Warum ich mir nie das neue Macbook kaufen würde [Kommentar]

(Bild: Gizmodo)

Was hatte ich mich auf ein Macbook Air Retina gefreut. Stattdessen zeigte Apple auf seiner Keynote das neue Macbook. Ein unfassbar schickes Gerät. Dennoch steckt im neuen Macbook so wenig Macbook wie noch nie. Dafür würde ich nie 1.449 Euro auf dem Tisch legen.

Apple Macbook

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Das neue Macbook auf der Apple Keynote im März 2015

Das größte Problem am neuen Macbook ist sein Core M Prozessor. Mit Core M ist das neue Macbook nicht nur leichter, dünner und schicker als alle anderen Macbooks vor ihm. Es ist auch nicht mehr das unermüdliche Arbeitstier, das ich mir von der Marke „Macbook“ erhoffe. Es ist zwar immer noch mehr als ein iPad mit Tastatur, vor allem dank seines offenen Betriebssystems. Trotzdem hat mir meine Erfahrung mit dem Core M gezeigt, dass mir die Leistung des Prozessors nicht reicht.

Apple Macbook (Bild: Gizmodo)

Das zeigte sich schon bei meiner ersten Begegnung mit dem Core M im Lenovo Yoga 3 Pro (hier geht’s zum Artikel). Das Lenovo Yoga 3 Pro stieß bei intensiver Arbeit schnell an seine Grenzen. Ab und an schien es sogar mit dem Abspielen eines Full-HD-Youtube-Clips im Vollbildmodus Probleme zu haben. Klar zieht das Lenovo Yoga 3 Pro im Gegensatz zum Macbook den Pferdefuß Windows 8.1 hinter sich her. Man sollte aber nicht vergessen, dass auch das neue Macbook eine immense Anzahl an Pixel auf dem Bildschirm hin und her schubsen muss.

Weiter stört mich, dass Apple zugunsten des schlanken Designs radikal die Anschlüsse wegrationalisiert. Nur ein Klinkenstecker und ein USB Typ-C Port haben es in das Macbook geschafft. Zwar entpuppt sich der USB Typ-C Port als wahres Multitalent. Strom, Monitor, Massenspeicher, Ethernet, Maus – USB Typ-C kann alles. Aber was ist, wenn man mehrere dieser Möglichkeiten gleichzeitig nutzen will? Hierzu wird es sicherlich extrem teure Adapter geben, die man dann auch immer mit sich rumschleppen sollte. USB Typ-C ist derzeit noch alles andere als Standard.

Apple Macbook (Bild: Gizmodo)

Trotzdem ist nicht alles schlecht am neuen Macbook. Ganz im Gegenteil, ich bin mir sicher, dass er jede Menge gut betuchte und hoch zufriedene Abnehmer finden wird. Es scheint das schönste Notebook zu sein, das jemals eine Fertigungsfabrik verlassen hat. Jeder der in den Apple Store geht, wird Schwierigkeiten haben, sich das deutlich günstigere Macbook Air zu kaufen, wenn das neue Macbook daneben steht. In die Kombination aus brillantem Display, toller Tastatur, großem Touchpad, viel Akku, Aluminium und kaum Gewicht muss man sich fast zwangsläufig verlieben.

Gerade für Leute, die viel Reisen und hauptsächlich E-Mails-Schreiben, Office nutzen und surfen ist das neue Macbook perfekt. Für mich als Heavy-User, der auch gerne mal rechenintensive Programme wie Adobe Premiere nutzt, ist es nicht zu gebrauchen. Der Name „Macbook“ stand bisher fast immer für Leistung, hier nicht.

Wer mit einem Core M nicht leben kann oder will, für den gibt es durchaus Alternativen. So lohnt sich vielleicht ein Blick auf die dünnen Windows Rechner Dell XPS 13 (zum Artikel)Surface Pro 3 (zum Artikel) oder auch das gerade auf dem MWC vorgestellte HP Spectre X360. Denn so schön des neue Macbook auch ist, ein Macbook Air Retina mit einem Core I hätte ich bevorzugt.

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  1. Objektive Kritik und gut geschrieben, sowas findet man nicht häufig im Umgang mit Apple. Für mich ist dieses MacBook aber auch nichts. Allerdings muss man neidlos anerkennen, dass Apple mit diesem Gerät eines der schönsten Laptops aller Zeiten auf den Markt bringt.

    1. Naja, nur weil man Wert auf mehr als eine (1!) Schnittstelle legt, wird man noch lange nicht zum „Heavy-User“. Typ C find ich grundsätzlich ne gute Entscheidung, ein zweiter währe hier der Knüller gewesen. Apropos Konnektivität: Was ist mit Thunderbolt? Lässt man das schon wieder sterben? Bekommt man das Ding überhaupt an einem Apple-Thunderbolt-Display zum Laufen?

      So eine Enwicklung hab ich schon länger erwartet, allerdings unter einem anderen Namen (iBook) und mit iOS auf ARM-Architektur. Aber Apple will wohl weiterhin zwischen seinen MacDevices auf Intel und OSX und seinen iDevices auf A(RM) und iOS unterscheiden.

  2. „Der Name „Macbook“ stand bisher fast immer für Leistung, hier nicht.“ Das sehe ich anders. Der Name MacBook steht für vollwertige Notebooks, als Nachfolger der iBooks und PowerBooks. Wenn du Leistung suchst, steht dafür bei Apple immer „Pro“, siehe MacBook Pro, Mac Pro.

    Das neue MacBook wird m.E. mittelfristig die günstigeren Airs ersetzen, damit das Preisgefüge wieder „stimmt“ wird über kurz oder lang auch das 13er Pro teurer werden.

    Wie groß war der Aufschrei als das optische Laufwerk entfiel…in meinem aktuellen MacBook Pro habe ich es noch nie verwendet. Genauso werden wir in zwei Jahren mit dem Wegfall diverser Anschlüsse leben, und den neuen Universalanschluss loben. Schon heute sind Drucker, Kameras etc. nicht mehr per Kabel verbunden, von relativ alten Geräten mal abgesehen.

    Das einzige Merkmal, das ich wirklich vermisse ist der MagSafe-Anschluss…ein wirklicher Knüller wäre ein USB-C der nach dem MagSafe-Prinzip funktioniert.

  3. Sehe ich auch so, das ist halt ein sehr eleganter Rechner für Reisen und zum surfen auf dem Sofa, sollte wohl das Bindeglied zwischen Ipad und MacPro sein, und das was das Air schon immer, und auch nicht mehr. Alleine schon der maximale Festplattenspeicher 512 Gb reicht gerade mal für den Normalen gebrauch. Aber ich finde es geil, und werde wohl mein altes Air jetzt einmotten :( und mir das Teil holen :) Und ich lege dafür gerne 1449 Euro auf den Tisch. Den so eine geile Technik hat halt nun mal seinen Preis. Klar bekomme ich Plastik Windoofrechner für ein viertel, ist aber auch schon nach 2 Jahren hinüber, mein Air ist jetzt schon 4 Jahre, Akkulaufzeit wie am ersten Tag und absolut keine Probleme. Ich habe in meiner Firma für die Außendienstler ca. 15 Stück Plastik Rechner im Einsatz, da hat noch keiner länger als 2 1/2 Jahre gehalten.

  4. Inhaltlich finde ich den Kommentar absolut lesenswert, jedoch sind mir ein paar Dinge aufgefallen, die man der Korrektheit halber vielleicht ändern möchte.
    Zum Einen schreibt sich der/die/das Macbook als eigenname MacBook. Zum Anderen wechseln Sie die Artikel von „das“ zu „der“ „das Macbook“Stattdessen zeigte Apple auf seiner Keynote das neue Macbook.“…“haben es in das Macbook geschafft“ “ Mit Core M ist der neue Macbook nicht nur leichter…“
    Es würde mich außerdem wirklich freuen, wenn ihr mal aufmerksam Korrektur lesen würdet.
    Dann passierten vielleicht auch solche Fehler nicht mehr: „Er ist zwar immer noch mehrt als ein iPad mit Tastatur…“

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    1. Julian, schön, dass es so aufmerksame Leser wie dich gibt. ;) Die Artikel sollten nun konsistent sein. Macbook bleibt bei mir aber Macbook. Man muss ja nicht alles so schreiben, wie die Marketing-Abteilung von Apple das gerne hätte.

      1. Das liegt ganz im eigenen Interesse, es liest sich gleichmäßig einfach schöner ;) Schön, dass du das Feedback nochmal kommentierst!

  5. hier verwechselt offenbar jemand das „MacBook“ mit „MacBook Pro“. Das MacBook wurde zuletzt als günstige Plastik-Alternative (in schwarz und weiß) zum MacBook Pro angeboten (ich glaube bis 2011). Es war noch nie als Arbeitstier von Apple angepriesen worden, sondern immer ein reiner Consumer-Rechner und somit eine günstige Alternative zum Pro. Das Arbeitstier war (und ist) der Pro.
    Insofern ist sich Apple hier allemal sehr treu geblieben.
    Auch was die (fehlenden) Anschlüsse betrifft, ist es typisch für Apple, konsequent auf drahtlose Übertragungen zu setzen – gerade im Consumer-Bereich.
    Und wenn der Autor dann noch den Prozessor mit seinen Erfahrungen aus der Anwendung an einem PC vergleicht, zeigt er vor allem, dass er von Apple offenbar keine Ahnung hat.
    Es war noch nie hilfreich die Benchmarks von PC’s und Apple-Produkten zu vergleichen. Dazu sind die Apple-Produkte (vor allem dank der „Closed-Shop“ – Philosophie) zu gut aufeinander abgestimmt. Und genau dafür steht Apple, dass man sich mit solchen Dingen eben nicht befassen muss.

    Daher lieber Autor: Setzen, Sechs.

    1. Wenn ich nochmal kurz aufstehen darf: Es kommt immer darauf an, für was man seinen Rechner nutzt. Da ich viele Videos kompiliere werde ich bei meinem Macbook Pro mit i7 bleiben, für den ich übrigens kaum mehr gezahlt habe als für das von dir als „günstige Alternative zum Pro“ angepriesene Macbook. Das Macbook ist ultraportabel und wahnsinnig schick aber sicher nur bedingt für Videobearbeitung geeignet.

      1. Die günstige Alternative war das alte MacBook, welches damals aus Plastik war, kleinere Prozessoren und Festplatten sowie weniger Anschlüsse hatte (siehe hier: http://de.m.wikipedia.org/wiki/MacBook). Es war zudem deutlich günstiger als das Pro.
        Mit dem neuen MacBook kehrt Apple offenbar wieder zu dieser produkt-Idee zurück. Und in der entsprechenden Konfiguration ist das Pro auch heute deutlich teurer als das neue MacBook

        1. Das es günstiger wird als die Pro Variante wird sich wohl erst in den nächsten Generationen ergeben, war beim MacBook Air auch so: zuerst teurer als das MacBook Pro und jetzt deutlich günstiger. Das wird über kurz oder lang auch mit dem neuen MacBook passieren

  6. Das bleibt Dir natürlich unbenommen. Allerdings ist das MacBook halt eher eine Neuauflage des alten Plastik-MacBooks und daher eher Consumer-Rechner als Abreitsmaschine. Daher wird deine Kritik dem Gerät eben auch nicht gerecht. Zudem ist das Air 13“ mit 8Gb und 256er Festplatte exakt so teuer, wie das kleine neue MacBook. Zwar mit größerem Display aber eben ohne Retina. Auch da ist deine obige Kritik nicht so ganz angebracht.
    Und wenn Du Dir heute ein 13″ MacBook Pro mit derselben Konfiguration kaufst, bekommst du zwar einen weitaus leistungsstärkeren Rechner, Musst allerdings auch mehr zahlen.
    Insofern gebe ich Dir recht, es kommt halt darauf an, was man möchte. Das ist halt eher ein schickes Sport-Cabriolet und kein Lastwagen…

  7. objektiv betrachtet dürfte man kaum einen grund finden, 1.500€ dafür auszugeben.
    500€ für die usabilty. 1000€ für´s design.

  8. wer Computer ausschließlich wegen der usability kauft, ist bei PC’s sicher besser aufgehoben.
    Ich persönlich verbringe täglich so viel Zeit mit Computern, da dürfen die schon auch schick, cool und sexy sein.
    Zudem bin ich kein IT-Experte, der sich auf Prozessoren einen ‚runterholt oder der mit Benchmarks angibt. Die Dinger sollen funktionieren und dabei nicht allzu hässlich aussehen.
    Übrigens auch ein Grund für das iPhone und gegen die seelenlosen Android-Sonstwas-Nachmacher-Frikadellen….

  9. Pferdefuss Windows 8.1? Ernsthaft?
    Windows ist spätestens seit Windows 8 ein sehr schlankes und Performantes Betriebssystem. Finde ich sehr fraghaft, diesem den Fehler eines ruckelnden Videos in die Schuhe schieben zu wollen…
    Ob man die Metro-Oberfläche mag oder nicht ist wahrlich Geschmackssache (ich persönlich freue mich, das mit Windows 10 das Startmenu zurückkommt…), aber das Windows-Bashing nimmt manchmal sehr seltsame Formen an.

    1. Wenn ein Video ruckelt, dann hat es natürlich etwas mit dem Browser, Video Treibern und restliche Auslastung des Computers zu tun. Allerdings kann man den grössten Teil davon in die Schuhe des Betriebssystems schieben. OSX ist und bleibt besser Konfiguriert auf seine Hardware, damit sind Treiber und Ressourcenmanagement einfach besser hier aufgehoben. Man konnte noch nie die Hardware vom Windows Laptop it der von Apple vergleichen, weil Apple sie einfach besser genutzt hat. Ja Windows hat einen grossen Schritt nach vorne gemacht, aber es wird in dieser Frage OSX immer unterlegen bleiben.

  10. Guter Artikel. Ich habe mir vor ca. 3 Monaten ein Notebook von Acer gekauft. Bis jetzt war ich, der eingebauten SSD und Full-HD sei dank, sehr zufrieden damit. Dann habe ich vor ein paar Tagen einen großen Riss am Scharnier entdeckt. Die Verarbeitung bei fast allen „Windows-Marken“ ist wirklich problematisch. Werde jetzt wohl zu Dell wechseln, da gefällt mir das Gesamtpaket am besten. Da ist das P/L-Verhältnis einfach besser als bei Apple. Eigentlich schade…

    1. Preisleistung ist aber auch wie lange der Mist hält und was der nach paar Jahren noch wert ist / gut funktioniert. Mein 15 Jahre altes Macbook Pro läuft immer noch super und 4-5 Jahre alte MacBooks kriegst du kaum unter 500€ bei Ebay.. daran kannst du sehen was ein preis-leistungsverhältnis ist.

      1. Nur wegen der Haltbarkei, selber Zeitpunkt deswegen Kaufs, zweimal Thinkpad T410 und zwei Mabook Pro. Die ThinThinkpads laufen und laufen, (obwohl mit Kaffee übergossen) Akkuleistung immer noch sehr gut. Die zwei Macbooks hängen nur mehr am Magsafe weil sich bei beiden der Akku gebläht hat. Natürlich spielen sie Thinkpads in der selben Preisliga, allerdings dann mit 3 Jahren Vor-Ort -Service. Für Professionelle Nutzer schon auch ein Argument.

  11. Wir testen in regelmäßigen Abständen MacBooks auf Leistung, Akkulaufzeit und mehr. Dabei beleuchten wir zahlreiche Eigenschaften und betrachten die Apple Hardware der MacBooks genauer. Auf MacBook-Test vergleichen wir alle aktuellen MacBooks und zeigen die Vorzüge des geschlossen Betriebssytem Mac OSX.
    Bei uns bekommen Sie einen schnellen Überblick, welches MacBook zu Ihnen und Ihren Aufgaben passt.
    Wir freuen uns auf Ihren Besuch, ihr MacBook Test Team http://www.macbook-test.de

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