Moto E (2. Generation) im Test: Solides Einsteiger-Smartphone mit Google-Ökosystem

(Bild: Gizmodo.de)

Das neue Moto E kam jüngst zu uns in die Redaktion geflogen. Wir haben Motorolas Einsteiger-Smartphone in der zweiten Generation für euch unter die Lupe genommen.

Das Moto E aus jedem Blickwinkel

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Notebooksbilliger.de hat uns freundlicherweise ein Moto E der zweiten Generation für einen Test zukommen lassen. Nun haben wir das Smartphone ausgiebig getestet und berichten, ob sich ein Kauf lohnt.

Design

Plastik wohin das Auge sieht und doch wirkt das Moto E wie eines der solidesten Smartphones, welches ich in letzter Zeit in die Hand bekommen habe. Betrachten wir zuerst die Rückseite, so fällt eine gummierte Plastik auf, welche dennoch einige Fettfinger aufnimmt. Bis auf eine Kamera und dem eingelassenen „M“-Logo findet sich auf der Rückseite nichts weiter.

Der Rahmen des Moto E ist da schon wesentlich spannender. Grundsätzlich ist er vollständig abnehmbar und bietet so Zugang zu SIM-Karten und microSD-Slot. Beim Rahmen hat Motorola eine geriffelte Plastik genutzt, welche einen besonders guten Grip bietet. Auf der rechten Seite des Rahmens finden sich zwei sehr stabile, aber außergewöhnlich weit herausragende Power- und Lautstärke-Buttons. Auf der unteren Kante des Rahmens wurde der Eingang für Micro-USB verbaut, auf der oberen Seite findet sich mittig der Eingang für Kopfhörer.

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Die Vorderseite wurde vollständig mit einem Gorilla Glass 3 überzogen und bietet nur einen Ausschnitt für Kopfhörermuschel samt integriertem Lautsprecher. Die Idee den Lautsprecher gleich dort zu integrieren gefiel mir persönlich besonders gut, da sich so eine weitere Öffnung im Device vermeiden lässt und der Sound dem Zuhörer direkt entgegenkommt. Auch gefällt mir, dass Motorola bei solch einem günstigem Smartphone auf Gorilla Glass setzt und so Schutzfolien überflüssig macht.

Als störend empfand ich zeitweise, dass das Moto E mit 12,33 Millimeter doch wieder ein ziemlich dickes Device geworden ist. In der Preisklasse von UVP 129 Euro darf man zwar nicht allzu viel erwarten, ein bisschen dünner wäre meiner Meinung aber besser gewesen. Ganz im Gegensatz gefällt mir das Gewicht von ordentlichen 143 Gramm. Dadurch liegt das Moto E schön schwer in der Hand und wirkt einfach solide. In Kombination mit dem gummierten und geriffelten Rahmen wirkt das Moto E ziemlich robust und könnte dank Gorilla Glass auch einige Stürze unbeschadet überleben.

Zusammengefasst also: Schickes Standard-Design, ein paar nette Features, etwas zu dick. Für 129 Euro aber vollkommen in Ordnung.

Hardware

Kommen wir zum Kern eines jeden Smartphones, der Hardware. Hier kann das Moto E zwar nicht brillieren, erweist sich aber ebenso als grundsolider Standard.

Die Hardware setzt sich aus einem Qualcomm Snapdragon 410 Quad-Core Prozessor mit 1,2 Gigahertz Taktrate und einem Gigabyte Arbeitsspeicher zusammen. Im alltäglichen Gebrauch seid ihr also für alle nötigen Funktionen gewappnet.

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Leider anscheinend zum Standard geworden und auch beim Moto E 2nd Generation anzutreffen, ist ein magerer interner Speicher mit acht Gigabyte. Zum Glück lässt sich dieser aber per microSD um bis zu 32 Gigabyte erweitern. Auch nett: Dank vorinstalliertem Stock-Android bleibt viel Platz vom internen Speicher frei, und auch die Performance fällt dank unbelastetem Betriebssystem merklich besser aus.

Bei der Konnektivität kann das günstige Moto E auch positiv überzeugen. Bluetooth 4.0 und der LTE-Standard wurden integriert und das findet man nun wirklich nicht immer in dieser Preisklasse.

Performance

Immer eine interessante Zusatzinformation stellt der Benchmark von Antutu dar. Und hier kann das Moto E nun wirklich in seiner Einsteiger-Klasse überzeugen. 21.6553 Punkte im Benchmark sind zwar kein Topscore, stellen im unteren Preissegment aber fast schon eine neue Bestleistung auf.

(Bild: Gizmodo.de)

Und ich kann mich dem Ergebnis von Antutu nur anschließen. Das System läuft steht’s rund und kommt ohne Abstürze mit jeder gängigen Applikation zurecht. Wer sich hauptsächlich zwischen Messenger-Diensten, sozialen Netzwerken, Surfen und der Kamera bewegt, wird seine Freude am Moto E haben. Aufwendigere Games wie etwa 3D-Rennspiele beanspruchen das Smartphone hingegen merklich. Hier läuft zumeist alles flüssig, gerade bei speziellen Animationen oder Explosionen ist aber mit Rucklern zu rechnen.

Grundsätzlich ist das nicht etwa der Hardware zu verdanken. Vergleichbare Smartphones von LG oder auch Windows kamen im Benchmark auf wesentlich schlechtere Ergebnisse. Vielmehr zahlt sich hier das unbelastete Stock-Android aus, welches ohne Maske und teilweise lästige Zusatzfeatures wesentlich geringer die Hardware beansprucht. Im täglichen Gebrauch zahlt sich das insofern aus, als dass man trotz relativ magerer Hardware auf den vollen Funktionsrahmen des Smartphones zugreifen kann.

Jedoch benötigt das Moto E gleichzeitig auch relativ viel Zeit, um einzelne Applikationen zu öffnen. Teilweise muss man bis zu vier Sekunden auf das Öffnen einer App warten. Ist das geschafft, läuft die Applikation rund, doch vier Sekunden Wartezeit sind schon eine ziemliche Hausnummer, die andere Hersteller bei gleicher Hardware (und schlechteren Benchmarks) besser gelöst haben. Unter Umständen würde ich das auf das vorinstallierte Android 5.0 Lollipop schieben, welches einfach eine Hausnummer zu hoch für dieses Google-Phone sein könnte.

Stock-Android

Wer ein echter Google-Fan ist, wird das Moto E lieben. Alle Funktionen, die Google besitzt, um das Leben zu erleichtern, sind im Moto E integriert. Neben einem fest integriertem Google Now (Bild unten: rechts), und einer puren Android-Oberfläche (Bild unten: links), findet sich beispielsweise auch der Google-Sprachassistent fest auf dem Homescreen integriert. Das hat natürlich Vor- und Nachteile. Ich persönlich finde es nicht schön, wenn man gezwungen ist vorinstallierte Anwendungen nutzen zu müssen. Weder der Sprachassistent noch Google Now lassen sich ohne weiteres entfernen. Das grenzt einerseits den Platz für eigene Applikationen und Widgets auf der Startseite ein, andererseits ist man aber auch andauert mit Googles Ökosystem konfrontiert.

(Bild: Gizmodo.de)

Dennoch: Wer Google mag, der findet alle gängigen Funktionen auf diesem günstigen Smartphone vor. Mit einem einfachen „Hey Google“ aktiviert man beispielsweise den Sprachassistenten und kann Termine, Suchfragen oder sonstige Befehle durchführen, ohne das Moto E berühren zu müssen. Hier funktioniert die Spracherkennung mittlerweile so gut, dass sogar Siri und Cortana eine ordentliche Konkurrenz bekommen. Wer gerne nuschelt, leise redet oder seinen Dialekt beibehält, findet bei Googles Sprachassistenten eine echte Bereicherung.

Display

Erst vor Kurzem habe ich das qHD Display beim Lumia 535 noch bemängelt. Hier beim Moto E muss ich aber meinen Hut ziehen. Denn trotz einer mageren Auflösung von 960 mal 540 Pixeln bildet das Moto E scharfe Texturen auf seinem 4,5 Zoll Display ab. Zwar wirken die Farben trotz 245 ppi meiner Meinung nach minimal blass, aber das ist meine persönliche Einschätzung und stört auch nicht weiter. Vielmehr begeistern mich die doch sehr scharfen Inhalte, bis hin zu glatten, fransenlosen Rändern – etwa bei einzelnen Applikationen.

(Bild: Gizmodo.de)

Das verbaute qHD Display kann also trotz etwas schwacher Auflösung punkten. Grund dafür ist, dass auf 4,5 Zoll einfach keine höhere Auflösung benötigen. Hier merkt man, dass weniger manchmal doch mehr ist, denn dank kleinerem Display wirken die angezeigten Inhalte einfach schärfer.

Und auch die Blickwinkel stellen sich beim Moto E als äußerst stabil heraus. Egal von welcher Seite und aus welchem Winkel man auf das Smartphone sieht, das Bild bleibt unverfälscht, scharf und die Farben nehmen nicht ab.

Ebenso überzeugen die maximale Helligkeit und Dunkelheit des Displays. Egal ob bei Sonne oder finsterer Nacht, das Moto E präsentiert seine Inhalte gut lesbar.

Passend zum Unterpunkt „Display“ kann ich hier auch nochmals kurz das verbaute Gorilla Glass über dem Display hervorheben, denn dieses ist nun einfach mal kein Standard bei Smartphones im unteren Preissegment. Schutzfolien und Sorgen um rasche Kratzer oder Displayschäden sind also weitestgehend auszuschließen – danke Motorola, dass ihr daran auch bei euren Kunden mit weniger Geld denkt.

Akku

Mein persönliches Highlight beim Moto E ist und bleibt der Akku. Hier hat Motorola ein Modell mit 2.390 mAh verbaut und das verleiht dem kleinen Smartphone richtig viel Power. Ganze drei Tage konnte ich das Smartphone im Durchschnitt bei normaler Benutzung verwenden, ohne es auch nur einmal laden zu müssen. Nach Ende des dritten Tages lag das Moto E im Durchschnitt dann noch bei sieben Prozent.

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Für mich persönlich wäre das Smartphone alleine aufgrund des Akkus eine echte Kaufempfehlung. Man kann nur hoffen, dass die Akkuleistung nicht zu rasch abnimmt. Ansonsten erwirbt man mit dem Moto E endlich mal wieder ein Smartphone, welches Sorgen um Steckdosen oder Akkupacks überflüssig macht.

Kamera

Gute Rückkamera, miserable Frontkamera, so lautet hier mein Fazit. Aber schauen wir uns kurz die Specs im Detail an. Die Rückkamera löst mit maximal fünf Megapixel auf, allerdings nur bei einem Bildverhältnis von 4:3. Wer, wie die meisten Menschen heutzutage, aber mit Breitbild (16:9) Bilder schießen möchte, dem stehen gerade einmal 3,7 Megapixel zur Verfügung. Das ist ziemlich wenig, jedoch bekommt man auch hier ansehnliche Fotos hin, wie ihr aus den Beispielbildern entnehmen könnt.

Auch auf einen LED-Blitz hat Motorola beim Moto E verzichtet, sodass Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen fast unmöglich sind. Immerhin verfügt die Kamera aber über ein paar nette Features. So wurden eine HDR Automatik, eine Panorama-Funktion und Quick Capture integriert. Letzteres erlaubt euch die Kamera zu öffnen, sobald ihr das Smartphone zweimal schnell im Handgelenk dreht.

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Für Videoclips stehen dem Nutzer Aufnahmen mit 720p und Slow-Motion zur Verfügung. Für solch ein günstiges Smartphone sicherlich zwei schöne Extras.

Über die Frontkamera möchte ich eigentlich nicht reden, sie verdient einen dicken Abzug im Ranking. Hier sind Bilder mit maximal 0,3 Megapixel möglich und das sieht man auch. Die Frontkamera ist meiner Meinung nach als unbrauchbar einzustufen und das hätte nicht sein müssen.

Hier einige Beispielbilder:

(Bild: Gizmodo.de)

Die Rückkamera bei guten Lichtverhältnissen.

(Bild: Gizmodo.de)

Die Rückkamera bei bewölktem Himmel.

(Bild: Gizmodo.de)

Die Rückkamera bei Nahaufnahmen.

(Bild: Gizmodo.de)

Die Frontkamera bei guten Lichtverhältnissen.

Fazit

Ich würde für das Moto E der zweiten Generation ganz klar eine Kaufempfehlung aussprechen, vorausgesetzt natürlich man fühlt sich in einem reinen Google-Ökosystem wohl. Die Verarbeitung des Smartphones ist mehr als gelungen, sodass man sich keine Sorge um Macken beim Herunterfallen, Kratzer oder wackelnde Teile machen muss. Ganz klare Gewinner sind das qHD Display samt hervorragender Blickwinkelstabilität und Gorilla Glass 3 und der langlebige Akku, welcher eine Nutzung von bis zu drei Tagen möglich macht. Ebenfalls begeistert hat die Performance, welche sich trotz etwas längerer Wartezeiten als äußerst stabil unter Beweis gestellt hat. 21.6553 Punkte im Benchmark sind eine echte Hausnummer für ein Einsteiger-Smartphone.

Abzüge gibt es bei mir für die absolut unzureichende Frontkamera und die etwas magere Rückkamera ohne LED-Blitz – wobei man trotzdem noch brauchbare Bilder mit der Hauptkamera hinbekommt. Zudem gefällt es mir nicht, wenn Google seine Funktionen wie Sprachassistent und Google Now fest auf dem Smartphone integriert. Das Ziel von Android war es ehemals dem User viele Freiheiten zu überlassen und dazu gehört wie er seinen Bildschirm selbst einrichtet möchte. Google widersetzt sich hier meiner Meinung nach seiner eigenen Philosophie. Und auch die Dicke von 12,33 Millimetern ist etwas zu viel, in der Hosentasche merkt man das zum Glück aber nicht wirklich.

Rundum verdient sich das Moto E aber trotzdem vier von fünf Sternen im Ranking. Das Gesamtbild ist stimmig, Kamera, das dicke Gehäuse und Zwangs-Applikationen geben nur einen Stern Abzug. Die restlichen Features wirken bei diesem low-budget Smartphone so überzeugend, dass die Bewertung in meinen Augen gerechtfertigt ist. Wer sich für das Moto E der zweiten Generation interessiert, kann es hier für 129 Euro wahlweise in Schwarz oder Weiß erwerben.

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plusSolide Verarbeitung

plusSehr schönes Display, trotz qHD

plusGute Performance

plusGorilla Glass 3 bei einem Einsteiger-Smartphone

plusHervorragende Akkuleistung

minussehr schwache Rückkamera

minusteilweise unfreies Betriebssystem

minusmit 12,33 Millimetern etwas dick geworden

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