Streaming hat das Fernsehen verändert und das musste auch sein [Kommentar]

(Bild: Gizmodo.de)

Das klassische Fernsehen muss sich als Establishment langsam verabschieden. Längst haben Streaming-Anbieter einen wichtigen Platz bei den Unterhaltungsmedien eingenommen. Das Fernsehen muss sich neu aufstellen, sonst wird es aussterben - und das ist auch gut so.

Ziemlich genau vor einem Jahr habe ich das letzte Mal meinen Kabelanschluss von Kabeldeutschland genutzt. Seither habe ich auf das klassische Fernsehen verzichtet. Kein Pro7, kein Sat.1, keine sonstigen Pay-TV-Sender und keine Öffentlich-Rechtlichen mehr. Habe ich es vermisst? Mit Sicherheit nicht, denn das klassische Fernsehen bietet schon lange nichtmehr jene Inhalte, die mich interessieren.

Streaming-Anbieter gewinnen an Bedeutung

Keine Werbung, keine überflüssigen Talkshows und Reality-TV Shows, keine lästigen gebührenfinanzierten Sendungen mehr. Für mich war es an der Zeit dem Fernsehen ‚ade‘ zu sagen. Es war sicherlich kein einfacher Schritt für mich als TV-Liebhaber, doch das wachsende Angebot an Streaming-Anbietern machte mir die Entscheidung letztendlich sehr einfach.

Und ich scheine nicht der einzige Mensch auf Erden zu sein, dem es so ergeht. Erst gestern hat das P.T. Magazin einen Artikel veröffentlicht in dem betont wird, dass das klassische Fernsehen bis spätestens 2020 von Streaming-Diensten überholt sein wird. Gut 20 Prozent der Deutschen Streamen schon heute fleißig bei Video-on-Demand Anbietern, Tendenz nach oben.

Dank diesen Anbietern vermisse ich das klassische Fernsehen nicht

Seit einem Jahr bin ich nun auf die Angebote von Amazon Prime Instant Video umgestiegen. Hierzu hatte ich auch einen Testbericht geschrieben und meine Begeisterung mit euch geteilt. Seit Herbst habe ich mir noch zusätzlich das Angebot von Netflix geholt und bin, nach anfänglicher Enttäuschung, vor allem den Eigenproduktionen der US-Streaming-Mutter verfallen.

Doch ganz ohne Fernsehen kommt man manchmal trotzdem nicht aus – Sportsendungen und das Dschungelcamp (ich weiß, bitte nicht darauf rumreiten) sind hier mein Stichwort. Deshalb bin ich vor allem den Mediatheken von ARD und ZDF dankbar, dass es sie gibt. Und auch hier stehe ich nicht allein, denn 42 Prozent der 14-29 Jährigen greifen bereits jetzt gerne auf das Angebot von Mediatheken zurück. Neben Mediatheken kommt es dann ab und an noch vor, dass ich via Zattoo einen bestimmten Kanal ansteuere. Neuestes Spielzeug ist seit Januar save.tv, die mir für einen Langzeittest einen Account zur Verfügung gestellt haben (Testbericht folgt noch). Auch hier steht Streaming im Fokus und zwar gezielte Fernsehsendungen, die über save.tv werbefrei angesehen werden können.

Was ich damit sagen will: Schon heute hat das klassische Fernsehen kräftig Konkurrenz bekommen. Zu den etablierten Streaming-Anbietern in Deutschland gehören dabei zweifelsohne Maxdome, Videoload, Snap und Sky Go, sowie das absteigende Watchever. Neuzugänge wie Amazon Instant Video, Netflix und hoffentlich vielleicht auch bald Hulu verstärken die Tendenz hin zu Streaming-Anbietern.

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Es klingt vielleicht wie ein billiger Werbespruch, aber Streaming bedeutet meiner Meinung nach letztendlich das zu sehen, was man gerne sehen möchte. Die aktuellen Anbieter bieten eine Vielzahl an Serien, Filmen und Dokumentationen, welche fortlaufend aktualisiert werden. Während ich noch heute auf Pro7 irgendwelche Wiederholungen von Serien und Filmen sehen MUSS, bietet mir das Streaming die Freiheit selbst zu entscheiden was ich anschauen möchte.

Während das klassische Fernsehen seine Kunden weiterhin mit Billigproduktionen und unendlichen Film-Wiederholungen quält, haben die Streaming-Anbieter die Zeichen längst erkannt und bietet etwas Neues, bieten mehr Abwechslung. In meinen Augen will der Mensch von heute individuelles Fernsehen, keine Knebelverträge auf Jahre und schon gar nicht für etwas bezahlen was er nicht ansehen will.

Wir sind vom Konsum getrieben, wollen ständig etwas Neues haben und dieses Bedürfnis stillen die Streaming-Anbieter. Ob dieses Konsumverhalten wirklich gut ist, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Doch ich danke für diesen Wettbewerb und hoffe, dass das klassische Fernsehen diese Zeichen sehr bald erkennt oder ausstirbt.

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  1. also ich brauche beides bei mir läuft den ganzen tag der fernseher einfach weil ich ständig unterhaltung brauche und wenn ich filme und serien sehen will hab ich amazon prime

  2. Guter Bericht aber Amazon Intant Video sollte nicht als Einsteiger gesehen werden. Immer hin sind die in Deutschland auf Platz 1 aller Dienste – Einfach weil sehr viele Prime haben. Und Netflix ist zwar erst letztes Jahr in den DE-Markt eingestiegen, nun aber schon auf Platz 2 – Gefolgt von Maxdome.

  3. Ich nutze auch noch beides. Aber auch nur, weil viele meiner Lieblingsserien eher im Free-TV als auf Streamingportalen in der aktuellen Staffel gezeigt werden.

    So ganz gebe ich dem Bericht jetzt nicht recht. Wenn du, Lenz, zuerst sagst, dass du keine Lust mehr auf Gebührenfinanziertes Fernsehen hast, dann aber direkt auf die Mediatheken von ARD und ZDF verweist, passt das nicht so zusammen. Die Mediatheken zeigen ja „nur“ das was schon im TV lief. Es wird ja nicht extra für Streaming produziert. Daher dürften die Mediatheken, streng genommen, nicht in der Aufzählung auftauchen.

  4. Es war doch mal im Gespräch das die Sender (zusammen geschlossen oder einzeln) ihr Fernseprogramm für 7 Tage aufzeichnen wollten und der Zuschauer dann aus den letzten sieben Tagen seine Sendungen auswählen kann. Quasi das komplette Programm für sieben Tage streamen. Ich glaube das währe eine Alternative um das Fernsehen wieder atraktiver zu gestallten.

  5. Habe schon seit über einem Jahrzehnt kein TV-Gerät mehr. Dementsprechend ist das Fernsehen bei mir schon seit langer Zeit tot. Die legalen Streaming angebote sind für mich aktuell auch nicht ausreichend. Bin durch die Grauen Angebote in dieser Beziehung einfach besseres gewohnt.

  6. ja das hab ich schon vor Monaten vorausgesagt.
    sollte ich nochmal umziehen werde ich keine Satanlage o. Ä. mehr aufbauen, es braucht nur schnelles Internet.
    und wenn demnächst dvb-t abgeschaltet wird und jeder einen neuen receiver braucht, dann doch einfach streaming.

    ich habe an jedem TV in der Wohnung (3)
    einen Pi hängen.
    abos bei maxdome und zattoo
    in der Küche hängt ein Tablet als Küchen TV, damit kann dann auch gleich Kochvideos schauen und Rezepte lesen.
    alles über kodi

    Leider hat ehemals Alice den Trend nicht mitbekommen und das iptv beendet anstatt auf andere Plattformen auszuweiten.

    das schlimmste aber: die Provider spielen nicht mit. Drosselung, drosselung
    300gb sind mit HD Streaming schnell erreicht.
    aber einige wenige Provider, haben keine fair use Klauseln. Der Wettbewerb wird das hoffentlich regeln.

    1. Gute Idee, was mach ich aber, wenn ich, wie ich, ca. 10 Wo. im Jahr in Urlaub bin? Für die 10 Wo. extra zu zahlen ist in meinen Augen verschenkt

  7. Streaming ist schön und gut, wohnt man etwas ländlich, oder in einer Kleinstadt, ist schnelles Internet nicht immer vorhanden, vor allem in Flächenländern wie SH. Ich habe grade mal 10 Mbit, eine Strasse weiter nur 3. Dort fällt so eures flach. Versuche ich, 2 YouTube Streams in HD gleichzeitig laufen zu lassen, scheitert es kläglich. Solange nicht flächendeckend schnelles Inet über 25 Mbit verfügbar ist, wird Fernsehen weiter existieren.

    1. Da hast du ja noch Glück, bei uns sind es bloß 6Mbit. Youtube oder Streaming über Apple TV klappt aber trotzdem noch, zwar nicht in 1080, aber 720, von daher bin ich noch ganz zufrieden. Wenn es irgendwann nicht mehr reicht, muss man halt doch mal über Internet via Sat-Anlage nachdenken, aber so lange es da bloß bis 20 Mbit geht, wird das noch nichts.

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