Virtual Reality Brillen: Der große Vergleich

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Welches ist die beste Vitual Reality Brille? Smart Glasses sind noch jung und kaum im Massenmarkt angekommen. Dennoch gibt es bereits jetzt ein derart breites Spektrum verschiedener Modelle, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Von Virtual Reality bis Augmented Reality haben wir für euch neun verschiedene Smart Glasses ausprobiert und einen Blick in die Zukunft gewagt. 

Smart Glasses

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Smart Glasses
Von Virtual Reality bis Augmented Reality - Diese acht Datenbrillen zeigen dir die Zukunft.

Erst einmal ein dickes Dankeschön an die Trendforscher von Futurecandy, die uns auf der Internet World in München die Möglichkeit gaben, die verschiedenen Smart Glasses auszuprobieren.

Bevor wir zu den einzelnen Datenbrillen kommen, soll noch kurz geklärt werden, welche verschiedenen Arten es grundsätzlich gibt. Technisch wohl am Einfachsten umzusetzen sind so genannten Virtual Reality Brillen. Hier wird über ein Display in Verbindung mit zwei Linsen eine neue 3D-Welt erschaffen. Der Träger wird komplett von der Realität abgekapselt. Bekanntestes Beispiel: Oculus Rift.

Augmented Reality Brillen verfolgen ein anders Konzept. Hier wird dem Träger solcher Datenbrillen ein zusätzlicher, transparenter Monitor in etwa einem Meter Abstand vor einem Auge simuliert. Dieser kann wie zum Beispiel bei der Google Glass oben recht sitzen. Über diesen Bildschirm werden Informationen eingeblendet. Das können zum Beispiel Navigationspfeile sein.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Aber Augmented Reality kann auch noch deutlich weiter gehen. Einige nennen dies dann Hologramm-Brillen, in diesem Artikel wird jedoch keine weitere Aufzweigung von AR-Brillen vorgenommen. Ähnlich wie bei den Virtual Reality Brillen wird ein dreidimensionales Bild über das gesamte Sichtfeld gelegt. Allerdings halbtransparent, so dass man die Realität nie aus den Augen verliert. Diese 3D-Bilder legen sich nun über reale Gegenstände und können außerdem durch Gesten wie Greifen oder Stupsen manipuliert werden. Hier ist die von Microsoft gezeigte HoloLens das wohl bekannteste Beispiel. Wir konnten die technisch ähnliche Meta 1 Spaceglasses ausprobieren.

— Virtual Reality —

Oculus Rift

Der Urvater der modernen Virtual Reality Brillen. Bereits 2012 wurde sie dank Crowdfunding finanziert und sorgte damals reihenweise für offene Münder. Heute – fast 3 Jahre später – zeigt isch, dass  sich die VR-Hoffnung leider weniger rasant weiterentwickelt hat als von vielen erwartet. So gibt es zum Beispiel immer noch keine Consumer-Version. Auch ist die Auflösung für heutige Standards recht mager und die Verzögerungen bei schnelle Kopfbewegungen deutlich spürbar.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Genau das war auch mein Eindruck, als ich mir das wuchtige Oculus Rift Developmet Kit 2 um den Kopf zurrte. Ich weiß noch ganz genau, wie mich vor zwei Jahren auf der CES das Oculus Rift DK1 aus den Latschen blies. Diesen Effekt hatte ich dieses Mal nicht. Das lag wohl auch daran, dass ich in der Zwischenzeit schon einige andere Virtual Reality Brillen ausprobiert habe.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Neben der schlechten Auflösung und den Bewegungsverzögerungen störte mich außerdem das hohe Gewicht und, dass man zwingend einen PC benötigt. Hoffen wir mal, dass diese Probleme bis zum Erscheinen der finalen Version der Vergangenheit angehören.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Obwohl mich die Oculus Rift dieses Mal enttäuschte, bin ich ihr dennoch unendlich dankbar. Schließlich hauchte sie der tot geglaubten virtuellen Realität neues Leben ein und brachte unzählige Entwickler dazu, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Samsung Gear VR

Eigentlich könnte man fast sagen, dass die Samsung Gear VR die erste kommerzielle Brille von Oculus Rift ist. Denn die Oculus Rift Macher waren maßgeblich an der Entwicklung der VR-Brille beteiligt. Die Samsung Gear VR (hier gehts zu unserem Kurztest) braucht keinen PC und keine Stromversorgung. Sie funktioniert ausschließlich mit einem Samsung Galaxy Note 4 (hier unser ausführlicher Test des Smartphones). Das Note 4 wird via microUSB mit der Gear VR verbunden und in die Smart Glasses eingesetzt. Die Steuerung erfolgt hauptsächlich über ein kleines Touchfeld am Rand der Datenbrille.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Die Simulation von virtuellen Welten mit der Samsung Gear VR ist sensationell. Fast das komplette Sichtfeld wird ausgefüllt. Das Bild ist dank des mit 2560 x 1440 Pixel auflösenden Displays deutlich schärfer als zum Beispiel bei der Oculus Rift DK2 – und könnte trotzdem noch schärfer sein. Es gibt so gut wie keine Bewegungsverzögerung. Durch ein Rädchen kann die Schärfe für Brillenträger angepasst werden. Das ganze Gestell passt sich sehr gut dem Kopf an und ist gleichzeitig nicht zu schwer.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Samsung Gear VR beweist eindrucksvoll, zu was die Hardware eines moderne Smartphones fähig ist. Besonders atemberaubend ist der 360-Grad-Flug über Island, in dem man sich tatsächlich so fühlt, als würde man mit einem Seil an einem Helikopter hängen und im Tiefflug über spektakuäre Landschaften rasen. Es gibt derzeit keine technisch beeindruckendere Virtual Reality Brille als die Samsung Gear VR.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Einen dicken Hacken hat sie abgesehen vom saftigen Preis (600 Euro Note 4 + 200 Euro Gear VR) dennoch: Die spärlich verfügbaren Inhalte können nur über einen eigenen Store herunter geladen werden. Sollte hier nicht bald ordentlich Nachschub kommen oder der Store für Fremdentwickler geöffnet werden, könnten Käufer recht schnell das Interesse daran verlieren Tech-Demos zu spielen und Trailer anzuschauen.

Allerdings sollte man fairerweise erwähnen, dass Samsung auf ihrer Seite darauf hinweist, dass sich die Gear VR in erster Linie an Entwickler und Early Adopter richtet. Trotzdem ist die Samsung Gear VR für mich heute das, was Oculus Rift vor zwei Jahre war: ein Blick in die Zukunft.

Carl Zeiss VR One

Wie das „VR“ im Namen schon vermuten lässt, handelt es sich auch bei der Carl Zeiss VR One um eine reine Virtual Reality Brille. Sie ähnelt sowohl optisch, als auch technisch der Samsung Gear VR. Mit dem großen Unterschied, dass sie dank entsprechendem Adapter mit dem iPhone 6 und dem Samsung Galaxy S5 kompatibel ist. Außerdem kommt sie mit keinem eigenen App-Store. Es funktionieren alle Fremd-Apps, die Virtual-Reality Brillen unterstützen.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Der Tragekomfort geht in Ordnung, ist jedoch nicht so hoch wie bei der Samsung Gear VR. Beim Tragen strahlt im Nasenbereich etwas Licht in die ansonsten komplett abgedunkelte Brille. Hat man die Carl Zeiss VR One einmal auf gesetzt, kann man das eingespannte Smartphone nur noch mit externem Zubehör wie einem Bluetooth Gamepad bedienen.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Insgesamt eine gute VR Brille, besonders die tollen Linsen und das damit recht große Sichtfeld haben mir gefallen. Weniger schön finde ich die wuchtige und schwere Bauweise, sowie die Limitierung auf zwei Smartphone-Modelle. Die Carl Zeiss VR One kostet 99 Euro.

Durovis Dive 5

Die Durovis Dive 5 ist eigentlich eine universelle Smartphone-Halterung mit zwei verstellbaren Linsen. Dank ihrer simplen Bauart ist sie mit unter 60 Euro vergleichsweise günstig und bietet dennoch eine vernünftige Virtual Reality Erfahrung.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Bei der Durovis Dive 5 ist es elementar wichtig, dass ein aktuelles Smartphone verwendet wird. Das Display sollte mindestens 4,7 Zoll aufweisen, am besten mit einer Full-HD Auflösung. Auch eine Prozessorleistung im oberen Bereich wird empfohlen.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Ein Nachteil der offenen Bauweise: Nur in abgedunkelten Räumen entfalten diese Smart Glasses ihr volles Potenzial. Sind all diese Voraussetzungen erfüllt, bietet die Durovis Dive 5 einen günstigen und guten Einstieg in die Virtual Reality Welt. Für etwa 120 Euro kann auch die Durovis Dive 7 erworben werden, die dann mit Tablets funktioniert.

VirtualVisor

Auch der VirtualVisor ist im weitesten Sinne lediglich eine Smartphone-Halterung mit zwei Linsen. Das besondere hier: Alles wurde unter den Schirmteil eines Käppis montiert. Mit wenigen Handgriffen werden die zwei Linsen und die Halterung ausgeklappt und das Smartphone mit einem Gummiband fixiert. Die Linsen können justiert werden.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Der VirtualVisor funktioniert mit jedem Smartphone. Auch wenn die VR-Erfahrung beim Ausprobieren erstaunlich gut war, wirkt die ganze Konstruktion doch ziemlich windig und wenig vertrauenserweckend. Kommt noch hinzu, dass der VirtualVisor mit knapp 80 Euro nun wirklich kein Schnäppchen ist.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Google Cardboard

Der wohl günstigste Weg in die virtuelle Realität gelingt über Googles Cardboard. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich hier um ein simples Kartongestell mit zwei fixen Plastiklinsen. Google Cardboard kann für etwa 9 Euro auf ebay bestellt werden. Die VR Pappe ist mit vielen Android Smartphones kompatibel. Aus dem Play Store kann eine entsprechende Cardboard App geladen werden, die dann verschieden Tech-Demos zeigt.

(Bild: Google)

Der VR-Effekt von Google Cardboard ist gut und reicht, für einen ersten Eindruck der virtuellen Welten. Allerdings kommt sie ohne Kopfband, muss als die ganze Zeit gegen die Kopf gepresst werden. Auch ist die Pappe alles andere als bequem und hinterlässt nach kürzester Zeit unangenehme Abdrücke im Gesicht. Negativ fällt auf, dass das Sichtfeld im Vergleich mit dem Konkurrenten recht klein ist.

— Augmented Reality —

Google Glass

Google Glass ist ohne Frage die bekannteste Augmented Reality Brille am Markt. Für ihren vollen Funktionsumfang muss sie via Bluetooth mit einem Android Smartphone gekoppelt sein. Nun kann man über ihre Sprachsteuerung auf einige Apps wie Navigation, Foto, Video und E-Mail zugreifen. Alternativ lässt sie sich über das Touch-sensitive Feld auf der Seite der Brille bedienen.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Über dem rechten Auge wird ein halbtransparentes Display projiziert. Dabei wird in etwa die Wirkung erzieht, als wenn man aus einem Meter Abstand auf ein 10 Zoll großes Tablet schaut. Die Darstellung ist scharf und farbenfroh.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Ein großes Problem der Google Glass ist ihre geringe Akkulaufzeit von etwa 20 Minuten im Dauerbetrieb. Auch schaltet sie sich sogar bei vollem Akku gerne mal wegen Überhitzung ab. Ein weiterer Nachteil ist die geringe Anzahl an nativen Apps. Trotzdem ist die Google Glass auch heute schon in so manchem Geschäftsbereich im Einsatz.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Die Google Glass ist sehr bequem zu tragen und kann für Brillenträger sogar mit optischen Gläsern versehen werden. Auch wenn die Google Glass heute nicht mehr der technologische Vorreiter ist, der sie noch vor zwei Jahren war, hat sie – ähnlich wie die Oculus Rift im VR Bereich – den Weg für die Augmented Reality Brillen geebnet. Hier ein paar Einschätzungen, wie es mit Google Glass weiter geht. 

Epson Moviero BT200

Die Epson Moviero BT200 projiziert ein angenehmes Bild auf beide Augen. Die Wirkung ist mit einem mittig positioniertem 19 Zoll Monitor aus etwa einem Meter Abstand vergleichbar. Zu sehen ist eine Android-Benutzeroberfläche. Hier kann eine Maus über eine etwa zigarettenschachtelgroße Fernbedienung mit der Hand gesteuert wird.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Sie ist über ein Kabel mit der Epson Moviero BT200 verbunden und beinhaltet außerdem einen großen Akku. Obwohl die Akkutechnologie damit aus dem Gestell wandert, ist die Epson Moviero BT200 dennoch erstaunlich schwer und drückt schnell unangenehm auf die Nase.

Meta 1 Spaceglasses

Die Meta 1 Spaceglasses ist die aus technologische Sicht spannendste Brille, die uns von Futurecandy gezeigt wurde. Damit soll es laut den Entwicklern möglich sein, die über reale Gegenstände projizierten Bilder mit den Händen per Gesten steuern zu können. Im Idealfall ganz so wie Tony Stark in Iron Man.

Mit der massiven Brille auf dem Kopf wird über das gesamte Sichtfeld ein transparenter Bildschirm gelegt. Ich konnte zwei Tech-Demos ausprobieren. Einmal sah ich ein Regal mit verschiedenen Gegenständen. Streckte ich nun meinen Arm aus und „griff“ nach einem Gegenstand, konnte ich ihn im dreidimensionalen Raum bewegen. Dafür erkennt die Meta 1 Spaceglasses meine Hände und ihre relative Entfernung zum virtuellen Gegenstand.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Klingt in der Theorie toll, funktionierte in der Praxis leider kaum. Das lag zum einen daran, dass ich ein sehr frühes Developer Kit auf meinem Schädel trug. Zum anderen brachte der angeschlossene Rechner wohl nicht ausreichend Power, so dass ich die Geschwindigkeit meiner Bewegungen auf Zeitlupe drosseln musste, damit die Gestenerkennung funktioniert. In der zweiten Tech Demo flogen virtuelle blaue Bälle durch den Raum, die ich mit meinem Zeitlupenfinger zum Platzen bringen sollte. Das funktionierte ähnlich unzuverlässig.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

Trotzdem zeigt die Meta 1 Spaceglasses, wie eine sinnvolle Mischung aus Oculus Rift und Google Glas aussehen kann. Sie ein weiterer Schritt in Richtung produktiv nutzbarer Augmented Reality und technisch höchst beeindruckend. Ab August 2015 kann die Meta 1 für 667 Dollar gekauft werden.

— Fazit —

Es ist spannend zu sehen, dass die einstigen technologischen Vorreiter nun von der Konkurrenz (beziehungsweise Partnerprojekten) überholt wurden. Das gilt im Virtual Reality Bereich für die Oculus Rift, die von der beeindruckenden Samsung Gear VR locker abgehängt wurde. Aber auch Google Glass wirkt gegen die technische Innovationskraft einer Meta 1 fast schon altbacken.

Trotzdem waren sowohl Oculus Rift, als auch Google Glass für Virtual Reality- und Augmented Reality-Brillen enorm wichtig. Sie weckten wieder kommerzielles Interesse an der Technik und brachten unzählige Entwickler dazu, sich mit dem Thema neu zu beschäftigen. Sie sind der Wegbereiter zukünftiger Datenbrillen-Technologien, die uns sicher bald begegnen werden.

Virtual Reality (Bild: Gizmodo)

— Ausblick —

HTC Vive

Die derzeit vielleicht spannendste Virtual Reality Brille ist die HTC Vive, die auf dem MWC 2015 erstmals gezeigt wurde. Sie erkennt zusätzlich zu den „normalen“ VR-Fähigkeiten den Nutzer im realen Raum und kann entsprechend darauf reagieren. Jeder mit dem ich bisher sprach war von ihr begeistert. Kamal bringt es wie ich finde gut auf den Punkt:

Microsoft HoloLens

Ebenfalls höchst vielversprechend ist Microsofts HoloLens. Sie geht in eine ähnliche Richtung wie die Meta 1. Wenn die HoloLens nur annähernd so gut wird, wie das Video suggeriert, dann könnte sie der nächste Innovationstreiber in einem sich rassant entwickelten Markt werden.

Auf jeden Fall bewegt sich der Markt für Datenbrillen rasant. Ich bin höchst gespannt, was hier in naher Zukunft alles auf uns zu kommt.

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  1. Artikel Samsung Gear VR: „Hacken“? Was hackt man den damit? Holz? Wo ist der Haken daran?

    Ich lese immer nur Android, smartphone und Apps.WTF? Ich habe einen PC mit spielen, die ich damit spielen möchte. Was soll ich mit diesen ach so wunderschönen Techdemos?

    Fazit: Trotz „scheinbarer“ Nachteile bleibt hier die Occulus das Maß der Dinge.

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