Honor T1: 8-Zoll Android Tablet für 130 Euro im Test

(Bild: Gizmodo.de)

Mit dem Honor T1 hat die Huawei-Tochter ihr erstes Tablet auf den europäischen Markt gebracht. Wir haben uns das formschöne T1 im Detail angesehen und verraten in diesem Test, ob sich ein Kauf lohnen könnte.

Honor T1 im Test

Bild 1 von 12

Unterseite mit Micro-USB-Port

Knapp zwei Wochen sind vergangen seitdem mir Honor ein Testgerät des T1 zugesendet hat. Und ich muss ehrlich zugeben: In dieser Zeit habe ich immer häufiger mein iPad mini zur Seite gelegt. Freiwillig ein iPad gegen ein 130 Euro Tablet tauschen? Ja, das geht in vielen Bereichen habe ich festgestellt. Im Testbericht erkläre ich euch nun die Vor- und Nachteile des Honor T1 im Detail.

Design

Den Ruf eines edlen Design-Häppchens hat das Honor T1 schon für seinen Preis bekommen. Hier sticht in erster Linie die Rückseite mit der Aluminium-Platte hervor. Diese nimmt den größten Platz auf der Rückseite ein, wobei Honor trotzdem auf einen Plastikrahmen zurückgegriffen hat – ich nehme an aus Gründen der Konnektivität. In Bezug auf das Design bleibt das Hauptaugenmerk aber ganz klar am Aluminium hängen, sodass das Plastik nicht weiter auffällt.

Die Vorderseite mit Display, Lautsprecher, Frontkamera und Sensoren wurde vollständig mit Asahi Glas überzogen und hinterlässt in Kombination mit dem Chrom-Rahmen auch einen edlen Eindruck. Allerdings: Auch der Rahmen besteht nur aus einer verchromtem Plastik. Das kennen wir aber schon von den letzten Generationen des Samsung Galaxy S, warum sich also bei einem low-price Tablet darüber aufregen.

Die einzigen Buttons liegen auf der rechten Seite. Auf physische Buttons beim Display hat Honor verzichtet. So finden sich am rechten Rand die Laut-/Leiser-Wippe und der Power Button. Diese wackeln minimal und mir kam die Frage auf warum Honor beim T1 die Position der Knöpfe, im Vergleich zum Honor 6 Smartphone, vertauscht hat. Wer sich beide Produkte von Honor zulegen würde, könnte hier mitunter öfter verwirrt werden.

(Bild: Gizmodo.de)

Auch auf der rechten Seite des Honor T1 findet sich der Slot für microSD-Karten unter einer Klappe versteckt. Hier können Speicherkarten mit bis zu 32 Gigabyte eingesetzt werden.

Rundum wurde das Tablet also sehr gut verarbeitet, es knarzt nicht und lässt sich nicht verbiegen. Das Honor T1 wirkt so, allein auf der Basis des Designs, eher wie ein Tablet, welches sich auch Richtung 200 Euro ansiedeln ließe. Ebenso die Dicke von 7,9 Millimeter bei den Maßen 210,6 mal 127,7 Millimeter spricht eher für ein hochpreisigeres Tablet. Einzig das Gewicht von 320 Gramm könnte so manchen Arm müde werden lassen. Dies dürfte vor allem dem großen Akku verschuldet sein, sodass das Honor T1 minimal schwerer als das iPad mini (308 Gramm) in der Hand liegt.

Hardware

Wir haben die weiße beziehungsweise silberne Version mit 16 Gigabyte internen Speicher zugeschickt bekommen. Erweitert werden kann der Speicher zudem um bis zu 32 Gigabyte per microSD.

Im Inneren taktet ein Qualcomm Snapdragon 400 Quad-Core Prozessor mit 1,2 Gigahertz pro Kern – eine ordentliche Leistung für den Preis. Von einem Arbeitsspeicher mit einem mageren Gigabyte darf hingegen nicht zu viel erwartet werden.

Lob bekommt das Honor T1 dafür wieder für den eingangs erwähnten Akku. Dieser fasst 4.800 mAh und konnte die versprochene Standby-Zeit von 20 Tagen erfüllen. Im Test lag hatte ich ein voll aufgeladenes Honor T1 für 10 Tage liegen lassen, wobei der Akku nach der Zeit bei 62 Prozent lag.

Langes Leben dank Tablet Manager

Und auch im Gebrauch beweist der Akku sein Können. Rund zwei Tage konnten wir mit dem Honor T1 problemlos Surfen und Clips auf YouTube ansehen. Einzig bei Spielen schafft es das Tablet “nur” auf etwas mehr als einen Tag. Bei geringem Ladestand kommen dann die verschiedenen Energiesparmodi im Tablet-Manager zum Einsatz.

Display

Das acht Zoll große IPS Display des Honor T1 konnte mich sowohl begeistern, als auch enttäuschen. Einen positiven Eindruck hatten auf jeden Fall die Auflösung von 1280 mal 800 Pixel, die hohe Helligkeit und die rundum akzeptable Blickwinkelstabilität hinterlassen. Hier kann das Honor T1 vor allem als Media-Pad in punkto Videos und surfen Punkten. Bilder werden immer scharf dargestellt und Texte lassen sich auf dem acht Zoll Display sehr gut ablesen.

Nicht so fantastisch waren hingegen die leicht matschigen Farben. Hier kommt das Tablet zwar immerhin auf 16 Millionen Farben, allerdings wirken diese immer etwas blass. In Kombination mit leicht unscharfen Texturen verschiedener Applikationen kann das einen verwöhnten Tablet User manchmal stören – 188 ppi sind auch nicht wirklich ein Aushängeschild.

(Bild: Gizmodo.de)

Das Displayglas selbst ist zudem ziemlich anfällig für Fettschlieren und Konsorten. Auch spiegelt es bei leichtem Lichteinfall schon ziemlich stark, sodass man das Honor T1 schon direkt vor die Augen halten muss und nicht etwa neben sich auf den Tisch legen kann.

Im Großen und Ganzen meckere ich hier aber auf großem Niveau. Rückblickend auf die 130 Euro Verkaufspreis darf man dem Display des Honor T1 eigentlich keine Vorwürfe machen. Mit einem hellen HD Display können aktuell noch nicht viele low-price Tablets aufwarten.

(Bild: Gizmodo.de)

 

Ihr sucht Alternativen zum Honor T1? Dann schaut mal hier

Performance

Im Test konnte das Honor T1 zwar jederzeit seine Alltagstauglichkeit unter Beweis stellen, mit leichten Verzögerungen von ein bis zu zwei Sekunden beim Öffnen verschiedener Applikationen muss aber aufgrund des kleinen Arbeitsspeichers gerechnet werden.

Gerade aber zum Surfen, für (anspruchslose) Spiele oder Videos eignet sich das Honor T1 aber hervorragend. Das Tablet wird niemals warm und kann die genannten Inhalte problemlos wiedergeben. Selten mussten wir länger als zwei Sekunden auf das Laden von Spielen und anderen Applikationen warten, sodass das Honor T1 hier als gute Mittelklasse bezeichnet werden darf.

Auch der Antutu Benchmark bestätigt hier meine Einschätzung, sodass das Honor T1 mit 16.000 Punkten in die Mittelklasse kommt. Auch hatte ich einen 3D Mark über das T1 laufen lassen, doch hier konnten keine repräsentativen Werte erzielt werden, da beide Benchmarks das Honor T1 nur zum Teil erkannten und auslesen konnten.

Honor scheint das T1 für den Antutu Benchmark nicht zugelassen zu haben.

Honor scheint das T1 für den Antutu Benchmark nicht zugelassen zu haben.

Ich lasse bei der Performance daher noch einmal Gnade vor Recht walten und nehme die Benchmarks nicht mit in die Wertung. Grund hierfür: Für 130 Euro kann man “gefühlt” alle Funktionen des T1 ohne Probleme nutzen. In Bezug auf die Performance hat bei mir auch die Schnelligkeit und Leistung des Prozessors bei Spielen im Test ausgereicht.

(Bild: Gizmodo.de)

Und auch beim 3D Mark konnten wir keinen vernünftigen Test durchführen.

Warum Honor hier die Benchmarks anscheinend blockiert, konnte ich noch nicht klären. Ich gehe aber davon aus, dass unser Testgerät nicht für den Verkauf bestimmt ist und daher eine leicht abweichende Software aufgespielt bekommen hat. Deshalb fließen die Ergebnisse des 3D Marks und des Antutu Benchmark (vorerst) nicht in die Wertung des Gizrank mit ein.

Den “Battery Test” von Antutu würde ich jedoch wiederum gerne mit in die Bewertung aufnehmen, mache ich aber aus oben genannten Gründen nicht. Auch hier wurde das Tablet nur teilweise erkannt. Die Werte im Akku-Test bestätigten aber meinen Eindruck des Akkus und seine Langlebigkeit. Einziger Nachteil: Antutu vergleichte den Akku nicht mit dem eines Tablets. Das Honor T1 im Vergleich mit Smartphones fällt also aus dem Gizrank raus.

Im Battery Test liegt das Honor T1 weit vorne

Im Battery Test liegt das Honor T1 weit vorne

EMUI 1.6

Das Tablet von Honor stellt das zweite Device der Huawei-Tochter dar, welches ein veraltetes Betriebssystem nutzt. Hier kommt nur Android 4.3 zum Einsatz. Die von Honor etablierte EMUI Maske für Android wird gerade einmal in der Version 1.6 mitgeliefert. Updates sind aktuell nicht verfügbar und werden laut Honor auch nicht kommen.

Ein bisschen war ich in der Testphase daher schon vom OS enttäuscht, vor allem vom veralteten EMUI 1.6. Hier hätte man getrost noch ein Update versprechen können, um das Tablet etwas aktuell zu halten. So hinterlässt das Honor T1 aber ein bisschen den Beigeschmack eines rein für den einmaligen Absatz bestimmten Tablets ohne jegliche Service- und Update-Politik.

Allerdings: Dank der fehlenden Updates werdet ihr nie das Problem haben, dass euer Honor T1 irgendwann langsamer wird.

Kamera

Bei der Kamera des Honor T1 muss ich ganz ehrlich meinen Hut ziehen. Ich weiß zwar nicht welche Module die Huawei-Tochter da verbaut hat, aber ich bin mit der Leistung voll und ganz zufrieden. In den Beispielbildern erhaltet ihr einen kleinen Überblick.

(Bild: Gizmodo.de)

Rückkamera in Räumen bei guten Lichtverhältnissen

(Bild: Gizmodo.de)

Rückkamera Außen bei mittelmäßigen Lichtverhältnissen.

(Bild: Gizmodo.de)

Aber auch hier erzielt die Kamera ansehnliche Resultate.

(Bild: Gizmodo.de)

Auch die Frontkamera darf getrost genutzt werden.

PS.: Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Und was haltet ihr von der Kamera? Für eine 5 Megapixel Rückkamera und eine Frontkamera mit gerade einmal 0,3 Megapixel sind die Ergebnisse meiner Meinung nach hervorragend. Hier fallen mir höchstens ein fehlender LED-Blitz oder ein fehlender Autofokus als Kritikpunkte ein. Diese findet man aber auch nur bei wenigen Tablets.

Fazit

In meinen Augen wäre das Honor T1 das nahezu perfekte Tablet für Menschen, die nicht unbedingt 200 Euro und mehr für so ein mobiles Endgerät ausgeben möchten. Dank der verbauten Hardware steht einem das volle Funktionsspektrum eines Tablets der Mittelklasse zur Verfügung. Und auch das Helle HD Display und der äußerst strapazierfähige Akku machen beim Honor T1 Laune. Ganz zu schweigen vom gelungen Design aus Aluminium, Plastik und Glas, welches das Honor T1 preislich eher bei 200 Euro vermuten lässt.

Am meisten haben mich beim Honor T1 das eben noch gelobte Display und EMUI 1.6 gestört. So hell und scharf das Display bei Filmen und Surfen auch sein mag, bei der regulären Nutzung laufen einem immer wieder leicht unscharfe Texturen und etwas blasse Farben über den Weg. Auch die Anfälligkeit für Fettfinger und das nicht entspiegelte Displayglas stören zeitweilig. Ebenso wie das fest installierte Android 4.3 und EMUI 1.6 ohne Möglichkeit auf Updates. Hier hinterlässt das Honor T1 einfach einen schlechten Beigeschmack à la “wir haben euch das Tablet verkauft und kümmern uns nicht weiter darum”.

gizrank-big-4011

Nachdem ich die Benchmarks aus dem Gizrank genommen habe, komme ich beim Honor T1 auf vier von fünf möglichen Sternen. Im Fazit sehe ich das Tablet als wirklich gelungene preisliche Alternative zu iPad, Galaxy Tab, Lenovo Yoga Tablet, dem LG G Pad oder dem Sony Xperia Z2 Compact Tablet. Für 130 Euro bekommt man ein durchaus brauchbares Tablet geliefert, welches den Käufer gut und gerne zwei Jahre Freude bereiten dürfte.

Tags :

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising