Pro dick auf. So dick, dass euer Kopf von vorne die Form eines Footballs annimmt. An den Außenseiten finden sich die klassichen Bedienelemente, inklusive Rufannahme und Noise-Cancellation, in Tasten-, Schalter- und Drehreglerform wieder. Da auch noch der Schalter für das Bluetooth-Pairing hinzukommt, dauert es einige Zeit, bis man die Positionierung des angestrebten Bedienelementes auf Anhieb findet.

BackBeat Pro: Die Feature-Fülle

Der Plantronics-Kopfhörer ist ein reich an Features – beinahe wie beim Parrot Zik, wenngleich der Pro ohne begleitende App auskommt. Die Bedienelemente lassen sich nach kurzer Eingewöhnung blind bedienen: Ein Ring an der rechten Hörmuschel für die Lautstärke und ein weiterer auf der linken Seite zur Navigation durch die Playlist, dort befindet sich auch die NFC-Schnittstelle zum prompten Koppeln mit dem Smartphone. Eine tolle Funktion besteht darin, dass die Musik sofort pausiert wird, sobald der Kopfhörer von den Ohren genommen wird – praktisch für Hörbücher!

Jene, die ein Telefon besitzen, welches AptX unterstützt, werden sich freuen, dass dies auch auf den BackBeat Pro zutrifft. Damit soll über Bluetooth übertragene Musik deutlich besser klingen (über die tatsächliche Effektivität ließe sich dabattieren, aber manche schwören ja darauf). Bei Plantronics überrascht es im Übrigen kaum, dass der Over-Ear-Kopfhörer auch als Headset funktioniert – ja, es gibt ein eingebautes Mikrofon, ganz ohne Kabel; und ja, es funktioniert anstandslos.

Performance

Fangen wir mit dem Akku des Kopfhörers an. Der BackBeat Pro wird via Micro-USB geladen. Laut Plantronics reicht eine Ladung für bis zu 24 Stunden Musikgenuss bei aktivem Bluetooth und aktivierter Noice-Cancellation. Im Kabelbetrieb soll es das Gerät immerhin auf ganze 60 Stunden bringen. Eine genaue Angabe gibt es an dieser Stelle nicht, da der Kopfhörer nach wie vor mit der ersten Ladung seit Beginn des Tests vor etwa einem Monat schwanger geht – wohl bemerkt im Bluetooth-Betrieb bei fast täglicher Nutzung. Dahingehend kann der Pro in Sachen Akkuleistung bei anständiger Soundqualität überzeugen.

„Anständig“ ist der treffende Begriff, wenn wir uns auf den Sound des Bluetooth-Kopfhöreres konzentrieren; aber ich würde ihn nicht als „brilliant“ bezeichnen. Der BackBeat Pro bietet kräftige Bässe (auf denen klanglich merklich der Fokus liegt) und verstärkt die Höhen, um einen gewissen Detailgrad zu gewährleisten. Doch fehlt es dem Klang an Wärme, die für ein rundes Hörerlebnis notwendig ist. Diese Abmischung scheint im Mainstream aktuell jedoch en vogue zu sein, da viele der aktuellen Kopfhörer ähnlich justiert sind. Schlussendlich ist es Geschmackssache, doch meiner Minung nach hebt sich der BackBeat Pro klanglich von Geräten wie dem Bose SoundLink Bluetooth On-Ear oder dem Beats Studio Wireless kaum ab, die allesamt zu viel Wert auf Bässe legen.

Speziell den Noise-Cancelling-Effekt spürt man nicht annähernd so deutlich wie bei den Bose Modellen QuietComfort 15 und 25, die einen nahezu taub erscheinen lassen. Ein Betätigen des NC-Schalters sorgt für eine milde „Verdumpfung“ der Stimmen und Geräusche um euch herum, zu hören sind sie aber dennoch, wenngleich der nahtlose Abschluss der Ohrpolsterung schon einiges an Schall abhält. Ebenfalls der Erwähnung wert ist, dass per Knopfdruck die OpenMic-Funktion eingeschaltet werden kann, wodurch die Musik in den Hintergrund rückt und mehr Umweltgeräusche an eure Ohren dringen lässt, was in der Nähe von Straßen nie verkehrt ist.

Fazit

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Plantonics hat mit dem BackBeat Pro für etwa 180 Euro gute Arbeit geleistet und eine interessante Option für diejenigen abgeliefert, die von Bässen nicht genug bekommen können. Abgesehen davon bringen die Over-Ears guten Sound für ein Bluetooth-Modell mit, die durch clever angeordnete Bedienelemente an den Ohrmuscheln, viele Features und exzellente Akkulaufzeit ergänzt werden.

Auf der anderen Seite wiegt der Kopfhörer vergleichsweise viel, wobei sich das Gewicht nicht negativ auf den Tragekomfort auswirkt. In Sachen Noise-Cancelling könnte der BackBeat Pro weit mehr Geräusche verschlucken, wenngleich der erzielte Effekt zusammen mit den gut verschließenden Ohrpolstern ausreichend ist. Eine Frage des Geschmacks bleibt überdies, ob dem Träger die enormen Hörmuscheln gefallen oder sie viel zu dick auftragen. Blicke – welcher Art auch immer – sind euch in der Öffentlichkeit jedenfalls gewiss.

plusGute Verarbeitung

plusFür Bluetooth-Lautsprecher guter Sound (allerdings mit Fokus auf Tiefen)

plusViele Features (NFC, Noise-Cancellation, AptX)

plusTolle Akkulaufzeit

plusDurchdacht angelegte Bedienelemente

minusNoise-Cancelling-Effekt minimal

minusSchwer und riesig

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