E-Books sind laut Europäischem Gerichtshof keine Bücher

(Bild: Bookeen)

Nostalgische Gefühle oder praktischer Fortschritt? Wer seine Bücher elektronisch liest, sieht sich nicht selten genau diesem Konflikt gegenüber. Aus juristischer Perspektive ergeben sich allerdings meist andere Fragestellungen. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied nun, dass E-Books und Bücher nicht gleichbehandelt werden dürfen. Was sich zunächst auf den verringerten Mehrwertsteuersatz bezieht, könnte auch Auswirkungen auf die Buchpreisbindung in Deutschland haben.

Tatsächlich untersagen die EU-Richter laut Buchreport einzelnen Staaten, die verminderte Mehrwertsteuer für Bücher auch auf E-Books anzuwenden. In Frankreich wurden E-Books nur mit 5,5 Prozent besteuert, Luxemburg verhängte gar nur 3 Prozent auf die elektronischen Bücher. Hierzulande unterliegen gedruckte Bücher dem verminderten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent, während auf E-Books und Hörbücher die allgemeinen 19 Prozent erhoben werden. Pläne etwa der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, E-Books künftig wie gedruckte Bücher zu besteuern, dürften mit dem EuGH-Urteil vom Tisch sein.

Als Grund gaben die Richter an, dass der verminderte Satz nur für die “Lieferung von Büchern auf jeglichen physischen Trägern” anwendbar sei, wie die FAZ zitiert. Zwar werde auch ein E-Book auf einem solchen “physischen Träger” gelesen, aber nicht zusammen mit diesem ausgeliefert.

Der Europäische Gerichtshof liefert mit seinem Urteil auch Gegnern der Buchpreisbindung Munition, nämlich vor allem den großen Handelsketten. Wenn ein E-Book steuerlich nicht mit einem gedruckten Buch gleichzusetzen ist, unterliegt es auch nicht der Preisbindung, die vor allem die Verlage beibehalten wollen. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels argumentiert etwa, dass jedes Buch überall gleich viel koste, trage “zum Erhalt einer intakten Buchhandelslandschaft bei”. Auch der Verbraucher profitiert nach Meinung der Befürworter, da bei Aufgabe der Preisbindung zwar aktuelle Bestseller billiger würden, zugleich aber die Preise für weniger stark nachgefragte Bücher steigen müssten, um dies zu kompensieren.

Tags :Quellen:(Bild: Bookeen)Via:Florian Kalenda, ZDNet.de

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