Bilderkennungsalgorithmen täuschen sich selbst

So täuschen sich Bilderkennungsalgorithmen selbst (Bild: Gizmodo)

Bilderkennungsalgorithmen funktionieren ganz und gar anders als unsere Augen - und spätestens hier ist der Beweis dafür. Die im Artikel gezeigten Bilder ließen einen solchen Bilderkennungsalgorithmus Gorillas, Bikinis oder Stoppuhren erkennen - tatsächlich ähneln sie jedoch offensichtlich nichts, was unsere Augen darunter erwarten würden. Was seht ihr?

Was diese statischen Bilder belegen ist, dass ein künstliches neuronales Netz ein Bild nach ganz anderen Kriterien einordnet als das menschliche Auge. Ein Beispiel: Wir können uns die Fotografie eines Stuhls ansehen und ihn anhand seiner Beine, Lehne und Sitzfläche als solchen identifizieren. Ein künstliches neuronales Netz, welches mit Dutzenden Bildern eines Stuhls gefüttert wurde, ordnet das Bild nach Mustern ein, in welchen die Pixel angeordnet sind. Wie ein Computer einen Stuhl „sieht“, unterscheidet sich daher grundlegend davon, wie ein Gehirn einen Stuhl klassifiziert.

So täuschen sich Bilderkennungsalgorithmen selbst (Bild: Gizmodo)

Die rauschenden Bilder wurden von drei Informatikern im Zuge einer Studie, welche auf MIT Technology Review veröffentlicht wurde und über ArXiv heruntergeladen werden kann, erstellt. Dabei nutzte das Trio das neuronale Netz „AlexNet“. Nachfolgend nähere Informationen dazu, wie AlexNet die Bilder zunächst erzeugt und später versucht hat zu identifizieren, wie Technology Review erklärt:

Sie arbeiteten rückwärts, indem sie sich einer Software ohne jegliche Kenntnis des Aussehens von Gitarren bedienten, um eine Abbildung einer solchen zu erstellen. Dabei wurden Pixel zufällig auf einem Bild generiert. Die Forscher ließen sodann eine zweite Version des Netzwerks, das darauf trainiert wurde, Gitarren zu erkennen, über das Ergebnis des ersten Forschungsschritts laufen. Das Resultat aus diesem Schritt wiederum nutzte das erste künstliche neuronale Netz, um den nächsten Versuch, das Bild einer Gitarre zu erzeugen, zu verfeinern. Nach tausenden Durchläufen konnte das erste Netz ein Bild erstellen, welches das zweite mit einer Sicherheit von 99 Prozent als Gitarre erkannte.

Dies bedeutet, dass Bilderkennungsalgorithmen sich einfach täuschen lassen, doch – auch die menschliche Optik kann sich nicht immer auf ihre Augen verlassen – nur eben auf andere Art und Weise.

So täuschen sich Bilderkennungsalgorithmen selbst (Bild: MIT Technology Review) URL:http://www.technologyreview.com/news/533596/smart-software-can-be-tricked-into-seeing-what-isnt-there/

Tags :Quellen:MIT Technology ReviewVia:gizmodo.com
  1. Also alle Jungs, die schon mal in den 90ern auf verschlüsseltem Premiere versucht haben einen Prono zu schauen, erkennen auf dem Bikini-Bild definitiv eine Frau im Bikini. :o)

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