Test – Dell Venue 8 7840 – Das schönste Android-Tablet [Video]

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Das Dell Venue 8 7840 ist ein wahres Schmuckstück. Besonders stechen die hervorragende Verarbeitung und das hochauflösende OLED mit den schmalen Rändern hervor. Aber auch Intels RealSense-Snapshot-Tiefenkamera bietet spannende Features, die so bei keinen anderen Tablet zu finden sind. In unseren ausführlichen Test beleuchten wir alle Vor- und Nachteile des Dell Venue 8 7840.

DELL Venue 8 7840

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DELL Venue 8 7840

Dell Tablets überzeugten bisher weder durch außergewöhnliches Design, noch durch ungewöhnliche Funktionen. Man muss dabei nur an das Dell Venue 7 LTE, das Dell Venue 8 Pro oder das Dell Venue 11 Pro denken. Alles ordentliche Geräte, die sich jedoch nie aus der grauen Tablets-Masse abheben konnten.

Nicht so das Dell Venue 8 7000, welches mit seiner genauen Produktbezeichnung eigentlich Dell Venue 8 7840 genannt werden muss. Das 8,4 Zoll Tablet kommt mit einem Intel Z3580 Prozessor, 2 GByte RAM, 16 GByte Flashspeicher, vier Kameras und einem unverwechselbaren und unglaublich dünnen Design. Völlig zurecht gewann es auf der CES 2015 den „Best-of-Innovation“-Award.

Das lässt sich Dell auch einiges kosten und verlangt für das Dell Venue 8 7840 stolze 379 Euro. Damit ist es sogar teurer als ein iPad Mini 3 (32 GByte) von Apple. Ob dieser doch recht hohe Preis gerechtfertigt ist, soll unser Test des Dell Venue 8 7840 klären.

Hier unser ausführliches Hands-On-Video zum Dell Venue 8 7840

Design & Verarbeitung

Das Dell Venue 8 7840 besteht zu großen Teilen aus Glas und Aluminium. Die Rückseite wurde aus einem Aluminiumblock gefräst, was dem Tablet nicht nur eine sehr angenehme Haptik verleiht. Es ist dadurch auch besonders stabil und verwindungssteif. Das hebe ich besonders hervor, da es sich bei dem Dell Venue 8 7840 mit gerade einmal 6 Millimeter Dicke um das dünnste 8 Zoll Tablet der Welt handelt. Gleichzeitig gehört es mit seinen 306 Gramm auch noch zu den leichteren Vertretern seiner Art.

Der Rahmen ist derart exakt gefräst, dass man das Dell Venue 8 7840 hochkant auf eine ebene Fläche stellen kann, ohne dass es umkippt. Das Grau des Aluminiums wirkt sehr hochwertig und wurde leicht angeraut, damit das Dell Venue 8 7840 nicht ungewollt aus der Hand rutscht.

Apropos Hand. Dank der links, rechts, sowie oben sehr schmalen Displayränder von etwa 5 Millimetern lässt sich das Tablet sehr gut in einer Hand halten. An der unteren Seite beträgt der Displayabstand zum Rand jedoch 29 Millimeter. In diesem Part verstecken sich Lautsprecher und zwei der Kameras. Mir persönlich gefällt der Streifen nicht. Er ist für meinen Geschmack zu breit geraten und stört das ansonsten makellose Design.

DELL Venue 8 7840 (Foto: Gizmodo)

Display

Das 8,4 Zoll Display löst mit 2.560 mal 1.600 Pixel auf und beeindruckt wie oben geschrieben durch extrem schmale Displayränder. Tatsächlich gehört das OLED zu den Highlights des Dell Venue 8 7840. Das liegt in erster Linie an der sehr hohen Auflösung. Hier sind auch kleinste Schriften hervorragend lesbar, einzelne Pixel findet man selbst mit der Lupe kaum. Auch mag ich die betont intensive Farbwiedergabe. Alles leuchtet so wunderbar, ohne jedoch übertrieben zu wirken.

Der Schwarzwert ist über alle Zweifel erhaben, die Blickwinkelstabilität gut – auch wenn es hier zu leichten Verfärbungen kommt. Der Weißwert triftet etwas in das Rötliche ab. Leichte Schwächen zeigt das Display bei der maximalen Helligkeit. In Verbindung mit dem stark spielendem Display gestaltet sich so das Ablesen bei direkter Sonneneinstrahlung als schwierig.

Die schmalen Displayränder waren übriges bei der Bedienung des Dell Venue 8 7840 zu keinem Zeitpunkt hinderlich. Es kam selten vor, dass ich ungewollt mit der haltenden Hand das Display berührte und damit versehentlich Aktionen auslöste.

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Hardware & Performance

Das Herz des Dell Venue 8 7840 bildet der Quad-Core-Prozessor Intel Atom Z3580, unterstützt von 2 GByte LPDDR3 RAM. Daten werden auf den fest verbauten 16 GByte eMMC-Speicher gelagert, von dem 9 GByte verfügbar sind. Er kann mit microSD-Karten erweitert werden. LTE kennt das gute Stück übrigens nicht. Dell hat jedoch versprochen, das in einem späteren Modell nachzuliefern.

In Benchmark-Test erreichte das Dell Venue 8 7840 respektable Werte. So erzielte es im Antutu Benchmark 44.734 Punkte. Im Geekbench Single-Core-Test 952 Punkte, beziehungsweise 2.897 Punkte im Geekbench Multi-Core-Test. Damit liegt es etwas über dem Samsung Galaxy Tab S, welches von einem Qualcomm Snapdragon 800 angetrieben wird.

DELL Venue 8 7840 (Foto: Gizmodo)

Aber was nutzen schon diese theoretischen Werte, auf die Praxis kommt es an. Und hier zeigt das Dell Venue 8 7840 kleine Schwächen. Zwar stellt das Zocken von anspruchsvolleren Games wie Dead Trigger 2, Asphalt 8 oder Sky Force kein Problem dar. Allerdings kommt es immer wieder zu kleineren Rucklern und Verzögerungen wenn man neue Apps öffnet, zwischen geöffneten hin und her wechselt, die Tastatur öffnet oder in den Einstellungen navigiert. Ganz besonders fällt das auf, wenn man die Foto-App öffnet, fotografiert und ein geschossenes Bild dann in der Galerie betrachten möchte.

Im Prinzip sind diese kleinen Ruckler zwar nicht weiter tragisch. Allerdings erwartet man von einem Tablet in dieser Preiskategorie eigentlich eine Top-Performance. Immerhin wird das Dell Venue 8 7840 auch bei voller Belastung kaum warm.

DELL Venue 8 7840 (Foto: Gizmodo)

Akku

Das Dell Venue 8 7840 kommt mit einem 5.900 mAh Akku und bietet damit etwas weniger Kapazität als viele seiner Konkurrenten. Dennoch gibt Dell eine maximale Akkulaufzeit von 10 Stunden an. Und tatsächlich, auch wenn dieser Wert wie üblich übertrieben ist, schlägt sich das Tablet im Akkutest wacker. Bei maximaler Bildschirmhelligkeit und allen Funkmodulen an spielte es über 6 Stunden lang ein Youtube Video ab. Dieser sehr gute Wert könnte auch entstanden sein, weil das Display des Dell Venue 8 7840 nicht besonders hell leuchtet.

Etwas enttäuscht war ich von der sehr langen Ladezeit. Selbst mit dem mitgelieferten Netzteil betrug diese über 4 Stunden.

DELL Venue 8 7840 (Foto: Gizmodo)

Sound

Im unteren Teil des Dell Venue 8 7840 verstecken sich hinter dem breiten Grill gleich zwei Frontlautsprecher, die für einen überraschend klaren Stereo-Sound sorgen. Dank der Maxx Audio Software lassen sich hier Presets für Film, Audio, Sprache oder Gaming festlegen. Auch der Bass, die Höhen und die maximale Lautstärke können nochmal angehoben werden. Wer will, kann sich auch im Equalizer-Bereich austoben.

Bei uns im Büro habe ich den Sound des Dell Venue 8 7840 mit dem Sound des HTC One M9 verglichen. Dabei mussten sich die hochgelobten Lautsprecher des HTC One M9 geschlagen geben. Der Sound des Dell Venue 8 7840 war deutlich wärmer, ausgeglichener und kam auch mit etwas mehr Bass ausgestattet. Lediglich bei der Lautstärke hatte das HTC One M9 die Nase minimal vorne. Wirklich erstaunlich, wieviel Sound Dell in nur 6 Millimeter gequetscht hat.

Leider gibt es aber Abzüge, was die Positionierung der Lautsprecher angeht. Zum einen sitzen die zwei Lautsprecher zu nahe zusammen und leider auf nur einer Seite. Dadurch ist kein richtiger Stereo-Effekt möglich. Das wird besonders deutlich, wenn man sich ein Video im Querformat anschaut. Der Sound kommt so von nur einer Seite. Des Weiteren verdeckt man häufig beim Spielen und Filme schauen ein Teil der Lautsprecher mit der Hand und mindert so die Sound-Qualität.

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Kamera

Das Dell Venue 8 7840 ist das erste Tablet mit Intels RealSense-Technik. Dafür wurden auf der Rückseite gleich drei Kameramodule verbaut. Eine mit 8 Megapixel und zwei stereoskopische 720p-Kameras für die Tiefeninformation. Die Anordnung auf der Rückseite empfand ich beim Fotografieren etwas unglücklich. Vor allem zu Beginn verdeckte ich regelmäßig mindesten eine der drei Kameras beim Fotografieren mit der Hand. Mit der Zeit gewöhnte ich mich jedoch an die Lage der Kamera und vermied diesen Fehler.

In der Standard-Einstellung „Tiefenschnappschuss“ wird bei jedem Bild die Tiefinformation mitgespeichert. Über die Dell Gallery können in diesen Bildern nun verschiedene Effekte und Funktionen aktiviert werden. Das spannendste ist hier ohne Frage das nachträgliche Messen von Strecken oder Flächen. Durch einfaches Antippen wird so der Abstand zwischen zwei Objekten auf dem Bild angezeigt. Die Messgenauigkeit schwankte hier im Test stark.

DELL Venue 8 7840 (Foto: Gizmodo)

Dabei kommt es auch darauf an, wie die Lichtverhältnisse beim Knipsen sind und ob sich der zu vermessende Gegenstand auf einer Ebene befindet. Mit reflektierenden Flächen kommt dieses Tool gar nicht zurecht. Dell empfiehlt für eine möglichst genaue Messung einen Gegenstand mit klaren Kanten und in einer Entfernung von 0,91 Meter bis 4,88 Meter. Trotzdem darf hier kein exakter Wert erwartet werden, es ist doch eher eine Schätzung.

Qualitativ sind die Ergebnisse der 8 Megapixel Kamera eher unbefriedigend. Starkes Farbrauschen und deutliche Unschärfen dominieren das Bild. Auch muss das Glas vor der Linse vor jedem Foto gereinigt werden, da diese Fettschlieren geradezu magisch anzieht. Auf Bildern ergibt dies einen ganz hässlichen Effekt. Die 2 Megapixel Frontkamera reicht gerade so für Videokonferenzen. Bei ihr fällt das starke Farbrauschen noch deutlicher auf.

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Software

Auf dem Dell Venue 8 7840 läuft ein nur minimal angepasstes Android 4.4.4. Sehr schade, erwarten wir bei neuen Geräten doch mittlerweile Android 5.0 Lollipop. Auf Nachfrage versprach uns Dell, dann man bereits mit Hochdruck an einem Update arbeite. Wann dieses erscheinen soll, wusste jedoch niemand. Man habe sich in den letzten Monaten mit dem Feinschliff der RealSense-Software beschäftigt und deswegen keine Ressourcen für eine Android 5.0 Portierung gehabt, hieß es von Dell.

Immerhin sollten sich die Anpassungen an die Dell UI in Grenzen halten. Glücklicherweise sieht das Android auf dem Dell Venue 8 7840 beinahe wie ein pures Vanilla-Android aus. Lediglich ein paar zusätzliche Apps sind hinzugekommen.

DELL Venue 8 7840 (Foto: Gizmodo)

Zubehör

In der Verpackung befinden sich neben dem Gerät außerdem ein Netzteil und ein Micro-USB-Kabel. Uns schickte man außerdem die extern für etwa 50 Dollar erhältliche Dell Venue Folio für das 7840 zu. Mit dieser Hülle erhält das Tablet einen Schutz für die Frontseite und im aufgeklappten Zustand einen Standfuß.

Dell Venue Folio 7840

Die Hülle schließt mit einem Magnetmechanismus. Leider geht das Tablet nicht automatisch an oder aus. Die Dell Venue Folio sitzt sehr fest. So fest, dass sie mir beim ersten Entfernen von Tablet an der unteren Seite beim Micro-USB-Port brach. Das sollte nicht passieren. Ich kann hier nur hoffen, dass es sich dabei um einen Einzelfall handelt.

Außerdem ist extern der Dell Cast Dongle erhältlich. Dieser Streaming-Stick wird direkt an den HDMI-Port eines Displays gesteckt worüber nun der Inhalt des Dell Venue 8 7840 auf das Display gespiegelt werden kann. Selber ausprobieren konnten wir das nicht, allerdings waren wir bei der Präsentation anwesend, wo alles reibungslos funktionierte.

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Fazit

Das Dell Venue 8 7840 ist das derzeit schönste Android-Tablet. Die hochwertigen Materialien sorgen für eine Verarbeitungsqualität wie ich sie vorher noch bei keinem anderen Android-Tablet gesehen habe. Auch wenn das kantige Design vielleicht nicht jedem gefällt, so ist es doch ohne Frage ein echter Hingucker. Einzig der zu dick geratene Balken an der Unterseite trübt den optischen Gesamteindruck etwas.

Das Display löst wunderbar hoch auf, könnte jedoch ein wenig heller sein. Hier beeindrucken besonders die sehr schmalen Displayränder. Die Strecken- und Flächenmessung ist ein netter Gag, der jedoch nur in den seltensten Fällen beim Nutzer regelmäßigen Einsatz finden wird. Dafür funktioniert sie leider nicht zuverlässig genug. Ist der erste Wow-Effekt vorüber, bleibt unterm Strich eine ziemlich durchschnittliche Kamera.

Die Leistung des Dell Venue 8 7840 kann sich sehen lassen, auch wenn es regelmäßig zu Mikro-Rucklern gekommen ist. Dafür überzeugt der Akku auf voller Linie – schon erstaunlich bei nur 6 Millimeter Dicke. Ebenso erstaunlich ist in diesem Zusammenhang der Sound, auch wenn die Positionierung der Lautsprecher nicht optimal ist.

Insgesamt handelt es sich beim Dell Venue 8 7840 um ein gelungenes Android Tablet, ohne jedoch auf ganzer Linie überzeugen zu können. Ich persönlich finde den Preis von 379 Euro etwas zu hoch. Dafür bekommt man (wenn man denn iOS will) schon ein iPad Mini 3 (hier gehts zum Test). Auch im Android-Lager gibt es mit dem Nexus 9 (hier gehts zum Test) oder dem Samsung Galaxy Tab S 8.4 (hier gehts zum Test) durchaus attraktive Alternativen. Diese haben vielleicht in einzelnen Kategorien ihre Vorzüge, sind dafür jedoch komplett aus Plastik gefertigt.

DELL Venue 8 7840 (Foto: Gizmodo)

Pro / Con

plusplusVerarbeitung

plusDesign

plusDisplay

plusAkku

plusSound

plusRealSense-Technik

minusErgonomisch durchwachsen

minusKamera

minusAndroid 4.4.4

minusPreis

Hier unser ausführliches Hands-On-Video zum Dell Venue 8 7840

Tags :
  1. Leider kein Einzelfall. Ist mir auch passiert. Ausserdem warte ich auf das Folio Keyboard welches in USA erhältlich ist.

    “Die Dell Venue Folio sitzt sehr fest. So fest, dass sie mir beim ersten Entfernen von Tablet an der unteren Seite beim Micro-USB-Port brach. Das sollte nicht passieren. Ich kann hier nur hoffen, dass es sich dabei um einen Einzelfall handelt.”

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