Bose SoundTouch20 II im Test: Streaming-Speaker geht fast unverändert in die zweite Runde

(Bild: Gizmodo.de)

Noch 2014 brachte Bose die SoundTouch Serie II auf den Markt. Neue Farben und eine Vielzahl an unterstützten Apps bekam die neuen Modelle der Streaming-Lautsprecher spendiert. Wir haben uns den SoundTouch20 II für einen Langzeittest geholt und wagen jetzt unser Fazit.

Bose SoundTouch20 II im Detail

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Vorderseite

Design

Meiner Meinung nach bestach schon der SoundTouch20 der ersten Serie mit seinem hervorragenden Design. Und das hat sich beim SoundTouch20 II so gar nicht geändert, woraus ich schließe, dass Boses Designsprache viele Abnehmer gefunden hat. Warum auch Veränderung, wenn das Aussehen stimmig ist.

Der Bose SoundTouch20 II setzt sich also wie sein Vorgänger aus einem rechteckigen Block zusammen. Betrachtet man den Lautsprecher von oben oder von der Seite, fällt auf, dass der Speaker zu den Rändern schmaler wird. Die Vorder- und Rückseite hat Bose in schwarz gehalten. Vorne verstecken sich die Speaker unter einer feinen Textilmembran.

(Bild: Gizmodo.de)

Zudem prangt in der Mitte unübersehbar ein Display samt Bose-Schriftzug und SoundTouch-Logo. Die Rückseite wurde mit schwarzem Plastik verkleidet und leider nicht mit Aluminium, wirkt daher auch nicht sehr wertig. Muss es vielleicht auch nicht, zumal man die Rückseite selten zu Gesicht bekommen dürfte. Hier finden sich das Bassreflex-Gehäuse und eine Vielzahl an Anschlüssen, darunter für das Netzteil, Aux- und LAN-Kabel. Zudem gibt es einen USB- und microUSB-Port.

Betrachten wir die Ränder kommen wir zur einzigen Veränderung, die Bose beim SoundTouch20 II vorgenommen hat. Denn in der zweiten Serie stehen dem Käufer nun zur weißen Plastik-Verkleidung auch eine Oberfläche aus gebürstetem Aluminium in einem schicken Grau zur Verfügung – Apple würde es wohl Space Grey nennen.

So funktioniert der Lautsprecher

Grundsätzlich lässt sich der SoundTouch20 II Lautsprecher via Tablet oder Smartphone ansteuern. Unterstützt werden iOS, Mac OS, Android und Windows via der kostenfreien SoundTouch App. Bei iOS wird AirPlay unterstützt. Windows Phone wird nicht unterstützt. Die Synchronisation der zweiten SoundTouch Serie verlief ebenso problemlos wie bei den Modellen der ersten Generation: Speaker mit Strom versorgen, App herunterladen und öffnen, den SoundTouch20 II über die App mit dem eigenen WLAN verbinden und schon kann Musik gespielt werden.

Boses SoundTouch-System benötigt im Idealfall einen Rechner oder eine NAS-Festplatte auf die es zurückgreifen kann. Von dort aus holt es sich Musikdateien und die Daten von Streaming Services. Wer wenig Lust hat jedes Mal seinen Computer hochfahren zu müssen nur um Musik zu hören, der kann sich auch über das Smartphone oder Tablet mit dem SoundTouch20 II verbinden. Hier kommt man allerdings nur in den Genuss von Internetradio, Spotify und Deezer. Letztere Streaming-Dienste sind allerdings nur über einen Premium-Account nutzbar, was ziemlich schade ist. Ich gehe aber davon aus, dass hier nicht Bose zu kritisieren ist, sondern es sich vielmehr um ein Lizenzproblem der Anbieter handelt. Immerhin hat Bose nun aber auch Streaming-Dienste für Deutschland integriert, was im Falle der ersten Generation 2013 noch nicht geschehen war.

In Kombination mit dem Bose SoundTouch20 II ist eine NAS-Festplatte empfehlenswert, die das Hochfahren eines Computers unnötig macht oder sogar das anschließen eine AUX-Kabels direkt an den SoundTouch20 II, obgleich hier dann nicht mehr von einem Streaming-Lautsprecher geredet werden kann.

(Screenshot: Gizmodo.de)

Auch ein Zugriff auf die auf dem Smartphone gespeicherten Musikdateien ist nicht möglich. Das war schon bei den SoundTouch-Modellen der ersten Serie so und hat sich auch bei den SoundTouch II Speakern nicht geändert. Um es also nochmal zusammenzufassen: Die volle Musikbibliothek ist nur mit eingeschaltetem PC abspielbar beziehungsweise via NAS-Festplatte, die neu hinzugefügten Streamingdienste Deezer und Spotify lassen sich nur mit Premium-Account nutzen, sodass grundsätzlich ein schneller Zugriff nur auf das Webradio gegeben ist. Ein ziemlicher Wermutstropfen meiner Meinung nach, möchte man vielleicht nicht immer extra den Computer hochfahren sobald man zu Hause ist. Dieses Problem hat beispielsweise Samsung bei seiner Multiboom Serie vollständig gelöst – hier geht es zum ausführlichen Test.

Jedoch muss ich auch entgegenhalten: Bose bietet hier wirklich eine ausgezeichnete Auswahl an tausenden Radiosendern aus der ganzen Welt und viele von ihnen ohne Werbung. Wer also nicht gerne seine Musik selbst zusammenstellt wie ich, der kann sich hier insgesamt sechs Lieblingssender als Favoriten speichern. Hierzu besitzt der SoundTouch20 II sechs nummerierte Buttons auf der Oberseite. Ist ein netter Radiosender angewählt, wird einer der Buttons für circa zehn Sekunden gedrückt gehalten und schon landet er in den Favoriten. Selbes gelingt auch über die App oder die mitgelieferte Fernbedienung, sodass man nicht extra jedes Mal zum Lautsprecher laufen muss.

(Bild: Gizmodo.de)

Bestechende Soundqualität

Tiefe Bässe, nahezu perfekt getroffene Höhen und eine maximal mögliche Lautstärke die rund 30 Quadratmeter ohne Weiteres beschallen kann, verleihen dem SoundTouch20 II ein ausgewogenes Gesamtbild. Bose zeigt hier einmal mehr, dass man sich gerne auf langjährige Erfahrung und eine ausgewogene Soundqualität verlassen kann.

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Dank der nach vorne gerichteten Stereolautsprecher und dem rückwärtig gerichteten Bass, entsteht ein ansprechender Klang im ganzen Raum. Wer auf richtig tiefe Bässe steht, der wird mit dem SoundTouch20 II sehr lange zufrieden sein. Selten habe ich so einen kleinen Speaker vor die Nase bekommen (31,40 mal 18,80 mal 10,40 Zentimeter), der solch eine Power in sich trägt.

(Bild: Gizmodo.de)

Doch natürlich sind Bässe nicht alles, weshalb man die Tiefen manuell auch herunterregeln kann. Einen Equalizer findet man aber weder in der App, noch bei der Software für Mac oder PC. Meiner Meinung nach muss man den Sound des SoundTouch20 II jedoch nicht wirklich nachjustieren. Bose bietet hier durchschnittlich immer einen vollständig ausgewogenen Klang. Und sollten einem Käufer die Bässe wirklich stören, so lassen sich diese eben manuell einstellen.

Der SoundTouch20 II ist also alleine aufgrund seiner Soundqualität eine echte Bereicherung für die Ohren. Jedoch darf auch gesagt sein: In punkto Hardware hat Bose hier im Vergleich zum Vorgängermodell wirklich nichts verändert. Gleiche Speaker, gleiche Chips, gleicher (hervorragender) Klang. Wer zufällig also einen SoundTouch20 I auf eBay findet, darf hier getrost zuschlagen – Bose bietet den Vorgänger nämlich nicht mehr offiziell an.

(Bild: Gizmodo.de)

SoundTouch App nach wie vor mit Macken

Boses SoundTouch App hat sich im wesentlichen nicht geändert. Das Design und der Aufbau der Applikation ist vollkommen gleich geblieben. Die sechs möglichen Favoriten finden sich am linken Rand in der App, mit einem Wisch von rechts nach links gelangt man in die Einstellungen. Hier finden sich „Einstellungen“, „Hilfe“, „Musik hinzufügen“, „Internetradio“, „Musikbibliothek“ und „Recents“.

Lediglich einige Features wie etwa „Recents“ oder die bereits erwähnten Streaming-Dienste Deezer und Spotify sind hinzugekommen. Recents zeigt euch beispielsweise an, welche Lieder, Alben oder Radiosender ihr zuletzt gespeichert habt. Hier merkt sich die Funktion bis zu 35 Slots, zeigt an, wann ihr zuletzt darauf zugegriffen habt und ob sich der Radiosender oder das Lied unter euren sechs Favoriten befindet. Für mich stellte Recents in der Testphase eine echte Bereicherung dar, denn gerade bei der üppigen Auswahl an Radiosendern probiert man gerne viele verschiedene aus, verliert jedoch auch leicht den Überblick welche Sender schon gespielt wurden. Dank Recents kann man dann im zeitlichen Verlauf zurückscrollen und noch nachträglich gute Radiosender favorisieren.

(Screenshot: Gizmodo.de)

Als weniger hilfreich stellt sich das Problem bei dem Verbindungsaufbau zwischen App und Lautsprecher heraus. Es kann bei seltener Nutzung häufig vorkommen, dass man gar 30 Sekunden bis zu einer Minute warten muss, bis sich das System im WLAN einloggt. Das ist nicht wirklich nutzerfreundlich und könnte bestimmt seitens Bose noch verbessert werden. Mein Rat daher: Wer gerne häufig die Musik wechselt, der sollte die App am besten aktiviert lassen. Schaut also darauf, dass euer Computer oder mobile Device nicht sofort den Bildschirmschoner aktiviert, denn sonst kann das Öffnen der App wieder einige Sekunden dauern.

Grundsätzlich bin ich mit der Bose SoundTouch App aber doch zufrieden. Gerade der einfache Aufbau und die selbsterklärende Handhabung zeichnen die Applikation als ein einfaches Tool aus. Dennoch, wenn Bose sich bei der SoundTouch II Serie schon so als Streaming-Anbieter hervorhebt, sollte das Hauptwerkzeug, die App, lückenlos funktionieren.

Fazit zum Bose SoundTouch20 II

Ohne nun lange herumzureden: Ich spreche meine volle Kaufempfehlung für den SoundTouch20 II aus. Wie bei dem SoundTouch20 der ersten Generation ist es vor allem der Sound, der hier in jedem Detail begeistert. Auch die Verarbeitung stufe ich als sehr gut ein, obgleich ich mir bei einem Preis von 399 Euro auch eine etwas schönere Rückseite vorstellen könnte. In Bezug auf das Design muss sich letztendlich jeder selbst eine Meinung bilden. Mir persönlich gefällt es außerordentlich gut.

In punkto Hardware hat sich beim SoundTouch20 II nichts geändert, sodass man sich auch über Umwege getrost einen gebrauchten SoundTouch20 der ersten Generation zulegen kann. Denn auch die ältere Generation wird noch mit Software-Updates am Leben gehalten und bietet daher genau das Gleiche wie die SoundTouch II Serie.

Für den SoundTouch20 II spricht im direkten Vergleich zum Vorgängermodell eigentlich nur die neue Verkleidung aus gebürstetem Aluminium. Grundsätzlich darf man wohl auch davon ausgehen, dass der Support der neueren Serie länger halten wird, sodass man sich bei der Kaufentscheidung mitunter doch für das IIer-Modell entscheiden sollte. Preislich hat sich nämlich nichts geändert und so gibt es den SoundTouch20 II für 399,95 Euro UVP auf bose.de. Aktuell finden sich aber auch immer wieder Angebote der Streaming-Box für rund 329 Euro, etwa bei Cyberport.

(Bild: Gizmodo.de)

Bewertung

Im Ranking bekommt der SoundTouch20 II bei mir trotzdem einen vollen Stern abgezogen. Das liegt daran, dass mir die SoundTouch App noch nicht rund genug läuft. Bose setzt hier ganz klar auf eine Streaming-Lösung und verkauft seine SoundTouch Reihe auch als solche. Als Kernelement dient hier demnach die Applikation und diese läuft leider noch immer nicht zu 100 Prozent rund, gerade wenn es um den Verbindungsaufbau geht.

plus Hervorragender Sound

plus Gute Verarbeitung

plus Schickes Design

plus Einfache Bedienung

minus Teilweise schlechter Verbindungsaufbau

minus Streaming-Dienste nur in der Premium-Version nutzbar

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  1. Ich habe das Soundtouch Portable im Dezember 2013 gekauft. Lautsprecher bauen kann Bose aber Software und Connectivity ist absolutes Neuland, was man in der Qualität leider noch immer zu spüren bekommt.

    Airplay hat über 1 Jahr nicht funktioniert, wenn man mehr als 1 Access Point hat. Ende 2014 hat ein Software Update das Gerät auch noch komplett lahm gelegt. Das Soundtouch musste eingesendet werden und lt. Bose Brief wurden einigen Komponenten ausgetauscht.

    Mein Hauptanwendungsgebiet ist allerdings Internet Radio. Und das funktioniert leider noch immer nicht!!

    Meine Hauptsender „Radio Gong 96,3“ und „ORF OE3“ werden zwar angeboten, allerdings verliert der Soundtouch immer wieder die Verbindung und kann diese nicht wieder herstellen. Dh. ich muss alle paar Minuten das Soundtouch aus- und wieder einschalten. Der Fehler tritt besonders in den Morgenstunden zwischen 6 und 9 Uhr auf. Warum aber hier das Premium Produkt es im Vergleich zu billigen Internetradio Geräten nicht schafft, verlorene Verbindungen wieder zu aktivieren, kann ich nicht nachvollziehen.

    Der Bose Support hat die Probleme bestätigt und darauf verwiesen, dass dies ein Service ist, den sie selber zukaufen …

  2. Ich habe die Bose Soundtouch 20 jetzt seit einigen Monaten und für mich ist das Gerät absolut zufrieden stellend! Ich muss dir leider in den paar negativen Punkten zu stimmen, aber dennoch ist dieses schicke Design und die einzigarte Soundqualität überragend was mich auch dazu bringt eine Kaufempfehlung auszusprechen…
    Bei Verbindungsproblemen das Radio einfach an und aus machen und dann regelt sich das meistens auch schon :)
    LG

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