800 Millionen aktive Benutzer auf WhatsApp – wann wird die Milliarde geknackt?

(Bild: WhatsApp)

Der Messenger-Dienst WhatsApp hat nun schon 800 Millionen Nutzer, die mindestens einmal im Monat aktiv sind, verriet WhatsApp-Chef Jan Koum auf Facebook. Anfang Januar waren es noch 700 Millionen. Wenn das Wachstum so weitergeht, könnten bald eine Milliarde Nutzer an Bord sein.

Die Unterscheidung zwischen aktiven Nutzern und Nutzerkonten ist WhatsApp-Chef Jan Koum wichtig: Facebook Messengerdienst WhatsApp, den das Unternehmen übernommen hatte, besitzt 800 Millionen aktive Anwender.

Einer Statusmeldung Anfang Januar zufolge hat die Facebook-Tochter zuvor vier Monate für 100 Millionen neue Nutzer benötigt. Das Überschreiten der Milliardengrenze gegen Ende des Jahres 2015 ist also nicht undenkbar.

Durchschnittlich verarbeitet WhatsApp 30 Milliarden Nachrichten pro Tag. Nach Bekanntwerden der Übernahmepläne von Facebook im Februar 2014 musste Messenger-Dienst aber zunächst einen Verlust von Nutzern registrieren. Schon im April vermeldete er allerdings einen neuen Tagesrekord von über 64 Milliarden verarbeiteten Mitteilungen.

Vermutlich ist der leichte Wachstumsbeschleunigung auf die kürzlich vorgestellte Telefoniefunktion der Android-App zurückzuführen. Bisher enthielt WhatsApp zwar auch schon ein Telefon-Icon, dieses rief aber lediglich die Telefon-App des Smartphones auf. Es fielen also auch normale Mobilfunk-Gesprächskosten an. Mit VoIP hingegen sollten zumindest in einem WLAN durchgeführte Anrufe gratis sein. Für iOS ist die Telefonie-Option von WhatsApp noch nicht umgesetzt.

Der Messenger-Dienst wird häufig wegen seinem mangelhaften Schutz der Privatsphäre seiner Nutzer kritisiert. Zuletzt hatten Informatiker der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sich in einer Studie mit dem unzureichenden Datenschutz von WhatsApp auseinandergesetzt. “Ich weiß genau, dass du während der Arbeit chattest!”, bringen sie eine Schwachstelle auf den Punkt. Als grundlegendes Problem machte die Forschergruppe die enge Verknüpfung von Telefonnummer und Nutzeridentität bei Smartphone-Messengern aus. Das sollte es mühelos erlauben, mit anderen Teilnehmern augenblicklich in Verbindung zu treten, ohne eine umständliche Einrichtung oder das formelle Einholen einer Zustimmung. Diese Bequemlichkeit setzt jedoch das Hochladen der vollständigen Adressbücher der Nutzer voraus, um bestimmen zu können, welche Kontakte über den jeweiligen Messenger-Dienst erreichbar sind.

Diese Problematik sowie die WhatsApp-Übernahme von Facbook haben vor allem einige deutsche Nutzer zur Abwanderung veranlasst. Davon konnte der in der Schweiz entwickelte Messenger Threema profitieren. Die auf Verschlüsselung und dem Schutz der Privatsphähre optimierte App hat allein nach Bekanntwerden der WhatsApp-Übernahme durch Facebook seine Nutzerzahl innerhalb von 24 Stunden auf 400.000 verdoppelt. Wenige Wochen später betrug sie 2,8 Millionen. Laut Apple-Bestenliste ist der Krypto-Messenger Threema das meistverkaufte iOS-Programm 2014.

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Tags :Quellen:Mit Material von Kai Schmerer, ZDNet.de

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