Mobiles High-End-Zocken und mehr! Das Nvidia Shield Tablet im Test

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Das kräftige 8-Zoll-Tablet von Nvidia kommt mit hochwertiger Hardware, vielen Anschlüssen und einem integrierten Eingabestift. Googles neues Android 5.0 Lollipop trifft hier auf Highspeed, Technik und vor allem eins: Games. So wurde für das Tablet eigens das Nvidia GamePad entworfen, ein Controller, der dem der Xbox auffällig ähnelt. Wir erklären alle wichtigen Funktionen und versuchen uns an Half Life 2. Die Voraussetzungen für einen spannenden Test sind also gegeben. Vorhang auf!

Wer sich und seinen PC wirklich Gamer schimpfen möchte, braucht in den allermeisten Fällen eine richtig starke Grafikkarte. Und diesbezüglich führt quasi kein Weg an Nvidia vorbei. Umso logischer erscheint die Existenz des mir vorliegenden Nvidia Shield, der Tablet-Fortsetzung ihrer Nvidia Shield-Handheldkonsole. Wer sonst sollte im Bereich des mobilen Gamings neue Maßstäbe setzen? Und wer es mit den enorm anspruchsvollen Videospielen auf sich nehmen kann, der sollte mit einfachen Aufgaben sowieso kein Problem mehr haben. Ganz zu schweigen von seinem Eingabestift, den vielen Anschlüssen und dem Port für MicroSIM-Karten. Ein Bolide für alle Situationen also? Ob es vielleicht doch die ein oder andere Schwäche gibt, liest du hier im Test.

Performance

Ein Nvidia Tegra K1 Kepler Grafikprozessor mit 192 Recheneinheiten sowie ein 2,2 GHz ARM Cortex A15 CPU mit 2 GB RAM. Klingt nach mächtig Power und schiebt tatsächlich kräftig an. Keine Ruckler, kein Warten, kein Problem. Apps starten unverzüglich, das Arbeiten und Browsen ist schlichtweg angenehm. Im Bezug auf die Geschwindigkeit rennt diesem Tablet die Konkurrenz hinterher, das wird vor allem dann ersichtlich, wenn man mit dem Spielen beginnt. Einige anspruchsvolle Games wurden eigens für das Shield optimiert, doch dazu später mehr.

Display

Das 8 Zoll große Display des Nvidia Shield löst 1.920 mal 1.200 Pixel auf. Ein guter Wert für ein Tablet dieser Größe, wenngleich es auch schärfere Konkurrenten gibt. Der Bildschirm im 16:10-Format kann seine Bildpunkte bei ganz exaktem Hinsehen natürlich nicht verstecken, doch das juckt reichlich wenig. Die Farben sprühen prächtig hervor, Kontrast und Helligkeit liegen auf sehr hohem Niveau und die Blickwinkelstabilität ist hartnäckig gut.

Optik & Haptik

Von Vorne ähnelt das Shield verblüffend stark dem HTC One (M8). Das liegt vor allem an den abgesetzten Enden, die auf Höhe der abgerundeten Ecken beginnen und durchgängig Lautsprecheröffnungen beherbergen. Oben mittig hat natürlich auch eine 5-Megapixel-Kamera für Video-Chats oder Selfies seinen Platz. Die harten Kanten des in Schwarz und Anthrazit erscheinenden 8-Zoll-Tablets münden in eine warme, matte und glatte Plastikrückseite, in der zentral und in glänzender Klavierlackoptik der Name “Shield” in Großbuchstaben prangert. Nicht zentral, sondern links oben im Eck sitzt die rückseitige Kamera, umgeben von einem hellen Metallring. An der gleichen Seite, doch ganz unten, der Steckplatz für den schwarz-silbernen Eingabestift, der sich, sofern man seine FIngernägel nicht eben gekürzt hat, gut herausziehen lässt.

Kräftig sieht es aus, das Shield. Kräftig liegt es auch in der Hand mit seinen 390 Gramm, die für ein 8-Zoll-Tablet doch recht viel sind. Über die Hälfte davon macht allein der Akku aus. Ebenfalls groß ist die Anzahl der Anschlüsse, so sitzen an der Oberseite ein Audioausgang, MiniHDMI- und MicroUSB-Anschluss nebeneinander. An der rechten langen Seite fällt außerdem nicht nur der Stylus auf, sondern auch ein MicroSIM-Kartenslot, ein Schub für MicroSD-Karten, eine schmale Lautstärkewippe und eine ebenso schmale, mit einem grünen Punkt versehene, On/Off-Taste. Gerade dieser Button, eigentlich der am häufigsten verwendete, lässt sich am schlechtesten bedienen, da er wenig haptisches Feedback gibt. Mit der Zeit lernt man seine Position aber kennen.

Nvidia Shield

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Die Vorderseite des Shield. Auch vorne löst die Kamera mit fünf Megapixel auf.

Gaming & Controller

Vor allem in puncto Gaming setzt das Nvidia Shield neue Maßstäbe. Ermöglicht werden die Leistungen von vier A15-Kernen, die mit bis zu 2,2 GHz takten. Hinzu kommt eine PC-GPU mit 192-Cuda-Prozessoren im Stile der Kepler-Architektur und eine fünfte Strom sparende Recheneinheit für weniger anspruchsvolle Aufgaben.

Wirklich entfalten kann sich die Power des Nvidia-Prozessors aber erst bei den wenigen Spielen, die auch für den Tegra K1 optimiert wurden. Dazu zählen beispielsweise Half Life 2, Flyhunter Origins, Shiny, The Firefly, Turbo Dismount, Strike Suit Zero, Chuck´s Challenge 3D, Pure Chess, Steel Soldiers, das bereits vorinstallierte Trine 2 oder Dungeon Defenders Eternity.

Zum Controller: Der Akku des GamePad soll laut Nvidia bis zu 40 Stunden Spielzeit ermöglichen. Aufgeladen wird er binnen weniger als fünf Stunden. Erreicht die Batterie einen kritischen Ladezustand, blinkt der Nvidia-Button am GamePad drei mal auf. Aufgeladen wird der Controller dann über den MicroUSB-Anschluss an der Oberseite. Der Nvidia-Button wird auch zum Ein- und Ausschalten verwendet. Etwa sechs Sekunden muss man hierfür jeweils durchgängig auf das Nvidia-Symbol drücken.

Bevor man erstmalig ein Spiel beginnt, verbindet man das GamePad mit dem Shield. Wichtig: Das WLAN des Shield-Tablets muss aktiviert sein. Dann drückt man so lange auf das mittige, dreieckige Nvidia-Symbol auf dem Controller, bis es zu blinken beginnt und startet die Nvidia Shield-Controller-App im Nvidia-Hub. Sind Tablet und Controller einmal verbunden, kann künftig schon nach dem Einschalten des Gamepads mit dem Spielen der dafür vorgesehenen Games begonnen werden.

Übrigens, das Nvidia Hub, das am Startbildschirm neben dem Google Hub angezeigt wird, besteht aus vier Anwendungen. Zum Einen der Nvidia Dabbler als Zeichenplattform für den Stylus, außerdem die Shield Konsole, um den Bildschirm per HDMI auf einen Fernseher oder schlichtweg größeren Monitor zu übertragen und dabei optional das Display des Shield-Tablets zu deaktivieren. Hinzu kommt die App “Shield Hub”, über die sich Spiele erwerben lassen und die eben erwähnte Anwendung “Shield Controller”, die zur Verbindung mit dem GamePad dient. Mit dem Controller lässt sich darüber hinaus nicht nur spielen, sondern das Tablet auch in jeder anderen Situation bedienen. Der Finger wird dabei in Form der bekannten Computermaus simuliert.

(Screenshot: Gizmodo)

Vor allem mit Half Life 2 Episode One habe ich mich beschäftigt. Die Performance, soviel sei gesagt, war einwandfrei. Nicht ein Ruckler hinderte mich am Spielen und die Latenz des Controllers war hervorragend kurz. Ein Spielerlebnis wie bei Xbox oder Playstation, nur am kleinen Bildschirm, mobil und mit Instant-Benachrichtigungen der Messenger.

Der Controller fühlt sich – wie könnte es bei der Optik auch anders sein – an wie ein Xbox-Controller und lässt sich auch genauso einfach bedienen. Nur die zentralen Nvidia-Buttons sowie das Touchpad samt Lautstärketasten und der Audio- sowie USB 2.0-Anschluss an der Vorderseite unterscheiden das GamePad von seinem Artverwandten, heben es aber auch hervor.

 Die Bedienknöpfe des Nvidia Shield GamePad

(Screenshot: Gizmodo)

Die Besonderheit: Es gibt noch mehr Bedienmöglichkeiten, nämlich zwei Lautstärketasten und ein Touchpad, zentral zwischen den Griffen eingelassen. Drückt man beide Lautstärketasten gleichzeitig, wird der Ton gemutet. Streamt das Tablet an einen Fernseher, muss zum Anpassen der Lautstärke allerdings die Fernbedienung des TV-Geräts verwendet werden. Über das Touchpad steuert man in Menüs eine Maus, die relativ gut auf die Eingaben reagiert. Etwa vier mal muss man aber schon über das Touchpad streichen, um von einem Bildschirmrand zum anderen zu gelangen.

Außerdem kann auch ein Kopfhörer am GamePad angeschlossen werden und über langes Drücken auf den Home-Button des Controllers die Spracheingabe, die von Google Now verarbeitet wird, aktiviert werden. Richtig gehört, der Controller besitzt auch ein Mikrofon.

Der Streamingdienst Twitch gehört mittlerweile zur Gaming-Szene wie Spotify zur Musik im Internet. Über das Portal kann anderen Gamern beim Spielen zugesehen werden, ähnlich wie bei YouTube, nur auch live und spezialisiert. In der zweiten Hälfte des Jahres 2014 wurde Twitch von Amazon gekauft – für rund eine Milliarde US-Dollar. Warum ich das alles schreibe? Natürlich kann man auch über das Nvidia Shield zu Twitch streamen. Ein Twitch-Account ist dafür natürlich Voraussetzung. Um seine Inhalte automatisch oder manuell aufzunehmen, einen Screenshot zu erstellen oder das ganze über seinen Twitch-Account zu streamen, drückt man entweder lange auf den “Zurück”-Button des Controllers oder auf den “Share”-Reiter in der Mitteilungszentrale des Tablets. Das entsprechende Menü mit den Einstellungen und Möglichkeiten erscheint daraufhin. Hier lässt sich dann beispielseweise auch die vordere Kamera aktivieren, um sich selbst beim Spielen aufzuzeichnen und zu übertragen. Wer sich selbst sehen möchte, kann das Bild in einem skalierbaren Fenster auf dem Display einblenden.

(Screenshot: Gizmodo)

Wie im Screenshot links zu sehen ist, lässt sich nicht nur per Controller spielen, sondern auch am großen Bildschirm mit mehreren GamePads. Wer möchte, kann seine Erfolge und Misserfolge, wie bereits erwähnt, auch direkt auf Twitch streamen. Außerdem möglich: Spiele vom PC aufs Tablet übertragen. Voraussetzung dafür: Mindestens eine Nvidia Geforce GTX 650-Grafikkarte oder die 700M bei Notebooks und einen Router, der die 5-GHz-Technik unterstützt. Computer und Tablet müssen sich außerdem im gleichen WLAN befinden und der Grafikartentreiber auf den neuesten Stand gebracht werden (http://www.geforce.com/drivers). Auch GeForce Experience wird dabei installiert. Dort können nun entsprechende Spiele über Steam gesucht und installiert werden. Nachdem das Spiel erstmals auf dem Computer ausgeführt wurde, kann am Tablet im Shield Hub der Reiter “Meine PC-Spiele” im linken Auswahlmenü berührt werden. Nun werden PC und Tablet nach dem Eingeben eines Codes, der auf einem der beiden Geräte angezeigt wird, miteinander verbunden und die streamingfähigen Spiele werden aufgelistet. Auch nicht-GameStream-fähige Spiele können zu der Liste hinzugefügt werden. Dazu unter “Preferences” das Plus anwählen und die entsprechende .exe-Datei des Spiels suchen. Für solche Spiele müssen die optimalen Einstellungen allerdings manuell geregelt werden.

Manchmal gibt es auch während des Zockens Einstellungen, die man gerne vornehmen würde. Um während eines Spiels die On-Screen-Buttons “Home”, “Help”, “Keyboard” und “Quit” aufzurufen drückt man lange auf den “Start”-Button des Controllers oder tippt zweimal hintereinander aufs Touchpad.

Wie ich schon schrieb, lässt sich nicht nur vom PC, sondern auch im Console Mode in 1080p und 60 fps auf einen großen Bildschirm streamen. Wie das funktioniert, wird im Folgenden erklärt. Voraussetzung sind neben dem Shield Tablet und -Controller ein HDTV mit HDMI-Anschluss (wenn vorhanden, im Gaming-Mode verwenden) und ein HDMI zu Mini-HDMI-Kabel. Auch eine Bluetooth-Maus sowie -Tastatur werden empfohlen. Sind Shield und HDTV per HDMI verbunden, kann eigentlich schon losgelegt werden. Passiert nichts, reicht einfach das Übertragen des Bildschirms über den entsprechenden Button in der Mitteilungszentrale. Ebenfalls kompatibel mit den Nvidia Shield-Controllern sind im Übrigen die GamePads der Xbox 360 sowie von Nyko und Moga.

Wie uns Nvidia mitteilte, wird im Laufe des ersten Quartals 2015 auch der Gamestream-Dienst NVIDIA GRID in Deutschland verfügbar werden, mit dem Gamer AAA-PC-Spiele aus der Cloud direkt auf das SHIELD Tablet streamen und zocken können. Das “Netflix für Games“ bietet Batman: Arkham City, G.Borderlands 2, Psychonauts und viele weitere Titel.

Kamera

Sowohl vorder- als auch rückseitig hat Nvidia seinem Tablet eine 5-Megapixel-Kamera spendiert, die Full-HD-Videos (1080p) aufzeichnen kann. Die Auflösungen lassen sich für Bild und Video stufenweise regeln und das ist noch lange nicht das Ende der vielen, netten Kamerafunktionen, die mir persönlich gut gefielen – nicht nur weil sie vorne wie hinten einsetzbar waren. So wird die HDR (High Dynamic Range)-Funktion mit nur einem Klick aktiviert. Direkt daneben befindet sich ein Feld, das für die Steuerung der Helligkeit (-2 bis 2) sowie den Weißabgleich (Automatisch oder vier verschiedene Voreinstellungen) verantwortlich ist. Eine Wasserwaage ermittelt die Waagerechte des Bildes und Gitternetz-Button erlaubt das Einblenden der Drittellinien, der Spirale des goldenen Schnitts, Dreiecken oder eines Quadrats. Eine einfache Unterstützung bei der Durchführung natürlich schöner Bildkompositionen – gut! Geschossene Bilder können anschließend auch verschiedenst beschnitten, mit Filtern oder Texturen sowie Rahmen versehen werden.

Eine Anti-Shake-Funktion, kontinuierliches Burst, Selbstauslöser, vierfacher Zoom, Intervallfunktion sowie die Möglichkeit, den Auslöser als großen Knopf mitten ins Display zu integrieren, runden das Foto-Angebot ab. Im Video-Bereich gibt es die Funktion Pre-Record-Video, das die fünf Sekunden vor Start der Aufnahme bereits aufzeichnet, Video-Stabilisierung sowie eine Zeitlupenfunktion. Wirklich angenehm ist, dass auch während einer Aufzeichnung mit schnellen Bewegungen keinerlei Verzögerung auf dem Display zu erkennen ist. Hier spielt Nvidia erneut die Trümpfe seiner Prozessoren aus.

Wirklich gefehlt hat jedoch ein LED-Blitz, der im Notfall auch mal als Taschenlampe fungieren könnte. Und das wichtigste zum Schluss: Wie werden die Bilder? Hier hat Nvidia die scheinbar hohen Ansprüche leider ein klein wenig schleifen lassen. Ein paar rückseitige Megapixel mehr täten den Fotografien sicher gut, außerdem neigen die Bilder in dunklen Bereichen sehr schnell zum Rauschen. Auch der Autofokus lieferte bei weitem nicht immer zufriedenstellende Ergebnisse und gelegentlich machten die Bilder auch einen recht trüben Eindruck.

Für die meisten Tablet-Besitzer ist die Kamera höchstens  zweitrangig. Die vielen sinnvollen Funktionen weckten jedoch die Lust aufs Fotografieren, die bezüglich der Bildqualität nicht immer befriedigt wurde. Gerade des SIM-Kartenslots wegen werden manche Nutzer ihr Shield auch als Mobiltelefon verwenden und nicht nur in der warmen Stube liegen lassen. Damit steigt auch die Priorität der Kamera. Für Schnappschüsse und ein bisschen mehr reicht die Knipse dennoch allenthalben.

Sound

Die Stereo-Lautsprecher des Shield sind zu unserer Freude an der Vorderseite angebracht und – sofern man das Tablet im Querformat hält – links und rechts vom Display. Die PureAudio-Technologie und ein doppelter Bassreflexkanal sollen hier für mächtig Sound sorgen. Eine akustische Machtdemonstration wie von einer gewaltigen Stereo-Anlage braucht man nun aber trotzdem nicht erwarten. Dafür fehlt den kleinen Mobilgeräten durchweg die Größe, um auch ausreichend Luft schaufeln zu können. Dennoch ist das Shield imstande verhältnismäßig laut zu werden und überträgt die gute Klangqualität sogar mit nur geringen Abstrichen auf die Rückseite. Auch bei hoher Lautstärke wirkt die Musik nicht verzerrt, dafür wünscht sich der ein oder andere an den Enden des Klangspektrums vielleicht etwas mehr Brillanz und Wucht. Bei solchen Erwartungen muss man beim aktuellen Stand der Technik aber einfach auf Kopfhörer zurückgreifen.

Apps und Betriebssystem

Als eines der ersten Tablets bekam das Nvidia Shield das neue Android 5.0 Lollipop eingehaucht. Wenngleich es auch hier bei einigen Nutzern zu technischen Anfangsproblemen kam, kann das Shield stolz das neue Design und den angenehmen Work-Flow präsentieren. Lollipop macht auf Nvidias Gaming-Tablet richtig Spaß und auch optisch was her! Hier erklären wir euch das neue Design in acht GIFs.

Stylus

Zieht man den kleinen, gut in der Hand liegenden Eingabestift mit abgeschrägter Gummispitze aus seinem Schaft im Shield, aktiviert sich auch schon der Bildschirm. Mit dem Stift lässt sich jede Touchnavigation durchführen und eigens dafür vorgesehene Apps bedienen. Darunter Evernote, die App Write, in der sich handschriftliche Dokumente erstellen lassen sowie der Nvidia Dabbler 2.0.

Mit ihm wird der Stylus zu einem vielseitigen Zeichenwerkzeug. Verschiedene Farben, Stiftstärken und -verläufe sowie Druckempfindlichkeit, Schablonen, Transparenz, Ebenen und diverse Import- und Exportmöglichkeiten lassen die Zeit mit dem Dabbler rasend schnell vergehen. Angenehm ist auch, dass nur der Stift als Eingabetool erkannt wird und die abgelegte Hand keine ungewollten Zeichnungen verursacht. Der Stylus tut dem Shield gut und erweitert sein ohnehin großes Repertoire.

Akku, Zubehör und Preis

Das wohl größte Manko am Nvidia Shield ist sein Akku. Wirklich länger als fünf Stunden bei durchgängig gemischter Nutzung darf man wohl nicht erwarten. Beim Malen mit dem Nvidia Dabbler leerte sich der Energiespeicher beispielsweise bei voller Bildschirmhelligkeit pro Minute um ein Prozent. Beim Spielen von Half Life 2 errechnete ich eine Spielzeit von etwa zweieinhalb bis drei Stunden mit einer vollen Ladung. Wer das Tablet auch als Mobiltelefon benutzt, wird die Laufzeit zusätzlich verkürzen. Das gilt auch fürs Laden. Binnen einer halben Stunde lud ich das Nvidia Shield im WLAN (ohne Mobilfunk) um knapp 20 Prozent. Eine volle Ladung würde demnach etwa 2,8 Stunden dauern – ein guter Wert, der das schnelle Entladen aber nicht kompensieren kann.

Nicht standardmäßig dabei ist die Schutzhülle, die Nvidia fürs Shield optimierte. Sie kostet rund 30 Euro, wird seitlich magnetisch befestigt und kann in zwei verschiedene Positionen geklappt werden, um das Tablet im Querformat abzustellen. Öffnet man die Hülle, erkennt das Shield den Vorgang und aktiviert den Bildschirm.

Innen weich, außen rau und überall recht trostlos grau. In dieser Erscheinung schützt die Hülle ausschließlich das Display. Wer sein Shield im Hochformat hält, wird sich sehr schnell an der Hülle stören, die es zusätzlich erschwert den On/Off-Button zu drücken.

Nvidia vertreibt das Shield Tablet in zwei Varianten. Einmal für 300 Euro mit 16 GByte internem Speicher und außerdem mit 32 GByte und einem 4G/LTE-Mobilfunkmodul für 380 Euro. Wer sich das Tablet gönnen möchte, hat wahrscheinlich jedoch die Gaming-Vorzüge i Sinn. Dafür werden weitere 60 Euro für den Controller und eventuell 30 Euro für die Hülle, um das Tablet aufstellen zu können, fällig. Darüber hinaus wird der interne Speicher wohl recht schnell sehr knapp werden, da ein Game wie Half Life 2 beispielsweise über zwei GByte des Speichers belegt. Auf diese Weise summieren sich auch die Ausgaben für das Nvidia Shield – bleiben jedoch noch im Rahmen dessen was man für ein Gaming-Tablet, und in dem Bereich führt derzeit kein Weg an diesem Mobilgerät vorbei, auszugeben bereit sein muss.

Technische Spezifikationen

Prozessor: 2,2 GHz ARM Cortex A15 CPU

Grafikprozessor: Nvidia Tegra K1 Kepler mit 192 Recheneinheiten

Arbeitsspeicher: 2 GByte RAM

Display: 8-Zoll IPS-TFT mit Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.200 Pixel)

Kamera: Front- sowie Rückseite 5 Megapixel, HDR und Autofokus

Akku: 19,75 Wattstunden

Anschlüsse: Audioausgang, MicroUSB, MicroHDMI, MicroSD-Kartenslot, MicroSIM-Kartenslot

Sensoren: Drei-Achsen-Kreiselsensor, digitaler Kompass, Dreiachsen-Beschleunigungsmesser, GPS

Konnektivität: Bluetooth 4.0, WLAN 802.11 n, (LTE in 32 GByte-Version)

Vorinstallierte Software:  Google Play, Evernote, Adobe Reader, Camera Awesome, NVIDIA SHIELD Hub, Trine 2: Complete Story, NVIDIA Dabbler 2.0, JusWrite, Gamepad Mapper

Gewicht: 390 Gramm

Abmessungen: 22,1 x 12,6 x 0,9 Zentimeter

Internet Speicher: 16 beziehungsweise 32 GByte

Besonderheiten: Stylus, optionales Gamepad für rund 60 Euro

Zubehör: USB 2.0-Kabel, Steckdosenadapter mit USB-Anschluss für EU und USA, Stylus

Preis: 300 bis 380 Euro

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Fazit

Das Nvidia Shield ist bis dato das Nonplusultra des mobilen Gamings. Auch andere Hersteller, speziell Sony im Geiste der PSP, haben versucht in dieser Rubrik Fuß zu fassen. Das Gesamtkonzept des Shield-Tablets konnte aber auf ganzer Linie überzeugen und deshalb: Klare Empfehlung. Wirklich zu bemängeln gibt es wenig. Die optionale Schutzhülle ist im geöffneten Zustand manchmal etwas störend, der On/Off-Button ohne Übung etwas schwierig zu betätigen und die Kameraauflösung nicht ganz der von vergleichbaren Modellen entsprechend. Mit dem erweiterbaren Speicher sollte man aber Haushalten können und notfalls eben eine der unzähligen Cloud-Lösungen nutzen. Größter Kritikpunkt: Der Akku hält nur etwa halb so lange wie bei anderen Tablets dieser Größenordnung, die über 10 Stunden im Betrieb mit einer Ladung überleben. Hieran könnte sich der ein oder andere wirklich ernsthaft stören, doch für eine längere Akkulaufzeit gibt es zum Glück auch ein paar hilfreiche Tipps.

plus Atemberaubende Geschwindigkeit

plus Erstklassiges Display

plus Zahlreiche Anschlüsse und MicroSD-Kartenslot

plus Gaming-tauglich

plus Steckplatz für MicroSIM-Karte

plus Stylus!

plus Android 5.0 Lollipop

plus Sinnvolle Kamerafunktionen

minus Mittelmäßige Bildqualität

minus Schwache Akkuleistung

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  1. SD nur bis 32GB?? Wie albern ist das denn?? Das ist der technische stand von vor 3-4 Jahren!

    Hat mal jemand mehr ausprobiert?

      1. Tut mir Leid, bin wohl einer Fehlinformation aufgesessen. Aber umso besser, wenn mehr GByte möglich sind! Ich bessere es unverzüglich aus. Vielen Dank

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