So kannst du für 3.000 Euro ein eigenes Café eröffnen

(Screenshot: Gizmodo)

Unabhängig von hoher Pacht, Ausgaben für Gebäude und Personal sowie einem ordentlichen Sümmchen Geld als Startinvestition soll mit Wheelys jeder sein eigenes Café eröffnen können. Wie das geht? Die Kette packt alles, was man ihrer Meinung nach braucht, auf ein Fahrrad und lässt einen damit durch die Stadt fahren. Nun hat es das verbesserte Wheelys 2.0 präsentiert und hofft auf zahlreiche Abnehmer.

Wheelys – das soll ein Café auf Rädern sein, das mit dem „vollen Service“ überzeugen möchte. Neben Kaffee listet man auch Tee, Säfte, kalte Getränke, Salate, Früchte, Sandwiches und Backwaren sowie Eis auf der Karte. Fließend Wasser, Platz für Müll, eine Spüle und Abwasser braucht man dazu auch noch auf dem Rad. Außerdem lockt man mit kostenlosem WLAN, das über ein Solarmodul ermöglicht wird. Ebenso vom Strom abhängig sind die eingebauten Lautsprecher, ein LCD-Display und die Antriebsunterstützung fürs Fahrrad. Geheizt wird übrigens nicht mit Strom, sondern („erneuerbarem“) Gas. All das, mit klappbaren Elementen und einer Lichterkette, soll auf den hübschen rot-weißen Rädern Platz haben und dort gezwungenermaßen Wind und Wetter trotzen. Da man, im Gegensatz zu herkömmlichen Cafés, nie genau weiß, wo sich das Wheelys Café befindet, lassen sich deren Standorte auch per App verfolgen.

Wheelys orientiert sich an den großen Marken wie Starbucks, möchte deren Strategie und Technik nutzen – nur besser. Den Wheelys-Fahrern soll mehr Freiheit und Geld erhalten bleiben, dem Planet mehr Respekt entgegengebracht werden. Jeder, so heißt es auf der Website, kann sich ein Wheelys Café bestellen. Lediglich ein paar Kriterien müssen erfüllt sein, 3.450 Dollar für das Rad gezahlt und ein „kleiner“ monatlicher Beitrag entrichtet werden. Die Vorteile für die einzelnen Wheelys-Gewerbetreibenden seien demnach „minimale Startup-Kosten, minimale laufende Kosten, Umweltfreundlichkeit, Spaß, hoher Profit sowie Gesundheit“ – zumindest bis es regnet. Tatsächlich ist ein Wheelys Café deutlich einfacher und schneller „errichtet“, als beispielsweise ein Starbucks, welches laut Wheelys mehr als 100 Mal teurer in der Anschaffung ist. Außerdem gibt es im Gegensatz zum Kauf eines Wheelys 1.0 kein signiertes Foto von Matt Damon geschenkt.

(Screenshot: Gizmodo)Die Kaffeebecher des Unternehmens sehen, wie auch bei den meisten anderen Einzelhandelsketten, gleich aus. „Studien ergaben, dass die Menschen dazu bereit sind, bis zu 100 Prozent mehr für Kaffee zu bezahlen, wenn er in Bechern einer Marke ausgegeben wird“, zitiert Wheelys den Marketingspezialisten Andreas Antonsen. An einem Tag, so Wheelys, lassen sich damit bis zu 700 Dollar mit dem Rad verdienen. Das durchschnittliche Einkommen dürfte unserer Einschätzung nach aber bestimmt deutlich geringer sein. Mit dem neueren Wheelys 2.0, das dann auch wirklich alle oben genannten Features beinhaltet und 7.000 Dollar kostet, sollen am „richtigen Ort“ sogar 1.200 Dollar drin sein.

Bislang habe man binnen vier Monaten bereits mehr als 30 der fahrenden Cafés in über zehn verschiedenen Ländern in Umlauf gebracht. In Zukunft möchte man aber stark wachsen und das Café revolutionieren. Spontan, umweltfreundlich und gesund. Nachhaltig, Fair Trade und – leider – abhängig vom Wetter. Definitiv ein spannendes Start-Up, ganz einfach ihrer konsequenten Spontanität und Mobilität wegen, die sie in der Gesellschaft erkennen und selbst per App und Fahrrad schnell und einfach ins Leben rufen.

Was meint ihr? Fehlt euch das mobile Café in der Innenstadt, oder kokettiert ihr gar damit, selbst ein Wheelys-Fahrer zu werden? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Tags :Quellen:Wheelys Café Screenshot: Gizmodo
    1. Im Gegensatz zum Kauf eines Wheelys 1.0 gibt es beim Eröffnen eines Starbucks kein signiertes Foto von Matt Damon geschenkt. Das steht so auch im Text, nur auf zwei aufeinanderfolgende Sätze verteilt.

  1. Die Frage ist ja was einen in ein Café treibt… ist es tatsächlich nur die Tasse mit dem Getränk oder vielleicht die Sitzgelegenheit mit Blick in den Trubel der City? Aber generell eine witzige Idee, die den Betreiber eines Rads sicher nicht zum Reichtum bringen wird. Als Franchisegeber hingegen könnte es sich lohnen wenn sich tatsächlich genug „Radler“ finden lassen.

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