Test: Polaroid CUBE – Die Alternative zur GoPro?

(Foto: Gizmodo)

Erinnert sich noch jemand an die bunten Sofortbildkameras von Polaroid? In Zeiten von Digicams sind Fotos, die geschüttelt werden müssen, (fast) schon Geschichte. Mit der Action-Kamera CUBE (UVP: 99,- Euro) ist Polaroid jetzt aber wieder da und bleibt auch im Digitalen seinen Prinzipien treu: bunt, spaßig, einfach zu Bedienen. Wir haben das kleine, farbenfrohe Lifestyle-Teil getestet – und uns gefragt, ob der Polaroid CUBE eine Alternative zur GoPro sein kann.

Polaroid CUBE

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Der Polaroid CUBE...

Design und Verarbeitung des Polaroid CUBE

Der Polaroid CUBE – es gibt ihn in den Farben Schwarz, Rot und Blau – ist ein kleiner, etwa 3x3x3cm großer Würfel aus Hartgummi. An der Oberseite befinden sich ein Multifunktionsknopf und eine LED, vorne die Linse, hinten die Anschlüsse – und unten ein starker Magnet, mit dem der Würfel auf metallischen Oberflächen haftet.

Die Verarbeitung des CUBE ist hervorragend, mit Samthandschuhen muss man die kleine Action-Cam wirklich nicht anfassen. Das Teil kann aus mehreren Metern Höhe auf den Boden fallen – kein Problem! Entsprechend Outdoor-tauglich ist die Kamera denn auch. Und aufgrund ihrer kleinen Abmessungen passt sie noch dazu perfekt in die Hosentasche.

Bedienung

Der Polaroid CUBE besitzt nur eine einzige Multifunktionstaste, über die sämtliche Funktionen gesteuert werden, also Ein/Aus, das Aufnehmen von Fotos und das Aufzeichnen von Videos. Eine LED zeigt dabei den jeweils gewählten Modus an, und Signaltöne quittieren die Auswahl. Die ersten Male musste ich regelmäßig die Bedienungsableitung zur Hilfe nehmen (zweimal Drücken, quittiert von einem langen und einem kurzen Piepton bedeutet nochmal was?), aber nach einer Weile gewöhnt man sich auch daran. Ein Display besitzt der CUBE nicht. Entsprechend wird auch der Akkustand nicht angezeigt – irgendwann ist einfach eben Schluss und die Kamera schaltet sich aus. Lediglich kurz vorher, bei einem Ladestand von zehn Prozent, erfolgt eine kurze akustische Warnung.

Der USB-Eingang, der Einschub für die Speicherkarte und der Schalter zum Auswählen der Aufnahmequalität befinden sich hinter einer runden Abdeckung, die mit einer Münze oder einem Schlüssel aufgedreht werden muss. So hält die Abdeckung zwar bombenfest, allzu praktisch finde ich diese Lösung aber nicht, zumal die Abdeckung – etwa beim Laden – leicht verloren gehen kann.

Fotos und Videos

Der Polaroid CUBE wird über ein USB-Kabel geladen. In unserem Test reichte eine volle Akkuladung für rund eine Stunde Videoaufnahmen bei 1080p. Bei der niedrigeren Auflösung von 720p sind etwa dreißig Minuten mehr möglich. Videos – und Standfotos – werden dabei mit einem 124 Grad Weitwinkelobjektiv gemacht – so dass ein recht großräumiges Bildfeld entsteht.

Die Videoaufnahmen haben mir – vor allem im Freien, bei guten Lichtverhältnissen – äußerst gut gefallen. Die Bilder sind hell, die Farben kräftig. Dieses Video zeigt euch Probeaufnahmen des CUBE – im Vergleich mit einer GoPro Hero 3+. Einziges Manko des CUBE ist der Ton: Er ist immer etwas zu leise und wenig klar.

Etwas gewöhnungsbedürftig finde ich auch, dass der CUBE alle Videoaufnahmen automatisch in Dateien mit einer Länge von fünf Minuten (entspricht rund 300 MB bei 1080p) unterteilt, die man mit einer Zusatzsoftware wieder zu einem langen Video zusammenfügen muss. Die Videos selbst werden einfach über USB auf den Rechner überspielt, wer will, kann mit der kostenlos beigefügten Software die Videos noch mit Zeitstempeln versehen oder andere kleine Einstellungen vornehmen.

Outdoor-Einsatz

Der Polaroid CUBE wird – vom USB-Ladekabel einmal abgesehen – ganz ohne Zubehör geliefert. Mittlerweile aber gibt es reichlich Zubehör für den CUBE. Da sind etwa eine Fahrradhalterung, eine Halterung für Helme, ein wasserdichtes Gehäuse und einiges mehr. Und das benötigt man auch, um mit dem CUBE halbwegs professionelle Aufnahmen zu machen.

Denn der eingebaute Magnet des CUBE ist zwar stark – aber nicht stark genug. Ich habe die Kamera an meinem Fahrrad getestet und sie mit dem Magneten am Lenker befestigt. In der Stadt kein Problem – geht es aber ins Gelände, beginnt die Kamera schnell zu schwanken, beim Downhill ist sie dann sogar heruntergefallen. Dem Gerät selbst macht das nichts aus – den Aufnahmen aber natürlich schon. Wer den CUBE also ernsthaft nutzen will, muss in Zubehör investieren.

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Fazit

Und damit wären wir auch schon bei der Krux des CUBE. Mit 99,- Euro (UVP) ist die Kamera zwar günstiger als eine GoPro – ohne Zubehör ist sie aber nicht mehr als ein Spaßobjekt. Wer professionellere Aufnahmen machen möchte, benötigt entsprechendes Zubehör – und damit relativiert sich der günstige Preis schnell. Der CUBE macht Spaß, ist – nach etwas Übung – leicht zu bedienen und eigentlich idiotensicher. Eine echte Action-Kamera und damit eine Alternative zur GoPro ist er aber nicht.

plusplusrobust und Outdoor-tauglich
plusgute Videoaufnahmen
minusmittelmäßiger Ton
minusminusnur mit Zubehör wirklich Action-fähig

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  1. „Erinnert sich noch jemand an die bunten Sofortbildkameras von Polaroid? In Zeiten von Digicams sind Fotos, die geschüttelt werden müssen, (fast) schon Geschichte. Mit der Action-Kamera CUBE (UVP: 99,- Euro) ist Polaroid jetzt aber wieder da und bleibt auch im Digitalen seinen Prinzipien treu:…“
    Lieber Autor, ich bin so frei und benutze mal das DU, also du schreibst es schon selbst, Polaroid war in erster Linie Foto machen und direkt in der Hand halten. Polaroid würde seinen Prinzipien treu bleiben, wenn sie eine Kamera rausbrächten, die sofort die Bilder druckte.. so ist es nur eine weiter Actioncamera und bedient das sowieso schon vorhandene Überangebot. Das erstmal dazu … wenn man sich das Gerät ansieht erinnert es bis auf das fehlende Beige ja durchaus an das Instagram logo, spannend wäre doch ob es da eine bewusste korrelation gibt. Und wenn ihr die beiden Cameras schon vergleichen wollt, warum kein direkter, was Funktionen angeht? Beispielsweie in einer Tabelle o.Ä…. Wie weit ist denn zum Beispiel der Winkel bei der GoPro, wenn er beim Polaroid cube schon 124 Grad misst und dem Video nach immerhin doch weiter als beim Cube zu sein scheint. Und wenn ihr die Camera doch selbst auch testet,warum macht ihr kein eigenes Video, sondern bettet ein fremdes ein? Fragen über Fragen, ich weiß, seht es als Anregung zu einem besser recherchiertem Journalismus. Frohe Festtage

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