Snowden-Asyl: USA drohten Deutschland

(Bild: Shutterstock)

Viele Deutsche forderten letztes Jahr Asyl für Edward Snowden, doch die Bundesregierung gab nicht klein bei. Wie ein Bericht von The Intercept nun erklärt, hätte der Vertrauensbruch mit den befreundeten Vereinigten Staaten eine Zurückhaltung wichtiger geheimdienstlicher Informationen bedeutet.

Vizekanzler Sigmar Gabriel sagte: “Sie haben uns gesagt, sie würden uns nicht mehr über Anschläge und andere nachrichtendienstliche Angelegenheiten informieren.” Diese Drohung galt dem Bericht zufolge nicht nur für einen gewährten Asylantrag des Whistleblowers, sondern auch für jegliche Reisen Snowdens nach Deutschland.

Die Aussage traf Gabriel bei der Verleihung des Siebenpfeiffer-Preises an den Journalisten Glenn Greenwald, der auch Herausgeber von The Intercept ist. Gabriel sei in seiner Laudatio auch darauf eingegangen, dass Snowden “in Waldimir Putins autokratischem Russland” Zuflucht suchen musste. Aus dem Publikum sei dann die Zwischenfrage gekommen, warum Deutschland Snowden nicht aufgenommen habe, auf die Gabriel aber nicht eingegangen sei.

“Danach habe ich den Vizekanzler allerdings gedrängt, zu erklären, warum die deutsche Regierung Snowden kein Asyl gewähren konnte und wollte”, schreibt Greenwald. “Er sagte mir, die US-Regierung hätte massiv gedroht, Deutschland von jeglichen geheimdienstlichen Informationen abzuschneiden. Das würde bedeuten, wenn die Drohung umgesetzt würde, dass die Amerikaner erlauben würden, dass die deutsche Bevölkerung der Gefahr eines möglichen Angriffs, der von den Amerikanern entdeckt wurde, durch das Zurückhalten von Informationen ausgesetzt bleibt.”

Dem Bericht von The Intercept zufolge hat die US-Regierung auch schon früher ähnliche Drohungen gegen Verbündete ausgesprochen. Sie wollte so beispielsweise verhindern, dass die britische Regierung einräumt, dass sie von Folterungen des britischen Staatsbürgers Binyam Mohamed in Guantanamo wusste.

Die von Snowden entwendeten Geheimdokumente haben auch Aktivitäten des US-Auslandsgeheimdiensts NSA in Deutschland enthüllt. Zusammen mit dem britischen Geheimdienst GCHQ soll sich die NSA einen verdeckten Zugang in die Netze von deutschen Telekommunikationsanbietern verschafft haben. Telekom und NetCologne betonten im September 2014, sie hätten bei internen Untersuchungen keinerlei Manipulationen festgestellt.

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Tags :Quellen:(Bild: Shutterstock)Via:Stefan Beiersmann, ZDNet.de
  1. Wer glaubt, irgend jemand hier in Deutscheland hätte die Befugnis gehabt eingenständig eine Entscheidung dazu zu treffen, dem fehlt die ein oder andere Information, die es nicht in den Medien TV, Radio und Presse gibt, und die sich derjenige keinesfalls aneignen sollte, sofern er nicht im besonderen Maße mit Frust umgehen kann.

  2. …“Sie haben uns gesagt, sie würden uns nicht mehr über Anschläge und andere nachrichtendienstliche Angelegenheiten informieren.”…

    Welche Anschläge???
    Die Bedrohung von Deutschland durch fremden Terrorismus hat überwiegend USA selbst verursacht,
    in dem BRD von USA genötigt wurde, an amerikanischen Angriffskriegen mit Hunderttausenden ermordeten Zivilisten teilzunehmen!
    Das solche Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Hass und Vergeltungswünsche erzeugen, ist logisch und auch verständlich.
    Deutschland muss sich zum Wohle der eingenen Bevölkerung, aus internationalen Kriegen und Konflikten raus halten.
    Das gilt auch Sanktionen gegen Russland, die der deutscher Bevölkerung sehr viele Milliarden Schaden und tausende Arbeitslose verursachten.
    USA will weltweit Kriege und Machterweiterung, aber bezahlen sollen es die Deutschen bzw. Europeer!
    Wer ist der Feind und der Freund?

    Praktisch betrachtet, sind keine Terrortote durch Ausländer bzw. Korananhänger in DE, in den letzten 65 Jahren bekannt.
    Innerdeutschen Terrorismus gab es vor über 30 Jahren durch Bader-Meinhof Gruppe, die sich für gerechte soziale Verteilung einsetzte.
    Innerdeutsch waren auch die Vorgänge um NSU (2000-2006) motiviert, die sich gegen Überfremdung und Ausnutzung von Sozialsystem in DE durch Fremde richteten.
    (Genau betrachtet, waren beide Vorfälle für die Interessen der deutschen Menschen motiviert…)
    Und das vor 43 Jahren (1972) im München, galt nicht gegen Deutschland, sondern als Vergeltung gegen die Juden / Israelis die in Palästina Tausende massakrierten.

    FAKT ist auch, dass durchgedrehte deutsche Polizisten jedes Jahr, wesentlich mehr Zivilisten putativ ermorden, als es Terroropfer gab.
    Das äußerst geringe Restrisiko der Terrortoten, sollte man nur als Unfälle behandeln, statt Hunderte Millionen Europeer zu überwachen und in Angst zu halten. Aber viele der Mächtigen / Politiker, können nur mit künstlich gehaltenen Angst die eigene Macht erhalten!

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