Nach dem Hack: Sony-Pictures kann Mitarbeitern keinen E-Mailzugang geben

(Bild: Gizmodo)

Sony Pictures wurde bekanntlich Ende letzen Jahres gehackt - und noch immer können die Mitarbeiter keine E-Mails nutzen und nicht ins Netz. Das Problem: Sony hatte auf das "papierlose" Büro umgestellt - und das ist nun ein Problem.

Der Hack auf Sony Pictures wirkt sich immer noch auf die Firma aus. So sind aus Sicherheitsgründen immer noch Internetzugänge und E-Mailkonten nicht abrufbar. Ob Sony wirklich bei der Führungsetage auf Blackberrys zurück griff, um wenigstens diesen Mitarbeitern wieder E-Mailkommunikation zu erlauben, verriet Sony-Pictures-Chef Michael Lynton nicht.

Die E-Mail-Anbindung regulärer Mitarbeiter solle bald wieder funktionieren, verriet Michael Lynton der Nachrichtenagentur Reuters. Doch es wird noch einen Monat und länger dauern, bis alle Netzwerkfunktionen wieder nutzbar sind. Das ist bei Sony besonders problematisch, gilt das Unternehmen doch als Verfechter des papierlosen Büros. Folglich sind alle Akten elektronisch vorhanden.

Lynton, der zugleich auch CEO von Sony Entertainment ist, nahm auch zu Schätzungen Stellung, der Hack habe das Studio bis zu 100 Millionen Dollar gekostet. Er sagte, “es ist tatsächlich weit weniger als irgendeine Summe, die irgendjemand sich vorstellt.” Eine Versicherung decke die Schadenssumme außerdem komplett ab.

Über den Film “The Interview”, der mutmaßlich Anlass für den Angriff gab, sagte Lynton, er habe bisher 36 Millionen Dollar eingespielt. Die Produktionskosten betrugen 44 Millionen Dollar, Sony hat aber zusätzlich 30 bis 40 Millionen Dollar ins Marketing gesteckt.

Eine Schuldfrage stelle bei Sony Pictures niemand, erklärte Lynton noch. Die Sicherheitsfirma Mandiant habe ihm gesagt, einem solch raffinierten Hackerangriff wären 90 Prozent aller US-Firmen erlegen. Über Sonys Sicherheitsvorkehrungen ist nichts bekannt, einige entwendete Daten wären aber auf nicht mit dem Internet verbundenen Systemen besser aufgehoben gewesen.

In der Filmkomödie “The Interview” werden zwei Fernsehjournalisten in einen Anschlagsversuch auf den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-Un verwickelt. Die Hackergruppe “Guardians of Peace” hat das Werk als “Film des Terrorismus” bezeichnet. Es gelang ihr, etwa umfangreiche Personaldateien und mehrere vollständige unveröffentlichte Filme zu stehlen. Für Sony besonders pikant waren aber die entwendeten und in der Folge publizierten E-Mails. Sie enthüllten etwa Versuche der Hollywood-Studios, den Einfluss von Google auf die Regierung zu verringern und das umstrittene Gesetz SOPA doch noch durchzudrücken.

In einem ungewöhnlich deutlichen Schritt machte US-Präsident Barack Obama Nordkorea direkt für die Angriffe verantwortlich und verhängte in der Folge Sanktionen gegen die Volksrepublik. Er begründete sie mit “provokativen, destabilisierenden und repressiven Handlungsweisen sowie politischen Vorgaben der Regierung Nordkoreas einschließlich destruktiver, erpresserischer Cyberaktivitäten im November und Dezember 2014″. Er bezieht sich auf Angaben des FBI, das eindeutige Spuren nach Nordkorea meldet.

Nordkorea selbst hat bisher jegliche Beteiligung an dem Angriff auf Sony Pictures dementiert. „Wir wissen nicht, wo sich Sony Pictures in Amerika befindet und warum es das Ziel des Angriffs wurde“, sagte ein Sprecher der National Defense Commission der staatlichen Nachrichtenagentur Korean Central News Agency. Der Angriff sei aber möglicherweise eine “gerechte Tat” von Unterstützern und Sympathisanten Nordkoreas gewesen und eine Reaktion auf die Forderung, den „US-Imperialismus“ zu beenden.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDnet.de]

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Tags :Quellen:Cnet.comVia:ZDNet.de
  1. Eine Schuldfrage stellt sich bei Sony niemand. Nein, bei Sony sind immer die anderen schuld. Man selber hat nie was falsch gemacht. Wie kann man nur so hirnlos sein?

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