NASA denkt über bemannte Expedition zur Venus nach

Venus Expedition (Bild: NASA / Youtube)

Das Langley Research Center der NASA hat jüngst den Vorschlag gemacht, eine Expedition zur Venus zu unternehmen – statt zum Mars. Das HAVOC-Konzept (High Altitude Venus Operational Concept) sieht vor, den Planeten aus einer Entfernung von etwa 50 Kilometern mit bemannten Zeppilinen zu erkunden.

Im Gegensatz zum Mars hinterlässt die Venus auf den ersten Blick einen recht gefährlichen Eindruck: Mit einem Atmosphären-Druck, der etwa 92 Mal so hoch ist wie der auf der Erde, und einer Oberflächentemperatur von knapp 500 Grad Celsius ist die Venus alles andere als einladend. Und selbst wenn Druck und Temperatur angenehmere Ausmaße annehmen würden: Der Luftmix aus Kohlenstoffdioxid, Schwefeldioxid und Schwefelsäure ist leider absolut tödlich.

50 Kilometer von der Oberfläche entfernt zeigt sich die Venus-Atmosphäre jedoch von ihrer habitablen Seite: Der Atmosphärendruck ist erdähnlich und die Temperatur beträgt etwa 75 Grad Celsius. Eine entsprechende Raumsonde auf der Erde zu konstruieren und unter ähnlichen Bedingungen zu testen, wäre also vergleichsweise einfach.

Darüber hinaus präsentiert sich eine Expedition zur Venus aus energetischer Sicht als effizient: Die Venus erreicht etwa 40 Mal mehr Sonnenenergie als die Erde (und etwa 240 Mal mehr als den Mars). Ein mit Solarkollektoren ausgerüstetes Raumschiff könnte so angetrieben werden. Wie es aussehn und funktionieren könnte, zeigt das folgende Video:

Die Venus ist deshalb eine Reise wert, weil wir mehr über ihre dichte Atmosphäre lernen können. Ihr hoher Kohlenstoffdioxid-Anteil soll in den jungen Jahren des Planeten zu einem „Runaway Greenhouse Effect“ geführt haben, bei dem der Treibhauseffekt so stark wurde, dass die Ozeane der Venus verdampft sind. In der Wissenschaft herrscht Uneinigkeit darüber, ob anthropogene Faktoren ebenfalls zu einem solchen Runaway Greenhouse Effect auf der Erde führen könnten.

Tags :Quellen:Extreme Tech

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