Anki Overdrive: Die Carrera-Bahn wird intelligent [Ersteindruck]

(Foto: NetMediaEurope)

Anki Overdrive kombiniert Eigenschaften von Videospielen und Carrera-Bahnen zu einem spaßigen Konzept, welches sich mit Mario Kart-Allüren zu einem spaßigen und abwechslungsreichen Hit für Väter und deren Söhne entwickeln könnte. Die Entwickler des Spielszeuges luden uns am Dienstag in München auf eine Probefahrt ein.

Anki Overdrive

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Anki Overdrive
Die Strecken von Anki Overdrive sind mit wenigen Handgriffen änderbar.

„Spielzeuge haben sich im Wesentlichen in den letzten 30 Jahren kaum verändert. Zwar ist vieles elektronischer geworden, doch die Art zu spielen hat sich geradlinig weiterentwickelt.“ Mit diesem Hintergedanken hat das Team um Anki-Mitbegründer Hanns Tappeiner von Anki Drive im letzten Jahr ein physisches Rennspiel entwickelt, bei welchem intelligente Autos ohne Schiene selbstständig die Fahrbahn entlang fahren, ohne von dieser abzukommen – wohlbemerkt ohne Leitplanken. Das Original bestand noch aus einer festgelegten Strecke auf einem ausrollbaren „Teppich“. Das Prinzip kam an, denn Anki Drive entwickelte sich in den USA auf Amazon zum meistverkauften Spielzeug nach einigen Puppen zu Disneys Film „Die Eiskönigin“.

In der verbesserten Version Anki Overdrive hat man ab September, wenn das Starter-Kit für 150 Dollar in vorerst wenigen Märkten, darunter Deutschland erscheint, die Möglichkeit, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Denn dieses bietet frei anordbare, magnetisch aneinanderheftende modulare Streckenteile, die sich überall aufbauen und durch ihre Flexibilität mit Alltagsgegenständen mit Steigungen versehen lassen.

Wie funktioniert Anki Overdrive?

Jeder der Supercar genannten Flitzer ist mit einem 50 MHz Computer und einer eingebauten Kamera ausgestattet, welche die Umgebung 500 Mal die Sekunde scannt. Die modularen Streckenteile nutzen spezielle Farb- und Optik-Technologien, in denen Informationen für die Fahrzeuge enthalten sind, welche die Fahrzeuge erkennen können und sich dank ihrer KI von ihnen fernhalten. Zwar folgen die Supercars autonom dem Verlauf der Strecke, innerhalb der Straßenbegrenzung lassen sie sich jedoch durch Neigen des Smartphones oder Tablets lenken. Ein Schieberegler am linken Bildschirmrand lässt die Geschwindigkeit regulieren.

(Foto: NetMediaEurope)

Die Fahrzeuge scannen ihre Umgebung 500 Mal die Sekunde und orientieren sich an Code, der sich unter der schwarzen Farbe befindet, um auf der Spur zu bleiben.

Doch nicht nur zum Wettrennen eignet sich Anki Overdrive. Eine der Hauptfunktionen ist das Battle Racing, bei welchem auf dem Smartphone diverse Waffen ausgewählt werden, mit welchen man seine Gegner abschießen kann, neben Schusswaffen können beispielsweise auch Minen platziert werden, um den Gegner auszubremsen und selbst als erster ans Ziel zu gelangen – ganz nach dem Spielprinzip von Mario Kart. Diese Waffen lassen sich durch im Spiel gesammelte Punkte aufrüsten oder zusätzliche Wummen nachkaufen. Laut Hanns Tappeiner werde Anki Overdrive konsequent auf In-App-Käufe verzichten. Nach anfänglichen Zweifeln, ob sich ein solches Prinzip ohne sichtbare Projektile, usw. gut anfühlt, wurde ich eines besseren belehrt, denn durch gut erkennbare Lichtsignale an den Fahrzeugen lässt sich sehen, wer schießt und wer getroffen wird.

Grundsätzlich soll es möglich sein, bis zu 28 Autos gleichzeitig fahren zu lassen, auch wenn die Entwickler das Limit der Übersicht halber anfangs auf vier Fahrzeuge begrenzen möchten. Wer lieber alleine spielt, kann sogenannte Commanders als NPCs Autos zuweisen, welche sich als intelligente Jäger aufmachen, um euch das Leben schwer zu machen – aber auch in der Gruppe ist dieser Modus möglich. Diese unterschiedlichen Commander kommunizieren über das Smartphone mit euch. Einer der Gründe, weswegen Anki Overdrive erst im September erscheinen wird ist, dass man sich die Mühe macht, die rund 5.000 gesprochenen Sätze komplett zu übersetzen – löblich!

(Foto: NetMediaEurope)

Ob ein Spieler getroffen wurde und von wem lässt sich durch Lichteffekte an den entsprechenden Fahrzeugen erkennen.

Auch erfreulich ist, dass Anki Overdrive sowohl mit iOS als auch mit Android gespielt werden kann. Zwar ist es nach derzeitigem Entwicklungsstand noch nicht möglich zusammen mit unterschiedlichen Betriebssystemen zu spielen, da die Smartphones nicht nur mit ihrem Fahrzeug, sondern auch untereinander über Bluetooth kommunizieren. Zum Release wird dies aber kein Problem mehr sein.

Da es bei dem Battle Racer auch einmal ordenlich krachen kann und auch soll, wurden die Fahrzeuge sehr stabil gebaut. Auch wenn die futuristischen Gefährte diesen Eindruck nicht unmittelbar vermittelten, plauderte Tappeiner darüber, welchen Torturen er die Supercars schon ausgesetzt hätte – von Drauftreten bis Waschmaschine war einiges dabei. Auch beim Fahrspaß halten die Fahrzeuge ganz passable Zeiten durch. Nach einer Ladezeit von etwa sechs bis acht Minuten reicht der Tank für circa 25 Minuten.

Preise und Verfügbarkeit

Anki Overdrive wird in Deutschland ab September 2015 verfügbar sein. Das Starter-Kit bestehend aus zwei Fahrzeugen, zehn Streckenmodulen (mit denen acht Strecken gelegt werden können), zwei Streckenhebern sowie einem Reinigungsset für die Reifen wird in den USA 150 Dollar kosten. Ein Preis für den deutschen Markt steht noch nicht fest, man möchte aber nach Möglichkeit einen ähnlichen Preis mit Eurozeichen anbieten. Da Käufer des Originals Anki Drive anregten, sie würden die Supercars gerne sammeln, sind diese sehr detailliert und individuell. Für einen Preis von 50 Dollar dürfte dies aber ein recht teures Hobby werden. Dafür ist das Spiel abwärtskompatibel, sodass Autos der ersten Iteration auch mit Overdrive nutzbar sind.

(Foto: NetMediaEurope)

Mit den Teilen des Starter-Kits lassen sich bereits diese acht Strecken zusammenlegen.

Erweiterungspakete, von denen einige bereits einige zum Start geben wird, werden zwischen 10 und 30 Dollar kosten und Sprungschanzen, Kreuzungen oder U-Turns bringen. Durch Letztere müssen die Strecken nicht einmal in sich geschlossen werden.

Ersteindruck

Ich gehöre zu dem Personenkreis, der als Kind stets von einer eigenen Carrera-Bahn geträumt hat, dem dieser Wunsch jedoch verwehrt blieb. Insofern war ich sehr auf Anki Overdrive gespannt, welches das Prinzip von Beschleunigung und Abbremsen um Funracer-Eigenschaften von Mario Kart erweitert. Doch abseits davon wird es auch Spiele nach dem Capture-The-Flag-System geben oder eine Bewertung von Sprüngen auf Sprungschanzen. Dadurch, dass die modularen Streckenteile keine Steckdose benötigen und buchstäblich flexibel sind, sind abgefahrenen Strecken keine Grenzen gesetzt. Ich bin bis jetzt von Anki Overdrive begeistert und freue mich darauf, wenn wir uns ab August für einen ausführlichen Test hinter das virtuelle Steuer setzen dürfen.

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  1. Nebenbei: Bei Youtube gibt es schöne Videos dazu.
    Die Technik dahinter klingt wirklich spannend.
    Auf Messen als Eyecatcher sicher auch toll.

    Das Spielzeug für daheim kickt mich das irgendwie nicht.
    Alleine spielen und Reflexe verbessern? Da zocke ich lieber an PC oder Konsole. Mit anderen spielen? Dann lieber mit RC-Cars draußen. (Sammeln? Finde ich grundsätzlich idiotisch.) Technologie lernen? Dann lieber Raspberry Pi oder Roboter-Kits, zumal man anscheinend da nicht programmiertechnisch ran kann.

    Will sich hier jemand das kaufen? Wenn ja, warum?

    1. Hallo Manwe,

      soweit ich das gestern mitbekommen habe, wurde bereits das SDK für Anki Overdrive herausgegeben.

      LG

      Mathias

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