NVIDIA GTX 970 – Immer mehr Kunden wollen ihr Geld zurück

(Bild: NVIDIA)

NVIDIA hat bei der GTX 970 irreführende Angaben zum Speichermanagement gemacht. Das kann bei rechenintensiven Spielen zu Performanceeinbrüchen führen.

Die Probleme treten auf, wenn Spiele mehr als 3,5 GB Videospeicher nutzen. Dann erst werden die restlichen, langsamer angebundenen 0,5 GB der 4GB-Karte zugeschaltet. In einem Interview von NVIDIA’s Jonah Alben mit PC Perspective wurde klar, dass in der GTX 970 im Gegensatz zur GTX 980 nur 7 der 8 Ports im Crossbar-Interface aktiviert sind. Das macht eine Speicheraufteilung notwendig, weil sonst der siebte Port bei Volllast mit doppelten so vielen Requests wie die anderen sechs zurechtkommen müsste – er ist als einziger mit zwei DRAM-Bausteinen verbunden. Deswegen wurde der Videospeicher aufgeteilt. 3,5 GB wurden auf sieben der verbauten acht Speicherbausteine gemapped, die restlichen 0,5 GB auf den achten DRAM. Der kleinere Speicherbereich wird laut PC Perspective isoliert um 1/7 langsamer angesteuert als die restlichen 3,5 GB.

Der Videospeicher der GTX 970 wurde also in „schnelle“ 3,5 GB und „langsame“ 0,5 GB aufgeteilt. Das gab NVIDIA erst nach massivem öffentlichen Druck in einem Statement zu. Aus den korrigierten Spezifikationen ging außerdem hervor, dass die GTX 970 dank des fehlenden Ports im Speicherinterface weniger ROPs und weniger L2-Cache als die GTX 980 enthält.

Ein NVIDIA-Mitarbeiter aus Santa Clara hatte zwischenzeitlich für weitere Aufregung gesorgt. In einem Forenpost behauptete er, die Firma arbeite an einem Treiberupdate, mit dem sich die Performance der Karte weiter verbessern ließe. Dieser Post wurde mittlerweile bearbeitet, und linkt nun auf einen AnandTech-Artikel, in dem die Speicheraufteilung genauer beschrieben wird. Auch das Angebot, sich um eine Rückerstattung zu kümmern, wurde mittlerweile wieder aus dem Post entfernt.

Mittlerweile nehmen einige Händler die Grafikkarten wegen falscher Angaben wieder zurück. Auch wenn die GTX 970 keine schlechte Grafikkarte ist – der Imageschaden für die Firma scheint recht hoch auszufallen, wenn man sich die Kommentare auf der Facebookseite und im Forum ansieht.

(Bild: NVIDIA)

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