Android Lollipop schafft es kaum auf die Geräte

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Googles neues Betriebssystem für Mobilgeräte, Android 5.0 Lollipop, verbreitet sich offenbar deutlich langsamer als sein Vorgänger Android 4.4 KitKat. In der Statistik für Zugriffe auf den Google Play Store tauchte die Version, wie auch im Vormonat, nicht auf. Die Erkenntnis: Der Marktanteil des Lollipop-OS liegt wohl noch unter 0,1 Prozent.

So sieht das neue Android 5.0 Lollipop aus:

Android L auf dem Nexus 5

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Android L auf dem Nexus 5
Die neue Multitaskingansicht. [Via ZDNet.de]

Obwohl schon seit Juli bekannt und November auf den ersten Geräten, dürfte das Aussehen der neuen Android-Version vielen noch unbekannt sein. Schließlich ist das aktuelle Betriebssystem bislang nur einer kleinen Menge an Mobilgeräten vorbehalten. Dazu zählen selbstverständlich die Google Nexus-Geräte, aber auch Smartphones von LG, Samsung und Motorola. Hinzu kommen Tablets wie das Nvidia Shield, das am 18. November als erstes seiner Art das neue Betriebssystem verpasst bekam.

Der Vorgänger, Android 4.4 KitKat, kam seinerseits zu diesem Zeitpunkt übrigens auf 1,1 Prozent Marktanteil. Wer Lollipop nun tatsächlich schon installiert hat, fand meist auch Gefallen am neuen Material Design, das jedoch, wie wir bereits berichteten, von einigen technischen Anfangsproblemen überschattet wurde.

(Bild: Google)

Der Start von Lollipop verlief nicht reibungslos. Ein Anfang November veröffentlichtes Update für Nexus 4, Nexus 5 und Nexus 7 zog Google kurz darauf für zwei Wochen zurück. Nutzer beklagten sich auch über einige Kinderkrankheiten des neuen Google-OS.

Android 4.4 KitKat steigerte indes bis Anfang Januar seinen Anteil auf 39,1 Prozent. Anfang September lag der Verbreitungsgrad von KitKat noch bei 24,5 Prozent, Anfang November bei 30,2 Prozent und Anfang Dezember dann bei 33,9 Prozent. Das inzwischen über drei Jahre alte Gingerbread (2.3.x) hatte KitKat erst im Juli überholt.

Der Anteil von Android Jelly Bean (4.1.x, 4.2.x und 4.3) schrumpfte zwischen Anfang Dezember und Anfang Januar um 2,7 Punkte auf 46 Prozent. Jelly Bean bleibt damit die am weitesten verbreitete Android-Version. Ice Cream Sandwich (4.0.3 bis 4.0.4) erreichte 6,7 Prozent, Gingerbread (2.3.3 bis 2.3.7) 7,8 Prozent und Android 2.2 Froyo 0,4 Prozent.

Inzwischen hat Google schon zwei Updates für Android 5.0 Lollipop herausgebracht. Anfang Dezember veröffentlichte es Android 5.0.1, gefolgt von der Version 5.0.2 Mitte Dezember. Letztere soll vor allem die Performance-Probleme des Nexus 7 (Version 2012) beheben. CyanogenMod hat indes die ersten Nightlies auf Basis von Lollipop veröffentlicht. Ob das ausreicht, um Lollipop in den kommenden vier Wochen zu einem Anteil von mehr als 0,1 Prozent zu verhelfen, bleibt abzuwarten.

Die aktuelle Statistik zeigt aber auch, dass Android eine fragmentierte Plattform bleibt. Die Haupt- und Unterversionen von Android 2.2 Froyo bis 4.4 KitKat finden sich weiterhin auf unterschiedlich alten Geräten. Dies ist vor allem für Entwickler ein Problem, die ihre Anwendungen an verschiedene Bildschirmgrößen, Hardware-Komponenten und andere Faktoren anpassen müssen.

Hauptgrund für die Fragmentierung ist der im Vergleich zu Apples iOS deutlich komplexere Update-Prozess. Denn im Fall von iOS kontrolliert Apple sowohl die Hardware als auch die Software und damit das gesamte Aktualisierungsverfahren von Anfang bis Ende. Bei Android stellt Google hingegen nur die Updates für sein Betriebssystem bereit. Gerätehersteller und Mobilfunkanbieter müssen jede neue Version zunächst testen und für ihre Geräte zulassen, außerdem haben sie alle ihre eigenen Zeitpläne und Fristen. Außerdem hat Apple lediglich zwei ähnliche iOS-Produkte im Angebot – das iPhone und das iPad (drei, wenn man den iPod Touch noch dazuzählen will). Der Android-Markt umfasst hingegen unzählige Smartphones und Tablets von vielen verschiedenen Herstellern.

Aufgrund der Größe und der Vielfältigkeit des Marktes ist daher kein baldiges Ende der Android-Fragmentierung in Sicht. Vielmehr stecken zahlreiche Modelle in einer Update-Sackgasse. Eine neuere Version erhalten die Nutzer dann erst wieder mit einem Geräteneukauf – was ja auch im Interesse der Endgeräte-Hersteller sowie der Carrier liegt, die so eine Chance zur Vertragsverlängerung bekommen. Dies wird sich sicherlich auch nicht mit Android 5.0 ändern. Versierte Anwender können allerdings mit dem Aufspielen einer sogenannten Custom Rom wie CyanogenMod oder OmniRom diesem Mechanismus entgegenwirken, sofern ihr Gerät zu diesen Android-Versionen kompatibel ist. In Sachen Sicherheit hat Google auf die Fragmentierung reagiert und liefert Aktualisierungen alle sechs Wochen seit Sommer über den Dienst Google Play aus. Damit erreicht es nahezu alle Android-Geräte.

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Tags :Via:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de

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