Apple erlaubt angeblich Sicherheitsüberprüfungen durch China

(Bild: Andreas Donath)

Nach einem Medienbericht gestattet Apple den chinesischen Sicherheitsbehörden, seine Produkte auf eventuelle Hintertüren hin zu untersuchen. Das ist Chinas Bedingung, seinen Markt für iPhones und Co. zu öffnen.

Nach einem Bericht der Beijing News will Apple den Behörden in China umfangreiche Unterstützung bei der Untersuchung seiner Produkte auf eventuelle Sicherheitsprobleme geben.

Apples Chef Tim Cook bestätigte gegenüber den Chinesen abermals, dass das US-Unternehmen keine Daten von Anwendern weitergebe und keine Hintertüren für Behörden und Geheimdienste einbauen würde und das auch niemals tun werden.

Eine solche Prüfung erfordert üblicherweise Einblick in den Quelltext. Wie das Prozedere aussehen könnte, steht nicht in dem Bericht. Dass Apple seinen Code per E-Mail nach China schickt, ist auszuschließen. Mutmaßlich werden sich Experten aus China in Cupertino für einen begrenzten Zeitraum damit beschäftigen können. Ähnlich verfuhr auch Microsoft bei Windows.

Einem anderen Bericht nach ist Whistleblower Edward Snowden davon überzeugt, dass sich auf iPhones eine “Spezialsoftware” befindet, die Behörden zu Spionagezwecken aus der Ferne aktivieren können. Unklar bleibt, ob Snowden ein normales Diagnose-Tool meint oder glaubt, dass die US-Geheimdienste Apples Mobilbetriebssystem kompromittiert haben.

Ende 2013 hatte der Internetaktivist und Journalist Jacob Appelbaum geschrieben, aus Unterlagen gehe hervor, dass die NSA eine Spionagesoftware namens DROPOUTJEEP für iPhones entwickelt habe. Den Vorwurf, es habe für die NSA eine Hintertür in iOS eingebaut, bestritt Apple tags darauf.

Allerdings tauchte Apples Name schon im Juni in den ersten Berichten der Washington Post und des Guardian über das NSA-Überwachungsprogramm PRISM auf. Es war eines von insgesamt neun Unternehmen, deren Kundendatenbanken angeblich von der NSA durchsucht werden können. Apple erklärte damals, es habe noch nie von PRISM gehört und gewähre keiner Behörde einen direkten Zugang zu seinen Servern. Auch Google, Facebook, Microsoft und die anderen betroffen Firmen haben stets jegliche Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst dementiert.

Aus kürzlich veröffentlichten Dokumenten geht zudem hervor, dass der britische Geheimdienst GCHQ iPhones per UDID trackte. Demnach war er Stand November 2010 auch in der Lage, bei einer Synchronisierung mit einem kompromittierten Computer beliebige Daten zu entwenden. Apple hat das UDID-System inzwischen aufgegeben.

Laut der Investmentbank UBS hat eine große Nachfrage nach dem iPhone in China Apples Absatzzahlen auf ein neues Rekordhoch befördert. Dem Analysten Steven Milutinovich zufolge gingen im letzten Quartal 35 Prozent aller verkauften iPhones nach China. Ein Jahr zuvor hatte die Quote 22 Prozent betragen. China wäre damit zu Apples größtem Markt aufgestiegen, da laut Sina News etwa 24 Prozent der Smartphones in den USA verkauft werden, die bisher Apples wichtigstes Land waren.

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[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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