Test: Doogee Titans 2 DG700 – Das 110 Euro Smartphone im Praxistest

(Bild: Gizmodo)

Das Doogee Titans 2 DG700 ist ein optisch wirklich beeindruckendes Smartphone. Dank seines massiven Metallrahmens und der Rückseite in Lederoptik mit Metallapplikationen wirkt es wie aus einer anderen Smartphone-Welt. Dabei ist es mit seinen 110 Euro ein echtes Schnäppchen. Wir verraten euch, ob sich der Kauf des Doogee Titans 2 DG700 lohnt.

Doogee Titans 2 DG700

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Doogee Titans 2 DG700

Erstmal vorneweg vielen Dank an efox-shop.com, die uns das Doogee Titans 2 DG700 netterweise zur Verfügung gestellt haben. Wer möchte, kann das Doogee Titans 2 DG700 für 111,99 hier bestellen. Auch wenn hier noch Versandkosten und eventuell Zollgebühren hinzukommen können, handelt es sich um einen sehr guten Preis.

Ich war wie bereits angekündigt im Vorfeld sehr gespannt, wie sich das Doogee Titans 2 DG700 bei mir im Alltag schlägt. Nach genau einer Woche hatte ich genug von dem Experiment. Ich steige wieder um. Hauptgrund: Mir persönlich ist das Display des Doogee Titans 2 DG700 mit seinen 4,5 Zoll schlicht zu klein. Noch schlimmer wiegt jedoch die wenig durchdachte Software und die miese Kamera.

Kein Lust auf Lesen? Dann zieh‘ dir den Test im Video rein.

Doogee Titans 2 DG700 Design & Verarbeitung

Das Design des Doogee Titans 2 DG700 ist extrem markant. Halten sich Höhe und Breite mit 141 x 72 Millimeter noch im Rahmen, trägt es mit einer Dicke von fast 14 Millimetern richtig fett auf. Noch heftiger wird es, wenn man das Doogee Titans 2 DG700 in die Hand nimmt. Das Gerät wiegt stolze 230 Gramm. Damit ist es doppelt so dick und doppelt so schwer wie die einige andere Smartphone-Vertreter.

Das massive Äußere soll für ein echtes Alleinstellungsmerkmal sorgen: So ist das Doogee Titans 2 DG700 angeblich ganz besonders für belastende Ausflüge in die Wüste oder in den Dschungel geeignet. Denn es erfüllt zum einen die wasser- und staubabweisende Norm IP67. Damit soll das Doogee Titans 2 DG700 30 Minuten einen Meter unter Wasser überstehen, bevor Feuchtigkeit in das Gerät eindringt.

Doogee Titans 2 DG700 (Bild: Gizmodo)

Zum anderen hält es Temperaturen zwischen -40 und 85 Grad aus. Sogar das Display wurde extra verstärkt und soll Druck bis zu 1,5 Joule ohne Schäden überstehen. Dafür sorgt auch die schockresistente Folie auf dem Glas. Tatsächlich ist mir das Doogee Titans 2 DG700 einmal mit viel Schwung aus einem Meter auf den Asphalt geknallt. Außer ein paar kleinen Kratzern ist das  DG700 noch heil.

Diese „scheißegel“-Mentalität des Doogee Titans 2  gegenüber Umwelteinflüssen hat zur Folge, dass sich sowohl Klinken, als auch Micro-USB-Port hinter einer dicken Plastikklappe verbergen. Hier haben die Entwickler des DG700 nicht mitgedacht. Denn beide Anschlüsse befinden sich zu tief im Gehäuse und sind dadurch nicht mit allen Micro-USB-Steckern und Klinkensteckern kompatibel, wohl aber mit den meisten.

Dieser Fail des Produkt-Designers hatte dann auch gleich ein etwas peinliches Erlebnis zur Folge. Als ich ein Päckchen in der Post abgeben musste, merkte ich erst nachdem ich knapp fünf Minuten in der Schlange vorm Counter stand, dass meine Spotify-Playlist nicht nur aus dem Kopfhörern auf meinen Ohren, sondern auch aus dem Gerät selbst quäkt. Der Stecker der Bose Soundtrue (hier geht’s zum Test) ging schlicht nicht tief genug rein, um alle Kontakte einwandrei zu verbinden. Das war das erste Mal, dass ich richtig sauer auf das Doogee Titans 2 war.

Doogee Titans 2 DG700 (Bild: Gizmodo)

Eines muss man dem Doogee Titans 2 lassen: Es ist eines der männlichsten Smartphones, die ich je in der Hand hatte. Daran ist nicht nur der massive Metallrahmen Schuld, sondern in erster Linie die schwarze Rückseite aus falschem Schlangenleder, echten Nähten und Plastikapplikationen im Chrom-Look. Die Rückseite erinnert dabei übrigens stark an einige Modelle der Edelsmartphone-Marke Vertu (danke an Marko für den Tipp).

Auf der linken Seite befinden sich zwei Tasten für die Laustärke. Eine der zwei Tasten auf der rechten Seite schaltet das DG700 an, beziehungsweise aus. Die andere Taste kann frei programmiert werden. Standardmäßig öffnet man mit ihr bei langem gedrückt halten die Kamera App. Drückt man sie zweimal öffnet sich eine Taschenlampen-App. Allerdings auch hier wieder ein kleiner WTF!-Moment. Kaum wurde die Taschenlampe auf diese Art aktiviert, verlangt das Titans 2 die PIN-Eingabe. Ein wirklich doofer Bug.

Unter der Rückseite befindet sich der großzügig dimensionierte 4.000 mAh Akku. Darunter findet man zwei SIM-Kartenslots und einen micro-SD-Karten-Slot, um dem internen Speicher von nur 8 GByte erweitern zu können. Das würde ich in dem Fall auch dringend empfehlen, 8 GByte, von denen nur etwa 4,5 GByte zur Verfügung stehen sind schneller voll als einem lieb ist.

Doogee Titans 2 DG700 (Bild: Gizmodo)

Display

Das 4,5 Zoll große Display löst mit 960 mal 540 Pixel auf. Damit kommt das Doogee Titans 2 auf eine Pixeldichte von 245 ppi. Pixel sind bei ganz genauem Hinschauen zu erkennen. Das Panel soll von LG gefertigt worden sein. Es leuchtet erstaunlich hell. Die Blickwinkel sind stabil.

Als störend empfand ich die ungewöhnlich dicken Displayränder an allen Seiten. Die drei Android Tasten befinden sich nicht auf dem Display, sondern darunter und sind nicht beleuchtet. Ansonsten ist das Display ok. Nur für meinen Geschmack wie bereits oben erwähnt zu klein.

Doogee Titans 2 DG700 (Bild: Gizmodo)

Performance

Im DG700 werkelt ein Mediatek MTK6582. Der Quad-Core-Prozessor taktet mit 1,3 GHz und wird von der GPU Mali-400 MP2 sowie 1 GByte RAM unterstützt. Im Antutu Benchmark v5.6 erreicht das Doogee Titans 2 19.244 Punkte. Auch wenn die Performance insgesamt in Ordnung geht, merkt man an der ein oder anderen Stelle leichte Verzögerungen und Ruckler.

Normale Spiele lassen sich dennoch gut darauf spielen. Bei anspruchsvolle 3D-Games muss allerdings deren Detailstufe etwas nach unten geregelt werden, damit eine hohe Framerate aufrecht erhalten werden kann. Das Surfen mit dem Browser gelingt auch bei komplexen Seiten recht flott.

Akku

Ein Highlight des DG700 ist ohne Frage sein großer 4.000 mAh Akku. Damit kommt das Gerät bei intensiver Nutzung 48 Stunden mit einer Ladung aus. Bei sparsamer Nutzung sind auch drei Tage kein Problem. Allerdings dauert es mit über 2,5 Stunden auch recht lange, den großen Akku wieder aufzuladen.

Kamera

Auf der Rückseite kommt eine 8 Megapixel Kamera zum Einsatz, auf der Vorderseite eine 5 Megapixel Kamera. Angeblich soll die auf der Rückseite verbaute Linse auch bei iPhones zum Einsatz gekommen sein. Davon merkt man gar nichts. Die mit dem Doogee Titans 2 geschossenen Bilder sind schlicht grausam. Sie sind verwaschen, unscharf, schlecht ausgeleuchtet, mit miesem Blitz und kaum Details. So macht das keinen Spaß. Die Frontkamera ist dagegen ganz in Ordnung. Aber macht euch einfach selbst ein Bild von der Qualität der Bilder. Klickt dafür auf die Bilder und im nächsten Screen auf „Volle Auflösung“.

(Bild: Gizmodo) (Bild: Gizmodo) (Bild: Gizmodo) (Bild: Gizmodo) (Bild: Gizmodo)
Software

Es ist mir einfach ein Rätsel, warum besonders kleine Unternehmen so viel Wert darauf legen, das eigentlich wirklich gute Stock-Android mit zusätzlichen Features zu versehen. Denn gerade bei Unternehmen mit geringem Budget kommt nur selten etwas brauchbare dabei raus. Leider bildet da das User Interface auf dem DG700 keine Ausnahme.

Hier kommt noch erschwerend hinzu, dass die über das Optionsmenü erreichbaren zusätzlichen Features nicht nur wenig praktikabel, sondern auch noch miserabel oder gar nicht übersetzt wurden. Beispiel gefällig? Ein Menüpunkt heißt „Kommunikation somatosensorischen – Flip stumm, Lasch Antwort“. Das muss doch nicht sein.

Dann wiederum fehlen essentielle Menüpunkte. So ist es zum Beispiel nicht möglich, die extrem helle Benachrichtigungsleuchte abzuschalten. Auch per App war mir das nicht möglich, irgendwann habe ich aufgegeben.

Auch gibt es keinen Shortcut, um die Bildschirmhelligkeit zu regulieren. Tatsächlich muss man hier erst ins Optionsmenü, dort auf Display, dann auf Helligkeit. Hat denn hier keiner bei der Anpassung des Android 4.4.2 mitgedacht?

Zu diesen Schwächen in der Usability gesellen sich dann noch ärgerliche Bugs wie der oben beschrieben Taschenlampen-Bug. Außerdem musste ich beim Öffnen der Facebook App mein Facebook Passwort bereits zum fünften Mal eingeben. Irgendwie scheint die App das immer wieder zu vergessen. Das ist mit noch bei keinem anderen Handy passiert.

Die Software ist wirklich grausam um vermiest mir den Spaß an dem Handy gehörig. Ich kann nur jeden Käufer empfehlen, das Doogee Titans 2 so schnell es geht zu rooten und eine Custom Firmware zu spendieren.

gizrank 20 Sterne

Fazit

Ganz ehrlich: Ich bin genervt vom Doogee Titans 2 DG700. Ursprünglich wollte ich es 14 Tage als mein Haupthandy nutzen. Nach sieben Tagen lege ich es nun leicht gefrustet in die Ecke. Das Gerät hat einfach ein zu kleines Display trotz seines massigen Körpers. Viel schlimmer ist hier die Software, wirklich nervig. Wenn es darum ging, schnell ein Foto zu machen, habe ich das Doogee Titans 2 DG700 lieber gleich in der Hosentasche gelassen. Die Ergebnisse waren ohnehin nicht zu gebrauchen.

Auf der anderen Seite muss man natürlich sehen, dass das DG700 bei efox-shop.com eben nur 111,99 Euro kostet. Dafür bietet es ein interessantes und ziemlich männlich wirkendes Design, eine hohe Widerstandskraft gegen Stürze, Wasser sowie Schmutz und einen hervorragenden Akku.

Trotzdem empfehle ich wenn möglich ein paar Euro mehr zu investieren und ein brauchbares Handy zu holen. Zum Beispiel das Honor 3C für 140 Euro UVP (hier gehts zu unserem Test des Honor 3C). Wenn es denn unbedingt ein Outdoor-Handy sein soll, dann lohnt es sich vielleicht auf das Anfang Februar erscheinende No.1 X1 X-Men zu warten. Das 5 Zoll Smartphone hält sogar noch mehr aus, besitzt einen astronomisch großen 5.800 mAh Akku und kostet auch nur 139,99 Euro.

Pro / Con

plusplusMit 110 Euro sehr günstig

plusInteressantes und männliches Design

plusStoßfest und IP67 Zertifizierung

plusGroßer Akku

minusminusMiese Softwareanpassung

minusGlobig und schwer

minusSehr schlechte Kamera

Tags :
  1. Hab mir das Doogee Titans DG 700 trotz des hier veröffentlichten Tests bei Tinydeal bestellt.
    Das Smartphone wurde mir kostenlos und schnell geliefert und ich bin sehr zufrieden damit.

  2. ich hab mir das Doogee Titans 2 wegen der Dualsim Funktion und dem Wasserdicht geholt, da das momentan benutze CAT B15 mich zur Verzweiflung trieb (ständig Netzverlust , etliche Meldungen Speicherplatz zu gering und seit einer Woche selbsttätiges ausschalten nach Anrufeingang )
    Also Schnelligkeit und Appstabilität im Gegensatz zum CAT – SPITZE
    aber jetzt der Punkt der mich voll ……zensiert…..
    WASSERDICHT?? , das ich nicht lache , das Ding saugt das Wasser regelrecht auf
    es ist beim Spazierengehen aus der Hand gerutscht und in eine ca 3mm tiefe Pfütze gefallen
    sofortiges aufheben konnte es (vorerst) nicht retten
    was mich aber gnädig stimmte war dass nach 2 Tagen Heizungsparken und etwas ausprobieren mit den Köpfen, das Telefon wieder einwandfrei Funktioniert
    Wer also ein Dualsim Telefon das recht pasable Fotos (wenn man die richtige Einstellung gefunden hat) macht , eine wahnnsinn WLAN Antenne hat und dafür keine 150€ ausgeben möchte , ist mit diesem Telefon gut beraten

  3. Ich hab das Doogee Titans 2 DG700 für einen Bekannten erstanden, der bis jetzt noch kein Smartphone hatte und ein günstiges und robustes Telefon suchte.
    Hier ein paar Eindrücke:
    – es ist relativ schwer und klobig, wirkt aber recht robust (wenn es auf den Boden fällt, hat man mehr Angst um die Fliesen als um das Telefon)
    – der Akku ist sehr gut, bei meinem Bekannten reicht er für eine komplette Woche (er ist sicherlich kein Poweruser, aber er nimmt das Ding schon her)
    – die Akkuanzeige funktioniert leider nicht richtig, bei einem Füllstand von ca. 30% schaltet das Telefon irgendwann einfach ab. Vielleicht ist der Akku nicht richtig kalibriert? Oder ein Softwarebug?
    – Kamera ist wirklich nicht die tollste
    – das Display ist recht brauchbar
    – Was bei einem Outdoortelefon wirklich sehr schade ist, dass kein E-Kompassensor verbaut ist! Vielleicht war das ja auch einfach nicht möglich, da der Metallrand wirklich sehr massiv ist
    – die frei programmierbare Taste ist recht praktisch, sowas würde ich mir für alle Smartphones wünschen!
    – ob das Teil wirklich wasserdicht ist möchte ich lieber nicht ausprobieren!

    Fazit: Mein Bekannter ist im groben recht zufrieden mit dem Teil, da für ihn die lange Akkulaufzeit wichtig ist! Das Telefon ist für Gelegenheitsnutzer oder als Zweittelefon brauchbar und für ein wenig über 100€ kann man es schon kaufen, trotzdem hoffe ich, dass noch ein Softwareupdate nachgereicht wird, oder dass eine brauchbare Custom ROM kommt!

  4. 4,5 Zoll sind eigentlich nicht sehr klein. Aber gut, Geschmackssache. Was hier übersehen wird ist, dass es sich um ein Outdoorgerät handelt. Dort sind größere Geräte eher selten (wegen der Robustheit), vor allem in dem Preissegment. Das scheint in der Wertung nicht richtig beachtet worden zu sein. Und Rand? Es ist ein Outdoorgerät! Natürlich geht das Display nicht bis zum Rand, das wäre sonst eine ziemlich dumme Konstruktion, da sehr empfindlich. Ich würde mich ein wenig mehr über die Smartphonekategorie informieren und dann entsprechende Vergleiche anstellen. Derartige Geräte haben eben andere Anfoderungen als iphones und sind dann zb wegen der gewünschten längeren Akkulaufzeit und Robustheit etwas klobiger und weniger auf empfindliche Luxuskameras fokusiert (und auch hier wieder: Preiskategorie?). Ich kaufe mir auch keine Gurke und beschwere mich dann, dass Äpfel runder sind ;)

    Softwarebugs lassen sich übrigens leicht mit dem Auspielen von neuer ausbessern. Der Bug mit der Taschenlampe liegt wohl eher an Android selbst.

  5. Selten einen sinnfreieren „Test“ gelesen! Man testet ein 4,5 Zoll – Handy und dann kritisiert man, dass es nur 4,5 Zoll hat? Man kann vorher lesen, dass das Handy 228 gr. wiegt – und kritisiert dann das hohe Gewicht? Man kritisiert an einem Outdoor-Handy einen massiven, dicken (Schutz-)Rand?

    Aber wenn man dann zum Schluss liest, dass der Tester eigentlich ein iSHEEP – Jünger ist, relativieren sich derartig objektive Testergebnisse ja ganz schnell wieder. Schade um die Zeit, die ich verschwendet habe mit dem Lesen dieses Unsinnes, der einem hier als „Test“ verkauft wird.

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