Microsoft will sich doch nicht an Cyanogen beteiligen

(Bild: CyanogenMod)

Die Entwickler der Android-Version CyanogenMod stehen kurz vor einer Finanzierungsrunde, die 110 Millionen Dollar einbringen soll. Microsoft soll entgegen früherer Berichte nun doch nicht an Bord sein, was viele Anwender beruhigen dürfte.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass die Finanzierungsrunde für den Entwickler der alternativen Android-Version CyanogenMod sowie der kommerziellen Variante Cyanogen OS kurz vor dem Anschluss steht. Microsoft soll nicht mehr dabei sein. Allerdings will das Unternehmen auch weiterhin Software für Cyanogen beisteuern.

Zu den Investoren bei Cyanogen soll PremjiInvest gehören, der Investititionsarm von Azim Premji, Chairman des indischen IT-Dienstleisters Wipro. Der bislang größte Kunde von Cyanogen ist mit dem führenden Handyhersteller Micromax ebenfalls ein indisches Unternehmen. Micromax hat von Cyanogen eine exklusive Lizenz für die Vermarktung von Mobilgeräten mit Cyanogen OS auf dem Subkontinent erworben.

Die neue Finanzierungsrunde könnte nach Bloombergs Informationen für Cyanogen eine Bewertung von 500 Millionen Dollar oder mehr bedeuten. Sprecher von Cyanogen sowie Microsoft lehnten es ab, eine Stellungnahme zu dem Bericht abzugeben.

Mit Cyanogen im Gespräch ist Microsoft angeblich weiterhin, um eventuell einige seiner Android-Apps mit Cyanogen-Geräten auszuliefern. Das könnte etwa die Bündelung mit OneDrive und OneNote, aber potenziell auch mit den neuen Office-Apps für Android bedeuten. Es käme gleichzeitig dem Interesse Cyanogens an attraktiven Anwendungen entgegen, um unabhängiger von Google zu werden. Cyanogen-CEO Kirt McMaster wirft Google schon länger eine zu enge Kontrolle von Android vor.

Google hatte Android als “Open-Source”-Betriebssystem angekündigt, das Gerätehersteller kostenlos auf ihren Geräten installieren können. Um Zugang zum wichtigen Play Store zu erhalten, müssen OEM-Hersteller ihre Geräte allerdings auch mit Googles eigenen Anwendungen und Diensten ausstatten. Dadurch wird es vor allem für Drittanbieter schwerer, ihre eigenen Apps auf Android-Geräten zu etablieren. “Für Microsoft bedeutet das eine geringere Verbreitung seiner Suchmaschine Bing, die mit der Google-Suche konkurriert”, schrieb das WSJ. “Es könnte auch das Wachstum anderer Software-Produkte von Microsoft einschränken.”

The Register sieht Microsofts Motiv am Zusammenwirken mit Cyanogen außerdem in der potenziell disruptiven Wirkung von Cyanogen OS im Markt der Android-Geräte. Googles Mobilbetriebssystem hat die weiteste Verbreitung vor Apples iOS gefunden – während Windows Phone weit abgeschlagen auf dem dritten Platz verharrt.

Tags :Quellen:Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising