Test: Samsung Gear S – so eigenständig ist die Smartwatch wirklich [Testvideo]

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Mit der Gear S hat Samsung Ende August die dritte Generation seiner Smartwatch mit dem hauseigenen Betriebssystem Tizen vorgestellt. Die Armband-Uhr ist mit einem gebogenen Display ausgestattet und verfügt über ein Mobilfunkmodul, das eine Nutzung ohne gekoppeltem Smartphone erlaubt. Ob die Gear S als Smartphone-Ersatz fürs Handgelenk taugt, das verrät unser Test mit Video.

Test: Samsung Gear S

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Test: Samsung Galaxy Gear[Galerie]
...und lädt die Gear S unterwegs einmal auf.

Seit Knight Rider Mitte der 80er Jahre über die Mattscheiben flimmerte, wünschen wir uns Smartwatches, mit denen wir wie einst Michael Knight K.I.T.T unser Auto oder elektronische Geräte steuern, telefonieren, Nachrichten empfangen und im Internet surfen können. Die ersten Smartwatches gab es zwar schon früher zu sehen, seit 2012 zahlreiche Hersteller smarte Armbanduhren auf den Markt werfen, kommen wir dieser Vision aber langsam schon ziemlich nahe. Auf der CES in Las Vegas hat Audi mit dem Konzeptcar A9 Prologue Piloted Driving ein autonom fahrendes Fahrzeug vorgestellt, dass Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg per Smartwatch auf die Bühne rief. Auch Einparken soll künftig per Smartphone und wohl auch per Armbanduhr möglich sein. BMW ist in der Entwicklung ebenfalls schon weit vorangeschritten und zeigte auf der CES einen autonomen i3, der sich mittels Smartwatch und einer App per Sprachbefehl „BMW pick me up“ aus dem Carport rufen ließ. Mit der App BMW i Remote können Smartwatch-Träger sogar schon heute Funktionen des BMW i3 fernsteuern.

Bis dato sind die meisten Smartwatches namhafter Hersteller aber noch beschränkt und keine selbstständigen Geräte, sondern stets auf das Smartphone angewiesen. Mit ihnen kann man nicht ohne via Bluetooth-Verbindung gekoppeltem Mobiltelefon Anrufe tätigen, im Internet surfen, Navigieren (die Sony SmartWatch 3 ist hier die Ausnahme) oder das Smart-Home steuern. Sie dienen also lediglich als Begleiter, als Zweitbildschirm oder als Fernbedienung für das Handy. Mit der Gear S macht Samsung nun einen großen Schritt in Richtung Unabhängigkeit. Ob die Gear S vollständig losgelöst vom Smartphone funktioniert und ob man dieses künftig getrost zu Hause lassen kann, das haben wir versucht, für euch herauszufinden.

Hier unser Videotest zur Samsung Gear S:

Preis & Verfügbarkeit

Bevor es losgeht, wollen wir doch erst einmal wissen, was kostet eigentlich der Spaß und gibt’s das überhaupt schon zu kaufen? Die Samsung-Smartwatch Gear S ist seit dem 17. Oktober in Deutschland erhältlich. In den Handel gebracht hat sie Samsung zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 399 Euro. Aktuell gibt es die Gear S bei diversen Online-Shops schon für gut 330 bis 340 Euro zu kaufen. Im Einzelhandel zahlt man knapp 360 Euro. Der günstige Preis, den wir mittels Preisvergleich entdeckt haben, beträgt 313 Euro (Stand: 05.02.2015). Hier gilt es aber stets alles genau durchzulesen, sonst zahlt man am Ende womöglich mehr, falls Shops je nach Zahlungsmethode zusätzliche Gebühren oder hohe Versandkosten berechnen.

Im Vergleich zu den anderen Smartwatches von Samsung ist die Gear S damit aber immer noch das teuerste Modell. Die Gear 2 gibt es bei vielen Shops für knapp 270 Euro und teilweise auch noch günstiger. Auch im Vergleich zu den Armbanduhren mit Google’s Android Wear muss man für die Gear S mehr hinblättern. Die Asus ZenWatch kostet beispielsweise 229 Euro, die LG G Watch R um die 240 Euro, die Sony SmartWatch 3 rund 200 Euro und die Moto 360 ebenfalls knapp 240 Euro.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Design & Verarbeitung

Mit Armband misst die Gear S 58,1 mal 39,9 mal 12,5 Millimeter und ist dementsprechend ziemlich groß. Im Grunde wirkt sie durch das längliche Display und das breite Armband mehr wie ein Smart-Barcelet als eine Uhr. Ich persönlich finde die Größe für mein Handgelenk schon grenzwertig. Ich denke für viele dürfte sie ebenfalls nicht noch größer sein. Im Vergleich ist die Gear S beispielsweise klar länger als eine Sony SmartWatch 3. Im Endeffekt ist das aber natürlich Geschmackssache. Wer auf große Uhren steht, der dürfte die „Uhr“ gerne tragen. Denn ein Hingucker ist sie definitiv. Dank der leicht gebogenen Form des Displays liegt die Gear S trotz ihrer Größe auch sehr gut am Handgelenk an – zumindest bei mir Gefühlt etwas besser als die Konkurrenten.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Das Display ist mit Metall umrandet und beherbergt an der unteren Seite, wie man es von Samsung gewohnt ist, einen Home-Button. Links daneben sitzt ein Näherungs-, rechts daneben ein UV-Sensor. Die Rückseite ist aus Kunststoff. Hier ist mittig der Pulsmesser, darunter der Anschluss für das Lade-Dock und links, oben der SIM-Kartenslot verbaut. An der linken, unteren Gehäusekante hat Samsung das Mikrofon untergebracht, schräg gegenüber den Lautsprecher. Die Positionierung des Mikros finde ich nicht ganz optimal, aber dazu später mehr.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Das Gehäuse ist nach der IP67-Zertifizierung gegen Staub und Wasser geschützt. Laut den Spezifikationen kann man die Gear S also bis zu einer halben Stunde bei einer Wassertiefe von 1 Meter verwenden. Wie üblich muss man darauf achten, dass der SIM-Kartenslot gut verschlossen ist, bevor man die Uhr der Feuchtigkeit aussetzt. Von Salz, Seifen- oder ionisiertem Wasser sollte die Gear S laut Samsung allerdings ferngehalten werden.

Das Armband der Gear S sieht auf den ersten Blick dem der Sony SmartWatch 3 ähnlich. Es ist ebenfalls aus einem Stück gefertigt und verjüngt sich etwas an der oberen beziehungsweise unteren Gehäusekante – allerdings nicht so stark. Zudem besteht es aus einem glatteren Kautschuk und ist insgesamt etwas breiter. Die Maße betragen 24,5 mal 23,8 mal 1 Millimeter. Das Gewicht kommt auf 47,55 Gramm. Beim Tragen fühlt sich die Gear S angenehm auf der Haut an. Bisher hat jedenfalls nichts gescheuert, eingeschnitten oder sich in irgendeiner Weise negativ bemerkbar gemacht.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Der Verschluss des Armbandes ist wie bei Sony aus Metall und basiert auf einem Faltmechanismus. Er ist auch hier nicht magnetisch, sondern wird zum Schließen zugeklippst. Insgesamt wirkt der deutlich größere Verschluss noch etwas solider, da das Metallstück zum Einrasten größer ist. Auch wenn es sich beim Verschluss um keine Schnalle handelt, schließt er fest – fester als bei der Sony-SmartWatch. Im Testzeitraum ist das Armband bisher nicht von selbst aufgegangen – da konnte man noch so wild mit dem Arm herumwedeln.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Das Armband lässt sich bei der Gear S verstellen und an die Größe des Handgelenks anpassen, indem man den Metallstift auf der Unterseite des Verschlusses einfach in eines der zehn Löcher des Gummiarmbandes setzt. Das Verschieben des Verschlusses entlang des Armbandes ist natürlich nicht so komfortabel wie bei einer Schnalle, muss aber ja auch nur einmal am Anfang gemacht werden. Im letzten Loch ist der Umfang in etwa 12 Zentimeter. Mit der weitesten Einstellung darf das Handgelenk auch schon einen Umfang von ca. 21 Zentimeter haben. Die Uhr sollte also an die meisten Handgelenke passen. Besser wäre es aber, sie vorher anzuprobieren. Wenn man die Gear S über das Internet bestellt, kann man sie zur Not ja auch wieder zurückschicken.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Das Armband lässt sich bei der Gear S auswechseln. Dazu drückt man das Gehäuse samt dem Display der Uhr einfach aus dem Armband heraus und setzt es in ein anderes ein. Das Wechseln des Armbands geht problemlos von der Hand, auch wenn man die dünnen Seiten des Bandes etwas in das Gehäuse der Gear friemeln muss.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Samsung bietet fünf verschiedene Armbänder für seine Smartwatch an. Standardmäßig verkauft Samsung die Uhr mit einem weißen oder schwarzen Band. Als Zubehör sind zusätzlich die Farben Mokka-Grau, Blau und Rot erhältlich. Die Armbänder kosten zwischen 30 und 50 Euro. Ein besonderes Armband für die Gear S hat Samsung in Kooperation mit Swarovski herausgebracht. Zu kaufen gibt es das mit Swarovski-Kristallen bestückte Band bisher aber nicht. Armbänder von herkömmlichen Uhren lassen nicht mit der Gear S verwenden. Das ist ein Nachteil gegenüber dem Vorgänger, der beispielsweise mit einem Standard-Uhrenarmband aus Metal oder Leder edlerer aussieht.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Samsung).

In Sachen Gewicht ist die Samsung Gear S mit 84 Gramm schwerer als alle bisher von uns getesteten Smartwatches. Das Pendant von Sony kommt zwar auf ähnliche 76 Gramm, die G Watch R wiegt aber beispielsweise nur 62 und die Moto 360 sogar nur 49 Gramm. Beim Tragen fällt das Gewicht aber nicht groß auf.

An der Verarbeitung der Gear S gibt es insgesamt nichts auszusetzen. Das Design wirkt aber nicht so edel wie das einiger Konkurrenten, die mit hochwertigeren Lederarmbändern ausgestattet sind. Mit seinem gebogenen Display sieht die Gear auch kaum wie eine herkömmliche Uhr aus, auch wenn die Anzeige ein Hingucker ist. Wer also eher auf Smartwatches steht, die mehr inkognito sind, der sollte einen Blick zu LG oder Motorola werfen.

Display

Die Samsung Gear S verfügt über ein 2 Zoll großes Super-AMOLED-Display. Die Displayränder sind rund 9 beziehungsweise 4 Millimeter dick. Damit hat die Samsung Gear S im Vergleich ein größeres Display als die Smartwatches der Konkurrenz und bietet mehr Platz für die Anzeige von Inhalten. Das Lesen von News über die vorinstallierte App oder den Browser geht dementsprechend auch recht gut. Die Navigation oder das Zoomen via Zweifingergeste geht auf dem größeren Bildschirm ebenfalls noch leicht von der Hand. Dafür ist die Gear S aber wie bereits erwähnt auch ziemlich groß. Man könnte es sich annähernd so vorstellen, als würde man ein iPhone 4S vierteln und es sich um den Arm schnallen.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Im Gegensatz zu Android Wear, das bereits runde Displays unterstützt, ist Samsung‘s Tizen wohl noch nicht dafür ausgelegt. Ein Patent für runde Anzeigen hat Samsung zwar schon angemeldet, bei der Gear S setzt es aber wie bisher auf einen rechteckigen Bildschirm. Die Auflösung des Displays beträgt 480 mal 360 Pixel, womit sie auf eine für Smartwatches respektable Pixeldichte von 300 ppi kommt. Der Bildschirm ist damit scharf und Schrift gut ablesbar.

Eine Besonderheit ist, das der Bildschirm wie bei Samsung’s Fitness-Armband Gear Fit gebogen ist. Die gewölbte Anzeige macht bei der Gear S optisch mehr her als die Displays der Vorgänger Gear 2, Galaxy Gear oder auch Gear Live und sorgt dafür, dass die Uhr angenehm zu tragen ist.

Die Farben sind AMOLED-typisch lebendig. Die Helligkeit regelt die Galaxy Gear S je nach Umgebungslicht automatisch. Die Option lässt sich aber wie beim Smartphone auch deaktivieren. Der maximale Helligkeitswert ist ordentlich, sodass man Text auch im freien ablesen kann. Überzeugen kann die Anzeige auch mit einer sehr guten Blickwinkelstabillität. Aus jeglichem Winkel ist stets immer alles optimal zu erkennen.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Die OLED-Technolgie bringt im Vergleich zu LCDs zudem Vorteile hinsichtlich des Stromverbrauchs im Always-On-Betrieb, da nicht das komplette Display beleuchtet werden muss, damit das Zifferblatt zu sehen ist. Schwarze Flächen sind bei der Gear S auch richtig Schwarz und wirken nicht etwa etwas gräulich oder gelblich. Standardmäßig zeigt die Gear S die Uhrzeit nicht durchgehend an. Der Always-On-Modus kann in den Einstellungen unter „Design – Uhren“ aktiviert werden.

Einrichtung & Kompatibilität

Die Einrichtung der Gear S ist relativ unkompliziert. Allerdings klappt diese nicht ohne ein Smartphone. Das heißt komplett autark ist die Gear S trotz Mobilfunkmodul & Co. nicht. Für die Inbetriebnahme lädt man den Gear Manager aus dem Google Play Store herunter und wählt die Uhr in der App aus, um sie mit dem Smartphone zu koppeln. Offiziell läuft der Gear Manager nur auf einem Samsung-Gerät, womit die Gear S für Besitzer eines anderen Smartphones generell nicht geeignet ist. Allerdings gibt es seit Anfang des Jahres einen Workaround, sodass sich der Gear-Manager auch auf einem Nexus 5 oder HTC One installieren lässt. Alle Funktionen wie S Health werden dann aber nicht funktionieren. Kompatibel ist die Gear S auch nicht zu allen Samsung-Phones. Ältere Geräte wie das Galaxy S II werden beispielsweise nicht unterstützt. Kompatibel ist sie unter anderem zum Galaxy S5, S4, den Mini-Varianten, dem S3 und S3 Neo, dem Note 4, 3 und 2 LTE, dem Alpha sowie dem Mega 6.3. Eine komplette Liste findet ihr hier.

Samsung Galaxy Gear S (Screenshot: Gizmodo).

Hardware & Leistung

Die Samsung Gear S wird von einem 1 GHz schnellen Dual-Core-Prozessor angetrieben, dem 512 MByte RAM zur Seite stehen. Die Navigation oder das Scrollen auf Webseiten geht mit der Gear S weitestgehend flüssig von der Hand. Mehr Power könnte der Samsung-Smartwatch aber auch nicht schaden. Denn hier und da wirkt das System doch minimal träge und es machen sich immer wieder ein paar kleinere Ruckler bemerkbar. Insgesamt ist dies aber nicht störend und zu verschmerzen. Der Speicher ist wie bei den meisten Smartwatches 4 GByte groß. Ein Teil wird auch bei der Gear S vom System und den vorinstallierten Apps belegt. Ab Werk findet ihr die Speicheranzeige in den Einstellungen unter „Info zur Gear S“. Es gibt auch eine Dritt-Anbieter-Anwendungen, die noch ein paar mehr sowie detaillierte Systeminformationen bereithält. Von den 4 GByte stehen 2,63 für Daten zur Verfügung.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

3G-Modul

Das Besondere an der Gear S ist das integrierte Mobilfunkmodul. Dazu hat Samsung auf der Rückseite der Uhr einen Slot verbaut, in den man eine NanoSIM-Karte stecken kann. Wer nicht gerade ein Galaxy S5 besitzt, der wird sich daher bei seinem Provider eine neue SIM-Karte bestellen müssen, was bei O2 beispielsweise 25 Euro kostet. Am besten holt man sich gleich eine zusätzliche Multicard, sodass man die SIM-Karte nicht ständig umstecken muss und auch dieselbe Nummer hat. Beim Einstecken der SIM-Karte und der Erkennung gab es keinerlei Probleme. Die zwei getesteten NanoSIM-Karten hat die Gear – nachdem wir sie richtig herum in die Halterung des Slots gepackt hatten – anstandslos erkannt. Áuch mit selbst zugeschnittenen Karten hat es geklappt.

Durch das 3G-Modul kann die Samsung-Smartwatch eine direkte Verbindung zum Mobilfunknetz aufbauen und muss nicht mehr mit einem Galaxy-Smartphone gekoppelt werden, um Anrufe entgegen zu nehmen oder zu tätigen sowie sich ins Internet einzuwählen. Die Gear S unterstützt 3G- und 2G-Verbindungen auf den Frequenzen 900/2100 oder 850/1900 respektive 900/1800 oder 850/1900.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

GPS und WLAN

Integriert ist auch ein GPS-Modul. Dank A-GPS und Glonass funktioniert daher auch die Navigation weitgehend ohne Hilfe des Smartphones. Bei der Software setzt Samsung auf Nokia HERE, dass sich über den Samsung App Store herunterladen lässt. Weiterhin hat Samsung der Gear S auch ein WLAN-Modul spendiert, sodass man sich direkt mit der Uhr ins Heimnetzwerk einklinken kann. Unterstützt werden die Standards 802.11b/g/n – allerdings nur auf dem 2,4-GHz-Band.

Bluetooth ist in Version 4.1 mit an Bord. Die Gear S kommt mit den Profilen A2DP, AVRCP, HFP und HSP zurecht, bietet allerdings kein ANT+-Support. Die USB-Verbindung über das Ladedock erfolgt nach dem Standard 2.0.  An Sensoren sind ein Schrittzähler, ein Beschleunigungsmesser, ein Barometer sowie ein Gyro-, ein geomagnetischer, ein Herzfrequenz-, ein Licht- und ein UV-Sensor integriert. NFC gibt es bei der Gear S nicht.

Im Großen und Ganzen steht die Uhr einem Smartphone in Sachen Ausstattung damit in kaum etwas nach, denn einen Lautsprecher und ein Mikrofon sind auch mit von der Partie. Der Lautsprecher ist für eine Smartwatch recht laut, wie ich finde, auch wenn er in dieser Hinsicht nicht an den Mono-Lautsprecher des Galaxy Note 4 oder Note Edge herankommt. Und natürlich klingt er auch nicht so gut und klar, war aber für mich trotzdem ein wenig überraschend. Die Position des Mikrofons ist nicht ganz optimal gewählt. Bei einigen Sprachmemos ist es mir passiert, dass die Aufnahme sehr leise war. Ich vermute, dass ich das Handgelenk unbewusst nach oben angewinkelt und das Mikro dadurch verdeckt habe.

Das einzige, das jemanden wirklich bei der Gear S fehlen könnte, ist eine Kamera. Die gibt es im Gegensatz zur Gear 2 bei der S-Variante nicht.

Hier unser Videotest zum Samsung Galaxy Note Edge:

Tizen & Features

Wie auch schon bei der Gear 2 kommt als Betriebssystem nicht Googles Android Wear, sondern das hauseigene Tizen zum Einsatz.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Bedienung

Die Bedienung funktioniert hier wie üblich per Fingerwisch oder alternativ auch mittels Samsungs Sprachassistenten S Voice. Dieser nimmt Kommandos des Nutzers entgegen und ruft per Sprachbefehl auch Dritt-Anbieter-Apps auf. Es lassen sich zudem Kontakte anrufen, das Wetter oder Kalendereinträge abfragen, SMS-Nachrichten diktieren oder eine Suche im Netz nach gewünschten Informationen beauftragen. Das klappt in der Regel auch zuverlässig und recht gut, allerdings dauert es einige Zeit bis S Voice den Befehl verarbeitet und umgesetzt hat. Das dürfte künftig auch noch etwas schneller gehen. Manchmal hat S Voice auch einfach nicht auf den Sprachbefehl reagiert. Dann musste man das Display einmal aus- und wieder einschalten – dann ging es wieder.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Mit dem Homebutton auf der Vorderseite wird die Gear S ein- und ausgeschaltet oder aus einer Anwendung heraus der Homescreen aufgerufen. Anschalten lässt sich das Display wie bei Android Wear auch durch das Heben des Arms oder mit einem doppelten Fingertipp auf das Display. Wer vermeiden will, dass das Display ständig unbeabsichtigt angeht, kann dies auch abschalten. Per Sprachbefehl lässt sich die Gear S leider nicht aus dem Schlafmodus aufwecken. Dafür können Anwender wie bei Google Now ein eigenes Kommando für die Aktivierung von S Voice festlegen. Wer also den Sprachassistenten zum Beispiel in Star Trek-manier mit „Computer“ aktiveren möchte, der kann das auch bei Samsung’s Tizen tun. Ein langer Fingertipp auf den Homebutton führt noch zu den Quick-Settings wie Neustarten, Offline-Modus, WLAN oder Mobilfunk.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Ein Wisch von oben nach unten über den Homescreen holt Einstellungen für die Helligkeit sowie die Lautstärke auf den Schirm. Zudem lässt sich hier die Uhr schnell auf lautlos stellen. In Apps führt diese Geste stets zum vorherigen Bildschirm zurück. Wischt man vom Homescreen aus nach unten, öffnet sich der App-Drawer mit allen installieren Anwendungen und den Einstellungen. Hier findet man die Wähltasten, das Adressbuch, den Nachrichten- und E-Mail-Eingang, den MP3-Player und so weiter. Bei diesen beiden Gesten muss man ziemlich vom obersten beziehungsweise untersten Rand des Homescreens aus anfangen, sonst passiert nichts. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Links vom Homescreen hält Tizen Benachrichtungen bereit, rechts können Anwender bis zu fünf Homescreens mit Anwendungen wie S Health, den Musik-Player, News oder den Kalender anlegen. Ein paar mehr Felder wären aber sicherlich noch wünschenswert.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Für das Schreiben von SMS und E-Mails oder sonstige Eingaben bringt Tizen eine vollwertige Mini-On-Screen-Tastatur mit. Lange Texte würde ich mit dieser zwar nicht verfassen, aber mit etwas Zielwasser geht das Schreiben doch erstaunlich gut – wenn auch langsamer als am Smartphone. Zusätzlich wird man von Samsungs Schreibhilfe samt Wortvorschlägen unterstützt, die man auf der Uhr erst richtig zu schätzen lernt. Alternativ gibt es auch eine Spracheingabe. Etwas schwierig ist auf dem vergleichsweise kleinen Smartwatch-Display beispielsweise das Tippen zum Versetzen des Kursors. Die Tastatur verdeckt auch häufig den kompletten Bildschirm, kann aber mit einem Fingerwisch von oben nach unten wieder eingeklappt werden. Zudem ist bei mir des Öfteren der Bug aufgetreten, dass das Keyboard erst nach mehrmaligem Tippen reagiert.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Wer übrigens die Gear S längere Zeit vor die Nase hält, um beispielsweise mit dem Browser im Netz zu surfen, der bekommt trotzdem die Uhr ja im Grunde nicht viel wiegt dann doch irgendwann einen lahmen Arm. Wer das Smartphone zu Hause gelassen hat, der kann aber – beispielsweise auf einer längeren Zugfahrt – im Sitzen den Arm auf dem Schoß ablegen. Dank des großen Displays kann man dann auch noch ganz gut lesen.

Zifferblatt

Das Zifferblatt der Gear S zeigt wie bei Android Wear nicht nur die Zeit an, sondern je Modell auch wahlweise direkt den Akkustand, die getätigten Schritte, die Anzahl der erhaltenen Benachrichtigungen, das Wetter oder das Datum. Über die Einstellungen stehen verschiedene Zifferblätter zur Auswahl. Es sind insgesamt 13 vorinstalliert, wovon allerdings nur drei aufwendiger aussehen. Weitere gibt es noch zum Herunterladen. Besonders schöne habe ich bei einem ersten, kurzen Durchstöbern des Samsung-Stores aber noch nicht entdeckt.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Neben dem Ziffernblatt können Gear-S-Besitzer auch ein Wallpaper und beispielsweise ein eigenes Bild als Hintergrund festlegen. Das Zifferblatt verschwindet nach einer einstellbaren Zeit von selbst und das Display geht aus. Wie bereits erwähnt, können Anwender auch den Always-On-Modus aktivieren, sodass die Gear S stets die Uhrzeit anzeigt. Dies verbraucht  aber mehr Strom.

Apps & Benachrichtigungen

Wie sieht es mit den verfügbaren Features und Apps für Samsung’s Gear und sein hauseigenes OS aus? Hier hat Samsung auf jeden Fall noch Nachholbedarf. Es gibt zwar schon eine Reihe Anwendung für die Gear S, die auch die 3G- und GPS-Funktionalität nutzen, aber es fehlen noch sehr viele Anwendungen, um die Uhr wirklich ohne Smartphone verwenden zu können. So geht mir beispielsweise ein Client für Skype ab. Auch Youtube-Clips kann man beispielsweise nicht anschauen – falls man das überhaupt möchte.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Browser

Dafür gibt es mit dem Opera Mini schon einen „vollwertigen“ Browser, mit dem man wie gewohnt surfen oder sich über die Webseite bei Facebook einloggen kann. Er lässt sich über den Gear Manager herunterladen. HTML5-Inhalte unterstützt der Opera Mini auf der Gear S allerdings kaum. Auf der Webseite HTML5test.com hat er gerade einmal 41 von 555 Punkten erreicht. Youtube-Videos gehen leider nicht. Seiten mit mobiler Ansicht stellt der Opera auf der Gear S in der Regel soweit gut dar. Gizmodo lässt sich zum Bespiel ganz gut lesen. Bei der Desktop-Ansicht gibt es bei manchen Webauftritten Probleme.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Musik Player

Ein einfacher Musik Player, mit dem sich unabhängig vom Smartphone Musik abspielen lässt, ist unter Tizen bereits vorinstalliert. Er hat eine Shuffle- und Repeat-Funktion, unterstützt Playlists und zeigt Infos wie die Tracklänge an. Das dürfte den meisten zum Musikhören ausreichen. Die Verbindung mit einem Bluetooth-Headset ist übrigens ohne Probleme möglich. Ihr könnt wie bei Android Wear auf dem Smartphone gespeicherte Musik auf die Uhr kopieren. Beim Übertragen von Songs gibt es allerdings eine Daten-Beschränkung pro Kopiervorgang. Wer also viele Lieder auf einen Schwung auf die Gear packen will, muss das in mehreren Vorgängen machen.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Musik-Streaming-Apps, die unabhängig vom Smartphone arbeiten, habe ich bislang noch nicht entdeckt. Der Streaming-Dienst Deezer, der bereits eine App für die Gear anbietet, lässt sich beispielsweise auch wieder nur von dieser aus auf dem Smartphone bedienen. Die Fernsteuerung des Handys klappt mit dem vorinstallierten Musik Player im Grunde mit jeglicher anderen Media-Anwendung wie Google Play Music, Youtube oder Spotify, die auf dem Smartphone läuft. Unterschiede sind beispielsweise, dass dann keine Cover angezeigt werden. Eigenständige Clients dieser Anwendungen gibt es aber bislang nicht für die Gear S. Wenn man sich in den Foren umhört, scheint es beispielsweise im Fall von Spotify auch noch nicht allzu bald dazu zu kommen.

Theoretisch könntet ihr auch für den Offline-Betrieb auf das Smartphone heruntergeladene Musikstücke von Streaming-Diensten auf die Uhr kopieren, falls ihr die Musik beim Joggen hören wollt. Allerdings kommt man an die Files in den meisten Fällen nur mit Root-Zugriff heran. Ein einfaches Übertagen ist bis dato nicht möglich.

Navigation

Zur Navigation ohne Smartphone gibt es mit Nokia Here bereits eine App für die Gear S. Zum Konfigurieren ist hier kein Smartphone nötig. Anwender können die Offline-Karten direkt aus der Gear-App auf die Uhr laden und sich ohne gekoppeltem Smartphone Weganweisungen auf der Uhr anzeigen lassen. Die Echzeitnavigation klappt wiederum nur mit einem verbunden Galaxy.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Bei der Standorterkennung habe ich durchwachsene Erfahrungen gemacht. In Gebäuden findet die Gear S eure Position so gut wie nie, da sie wohl ausschließlich auf GPS setzt und nicht zusätzlich WLAN- oder Mobilfunknetze nutzt. Im Auto hatte ich häufig erst nach mehrmaliger Standortsuche GPS-Emfpang. Im Freien hat die Gear S den Aufenthaltsort aber sofort gefunden. Im Allgemeinen geht die Ortung jedoch mit dem Smartphone besser.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Bei der Navigation beschränkt sich Here für die Gear aber sowieso auf die Navigation zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bahn und Bus. Auf dem Smartphone gehen mit der Here Beta alle Optionen. Ihr könnt eine Route auch dort planen und an die Gear S schicken. Die Option Auto steht dann aber nicht zur Verfügung.

Im Samsung-App-Store findet man allerdings auch schon eine Navi-Anwendung, die einen Auto-Modus und weitere Features wie Satelliten-Ansicht, Streetview und Verkehrsinformationen bereithält.

Kalender

Per Sprachsteuerung können Gear-Träger Termine im Kalender anlegen. Die vorinstallierte App zeigt dann Einträge vom Google-Kalender an, ist aber auf rund zwei Wochen beschränkt. Wer beispielsweise nachschauen möchte, was in einem Monat ansteht, der muss dann doch wieder das Smartphone aus der Tasche ziehen. Was mir zudem fehlt ist eine Wochen-, Monats- und Jahresübersicht. Man kann nur per Fingerwisch einzelne Tage aufrufen. Will man zum Beispiel wissen, an welchem Tag Weihnachten ist, muss man sich eine andere Kalender-App herunterladen, von denen es aber nur eine Handvoll gibt. Eine umfangreichere Kalender-App, die dann beispielsweise auch Termine von allen Kalendern anzeigt, kostet wiederum Geld.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Fitness

Die Fitness-Funktionen der Gear S funktionieren auch ohne Smartphone. S Health zählt eure Schritte, misst euren Puls, überwacht den Schlaf und warnt vor zu langer Sonneneinstrahlung. Mit der Funktion Training könnt ihr dann zwischen den vier Aktivitäten „Laufen“, „Gehen“, „Radfahren“ und „Wandern“ wählen. Dabei zeigt S Health durchgehend euren Puls, den geschätzten Kalorienverbrauch und die Trainingszeit an. Auf Wunsch trackt die App auch die zurückgelegte Strecke samt GPS-Daten für eine Kartenansicht. Ihr könnt zudem ein Trainingsziel festlegen oder den Coaching-Mode aktivieren, sodass euch eine Stimme während dem Sporteln dampf macht. Anschließend hält S Health einige Statistiken zu euren Werten bereit und synchronisiert sich später mit eurem Galaxy-Smartphone. 

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Getestet habe ich die Gear S beim Radfahren. Soweit hat sie auch alles aufgezeichnet, allerdings war die Pulsmessung nur am Anfang korrekt. Nach einiger Zeit hat sie nur noch zwischen 50 und 60 Herzschlägen pro Minuten angezeigt, obwohl ich ordentlich in die Pedale getreten habe und sicherlich einen höheren Puls hatte. Womöglich lag das an der Bewegung oder am Schweiß, da die Gear S die Herzfrequenz sonst eigentlich ganz gut erfasst hat. 

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Neben S Health ist noch Nike+ für die Gear S erhältlich. Von den bekannteren Apps habe ich noch Endomondo und Runtastic endeckt.

Anrufe

Das Killer-Feature der Gear S ist ein Mobilfunkmodul, sodass ihr auch ohne gekoppeltem Smartphone Anrufe tätigen oder SMS empfangen könnt.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Anrufe könnt ihr wie beim Smartphone über Wähltasten oder wahlweise auch per Sprachbefehl tätigen. Das klappt ohne Probleme auch losgelöst vom Smartphone. Der Empfang war zum Großteil in Ordnung. Im Büro gingen ein paar Anrufe allerdings nicht durch und die Mailbox ran. Zum Sprechen nutzt man entweder den Lautsprecher und das Mikrofon der Gear oder ein Bluetooth-Headset. Es hallt zwar etwas, wenn man sich die Gear oder das Headset nicht direkt an den Mund hält, aber das ist verkraftbar.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Während der Gear-Lautsprecher mich bei der Musikwiedergabe mehr überzeugen konnte, ist er beim Telefonieren nicht gar so kräftig. In sehr lauten Umgebungen muss man die Gear schon näher ans Ohr halten, um etwas zu verstehen. Das gängigere Szenario dürfte aber auch die Verwendung eines Headsets sein. Dann ist der Konversationspartner viel lauter und deutlicher zu hören.

Samsung hat der Gear auch eine Anrufweiterleitung spendiert, sodass am Smartphone eingehende Telefonate direkt an die Uhr weitergeleitet werden – sofern sie nicht mit dem Handy verbunden ist und man verschiedene Nummern verwendet. Wird der Anruf dennoch verpasst, geht die Sprachbox ran. Diese lässt sich auch von der Gear S abhören.

SMS & E-Mail

Beim Verschicken von SMS ist die Gear S ebenfalls autark. Ihr könnt also Nachrichten auf der Gear S schreiben und empfangen. Den SMS-Verlauf stellt die Uhr mit Sprechblasen als Verlauf dar. Gruppen-SMS sind allerdings nicht möglich.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Wer eine E-Mail ohne Smartphone schreiben oder empfangen will, der wird dann aber erst einmal enttäuscht. Das Smartphone ist nicht nur wie zu erwarten zum Einrichten des E-Mail-Kontos nötig, sondern auch zum Senden und Abrufen der Mails. Ohne Bluetooth-Verbindung geht ärgerlicherweise gar nichts. Moment – zu früh gehatet: Der Gear Manager hält in den Einstellungen die Option „Remote-Verbindung“ bereit, die eine Verbindung zum Galaxy-Phone via Mobilfunk oder WLAN herstellt, falls das Smartphone nicht in Bluetooth-Reichweite ist. Dadurch könnt ihr E-Mails auch eigenständig, ohne das Smartphone dabei zu haben, mit der Gear S versenden und empfangen.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Der Gear-E-Mail-Client bietet eine Cc- oder Bcc-Funktion und greift auf die im Smartphone gespeicherten Kontakte zu. Einige Einschränkungen gibt es dabei aber dennoch: Anhänge und Bilder werden nicht unterstützt. Aktuell könnt ihr zum Einrichten des Kontos auf dem Smartphone auch nur die Standard-Samsung-E-Mail-App verwenden. Dritt-Anbieter-Programme werden in Verbindung mit der Gear (noch) nicht unterstützt. Von der G-Mail-App auf eurem Smartphone erhaltet ihr beispielsweise nur Benachrichtigungen. Antworten könnt ihr nativ nicht. Andere als die vorinstallierte E-Mail-App habe ich für die Gear S bisher nicht gefunden.

Zudem ist es laut Samsung-Webseite nur auf dem Galaxy Note 4 oder Galaxy Note Edge möglich, neue E-Mails zu erstellen und gleichzeitig dem Sender sowie allen zusätzlichen Empfängern zu antworten. Das Antworten auf eingehende Nachrichten klappt laut Samsung noch vom Galaxy S5, Galaxy Alpha und Galaxy Mega 2. Allerdings könnt ihr hier nur dem Absender direkt zurückschreiben. Mit einem Note 2 oder Note 3 soll dies aber beispielsweise nicht funktionieren und nur der Empfang von E-Mails möglich sein.

Hier das ausführliche Video zum Note 4 Test:

Benachrichtigungen

Benachrichtigungen dürfte für die meisten wohl die am häufigsten verwende Funktion sein. Im Grunde erhaltet ihr von allen kommunikationsrelevanten Apps Benachrichtungen auf der Gear S. Darunter Skype, Facebook Messenger, WhatsApp, G-Mail und so weiter. Allerdings nur, wenn das Smartphone und die Uhr verbunden sind. Dank des Remote-Zugriffs, geht dies aber auch per Verbindung über das Mobilfunk netz, sodass nicht zwingend eine Bluetooth-Verbindung bestehen muss.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Bisher haben nur wenige Hersteller entsprechende Apps für Tizen entwickelt, sodass ihr von der Smartwatch aus auch auf die Benachrichtigungen direkt antworten könnt. Bei E-Mails und SMS klappt das ohne Probleme ab Werk. Für WhatsApp, Hangouts oder Facebook ist eine Dritt-Anbieter-Anwendung nötigt, die das Antworten bei einigen der Dienste ermöglicht. Diese ist wieder einmal kostenpflichtig.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Hier ist Android Wear schon einen Schritt weiter. Facebook und WhatsApp haben den Support beispielsweise schon offiziell integriert, sodass ihr per Sprachbefehl auch gleich antworten könnt, ohne eine App kaufen zu müssen.

Akku

Die Stromversorgung übernimmt ein 300-mAh-Akku. Mit einer Akkuladung hält die Uhr laut Samsung bei durchschnittlicher Nutzung zwei Tage, im Standby vier Tage lang durch. Aufgeladen wird die Gear S mit Hilfe eines Ladedocks. Praktisch ist, dass man die Ladestation bei der Gear S bei Bedarf auch als Akkupack verwenden kann. Sie lässt sich zu Hause aufladen und unterwegs an die Smartwatch andocken, um sie einmal komplett aufzuladen. Damit kommt die smarte Armbanduhr auf eine Akkulaufzeit von insgesamt rund vier Tage, so Samsung. Das Aufladen dauert von 0 auf 100 Prozent ungefähr 2,5 Stunden.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Bei der alltäglichen Nutzung hat die Uhr bei uns ungefähr 1,5 Tage durchgehalten mit gut drei Stunden Screen-on-Time und intensiver Verwendung: das heißt einige Zeit Browsen, ein paar Sprachmemos aufnehmen, etwas Musik hören, zwei bis drei Mal den Puls messen und Apps installieren. In der weiteren Zeit habe ich nur Benachrichtigungen gecheckt oder die Uhrzeit abgerufen. Der Always-on-Mode war dabei ausgeschaltet. Lässt man sich die Uhrzeit dauerhaft anzeigen, geht der Gear S schon deutlich früher der Saft aus.

Beim Musik hören mit einem verbunden Bluetooth-Headset kamen wir auf eine Akkulaufzeit von knapp 3,5 Stunden. Wer während dem Sport seinen Lieblingssongs lauscht und gleichzeitig die S-Health-Aufzeichnung samt durchgehender Pulsmessung aktiviert hat, der saugt den Akku schon in rund 2 Stunden leer. Läuft dann auch noch GPS zum Aufzeichnen der zurückgelegten Wegstrecke, geht es noch schneller. Allein das Fitness-Tracking  samt Streckenerfassung hat den Akku hochgerechnet schon in knapp über 2 Stunden geleert. Für ein Workout dürfte der Akku aber gerade so ausreichen. Danach ist die Uhr aber leer. Wer eine längere Tour plant, der sollte das Ladedock der Gear S und am besten auch noch ein zusätzliches Akkupack dabei haben.

Samsung Galaxy Gear S (Foto: Gizmodo).

Ist der Akku knapp, bietet die Gear S ähnlich wie das Galaxy S5 einen Power-Saving-Mode, mit dem man noch etwas mehr aus der verbleibenden Kapazität rausholen kann. Wird er aktiviert, wechselt die Smartwatch in den Schwarz-Weiß-Modus und beschränkt sich auf die Funktionen Anruf, Nachrichten und Benachrichtigungen. Alle Verbindungen wie WLAN, Bluetooth und GPS werden abgeschaltet. Den Mobilfunk kann man bei Bedarf wieder aktiveren.

gizrank 35 Sterne

 

Fazit

Die Samsung Gear S ist definitiv nicht für jeden eine Kaufempfehlung. Sie dürfte vielen nicht nur zu groß und zu teuer sein, sondern kann auch nur mit Samsung-Galaxy-Geräten genutzt werden. Kompatibel sind auch nicht alle Smartphones des Elektronikkonzerns. Für die Samsung-Besitzer mit einem kompatiblen Gerät ist die Gear S aber die bisher am besten ausgestattete Smartwatch, dank der man das Smartphone auch durchaus mal zu Hause lassen kann. Komplett ersetzen kann sie das Mobiltelefon aber nicht. Zur Einrichtungen sowie mehreren anderen Funktionen ist immer noch eine Verbindung zum Smartphone nötig.

Samsungs Tizen macht einen guten Gesamteindruck und ähnelt in Sachen Design und Bedienung Googles Android Wear. Wer bisher dachte: Ohje, Tizen, der kann – zumindest was diese Punkte des OS angeht – aufatmen. Wie bei allen nicht so weit verbreiten Betriebssystemen gibt es allerdings noch nicht viele Apps, besonders für die Gear S, die auch die Standalone-Funktionen der Uhr nutzen.

Wer darauf verzichten kann, die Smartwatch auch ohne Smartphone zum Telefonieren, SMS schreiben oder Navigieren zu verwenden, der kann alternativ auch einen Blick auf die Gear 2 oder die etwas günstigeren Android-Wear-Modelle der Konkurrenz werfen. Die Sony Smartwatch 3 bietet beispielsweise auch schon ein eigenständiges GPS-Modul und kann ohne Smartphone zum Fitness-Tracking verwendet werden. Gegenüber der Gear 2 hat die Gear S auch einige Nachteile. Sie ist nicht zu herkömmlichen Armbänder kompatibel und kommt ohne Kamera.

plusplusMobilfunkmodul für 3G-Verbindung

plusDank gebogenem Display angenehm zu tragen

plusScharfes und blickwinkelstabiles Display

plusintegriertes GPS- und WLAN

minusNur zu bestimmten Galaxy-Smartphones kompatibel

minusGroß

minusBisher nur wenige Apps für Tizen vorhanden

minusAkkulaufzeit könnte besser sein

Hier unser Videotest zum Samsung Gear S:

Tags :Quellen:Gizmodo.de
  1. Ich habe die Uhr und bin sehr zufrieden damit. Sie kann so vieles was zb die Uhr von Apple nicht kann. Ich hoffe es kommt bald eine neue Version, villeicht mit Kamera. I LOVE SAMSUNG :)

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