Evolve: Multiplayer vom Feinsten

(Bild: 2K Games)

Ab in den Dschungel – in Evolve begeben sich vier Jäger auf die Jagd nach einem großen, bösen Monster! Wir haben getestet, wieviel Spaß das macht.

Sich entwickeln, oder sterben – dieser Grundsatz gilt in Evolve vor allem für das Monster. Denn das Viech auf ein ernstzunehmendes Level zu bringen ist für unerfahrene Spieler nicht einfach. Zu Beginn habt Ihr einige Sekunden Zeit, um einen Vorsprung vor den Jägern zu ergattern. Schon hier müsst Ihr überlegen: Soll ich schnell rennen und möglichst viel Raum gewinnen, oder sofort schleichen und Tiere jagen, um das Monster zu verbessern? Generell lohnt sich häufiger Gebrauch der rechten Maustaste – so könnt ihr für einen kurzen Moment alle in der Nähe befindlichen Kreaturen erkennen.

Für den Monsterspieler kann es extrem frustrierend sein, bereits nach fünfminütiger Hatz durch den Wald von den Jägern gekascht zu werden. Genauso aufregend ist es aber auch, wenn man sich durchgeschlagen hat und Stufe 3 erreicht – dann erzittert der Dschungel unter den Klauen eines mächtigen Bösewichts, der Felsen schleudert und seine Gegner in Flammen aufgehen lässt. Zu Beginn ist nur der Nahkämpfer Goliath spielbar, Fernkampf-Kraken und Schleich-Geist werden über ein Fortschrittssystem freigeschaltet. Dabei wird gezählt, wieviel Schaden ihr im Spiel mit den Fähigkeiten angerichtet habt. Sobald ein bestimmter Wert überschritten ist, verursacht die Fähigkeit etwas mehr Schaden und der Erfolg wird verbucht. Nach Abschluss aller Erfolge wird das nächste Monster freigeschaltet. Das gleiche System gilt auch für die Jäger – hier schaltet Ihr nach und nach weitere Varationen der vier Klassen Assault, Medic, Support und Trapper frei.

(Screenshot: Evolve)

Interessante Charaktere

Wie schon in Left 4 Dead zeigt Turtle Rock, dass auch ein Multiplayer-Shooter interessante Charaktere bieten kann. Markov, Bucket und Val gewinnen zwar keinen Preis für mitreißende Geschichten, trotzdem bildet sich nach ein paar Spielen ein gutes Verständnis für die Persönlichkeit der Jäger. Das liegt an der Anfangsphase. Damit das Monster zu Beginn des Spiels einen Moment Zeit zum Weglaufen bekommt, beobachten die anderen Spieler ihre Avatare, wie die sich auf den Absprung aus dem Landungsschiff vorbereiten. Bevor sich die Jäger in bester Titanfall-Manier per Fallschirm ins Geschehen schleudern, tauschen sie stets ein paar Nettigkeiten aus. So erfährt man Näheres über den Bartwuchs des Supports, oder die Spionagevergangenheit des Medic – Spiel um Spiel wachsen einem so die Figuren ans Herz, auch wenn immer nur wenige Worte gewechselt werden.

Vier Klassen und zwölf Variationen

Evolve baut auf dem aus Team Fortress und Left 4 Dead bekannten Klassenprinzip auf. Pro Klasse gibt es noch einmal zwei freischaltbare Zusatz-Varianten, die andere Fähigkeiten als die Standardversion mitbringen. Beispielsweise fügt Standard-Support Hank dem Monster mittels Laserschneider und Orbitalschlag Schaden zu, und schützt seine Teamkameraden mit Schildprojektor und Tarnfeld. Wenn Ihr viel Support spielt, und im Fortschrittssystem aufsteigt, schaltet ihr Bucket frei. Der Roboter verschießt zielgelenkte Raketen und platziert bis zu fünf automatische Geschütze. Seine Hilfsfunktionen sind Aufklärungsdrohne und Tarnfeld. Bei allen freigeschalteten Charakteren ändern sich drei Fähigkeiten, die Klassenfähigkeit bleibt dieselbe: Tarnfeld für den Support, Schild für den Assault, Mobile Arena für den Trapper, und Heilungsstoß für den Medic. Durch diese Mechanik wird der Wiederspielwert enorm erhöht.

(Screenshot: Evolve)

Abwechslungsreiches Gameplay

Überhaupt setzt Evolve auf Abwechslung. Das Spiel präsentiert sich vom ersten Moment als buntes Potpourri von Gameplay-Einflüssen. Der Goliath mutet an wie der Tank aus Left 4 Dead, das Jetpack-Geballer wurde direkt aus Titanfall importiert, und auch die größtenteils sympathischen Charaktere lassen Anleihen bei Team Fortress und Left 4 Dead erkennen. Wunderbarerweise ist das nicht langweilig, sondern einfach nur gut geklaut. Evolve bringt mit der Monsterjagd und vier verschiedenen Spielmodi genügend eigene Einfälle mit.

Gut gelöst ist die Kommunikation mit dem Spieler. Die Tutorials sind nicht zu lang und nicht zu kurz, in den Ladebildschirmen bringen Euch Tipps die Feinheiten des Gameplays näher. Die Tage, in denen man mühsam die Grundzüge seiner Klasse lernen musste, sind Vergangenheit.

Überraschende Wendungen

Die längsten Spiele in Evolve machen am meisten Spaß. Denn wenn das Monster den Anfang überlebt, und die Jäger in ein oder zwei Scharmützeln zurückschlagen kann, drehen sich die Rollen plötzlich um. Als Jäger ist der Dschungel auf einmal undurchdringlich und gefährlich, zwei von drei Kameraden wurden gefressen, irgendwie muss man noch 45 Sekunden überleben, bevor Nachschub per Dropship angekarrt wird. Das Monster ist auf einmal nicht mehr auf der Flucht, sondern hat die Wahl: Entweder Jagd auf die Jäger machen oder das Kartenziel vollenden. Damit verstecken sich in jedem Evolve-Match mindestens zwei verschiedene Spielmodi – ein toller Anreiz für endlose Wiederholungen.

(Bild: 2K Games)

Fazitgizrank-big-50

Wenn es hier ein Genre gibt, dann ist Evolve die Referenz. Im Dschungelgeballer sind viele Anleihen bei anderen Titeln zu erkennen – die konsequent weiterentwickelt wurden. So viel Spaß im Multiplayer hatte ich zuletzt mit Team Fortress 2. Evolve ist clever, schnell und überraschend, und damit für alle Fans strategischer Shooter-Kost ein Muss.

(Bilder: 2K Games & Screenshots)

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