Sony-Hack: War es doch Nordkorea?

(Grafik: Shutterstock)

Der Beschuldigte stritt schon einmal ab, hinter dem Hack auf die Hollywood-Studios von Sony zu stecken: Wir waren es nicht, verlautbarte aus Nordkorea. Die US-Regierung sieht das offenbar anders und macht jetzt Pjöngjang für den Cyber-Angriff verantwortlich.

Laut New York Times seien sich US-Ermittler sicher, dass die Angriffe aus Nordkorea gestartet wurden. Eine offizielle Stellungnahme des Weißen Hauses steht aber noch aus. Möglicher Grund: Man weiß nicht, wie man auf die Angriffe reagieren soll. Denn eine Verschärfung des ohnehin schon seit langem schwelenden Konflikts mit dem diktatorischen Kim-Regime sucht zur Zeit niemand.

Wie Nordkorea der Angriff von den US-Ermittlern nachgewiesen wurde, ist bislang noch nicht bekannt. Indizien sprechen aber für Pjöngjang als Täter: So zeige die eingesetzte Software Ähnlichkeiten mit jener, die für Angriffe auf südkoreanische Banken benutzt worden war. Außerdem hatte das angegriffene Unternehmen Sony geplant, in den USA am 25. Dezember die Komödie „The Interview“ in die Kinos zu bringen – eine Satire auf Nordkorea.

Die nordkoreanische Regierung hatte sich im Vorfeld vor den Vereinten Nationen vehement gegen den Film ausgesprochen, ihn als eine „unverhohlene Förderung des Terrorismus sowie eine Kriegshandlung“ bezeichnet und „gnadenlose Gegenmaßnahmen“ angedroht, sollte der Film in die Kinos kommen, berichtet Spiegel Online. Was aber nicht geschehen wird: Nachdem mehrere US-Kinobetreiber angekündigt hatten, aus Angst vor Terrorattacken den Film nicht zeigen zu wollen, sagte Sony den Start jetzt ab. Eins zu Null für Nordkorea.

Bild: Shutterstock

Tags :Quellen:NYT
  1. Also wenn ich nach dem Bild urteile, welches mir durch die Medien über Nordkorea vermittelt wird, dann sterben die Nordkoreaner vor Hunger und haben keinerlei Technologie, geschweige denn Internet.
    Sie sitzen auf alten, verrosteten Sowjetischen Waffen und haben noch Atombomben, die irgendjemand als Müll entsorgt hat.
    Da wundert es mich schon, wie die zum einen überhaupt über den Film Bescheid wussten, zum anderen woher die Internet haben und zuletzt wie kommt es dazu, dass die Computer bedienen können und gar Hackerangriffe durchführen?

    Könnte es evtl. so sein, dass die Medien doch lügen und übertreiben, wie seinerzeit über die vor Hunger sterbenden Bürger der DDR?

    1. Interessanter Einwurf, aber: Die Elite in Pjöngjang hat durchaus Zugang zum Internet, und Nordkorea produziert sogar Tablet-Computer. Das Land hat ein gigantisches Militärbudget, das natürlich auch für Cyberangriffe verwendet wird. Dass das Volk Hunger leidet, ist eine ganz andere Sache – jeder, der aber schon mal in Nordkorea war, sieht sofort die ausgemergelten Menschen auf den Straßen, vor allem abseits der Hauptstadt. Das ist also keinesfalls eine Übertreibung der Medien – zumal auch Nordkorea immer wieder einmal zugibt, Probleme mit der Lebensmittelversorgung zu haben.

      1. Die Elite hat Zugang zum Internet, laut unseren Medien gehört dort aber nur ein Mann zur Elite. Dieser Kim scheint wohl gar nicht so dumm zu sein, dann war er es wohl, der diesen Hackangriff durchgeführt hat.

        Ich war natürlich nicht in Nordkorea, aber ich weiß, dass unsere Medien maßlos übertreiben können. Ich komme aus der Sowjetunion und ich weiß, wie man hier über Sowjetunion maßlos übertreibt. Wieso sollte es über Nordkorea anders sein?

    2. …Sie sitzen auf alten, verrosteten Sowjetischen Waffen und haben noch Atombomben, die irgendjemand als Müll entsorgt hat. << Genau das stimmt nicht, deren Atomwaffen haben sie selber entwickelt und auch gebaut und die sind alles andere als alt. Und wer sowas bauen kann, der weiss auch wie und wo er sich ein paar Computer besorgen kann, mit denen man hacken kann. Zudem es wahrscheinlich auch eher als Geschäftsleute getarnte Koreaner waren, die aus anderen Ländern heraus operieren, so jedenfalls lies ein angeblicher Überläufer das in einem Interview verlauten. Letzteres kann ich zwar auch weder beweisen noch widerlegen, aber es klingt zumindest nicht unsinnig.

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