Microsoft: Stirbt der Internet Explorer bald aus? [Kommentar]

(Bild: microsoft.com)

Microsofts Internet Explorer könnte bald aufs Abstellgleis befördert werden. Mit Windows 10 soll der weltweit wahrscheinlich unbeliebteste Browser Konkurrenz aus dem eigenen Unternehmen bekommen.

Mit etwas Glück könnten wir in naher Zukunft den Internet Explorer zu Grabe tragen. Denn Microsoft scheint einen neuen Browser in den Startlöchern stehen zu haben. „Spartan“ nennt sich dieser und soll unter Windows 10 den IE 12 ersetzen.

Unsere Kollegin Mary Jo Foley von ZDNet berichtet von einem neuartigem Browser von Microsoft. Er soll nichts mehr mit dem Internet Explorer zu tun haben und eher an Google Chrome oder Firefox erinnern. Technisch basiert er aber allem Anschein nach weiter auf Microsofts Chakra-JavaScript-Engine und der Rendering-Engine Trident. Rundum soll Spartan aber vorerst nur als abgespeckter Browser kommen. Leider, denn Foleys Quellen besagen auch, dass mit dem Launch von Windows 10 auch weiterhin noch der IE 11 an Bord sein soll.

Und mal ganz ehrlich, das will doch keiner. Oder täusche ich mich da? Ich selbst habe mich vom Internet Explorer seit der Version 9 getrennt und dies nie bereut. Zu störend empfand ich das Auftreten dieses Browsers und das häufige Abstürzen der Webseiten. Nicht zu sprechen von den oftmals nicht korrekt angezeigten Seiten oder dem krampfhaften Zwang Flash nutzen zu müssen.

Ja, ich bin froh, dass Microsoft eine Alternative zum Internet Explorer bringen wird. Einst hatten die wesentlich komfortableren Browser wie Firefox, Chrome und selbst Safari dazu beigetragen den IE zu verbessern. Gäbe es diese Alternativen heute nicht würden wir wahrscheinlich noch immer in einem proprietärem Internet surfen.

Der Internet Explorer war vielleicht noch zu Beginn 1995 innovativ und sicherlich unter Windows XP ein tolles Produkt. Doch Microsoft hat den Sprung mit dem IE ins neue digitale Zeitalter verpasst – zugunsten von Firefox und vor allem von Chrome.

Ich will nicht, dass Microsoft beziehungsweise ein hauseigener Browser des Unternehmens irgendwann vom Erdboden verschwindet. Ganz im Gegenteil, ich freue mich über einen ausgeglichenen Wettbewerb bei den Browsern. Vielleicht erlaubt Microsoft unter Spartan auch endlich Open Source.

Hoffen wir also auf einen neuen innovativen Browser, vielleicht finden wir den schon bald unter Spartan. Übrigens: „Spartan“ erinnert mich wie der Sprachassistent „Cortana“ stark an Halo. Und nachdem Cortana ein wirklich interessantes Konzept darstellt, freue ich mich schon jetzt ein wenig auf Spartan.

Und solange wir noch bei Innovationen sind, hier ein Wermutstropfen zum Abschluss: Ende Dezember 2014 hat Microsoft wieder seinen IE-Zwang bei der Einrichtung von Windows in Europa durchgeboxt. Und das hat nichts mit Innovation zu tun, sondern vielmehr mit einer kurzsichtigen Strategie. 2009 hatten sich Microsoft und die EU-Kommission darüber geeinigt für fünf Jahre Alternativen zum IE bei der Windows-Installation anzubieten. Das ist nun vorbei, ab jetzt herrscht wieder IE-Browser-Zwang. Und mit Zwängen ist noch kein Unternehmen erfolgreich gewesen. Hoffentlich erkennt das Microsoft bei Spartan.

Am 21. Januar will Microsoft weitere Features von Windows 10 zeigen. Vielleicht bekommen wir dann schon einen Einblick in Spartan.

Tags :Quellen:n-tv.dederstandard.atVia:zdnet.com
  1. Soviel Mist habe ich selten auf einmal gelesen!!! IE-Zwang? Du kannst doch installieren was du möchtest nur das es dir Windows nicht mehr vorschlägt. Oder wird einem auf Mac auch ein Alternativ-Browser angeboten?!?! Sowas unqualifiziertes echt unglaublich.

  2. Durchgeboxt hat Microsoft gar nichts. Die Auflage ist abgelaufen. Microsoft muss lediglich in der EU nicht mehr alternative Browser mit ausliefern, sondern kann wieder den Eigenen vorinstalliert und ohne Hinweis auf Alternativen platzieren. So macht das Apple seit jeher.

    Job verfehlt? Also du, nicht Microsoft …

    1. Na nu seid mal nicht so böse, ganz richtig sind eure beiden Kommentare auch nicht. Einen IE-Zwang im Sinne von „mit drauf ist er auf jeden Fall“ gibt es und gab es immer, denn der IE ist elementarer Teil des Betriebssystems. Man kann zwar Teile davon nachträglich entfernen, aber wirklich durchdacht ist das nicht. Und die Auflage hat niemals beinhaltet, dass MS andere Browser mitliefert, sondern lediglich, dass sie den Anwender darauf aufmerksam machen müssen, dass es andere Browser gibt, dass man die auch nutzen kann und wo man sie zum Download findet. Vorinstalliert (als Standardbrowser und ohne Fremdbrowser) war der IE dennoch bei jeder regulären Windowsinstallation, sofern es sich nicht um vom PC-Hersteller manipulierte Vorinstallationen handelte. In diesem Sinne, wer im Glashaus sitzt…

  3. Ich glaube der Autor ist nicht ganz auf dem Stand der Zeit. Mittlerweile ist der Internet Explorer wesentlich besser als sein Ruf. Gerade auf Tablets mit Widows 8 ist es der beliebteste Browser, weil er am ehesten Touch und Performance optimiert ist (Eigene Erfahrung mit dem Surface Pro)
    Will sagen, dass der Autor es genau falsch rum gemacht hat: Er hat den IE bis Version 9 benutzt, besser wäre gewesen ihn ab dieser Version zu nutzen.
    Für mich klingt dies lediglich nach einer Namensänderung. Auf der technischen Seite scheinen IE und Spartan ja sehr ähnlich zu sein, Spartan ist also nur ein Spitzname für IE 12, um das schlechte Image los zu werden.

  4. Als sachlich und objektiv kann man den Artikel nun wirklich nicht bezeichnen. Von Anfang an schwingt eine Aversie gegen Microsoft und den IE mit.
    Ich selbst war zwischenzeitlich auch mal mit anderen Browsern unterwegs.
    Seit ich auf einem Tablet (Terra Pad 1160 Pro) jedoch auch Windows 8.1 Pro habe, möchte ich die „App-Version“ des IE nicht mehr missen. Alternative Browser sind zwar auf dem System, aber nur zur Prüfung der von mir programmierten Websites.
    Prinzipell finde ich bei allen Browsern grausam, dass die Standards nicht konsequent umgesetzt werden. Stattdessen kocht jeder sein eigenes Süppchen. Um neue CSS-Stile verwenden zu können, muss immer noch ein „MS-„, „gecko-“ oder „moz-“ vor die Elemente gesetzt werden. WARUM? Alle Browserhersteller rühmen sich, die kommenden Standards HTML 5 und CSS 3 zu unterstützen, warum tun sie das nicht ohne browserspezifische Zusätze?
    Hier muss sachliche Kritik ansetzen!

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