UE Megaboom – Von der Idee zum Produkt

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

Wie aufwändig kann es schon sein, eine Bluetooth Box zu entwickeln? Wie unser Besuch bei den Machern der UE Megaboom in Portland zeigte, enorm aufwändig. Was alles zwischen der ersten Idee und dem fertigen Produkt steht, zeigen wir euch hier.

UE Megaboom

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UE Megaboom

Die UE Megaboom von der Logitech Tochter Ultimate Ears gehört mit zu den besten Bluetooth Boxen, die wir bisher Testen durften. Sie liefert nicht nur einen ordentlichen Sound, sondern wirkt auch in vielen Detailfragen äußerst durchdacht. Ich denke hier zum Beispiel daran, dass sie wasserdicht ist, ein Stativgewinde besitzt und der Sound im 360 Grad Winkel abgestrahlt wird. Was mir noch so alles an der UE Megaboom gefällt, und was nicht, erfahrt ihr im ausführlichen Test.

Die UE Megaboom im Härtestest:

Übrigens sind alle Bilder die ihr hier aus der Ultimate Ears Fabrik sehr von Kamal Nicholas, GIGA.de. Kamal, danke dir an dieser Stelle. Ohne dich wäre mein SD-Karten-Malheur fatal gewesen.

Form over Function?

Was ist wichtiger: Form oder Funktion? Vor diesem grundsätzlichen Problem stehen wohl die meisten Teams, die ein Premiumprodukt entwickeln wollen. Denn zum einen soll das Gerät möglichst sexy aussehen. Zum anderen soll es die bestmögliche Performance bieten.

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

Um hier einen guten Kompromiss zu erzielen, arbeitet das aus vielen Einzelbereichen bestehende UE-Team in einem großen Entwicklungskomplex in Portland alle unter einem Dach. Gefertigt wird dann in einer eigenen Produktionsstätte in China, um auch über die große Entfernung einen noch möglichst starken Einfluss auf das Ergebnis zu haben.

Die Qual der Materialienwahl

Ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Entwicklung der UE Megaboom war die Wahl der verwendeten Materialien. Die fertige Megaboom sollte sich dabei nicht nur gut Anfühlen, sondern zusätzlich wasserdicht, leicht und robust sein. Außerdem muss das Oberflächenmaterial den Sound ungehindert passieren lassen und auch seine Resistenz gegenüber Sonneneinstrahlung spielt eine wichtige Rolle.

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

Jeder, der schon einmal eine UE Boom oder Megaboom in der Hand hielt weiß, dass ein Großteil der Oberfläche von einem robust gewebten Stoff ummantelt ist. Allein mit der Suche nach einem Stoff, der sich gut und wertig anfühlt, sowie gleichzeitig alle nötigen Eigenschaften erfüllt, investierte das verantwortliche Team Monate.

Für diesen langen Zeitraum sind auch die aufwändigen Materialtests mitverantwortlich. So musste der Stoff der Wahl zum Beispiel mehrere Monate in der sengenden Wüstenhitze Nevadas liegen. Erst wenn der Stoff dann keinerlei Verfärbung aufwies, kam er als Ummantelung für die UE Boom und UE Megaboom in Frage. Die Farbe Rot machte hier erfahrungsgemäß übrigens die meisten Probleme.

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

Alles auf Sound

Ultimate Ears ist davon überzeugt, dass guter Sound keine subjektive Wahrnehmung ist. Er lässt sich mit wissenschaftlichen Methoden belegen. Die dafür benötigte Ausrüstung ist nicht gerade günstig. Eine ganze Million investierte Ultimate Ears deswegen alleine in eine eigene, riesige Absorberkammer. In dieser Kammer werden Sound-Wellen zu 100 Prozent von den Wänden absorbiert. Sogar der mit einem Metallgitter abgespannte Boden besteht aus den surrealen Schaumstoffplatten, die ein unwirkliches geometrisches Muster erzeugen. Damit keine Geräusche oder Vibrationen von außen eindringen, steht der ganze Raum auf großen Metallfeder.

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

In der Mitte des Raumes thront auf einem Metallstab eine schwarze UE Megaboom die in regelmäßigen Intervallen einen hohen Pfeifton von sich gibt. Zwischen diesen Intervallen dreht sich die Stange um wenige Grad. Etwa einen Meter vor der Box hängt ein Mikrofon von der Decke. Auf diese Art soll festgestellt werden, ob die UE Megaboom wirklich einen 360 Grad Sound bietet, oder vielleicht an der einen oder anderen Stelle noch nachgebessert werden muss. Solch eine Messung wäre außerhalb einer Absorberkammer nicht möglich.

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

Wenn schon, dann richtig

Alles muss seine Richtigkeit haben, auch eine Bluetooth Box. Um die zu gewährleisten wurden unzählige Produktrichtlinien und Sicherheitsstandards festgesetzt. Oft unterscheiden sich diese von Land zu Land. Damit ein Produkt nun weltweit verkauft werden darf, müssen aus allen nötigen Bereichen die maximal geforderten Richtlinien erfüllt werden.

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

So wird getestet, wie die Bluetooth Box auf sehr hohe Spannungen von außen reagiert, wie sie zum Beispiel durch das Reiben von Gummischuhen auf Teppich entstehen. Während diese Entladung uns Menschen nur kurz zusammenzucken lässt und sonst keinerlei Konsequenzen hat, kann es ein unzureichend abgeschirmtes Gerät fatal schädigen.

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

Auch hier installierte Ultimate Ears einen an die Absorberkammer erinnernden Raum. Nur, dass dieser keinen Schall absorbiert, sondern elektromagnetische Strahlung an einer Reflexion hindert. Könnt ihr euch noch an die fiesen Störgeräusche erinnern, die entstehen, wenn man mit einem Handy zu nah an einen Lautsprecher kommt? Genau das will UE bei der Megaboom verhindern. In diesem Räumen kann mit entsprechenden Geräten der Grund für die Störgeräusche gefunden und eliminiert werden.

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

Was wir auch von unzähligen elektronischen Geräten kennen, sind die wirklich nicht sehr schmückenden Kennzeichnungen wie die Verwaltungszeichen „CE“, „FCC“ und die durchgestrichene Mülltonne. Um einen möglichst geringen Bruch in der Design-Sprache der UE Megaboom zu haben, wurden diese Pflichtzeichen hier zum Beispiel unter den Gummiabdeckungen für die Anschlüsse versteckt.

Glaube nur, was du auch selber hörst

Trotz aller Wissenschaft ist auch der eigentliche Höreindruck wichtig. Um diesen mit möglichst reproduzierbaren Mitteln messen zu können, hat Ultimate Ears einen speziellen Testraum angelegt. Mit weichen Sofas ausgestattet und Bildern an den Wänden erinnert er stark an ein Wohnzimmer – wenn nicht der leinwandgroße, schwarze Stoffvorhang wäre.

Dahinter verbergen sich vor den neugierigen Augen der Probanden geschützt Lautsprecher verschiedener Hersteller. Zwei Referenzlautsprecher – einer quäckig mies, der andere auf High-End-Niveau – helfen dem Tester dabei, die unbekannten Bluetooth-Boxen einzuordnen. Mittels einer Fernbedienung kann nun beliebig zwischen den Boxen, Musikrichtungen und der Lautstärke gewechselt werden. Danach werden die Boxen benotet.

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

Die Ergebnisse des Blindtests zeigen Ultimate Ears dann sehr deutlich, wie ihre Produkte im Vergleich zur Konkurrenz eingeschätzt werden.

Mir selbst wurden in diesem Test drei Bluetooth-Boxen vorgesetzt. Die Jawbone Big Jambox, die Bose Soundlink III und natürlich die UE Megaboom. Ohne zu wissen, welche Box welche ist, sah ich die Jawbone Big Jambox klar hinten. Die Bose Soundlink III und die UE Megaboom waren fast gleichauf, mit leichten Vorteilen für die UE Megaboom.

Nichts geht ohne guten Empfang

UE ist enorm stolz darauf, dass die Megaboom bis auf 30 Meter keine Probleme mit der Bluetooth-Verbindung hat. Bei mir im Test der UE Megaboom konnte ich mich gar etwa 60 Meter mit der Megaboom von der Soundquelle entfernen, bis es zu Verbindungsunterbrechungen kam.

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

Maßgeblich dafür verantwortlich ist die Abteilung des Electrical Engineerings. Dort wurde so lange an der Antennenarchitektur gefeilt, bis sie eine maximale Sende- und Empfangsleistung zeigt. Dafür gibt es auch hier eine kleine Box, die elektromagnetische Strahlung absorbiert. Außerdem wird der Empfang getestet, wenn die Bluetooth Box neben anderen elektrischen Geräten wie einer Mikrowelle, einer Funkmaus oder einem DECT-Telefon steht.

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

Probieren geht über studieren

Behaupten kann man viel. Doch ob die großen Marketingversprechen wirklich halten, ist wieder eine andere Frage. Dieses Risiko will Ultimate Ears nicht eingehen und beschäftigt ein eigenes Team, um die Produktqualität zu überprüfen. Dabei wird die Megaboom unter anderem in eine schallisolierte Box eingesperrt, wo sie ohne Pause bis zum totalen Kollaps Maroon 5 spielt. Als der Techniker die Tür für uns öffnete spielte diese Megaboom bereits seit fünf Monaten.

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

Eine andere Megaboom rumpelt geräuschvoll in einer rotierenden Holzkiste umher. Daneben ziehen Gewichte rhythmisch an gelben USB-Kabeln, die zum Laden der Megaboom beigelegt werden.

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

 

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

Weiter hinten muss eine andere Megaboom in einer Gefrierbox Minusgrade aushalten. Fies erging es auch einer weiteren Megaboom, die an ein Gewicht geschnürt unter Wasser in einer Druckkammer zeigen musste, dass kein Wasser eindringt.

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

Leidenschaft

Ich gebe zu, ich war nach dieser Tour mächtig beeindruckt. Das lag zum einen an dem enormen Aufwand, der in ein auf den ersten Blick so simples Gerät wie eine Bluetooth Box fließt. Vor allem aber warf mich die Freude und Leidenschaft um, mit der das gesamte Team ihren Aufgaben nachging. Aus jedem einzelnen Mitglied sprühte purer Stolz.

Klar versucht man sich von seiner besten Seite zu zeigen, wenn Journalisten im Haus sind. Aber in diesem Fall wirkte alles echt. Dieses Team liebt ihr Produkt. Und ganz ehrlich: Ich auch. Das liegt nicht daran, dass ich im Rahmen der CES nach Portland eingeladen wurde. Und Geld floss hier schon gar nicht. Es liegt einfach daran, dass ich nun schon einige Bluetooth Boxen ausprobieren konnte und wenige ein derart stimmiges Gesamtpaket bieten, wie die UE Megaboom. Warum ich die UE Megaboom so fantastisch finde, lest ihr in meinem ausführlichen Test.

(Bild: Kamal Nicholas/GIGA)

(Bilder: Kamal Nicholas/GIGA)

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  1. Von mir aus konnte das Ding selbst zu Mond fliegen…ich gebe keine 300euro oder mehr für ein wasserdichtes Lautsprecher aus, wo ich für dieses Geld zbs. die ganze Radio Anlage (mobil wohl bemerkt) kriegen kann oder, ganze heim Anlage oder ein heim Kino System oder ein Mountinebike oder ein billiges Notebook…

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    1. Da beschwert sich jemand über Rechtschreibfehler und bekommt es nicht mal bei drei Wörtern hin, Interpunktionsfehler zu vermeiden. Prima gemacht.

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