Google Glass‘ Entwicklerversion ab heute nicht mehr im Verkauf

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Die Datenbrille Google Glass wird ab heute in ihrer Entwicklerversion nicht mehr verkauft. Grund dafür sei eine organistatorische Umstellung. Google möchte jedoch weiter als eigenständige Geschäftseinheit an der Glass-Sparte arbeiten und in einiger Zeit eine erschwinglichere Version auf den Markt bringen.

Ab heute verkauft Google die Datenbrille Glass nicht mehr in ihrer derzeitigen Entwicklerversion. Dies hat der Internetriese in einem Google+-Posting verkündet. Grund für den Verkaufsstopp seien organistatorische Umstellungen – die Google Glass-Abteilung wird ab sofort nicht mehr als Teil der Google X Labs agieren, sondern eine eigenständige Geschäftseinheit darstellen. Demzufolge wird auch künftig weiter an der Datenbrille gearbeitet. Im Fokus steht offenbar ein für den Endverbraucher gedachtes, günstigeres Modell von Google Glass, Details werden derzeit allerdings noch nicht verraten.

Der Chef der neuen Glass-Abteilung wird der frühere Apple-Manager Tony Fadell, der weiterhin als CEO die Google-Tochter Nest leiten wird. Um das Tagesgeschäft soll sich offenbar weiter die bisherige Glass-Leiterin Ivy Ross kümmern.

Fadell sagt zur Aufgabenverteilung: “Erste Versuche mit Google Glass haben den Weg geebnet und uns einen Eindruck gegeben, was für Verbraucher und Firmen wichtig ist. Ich freue mich darauf, mit Ivy zusammenzuarbeiten. Sie führt das Team, und wir arbeiten gemeinsam daran, die bisherigen Erkenntnisse in künftige Produkte einfließen zu lassen. Ich bleibe aber voll für Nest engagiert und freue mich gleichermaßen auf unsere Arbeit dort, die weiter Fahrt aufnimmt.”

Nest Labs hatte Google im Januar 2014 für 3,2 Milliarden Dollar in bar gekauft. Das von ehemaligen Apple-Mitarbeitern gegründete Unternehmen stellt intelligente Thermostate und Rauchmelder her. CEO blieb Tony Fadell, der als einer der Väter des iPod gilt. Nest arbeitet weiter hochgradig unabhängig von Google und tätigt beispielsweise Übernahmen.

Ivy Ross hatte Google im Mai 2014 als branchenfremde Glass-Chefin mit Design-Fokus geholt, offenbar um das Nerd-Image der Brille loszuwerden. Sie kam von Art.com, dem größten Onlinemarkt für Kunstreproduktionen, wo sie als Chief Marketing Officer arbeitete. Zuvor war sie für Calvin Klein, Swatch, Coach, Mattel, Bausch & Lomb sowie Gap tätig gewesen, wo sie nach eigenem Bekunden “immer an der Schnittstelle von Design und Marketing” beschäftigt war.

Das von den Google X Labs entwickelte Google Glass kann bisher nicht als reine Erfolgsgeschichte gelten. Die nur in den USA angebotene Explorer Edition zum Preis von 1500 Dollar stieß von Anfang an auf Skepsis – insbesondere die integrierte, nach vorn gerichtete Kamera, die offenbar vielen Menschen das Gefühl konstanter Überwachung gibt. Google reagierte lediglich mit Verhaltensempfehlungen für Käufer des Produkts. Es holte außerdem Ross und befasste sich mit Möglichkeiten, die Brille unscheinbarer zu gestalten.

Im November war Google-Gründer Sergey Brin zum ersten Mal seit etwa zwei Jahren ohne Google Glass in der Öffentlichkeit zu sehen gewesen. Einige Beobachter nahmen dies gleich als Indiz für nachlassende Unterstützung des Projekts durch Googles Chefetage.

Tags :Quellen:GoogleVia:Mit Material von Christian Schartel, CNET.de

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