Verfassungsschutz forscht Verdächtige massiv mit stiller SMS aus

(Bild: Shutterstock)

Der Verfassungsschutz hat die umstrittene digitale Überwachungstechnik der 'stillen SMS' im vergangenen Jahr massiv ausgeweitet. Im zweiten Halbjahr 2014 versendete der deutsche Inlandsgeheimdienst rund 142.000 dieser SMS an die Mobiltelefone von Verdächtigen.

Während das Bundeskriminalamt (27.000) und die Bundespolizei (39.000) derartige Aktivitäten zurückfuhren, hat der Verfassungsschutz fast dreimal häufiger Handys heimlich geortet als in den ersten sechs Monaten des Jahres, berichtet der Spiegel.

Die Ausweitung steht offenbar in Zusammenhang mit der stetig wachsenden Zahl von Reisen Verdächtiger nach und aus Syrien und Irak.

Mit einer stillen SMS können Sicherheitsbehörden Mobiltelefone vermutlich teils bis auf wenige hundert Meter genau orten. Die Nachricht wird auf dem Display des Empfängers nicht angezeigt, sein Telefon bestätigt jedoch unbemerkt den Eingang der Nachricht.

Die Ausspähung über dieses Mittel ist unter Datenschützern umstritten. So können etwa durch eine permanente Ortung Bewegungsprofile von Handynutzern erstellt werden. Die Linken-Abgeordneten Jan Korte und Andrej Hunko, auf deren Anfrage die Bundesregierung die aktuellen Zahlen mitteilte, bezweifeln, dass es dafür eine Rechtsgrundlage gibt: “Die Spitzelei der Geheimdienste höhlt das Vertrauen in die digitale Privatsphäre aus”, sagte er dem Spiegel.

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