EyePatch – wiederverwendbarer Webcam-Sticker schützt eure Privatsphäre

(Bild: Gizmodo.de)

Unsere Privatsphäre wird gerade in Bezug auf Computer, Tablets und Smartphones immer wieder unterlaufen. Software kann hier schützen, muss es aber nicht zwangsläufig. Manchmal reicht aber auch schon ein Sticker, um sich vor ungewollten Späh-Angriffen zu schützen.

So ziemlich jedes Smartphone, Tablet und viele Computer verfügen über eine Selfie-Kamera beziehungsweise Webcam. Das ist praktisch und ermöglicht neben hübschen Selbstportraits auch Videotelefonie. Doch die Angst bei vielen Nutzern ist groß, dass die eigene Webcam gehackt wird und man unbewusst beobachtet wird.

Die wohl bekannteste Methode sich vor ungewollten Hacks der Webcam oder Frontkamera zu schützen, dürften wohl Klebeband und Post-its sein. Doch diese hinterlassen unschöne Klebespuren am Display und sind mitunter nicht mehrmals verwendbar.

Praktisch wäre da doch ein Sticker, der die Webcam vollständig verdeckt, sich ohne Rückstände entfernen lässt, zudem dauerhaft verwendbar ist und obendrein noch hübsch designt wurde. Genau das war die Idee des Hamburger Start-Ups “EyePatch”. Hier hatten drei Freunde die Vorstellung, dass man mit wiederverwendbaren Webcam-Stickern den Leuten Abhilfe gegenüber proprietären Aufklebern verschaffen und noch Geld verdienen kann.

(Bild: Gizmodo.de)

Wer gerne auf exklusiv steht, kann sich auch seine Initialen auf den EyePatch drucken lassen.

Die drei Jungs und Mädls von EyePatch haben mich neulich angeschrieben und gefragt, ob ich nicht ihr Produkt vorstellen möchte. Eigentlich empfand ich einen wiederverwendbaren Webcam-Sticker jetzt nicht so als Innovation. Allerdings haben mich die Stichworte “Made in Germany” und “Manufaktur” dann doch hellhörig gemacht. Ein junges Start-Up aus Deutschland darf man gerne mal unterstützen und eine aufwendige Handarbeit findet man heute auch nur noch selten, sodass ihr nun über EyePatch hier lesen könnt.

Wieso, weshalb, warum

In einem kurzen Interview haben mir Mo, Toni und Corinna, die Gründer von EyePatch, erzählt, was es genau mit ihrem Produkt auf sich hat, warum man es kaufen sollte und wie es in der Zukunft weiter geht.

(Bild: Gizmodo.de)

Hi ihr drei. Erzählt mal kurz wie ihr auf die Idee von EyePatch gekommen seid:

“In unserem Freundeskreis haben wir immer wieder beobachtet, dass Webcams mit Klebestreifen, Pflastern oder Postits abgedeckt wurden. Das hing bestimmt auch damit zusammen, dass in den letzten Wochen und Monaten das Thema der Webcam-Spionage vermehrt in den Medienfokus rückte. Es ist kinderleicht sich in fremde Webcams einzuhacken und die Person die gerade vor dem PC oder Laptop sitzt zu beobachten – dafür gibt es sogar Tutorials bei Youtube. Beobachten lassen will sich sicherlich niemand […]. Die Antwort ist ganz einfach: die Webcam muss abgedeckt werden. Da wir aber keine Klebereste an unserem geliebten Alltagsbegleiter haben möchten und wir ja ab und zu die Kamera auch nutzen, wie z.B. zum skypen, kamen Klebestreifen für uns nicht in Frage! Unsere Idee war es deshalb ein Produkt zu entwickeln, das uns schützt, keinerlei Kleberückstände hinterlässt und in Momenten der Kameranutzung leicht abnehm- und hinterher wieder anbringbar ist.

Aus was besteht der Eyepatch?

“Unser EyePatch besteht aus zwei Komponenten. Die Oberseite kann je nach Belieben aus Leder oder hochwertigem Papier bestehen. Diese bieten vielfältige Farb- und Strukturauswahl und machen jedes Produkt zu einem Unikat. Wir bieten das EyePatch in diversen Farben an – von schlicht gehaltenen weißen, grauen oder schwarzen Farbtönen bis hin zu Farbstatements im glitzernden Gold oder schrillen Pink. Auf der Unterseite verwenden wir eine so genannte Adhäsionsfolie. Diese weiche Kunststofffolie haftet auf allen glatten Oberflächen – ganz ohne Klebstoff. Bewirkt wird dies durch lockere, molekulare Bindungen zwischen der Folie und dem Material an dem sie haftet. Die beiden Komponenten werden durch einen Spezialklebstoff miteinander verbunden und mit Hilfe einer Presse dauerhaft zu einem EyePatch.”

(Bild: Gizmodo.de)

Die Unterseite mit Adhäsionsfolie.

Warum wird der EyePatch in Handarbeit produziert?

“Wir möchten ein Produkt anbieten, das fernab von Massenproduktion, mit Liebe zum Detail in Handarbeit gefertigt wird. Jedes einzelne EyePatch unterliegt dabei unseren hohen Qualitätsstandards und wird vor der Auslieferung auf diese geprüft. Wir möchten, dass alle die von uns ein EyePatch erwerben mit ihrem Produkt glücklich sind und sie genau das bekommen, was wir ihnen versprechen. Die Zeit die wir uns für die Herstellung der Produkte nehmen sind dabei eine Qualitätsgarantie und machen jedes EyePatch zu etwas besonderem. Um diesen Prozess jedoch noch weiter zu optimieren haben eine Crowdfunding Kampagne ins Leben gerufen: eine erfolgreiche Finanzierung über Startnext würde es uns ermöglichen ein Stanzwerkzeug anzuschaffen, das gleichbleibende Qualität und eine saubere Verarbeitung gewährleisten würden.”

Wie soll es in der Zukunft weitergehen?

“Nach erfolgreicher Finanzierung über Startnext haben die Anschaffung des Stanzwerkzeugs und die darauf folgende Anfertigung und Auslieferung der EyePatches oberste Priorität für uns. Im Anschluss werden wir über mehrere Vertriebskanäle die EyePatches regulär anbieten. Dies soll online aber auch offline möglich sein. Wir sind im Moment noch auf der Suche nach verschiedenen Anbietern von Plattformen oder kleinen Lädchen, die dafür in Frage kommen könnten. Fest steht aber, dass wir die Produktion auch weiterhin selber duchführen wollen und die Herstellungsmöglichkeiten daher gewissen Restriktionen unterliegen.”

Mein Fazit zu EyePatch

Klingt doch eigentlich ganz nett, die Idee des EyePatch. Im Endeffekt handelt es sich beim EyePatch also um nichts anderes wie um die bekannten Displayreinigungs-Tücher, die ihr auf die Rückseite eures Smartphones kleben könnt. Lediglich die Form wurde für die Webcam angepasst und bei der Verarbeitung wird auf hochwertige Materialien geachtet. Für aktuell fünf bis acht Euro könnt ihr einen Sticker eurer Wahl in Leder oder aus Papier bestellen. Für 17 Euro gibt es den EyePatch mit eingeprägten Initialen.

Grundsätzlich muss ich aber ehrlich sagen: Der EyePatch wirkt aktuell noch nicht ganz ausgereift. Das hat zwei Gründe. Einerseits muss man beim Kauf darauf achten, dass man sich ein Modell aussucht, welches ziemlich dünn ist. Dickere Materialien haften leider nicht so wirklich gut, wie ihr auch auf diesem Foto sehen könnt.

(Bild: Gizmodo.de)

Andererseits muss ich noch an der Funktionsweise des EyePatch etwas Kritik üben. So deckt der Sticker die Webcam zwar vollständig ab, mitunter wird aber auch euer Lichtsensor vom EyePatch abgedeckt, sodass euer Display ziemlich düster wird. Hier muss also im Zweifelsfall die automatische Regelung der Helligkeit deaktiviert werden. In meinem Test schienen mir Smartphones und Tablets davon weniger betroffen. Mein iMac konnte allerdings nichts mit dem EyePatch anfangen, da hier der Lichtsensor direkt neben der Webcam versteckt ist.

Rundum finde ich den EyePatch aber eine schöne Sache. Der Eyepatch hält meist sehr gut, auch auf verschmierten Displays. Mit vielen Farbmustern und Materialien eignet sich der Sticker wirklich als ein nettes Geschenk für wenig Geld. In der Basis-Ausführung für 5 Euro ist der EyePatch auch akzeptabel. Wer das richtig ausgefallene Modell mit Initialen haben will, muss mit 17 Euro aber etwas tiefer in die Tasche greifen. Und hier scheiden sich die Geister, ob man wirklich knapp 20 Euro für einen Sticker ausgeben will oder eine deutsche Manufaktur unterstützen möchte.

Wer EyePatch gerne unterstützen möchte, kann hier auf Startnext mal vorbeischauen. Die Finanzierung des Start-Ups läuft noch 28 Tage. Ich wünsche den Dreien auf jeden Fall viel Erfolg bei ihrer pfiffigen Idee!

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  1. Willkommen in der Zukunft! Dafür, dass man sich solche Gedanken machen MUSS, sollte man gewissen Leuten die ….. abschneiden.

    Und dem lustigen Troll mit dem Aluhut wird der Sinn nach Verunglimpfung schon vergehen. Ist nur eine Frage der Zeit, bis auch ihm der Ernst der Lage bewusst wird.

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