Test: Asus Zenwatch – Android Wear in elegant [Video-Test]

Asus Zenwatch (Bild: Gizmodo)

Für Smartwatches gilt das gleiche wie für alle Accessoires: Sie müssen gut aussehen! Asus scheint das verstanden zu haben und hüllt ihre Asus Zenwatch in ein extrem schickes Design. Trotzdem ist nicht alles Gold, was glänzt. Wir haben uns für euch die Asus Zenwatch im Test und Video angeschaut.

Asus Zenwatch

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Asus Zenwatch

Asus scheint sich bei der Zenwatch gegen den Android Wear Smartwatch Trend zu runden Displays zu stemmen und verbaut ein eckiges Display. Damit bildet die für 229 Euro erhältliche Zenwatch einen angenehmen Gegenpol zu ihren runden Konkurrenten wie der LG G Watch R (hier geht’s zu Test), der Moto 360 (hier geht’s zum Test) oder der Huawei Watch (hier geht’s zum Hands On).

Ich persönlich finde derzeit sogar ein eckiges Display vorteilhalft. Android Wear wurde ursprünglich für eckige Display programmiert und sieht auf runden meiner Meinung nach sehr gewollt aus und lässt sich auch nicht so gut bedienen. Das kann sich aber bald ändern. Ich hoffe schwer, dass Google sein Android Wear bald nachbessert.

Hier unser ausführliches Test-Video zur Asus Zenwatch:

Design & Verarbeitung

Hier lege ich mich fest: Die Asus Zenwatch ist die bis dato schönste eckige Android Wear Smartwatch. Danke ihrer sehr flachen und leicht gewölbten Form sieht sie nicht nur verdammt edel aus, die passt sich beim Tragen auch optimal der Armrundung an und ist damit sehr bequem. Sowohl Rahmen, also auch Rückseite bestehen aus einem silbernen, rostfreien Stahl. Über ihre Seiten zieht sich ein bronzefarbener Streifen, der ganz wunderbar mit dem hellbraunen Armband harmoniert.

Asus Zenwatch (Bild: Gizmodo)

Das sehr schöne Lederarmband kommt mit einem tollen klickbaren Verschluss, der sich sehr einfach an jede gewünschte Größe anpassen. Sollte jemand dennoch nichts mit dem Armband anfangen können, kann es dank eines Schnappverschlusses kinderleicht entfernt und mit einem normalen 22 Millimeter Armand ersetzt werden.

Asus Zenwatch (Bild: Gizmodo)

Display

Der erste Dämpfer meiner anfänglichen Euphorie kam, als ich das erste Mal das Display mit einem hellen Hintergrund genauer betrachtete. Auf dem Papier haben wir es hier mit einem 1,63 Zoll großen AMOLED und einer Auflösung von 320 mal 320 Pixeln zu tun. Damit kommt die Asus Zenwatch auf eine beachtliche Pixeldichte von 278 ppi. In der Praxis sieht das dann leider deutlich weniger brillant aus, als man von den Zahlen vermuten würde.

Asus Zenwatch (Bild: Gizmodo)

Eine derartig offensichtliche Pen-Tile-Matrix habe ich schon sehr lange nicht mehr gesehen. Eigentlich hatte ich insgeheim gehofft, dass derartige AMOLED-Probleme ausgestorben sind. Das ist in meinen Augen neben dem recht breiten Rahmen ein echter Nachteil.

Asus Zenwatch (Bild: Gizmodo)

Akku

Der zweite Dämpfer kam weniger überraschend, sind kurze Akkulaufzeiten doch ein Problem aller Android Wear Uhren auf dem Markt. An meinem Handgelenk hielt die Asus Zenwatch im Always-On-Mode und auf voller Helligkeit etwa 24 Stunden durch, bis der 369 mAh große Akku wieder geladen werden musste. Das ist im Vergleich mit anderen Android Wear Uhren kein unterirdischer Wert, aber trotzdem schlicht zu wenig.

Asus Zenwatch (Bild: Gizmodo)

Leider kommt auch die Asus Zenwatch mit einem Ladeadapter statt mit einem universell nutzbaren microUSB-Anschluss. Schade, Sony schafft es in der SmartWatch 3 schließlich auch. Der Ladeadapter stellt in meinen Augen einen echten Bruch zur sonst so edlen Optik und Haptik der Uhr dar. Er besteht aus einer grauen, leicht gummierten Plastik und kann an den Rücken der Uhr geklemmt werden.

Asus Zenwatch (Bild: Gizmodo)

In Verbindung mit dem Armband, das sich nicht so ohne weiteres komplett öffnen lässt, findet man so beim Laden kaum eine vernünftige Position sie optisch ansprechend zu präsentieren. Das hat zum Beispiel Motorola mit dem schicken induktiven Ladeständer seiner Moto 360 deutlich ansehnlicher gelöst.

Hardware & Performance

Im Inneren der Asus Zenwatch kommt ein Qualcomm Snapdragon 400 zum Einsatz, unterstützt von 512 MByte RAM sowie 4 GByte fest verbautem Speicher. Das reichte schon, um die LG Smartwatch-Reihe ausreichend zu beschleunigen – und tut es auch hier. Lags, Ruckler oder andere Verzögerungen sind nicht zu spüren.

Asus Zenwatch (Bild: Gizmodo)

Eine kleine Besonderheit verbaut Asus in Form des Herzfrequenzmessers. Dieser funktioniert nämlich nicht wie sonst üblich über einen rückseitig angebrachten Lichtsensor. Bei der Asus Zenwatch muss zur Herzfrequenzmessung Zeige- und Mittelfinger auf den Displayrand gedrückt werden. Das funktioniert im Test gefühlt etwas zuverlässiger als die optische Methode. Die Ergebnisse ähneln dagegen denen mit optischen Sensor ermittelten.

Asus Zenwatch (Bild: Gizmodo)

Mit weitern Sensoren und Kommunikationsstandards geht Asus sparsam um. Zwar findet man ein Gyroskop, eine Umgebungslichtsensor, Barometer, NFC, WLAN oder gar GPS sucht man jedoch vergeblich.

Software

Über Android Wear habe ich wohl schon ausführlich geschrieben, zum Beispiel hier, hier oder hier. Wie ihr euch vielleicht erinnern könnt, bin ich ein Kritiker des Google Betriebssystems. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass Google ihrem Android Wear ein Update verpasst, welches alle Android Wear Uhren nochmal deutlich aufwertet.

Asus Zenwatch (Bild: Gizmodo)

Eine Besonderheit gibt es bei der Asus Zenwatch im Vergleich zu den anderen dann aber doch. So verlangt Asus nach der Installation von Android Wear auf dem Smartphone und der Kopplung mit der Zenwatch die zusätzliche Installation der App „Zenwatch-Manager“. Diese App spendiert der Zenwatch zum Teil sinnvolle Zusatz-Features.

Asus Zenwatch (Bild: Gizmodo)

So können die vorinstallierten Ziffernblätter leicht angepasst werden. Aber lässt sich das Entsperrungscode am Smartphone deaktivieren, wenn es per Bluetooth mit der Zenwatch verbunden ist. Außerdem kann eine Warnung eingestellt werden, sobald das Smartphone nicht mehr via Bluetooth verbunden (also zu weit weg) ist.

Asus Zenwatch (Bild: Gizmodo)

Der Zenwatch-Manager fungiert außerdem als Hub, um zusätzliche Apps wie Asus Wellness oder Remote Kamera herunter zu laden. Das ist alles ganz nett, weil zentral steuerbar. Allerdings lassen sich diese Funktionen auch ohne Zenwatch-Manager in der Android Wear Abteilung des Android Stores finden.

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Fazit

Die Zenwatch ist die schönste eckige Android Wear Smartwatch. Dank ihrer schmalen und leicht gewölbten Bauweise, viel Edelstahl und dem schicken hellbraunen Lederarmband präsentiert sie sich als echter Hingucker. Ihre Aufgabe als modisches Accessoire erfüllt sie mit Bravour.

Leider zieht sich diese optische Extraklasse nicht durch alle relevanten Bereiche der Uhr. So kratzt die offensichtliche Pentile-Matrix doch stark am Edel-Image. Der etwas dicke Displayrahmen und der unstylische Ladeadapter verstärken diesen Eindruck. Auch die Akkulaufzeit von etwa 24 Stunden reißt mich nicht von Hocker. Kommt hinzu, dass die Asus Zenwatch (abgesehen von der ungewöhnlichen Herzfrequenzmessung) technisch nichts bietet, um sich von anderen Android Wear Konkurrenten abzusetzen.

Trotzdem ist die Asus Zenwatch für alle, die mit dem Gedanken spielen, sich eine Android Wear Smartwatch zu holen, einen genaueren Blick wert. Das liegt zum einen am außergewöhnlich hochwertigen Design. Aber auch daran, dass die Konkurrenz keine besseren Geräte auf dem Markt hat. Preislich befindet sich die Asus Zenwatch mit ihren 229 Euro im Android Wear Mittelfeld.

Pro / Contra

plusZeitloses Design

plusMakellose Verarbeitung

minusPixeliges Display

minusSchwacher Akku

Hier unser ausführliches Test-Video zur Asus Zenwatch:

Tags :
  1. Sehr umfangreicher Bericht!
    24 Stunden Akku scheint mir auch nicht viel, scheint aber doch zum Standard zu werden bei diesen SmartWatches.
    4 GB interner Speicher, ist das nicht auch etwas wenig.

  2. Danke für den ojektiven Test.
    Auch wenn die Zenwatch schick aussieht und der Preisbereicht noch relativ Human ist, sehe ich hier die Pentile Matrix als KO kriterium. Wenn das Display nicht mit der Form mithalten kann ist es leider nur noch halb so schick.
    P.s. @Gizmodo:
    512 GByte Ram sind wohl etwas viel. Hier wurden wohl 512 MByte gemeint.

    1. Hi Thilo, Danke für dein Feedback! Du hast natürlich völlig Recht, es sollte MByte heißen. Danke und viele Grüße, m

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