Test: Fitbit Charge – Neuer Fitness-Tracker, alte Funktionen [Testvideo]

Fitbit Charge (Bild: Gizmodo)

Fitbit zeigt ihren neuen Fitness-Tracker Fitbit Charge. Das Armband versteht sich als universelle Motivationshilfe für mehr Bewegung im Alltag. Warum sich die Investition von immerhin 129 Euro trotz guter Hard- und Software dennoch nicht für jeden lohnt, verrät euch dieser Test des Fitbit Charge mit Testvideo.

Fitbit Charge

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Der Markt für Fitness-Tracker scheint höchst lukrativ und noch längst nicht gesättigt zu sein. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass immer mehr Unternehmen ihre eigenen Versionen von Fitness-Armbändern auf den Markt werfen. Fitbit gehört neben Jawbone (hier unser Ersteindruck von Jawbone UP3) jedoch zu den ersten Firmen, die erfolgreich ihre Tracking-Produkte am Markt etablieren konnten.

Fitbit Portfolio

Nun zeigen sie mit dem Fitbit Charge (Q4 2014), dem Fitbit Charge HR (Q1 2015) und dem Fitbit Surge (Q1 2015) die neueste Generation ihrer Fitness Tracker. Während sich die Fitbit Surge mit ihren 249 Euro an (semi-)professionelle Sportler richtet, zielen Fitbit Charge und Fitbit Charge HR eher auf Nutzer, die sich im Alltag zu mehr Bewegung motivieren lassen wollen.

Größter Unterschied zwischen den beiden: Das Fitbit Charge HR (HearthRate) kostet 149 Euro und kommt im Gegensatz zum Fitbit Charge für 129 Euro mit einem Herzfrequenzmesser. Somit lässt sich das Fitbit Charge am ehesten mit dem immer noch erhältlichen Fitbit Flex vergleichen.

Fitbit Charge (Bild: Gizmodo)

Alte Technik im neuen Gewand

Das Fitbit Charge unterscheidet sich vom Fitbit Flex hauptsächlich in einem Punkt: Es kommt mit einem kleinen OLED. Dieses lässt sich aktivieren, indem man entweder zweimal auf das Armband tippt oder indem man den einzigen an der Seite befindlichen Knopf drückt. Das einzeilige Display zeigt auf Wunsch die Zeit, die zurück gelegten Schritte, die zurück gelegte Strecke, die verbrauchten Kalorien oder die bewältigten Etagen an – alles in Echtzeit.

Sehr schön: Bei einem Anruf vibriert das Armband und die Anrufer-ID wird im Display angezeigt. Das wars dann aber auch schon mit den Smartwatch-Funktionen. Hält man den Knopf am Fitbit Charge gedrückt aktiviert und stoppt man einen Timer.

Fitbit Charge (Bild: Gizmodo)

Verarbeitung

Mir liegt das schwarze Modell vor. Es kommt außerdem in den Farben Grau, Blau sowie Dunkelrot und den Größen S und L. Das gut zwei Zentimeter breite Armband besteht aus einem elastischen Elastomer und lässt sich nicht wechseln. Die Verarbeitung wirkt sehr hochwertig. Leider ist das Fitbit Charge jedoch nur wasserabweisend bis 1 ATM. Unter die Dusche würde ich mit ihm nicht gehen, von Schwimmen gehen ganz zu schweigen.

Die Betriebstemperatur wird mit -20 bis 45 Grad Celsius angegeben, die maximale Einsatzhöhe beträgt 9.144 Meter. Wie Fitbit auf diesen genauen Wert kommt, verstehe ich nicht ganz. Auch bezweifle ich, dass sich allzu viele Nutzer in solchen Höhe sportlich betätigen. Zumindest heißt diese Zahl wohl, dass das Fitbit Charge während eines Langstreckenflugs den Gang zur Toilette nicht mehr zuverlässig zählt.

Fitbit Charge (Bild: Gizmodo)

Genauigkeit

Apropos Zuverlässigkeit. Um die Genauigkeit beim Schrittzählen zu überprüfen, zählte ich manuell 1.000 Schritte ab und überprüfte das Ergebnis mit dem auf der Uhr. Die dort angezeigten 1.007 Schritte ergibt eine Abweichung von 0,7 Prozent. Mit einer derartigen Genauigkeit hätte ich im Vorfeld nicht gerechnet.

Weniger exakt ist das Ergebnis der Etagenmessung. Die Uhr zeigt mir derzeit 12 Etagen an. U-Bahn runter (1), U-Bahn rauf (1), hoch ins Büro (2), mittags runter Brötchen holen (2) und wieder hoch ins Büro (2) mach bei mir 8 und nicht 12 bewältigte Etagen.

Fitbit Charge (Bild: Gizmodo)

Akku

Mit einer Akkuladung soll das Fitbit Charge sieben Tage durchhalten, bis es wieder ans Netz muss. Bei meinem Test zeigte sich, dass der Fitness-Tracker sogar fast zehn Tage durchhält. Die Ladedauer beträgt mit einem ausreichend starken, nicht mitgelierten Ladeteil eine gute Stunde. Geladen wird mit einem mitgelieferten proprietären Ladeadapter.

Ich finde es sehr schade, dass Fitbit hier nicht einen normalen microUSB-Port verbaut hat, meinetwegen mit wasserabweisendem Stöpsel, um universelle Ladegeräte zu erlauben. Das wäre gerade bei solch einem ultraportablen Gerät mit begrenzter Akkulaufzeit wirklich schön gewesen.

Fitbit Charge (Bild: Gizmodo)

Synchronisation

Das Fitbit Charge stellt über Bluetooth 4.0 Verbindung mit eurem Android, iOS und sogar Windows Phone her. Über einen mitgelieferten Dongle kann es mit Windows- oder MacOS-Rechnern kommunizieren. Die erste Installation verlief sowohl mit Android, als auch mit iOS problemlos, was man nicht von alles Fitness-Trackern behaupten kann (siehe unser Test-Desaster mit dem Epson Pulsense PS-100). Auch danach war das Fitbit Charge stehts angenehm kommunikativ und übermittelte seine Werte zuverlässig an das jeweilige Smartphone.

Sollte mal kein Smartphone in der Nähe sein, speichert das Armband seine detaillierten Daten 7 Tage lang. Die Gesamttageswerte werden sogar 30 Tage lang im Speicher gehalten. Hier kannst du schauen, ob dein Smartphone mit dem Fitbit Charge kompatibel ist.

Fitbit Charge (Bild: Gizmodo)

Software

Die von mir getestete Fitbit-Apps auf iOS und Android sind funktionell und optisch so gut wie gleichwertig. Sie präsentiert sich übersichtlich und schick. Unter dem Punkt Dashboard werden alle tagesaktuellen Werte angezeigt. Dahinter verbergen sich dann Statistiken und Optionen. Hinter „Schritte“ erscheint zum Beispiel ein Balkendiagramm um zu sehen, wie viel man in den letzten Tagen / Wochen / Monaten gelaufen ist. Unter Dashboard kann auch der automatisch erkannte Schlaf angezeigt werden.

Übrigens kann man auch Produkte anderer Unternehmen mit der App verbinden. So können Besitzer einer Withings Waage mit WLAN immer ihr aktuelles Gewicht mit dem Fitbit-Konto verbinden. Außerdem gibt es Optionen für einen Ernährungsplan. Auch die täglich getrunkene Menge an Wasser kann eingetragen werden.

In der App kann man sich außerdem mit Freuden, die ebenfalls einen Fitness-Tracker von Fitbit besitzen verknüpfen und verschiedene Challenges austragen. Einen tieferen Einblick in die Software findest du in unserem ausführlichen Testvideo.

(Grafik: Gizmodo)

Fazit

Mein größter Kritikpunkt am Fitbit Charge: Das neue Fitness-Armband kann kein bisschen mehr als andere Fitness-Tracker schon vor über einem Jahr. Für 129 Euro erwarte ich hier einfach mehr. Klar, die verbaute Technik ist recht genau, das Armband bequem, der Stil zurückhaltend minimalistisch, die Akkulaufzeit gut, die Software übersichtlich und das kleine Display wirklich praktisch. Trotzdem sollte jeder der mit einem Kauf liebäugelt vielleicht auf das Fitbit Charge HR warten. Für nur 20 Euro mehr ist hier außerdem ein Pulsmesser integriert – ein echter Mehrwert gerade für Sportler.

Alternativ kann man auch mal einen Blick zur Konkurrenz werfen, zum Beispiel dem Jawbone Move. Es ist zwar optisch, nun ja, gewöhnungsbedürftig und kommt ohne Display. Allerdings kostet es dafür nur 49 Euro, arbeitet mit einer Batterieladung 6 Monate und kommt fast mit den gleichen Funktionen.

Gerade in einem Markt der sich noch in den Kinderschuhen befindet und der sich rasant weiterentwickelt sollte man sich zweimal überlegen, viel Geld für ein Fitness-Band auszugeben. Das gekaufte Produkt könnte innerhalb kürzester Zeit zum alten Eisen gehören.

Pro / Con

plusVerarbeitung & Optik

plusGenauigkeit

plusDisplay

plusAkku

minusTeuer

minusKeine neuen Funktionen

 

Tags :
    1. Sehr clever, danke für den Tipp! Nun muss nur noch geklärt werden, wer sich in solch einer Höhe sportlich betätigt.

      1. Als Träger der Charge seit knapp 2 Monaten, muss ich sagen, dass ich sehr zufrieden mit dem Tracker bin. Er hat schon lange meine normale Armbanduhr abgelöst.
        Weniger wichtig sind mir neue Funktionen. Wenn die Funktionalität gegeben ist, die ich brauche und erwarte (und es ist nunmal ein Tracker und keine Smartwatch), ist das mehr als ausreichend. Mehr Spielkram kostet auch mehr Batterie.

        Bei der Höhenangabe handelt es sich um eine gern verwendete Größe. Es geht, getestet, tatsächlich um die Zuverlässigkeit der Messung, wenn man sich im Flugzeug bewegt. Grundlegend ist hier die Spezifikation des integrierten Barometers. Dieses hat nunmal den angegebenen Messbereich und damit kann dieser auch entsprechend angegeben werden. Sport ist da nicht mehr möglich (Mount Everest 8848m Höhe). Dieses Barometer ist auch für die Definition der gestiegenen Etagen zuständig. Hier geht es um Höhenmetern im Vergleich. Woher soll der Tracker auch wissen, wieviele Stufen eine Etage ausmachen und wie hoch diese Stufen sind. Eine genaue Etagenzählung ist demnach garnicht möglich.

        Als Tipp, bei den beiden großen Eletronikhändlern mit ihren Läden, gibt es die Charge günstiger. Man muss ja nicht alles Online bestellen. Zudem ist jetzt ja die Charge HR vorgestellt worden, die für 20€ mehr eine weitere Funktion bietet, die mich demnächst bei Verfügbarkeit im örtlichen Handel, definitiv zum Upgrade tendieren läßt. Das größte Plus ist sowieso die Verfügbarkeit der App für Windows Phone. Weder Jawbone noch Epson oder was auch immer können da mithalten. Microsoft kommt ja leider bisher ihrem MS Band nicht aus den USA raus. Also gibt es nicht viele Optionen als Windows Phone User.

        Super ist zudem die Funktion, sich mit Freunden messen zu können, für den kleinen Wettstreit übers Wochenende. Diese Freunde müssen dabei nichtmal einen Tracker haben (hilft aber). Die App und ein entsprechender Account reichen aus. Die meisten aktuellen Smartphones können die Schritte zählen, die dann auch die Fitbit App nutzen kann. Für erreichte Ziele gibt es Badgets, quasi als Belohnungen und Ansporn.

        Das größte Minus ist für mich tatsächlich das eigene Ladekabel. Im Urlaub hatte ich meins vergessen und Ersatz ist zwar Online verfügbar, aber in den Stores (zumindest auf der grünen Insel) nicht zu bekommen.

  1. Hallo Matthias,
    soweit ich weiß sind 1atm(Atmosphäre) =1bar =10 Meter Wassertiefe. Mann kann damit also beruhigt schwimmen und ein bißchen tauchen gehen (nur im Pool :)) . Schreiben Fitbit auch so auf Ihrer Webseite.
    Was auch ein Grund ist mir die Charge HR zu kaufen. Guter informativer Artikel
    Weiter so

    1. Hi Ralf, danke für dein Feedback! Ich wäre mir mit deiner Definition von ATM nicht so sicher. Schau mal hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserdichtigkeit
      Dort steht, dass 3 ATM spritzwassergeschützt sei, 5 ATM duschen, 10 ATM schwimmen. Danach dürfte man mit dem Fitbit Charge nicht mal in den Regen. Ich frag mal bei Fitbit nach.

    1. Dein Kommentar wartete nicht auf Freischaltung, sondern ging direkt in den Spam. Hab ihn rausgefischt, danke für deine ausführliche Antwort. :)

  2. Hallo, ich wollte nur mal nachfragen, ob der Fitbit Charge hr nun tauchfähig ist, da ich regelmäßig zum Tauchen gehe. :) und wenn ja, wie tief man nun damit tauchen kann.

    Lg
    Charlyne:)

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