Für Mars und Erde: Nissan und NASA entwickeln autonome Autos

(Bild: NASA)

Die NASA und Nissan haben sich zu einer ungewöhnlichen Allianz verbündet. Beide Organisationen wollen Fahrzeuge bauen, die selbst lenken. Die einen für die Erde, die anderen für den Mars.

Innerhalb von einigen Jahren wollen der japanische Autohersteller Nissan und die US-Weltraumbehörde NASA Fahrzeuge konstruieren, die sich in einer fremden Umgebung selbst zurecht finden und zu einem definierten Ziel fahren. Nissan will damit seine Elektroautoflotte ausrüsten. Die Nasa will auf dem Mars damit herumkurven.

Die ersten Modelle von Nissan sollen zwischen 2016 und 2020 erhältlich sein.

Die Zusammenarbeit stellt zumindest räumlich kein Problem dar. Nissans Forschungsabteilung hat ihren Sitz im Silicon Valley. Die gemeinsame Arbeit soll überwiegend im Ames Research Center der NASA stattfinden. “Diese Partnerschaft bringt die besten und klügsten Köpfe von NASA und Nissan zusammen und rechtfertigt unsere Investitionen im Silicon Valley”, kommentierte Nissans CEO Carlos Ghosn.

Entstehen werden Fahrzeuge, die abgasfrei fahren und durch Sensoren bevorstehende Kollisionen erkennen können. Auch wenn der Fahrer nicht aktiv wird, leiten sie einen Bremsvorgang ein, um Zusammenstöße zu verhindern. Zusätzlich sollen sie in der Lage sein, eigenständig einzuparken.

Selbstlenkende Autos waren vergangene Woche Thema einer Keynote auf der CES gewesen, die Ford-CEO Mark Fields hielt. Auf der Messe in Las Vegas zeigte zudem Daimler einen selbstfahrenden Mercedes: Das Forschungsauto F 015 Luxury in Motion verbindet autonomes Fahren mit viel Platz und luxuriösem Interieur. Die Passagiere interagieren mit dem vernetzten Fahrzeug über Berührung, Gesten oder Eye-Tracking.

Zudem ließ Audi einen A7 Sportback von Kalifornien nach Las Vegas fahren. Im Rahmen des von Journalisten begleiteten Langstreckentests legte das Fahrzeug eine Strecke von 550 Meilen zurück.

Die Autohersteller machten damit unmissverständlich klar, dass sie dieses Feld nicht Google überlassen werden, das vergangenen Mai einen Prototypen vorgestellt hatte, den zu vervollständigen ihm kurz vor Weihnachten gelang.

Roboterautos gelten als besonders verkehrssicher und als Mittel gegen Staus. Besonders alte und behinderte Menschen könnten profitieren. Automobilclubs hingegen befürchten eine Entmachtung des menschlichen Fahrers.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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  1. Bei Autonomen Autos werden gern ein paar Dinge vermengt. Das Google-Auto kann derzeit nur auf einem eng definierten Straßennetz fahren, welches zuvor von Google supergenau digitalisiert wurde – eine Voraussetzung, die schwierig zu halten sein wird in einer Welt mit Millionen von Straßenkilometern, in denen sich alle Nase lang etwas ändert. Der Audi-Prototyp kann nur auf Highways autonom fahren, sobald er in die Stadt kommt, muss der Fahrer wieder ran. Der Audi – und wie es aussieht auch Nissan – will den Fahrer nicht ersetzen, sondern nur entlasten. Ob Autos, die nicht von Menschen gesteuert werden, seltener im Stau stehen, muss sich zeigen. Sinnvolle Stau-Vermeidung ist vor allem eine Aufgabe für das Navigationssystem, nicht für den Fahr-Roboter.

    Die wichtigste Hürde für autonomes Fahren ist heute nicht mehr die Technik, die ist schon recht ausgereift, sondern die Justiz. Zwei Fragen müssen beantwortet werden: Wer trägt die Verantwortung, wenn das Auto einen Unfall baut. Und wie entscheidet sich das Auto, wenn es vor der Wahl steht, einen Passanten über den Haufen zu fahren oder die Insassen zu gefährden. Im Moment lavieren sich alle Hersteller noch so aus der Affäre, dass der Fahrer permanent das System überwachen und bei Bedarf eingreifen muss. Bei Google ist das gar nicht mehr vorgesehen (kein Lenkrad), und bei anderen Autos schmälert das den Sinn der autonomen Technik: Es gibt kaum etwas langweiligeres, als die ganze Zeit hinter dem Steuer zu sitzen und nichts zu machen – andererseits wach bleiben zu müssen, für den Fall dass was passiert.

    Fahren auf dem Mars ist, gemessen daran, simpel: Es gibt keine anderen Verkehrsteilnehmer und man muss keine Verkehrsregeln befolgen. Und wahnsinnig schnell gehen muss es auch nicht.

    1. Den Fahrer zu entlasten empfinde ich als sinnlos, du hast ja selbst schon geschrieben das dadurch noch mehr Aufmerksamkeit verloren geht.

      Das Konzept des “Autopiloten” auf ausgesuchten Strecken ist m. M. n. das einzig aktuell sinnvolle. Man kann große Teilabschnitte der Strecke der Automatik überlassen, um dann die restlichen Abschnitte manuell zu fahren. Generell würde ich auch nie ein Fahrzeug wie das von google aktzepieren, bei dem ich nicht selber fahren kann (und das auch noch sch*** aussieht).

      Im Automatikmodus liegt die Haftung schlich nicht mehr beim Fahrer. In ungeplanten Situationen muss der Wagen bedingungslos stoppen, dann hat der Mensch einzugreifen und wieder die Verantwortung. Allerdings während der Fahrt umzuschalten nach dem Motto “ich bin raus, mach du schnell” – das funktioniert nicht.

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