Test: HTC One M9 – Ein edles Smartphone, das nicht ganz mithalten kann

Foto: Gizmodo

Nachdem wir erst kürzlich das Samsung Galaxy S6 (Edge) getestet haben, das von uns ganze fünf Sterne erhalten hat und derzeit das beste Android-Smartphone am Markt ist, hatte es das HTC One M9 nicht gerade leicht. Im Gegensatz zum neuen Samsung-Smartphone gibt es beim M8-Nachfolger keine derart auffällige Design-Änderung und auch kein pompöses Bildschirm-Upgrade. Dennoch hat sich beim HTC One M9 im Vergleich zum Vorgänger einiges getan. Welche Neuerungen es mitbringt und wie es sich im Vergleich mit dem Galaxy S6 schlägt, das verraten wir im nachfolgenden Test.

Test: HTC One M9

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HTC One M9

Während Samsung beim Galaxy S6 alles neu gemacht und seinem Smartphone in der sechsten Generation endlich ein hochwertiges Gehäuse aus Aluminium und Glas spendiert hat, sodass sogar Matthias in völlige Begeisterung ausbrach, setzt HTC weit weniger spektakulär im Grunde auf dasselbe Design wie auch schon 2014 beim One M8. Wer das HTC One M9 das erste Mal sieht, könnte es leicht mit seinem Vorgänger verwechseln. Unter der Haube hat sich jedoch mehr getan. HTC hat es in Sachen Leistung, Software und Kamera aufgebohrt und mit Qualcomms aktuellstem High-End-Prozessor Snapdragon 810, Android 5.0 samt der neuen Sense-7.0-Oberfläche und endlich einer neuen Kamera mit einer höheren 20-Megapixel-Auflösung ausgestattet. Ob das altbewährte gepaart mit mehr Power und einer besseren Kamera ausreicht, um das Samsung Galaxy S6 zu schlagen, das erfahrt ihr im Test.

Design

Beim Design des HTC One M9 hat sich im Vergleich zum letztjährigen HTC-Flaggschiff nicht allzu viel geändert. Es verfügt über ein nahezu gleich aussehendes Unibody-Gehäuse aus Metall. Das ist allerdings nicht negativ, sondern in diesem Fall sehr positiv gemeint ist. Denn das Smartphone kann wie auch im letzten Jahr mit hochwertigen Materialien und einer tollen Verarbeitung begeistern. Es zählt sich damit wieder zu einem,  wenn nicht dem hochwertigsten und schönsten Smartphone am Markt. Dass man nicht zwingend jedes Jahr ein komplett neues Design entwerfen muss, hat auch schon Apple bei früheren iPhone-Modellen gezeigt. Einen WOW-Effekt gibt es wie beim Galaxy S6 aber nicht.

(Foto: Gizmodo).

Das Gehäuse des HTC One M9 ist wie bisher aus einem Aluminiumblock gefräst und wie zuvor leicht gebogen, wodurch sich das Smartphone angenehm anfühlt. Die doch recht rutschige Rückseite ist im Vergleich etwas griffiger geworden, sodass das M9 etwas sicherer in der Hand liegt als sein Vorgänger.

(Foto: Gizmodo).

Die auffälligste Neuerung am Design macht sich beim Rahmen bemerkbar. Dieser ist in einem anderen Farbton gehalten als das restliche Gehäuse. Bei unserem Testgerät in der Farbvariation “Gold on Silver” ist der Rahmen Gold und die Rückseite Silber. Daneben gibt es das Smartphone auch noch in “Gun Metal Gray” mit dunkelgrauem Gehäuse und einem Rahmen in einem helleren und polierten Silber zu kaufen. Gegen Ende des Monats erscheint das HTC One M9 auch noch in “Gold on Gold”, bei dem ebenfalls der Rahmen in einem etwas unterschiedlichen polierten Goldton gehalten ist.

(Foto: Gizmodo).

Was einige eventuell als nicht so schön empfinden könnten, ist, dass sich das Aluminium-Gehäuse nicht mehr bis ganz zum Display zieht, sondern kurz davor aufhört. Dadurch entsteht eine deutliche Kante, die mich persönlich aber nicht weiter stört und das Smartphone sogar etwas besser greifbar macht.

Die Linse, die etwas aus dem Gehäuse heraussteht, ist beim neuen Modell mit Saphirglas geschützt und dürfte demnach nun nicht mehr so leicht verkratzen wie beim M8. Sie steht auch nicht so weit heraus wie beim Galaxy S6. Liegt das HTC One M9 auf dem Rücken und man tippt nicht genau in die Mitte, kippelt das Smartphone aber dennoch.

Eine weitere Veränderung macht sich bei der Positionierung des Power-Schalter bemerkbar. Dieser wurde von der Oberseite in die Mitte der rechten Kante des Gehäuses verlegt, was meinem Empfinden nach das ein Einschalten komfortabler macht und auch die Gefahr reduziert, dass das Gerät beim Umgreifen herunterfällt. Allerdings könnte einigen Nutzern die Positionierung auch etwas zu weit unten sein, je nachdem wie man das Gerät normalerweise hält.

(Foto: Gizmodo).

Die Lautstärkewippe sitzt knapp über dem Ein-/Ausschalter und wurde durch zwei getrennte Tasten für “Lauter” und “Leiser” ersetzt. Die Tasten sind wieder aus Metall gefertigt, wackeln nicht und bieten einen spürbaren, aber nicht übermäßigen Druckpunkt. Darüber sitzt der microSD-Kartenslot. Gegenüber liegt der Einschub für die nanoSIM-Karte. Dieser ist unüblicherweise so ausgelegt, dass man das Gerät beim Einlegen der SIM-Karte auf die Displayseite drehen muss. An der Unterseite ist wie üblich der microUSB-Slot zum laden des Gerätes sowie die Kopfhörerbuchse untergebracht.

(Foto: Gizmodo).

Das Gehäuse ist mit seinen Maßen von 144,6 mal 69,7 mal 9,61 Millimeter und einem Gewicht von 157,5 Gramm im Grunde genauso groß und dünn wie beim M8. Im exakten Vergleich ist es einen Hauch kompakter und leichter, dafür minimal dicker geworden (HTC One M8: 146,36 mal 70,6 mal 9,35 Millimeter, Gewicht: 160 Gramm). Legt man das Galaxy S6 daneben, das sogar ein größeres Display als das M9 hat, zieht es in Sachen Kompaktheit und Leichtigkeit klar den Kürzeren. Das S6 misst nur 143,4 mal 70,5 mal 6,8 Millimeter und wiegt auch nur 138 Gramm. Das Edge ist sogar noch etwas schmaler und leichter. Durch das zu den Rändern hin dünner werdende Gehäuse wirkt das HTC One M9 zwar schmaler, als es eigentlich ist, dennoch macht das Galaxy S6 in dieser Hinsicht eine deutliche bessere Figur. Ein positiv auffallendes Merkmal des M9 ist aber noch, dass das Gehäuse nun immerhin nach der IPX3-Zertifizierung gegen Spritzwasser geschützt. Damit sollte es wohl bei Regen in der Hosentasche überleben. Samsung hat beim Galaxy S6 den Wasserschutz entfernt. Auch Spritzwasser geschützt scheint es nicht mehr zu sein.

Insgesamt finde ich, dass das HTC One M9 immer noch das hochwertigste und aufwendigste Design von allen Smartphones am Markt hat. In diesem Jahr hat es das Schmuckstück aus Taiwan aber deutlich schwieriger als in den Jahren zuvor. Samsung hat in Sachen Verarbeitung aufgeschlossen und seinem Flaggschiff auch ein großartiges Äußeres mit Aluminiumrahmen und Glasrückseite spendiert, das sich im Gegensatz zudem dem sonst billiger wirkenden Kunststoff nicht mehr vor dem HTC-Smartphone verstecken muss. Mit dem Galaxy A3, A5 und A7 hat es zudem auch Smartphones mit einem Uni-Body-Metall-Gehäuse im Angebot. Hinzukommt, dass auch andere Hersteller inzwischen auf hochwertige Materialien setzen. Huawei hat beispielsweise auch kürzlich mit dem P8 ein schickes Smartphone im Alu-Design vorgestellt. Apple hatte schon im vergangenen September mit dem iPhone 6 und 6 Plus nachgezogen. Das Alleinstellungsmerkmal des hochwertigeren Gehäuses und der besseren Verarbeitung hat HTC damit zu großen Teilen eingebüßt.

Display

Das Display des HTC One M9 ist nach wie vor 5 Zoll groß und löst mit einer Full-HD-Auflösung von 1.920 mal 1.080 Pixel auf. Im Gegensatz zu Samsung hat HTC nicht auf QHD gesetzt, was bei dieser Größe aber sicherlich auch keinen großen Unterschied macht und die Geräte beim Zocken sogar teilweise noch etwas ausbremst. Die Pixeldichte beträgt also wieder rund 440 ppi, womit der Screen genauso scharf ist wie beim Vorgänger und im Grunde auch keine Pixel erkennen lässt.

(Foto: Gizmodo).

Die Farben und die Blickwinkelstabilität sind wie von HTCs bisher verbauten IPS-LCDs gewohnt natürlich und sehr gut. Die Schwarzwerte können typischerweise nicht mit dem OLED des S6 mithalten. Dafür wird Weiß weißer dargestellt. Insgesamt wirken die Farben aber etwas zurückhaltender als noch beim M8. Wenn man den Bildschirm aus einem gewissen Winkel betrachtet, machen sich nur leichte Farbveränderungen und geringe Helligkeitsverluste bemerkbar.

Die Helligkeit ist beim HTC One M9 wieder sehr gut, aber nicht überragend. Der maximal manuell einstellbare Wert ist zwar im Vergleich einen Hauch höher als beim S6, das Samsung-Smartphone bietet aber im Automatik-Modus eine höhere maximale Helligkeit. Dennoch lässt sich das Display des M9 im Freien noch ablesen, auch wenn es mehr spiegelt und das Galaxy S6 hier etwas besser abschneidet.

(Foto: Gizmodo).

Leistung

Beim Design und dem Display gibt es also im Vergleich zum M8 keine allzu großen Verbesserungen. Umso mehr muss das HTC One M9 in Sachen Hardwareausstattung, Leistung, Kamera und Software punkten, um gegen das Samsung Galaxy S6 bestehen zu können. Das Innere des Smartphones hat die HTC Corporation aktualisiert und auf den neuesten Stand gebracht. Als Prozessor verbaut es Qualcomms neuestes SoC Snapdragon 810, das auch im LG G Flex 2 zum Einsatz kommt. Die 64-Bit-CPU kommt mit insgesamt acht Rechenkernen, die nach ARMs big.LITTLE-Prinzip arbeiten. Der Chip besteht aus zwei Quad-Core-CPUs (vier Cortex-A57- und vier Cortex-A53-Kernen). Eine davon ist mit 2 GHz leistungsstärker und für Anwendungen wie Spiele, die jede Menge Power benötigen, zuständig. Die zweite Einheit taktet mit 1,5 GHz und ist für alle Aufgaben gedacht, die weniger leistungsintensiv sind. Die Grafik übernimmt eine Adreno-430-GPU.

Lies auch:TEST: SAMSUNG GALAXY S6 (EDGE) – SO SCHÖN! [VIDEO]

Den Arbeitsspeicher hat HTC beim One M9 auf 3 GByte vergrößert. Das M8 kommt noch mit 2 GByte RAM. Der interne Speicher für System und Daten ist jetzt erfreulicherweise 32 GByte groß. Ein Vorteil gegenüber dem Galaxy S6 ist der weiterhin vorhandene microSD-Kartenslot, der wie zuvor eine Erweiterung um bis zu 128 GByte erlaubt. Auf die schnellere Speichertechnologie UFS 2.0 setzt HTC im Gegensatz zu Samsung aber nicht.

In Sachen Geschwindigkeit hat das HTC One M9 zwar zugelegt, im Vergleich mit dem Samsung Galaxy S6 zieht es aber dennoch den kürzeren. Bei seinem neuen Flaggschiff hat Samsung nicht wie üblich auf den Chip von Qualcomm gesetzt, sondern das S6 dieses Mal in allen Märkten mit seinem hauseigenen Prozessor Exynos 7420 mit 2,1 GHz Takt und ARM-Mali-T760-GPU ausgestattet, der die Nase vor dem Snapdragon 810 hat. Qualcomms Chip hat mit einer stärkeren Hitzeentwicklung zu kämpfen, die sich in einer verstärkten Drosselung unter Dauerlast bemerkbar macht, wie schon unser Benchmark-Vergleich zeigte.

(Grafik: ZDNet.de):

Auch Samsungs-Exynos-CPU wird bei Dauerlast gedrosselt, bringt aber auch unter starker Belastung noch gute Leistungswerte. Das M9 ist hingegen unter Dauerlast kaum schneller als Geräte aus den Vorjahren mit Snapdragon 800, 801 oder 805. In Sachen Rechenleistung, Flashspeichergeschwindigkeit und zu Teilen auch Web-Performance liegt das Galaxy S6 ebenfalls vor dem M9, das zwar auch noch sehr gut abschneidet, aber eben nicht so gut wie das S6. Nur in Sachen Grafikleistung kann sich das HTC One M9 vor das S6 setzen, da dieses aufgrund der höheren QHD-Auflösung mehr Rechenaufwand zu bewältigen hat. Zudem liegt das HTC-Phone hinter dem LG G Flex 2 zurück, das auch einen Snapdragon 810 beinhaltet, und sogar insgesamt das Samsung-Smartphone schlagen kann. Das HTC One M9 zollt damit wohl Tribut an die Hitzeentwicklung des Snapdragon 810, den HTC offenbar nur durch verstärkte Absenkung von Betriebsspannung und Taktfrequenz im Zaum halten kann. Womöglich ist dies beim G Flex 2 aufgrund des weniger wärmeleitfähigen Kunststoffgehäuses nicht in diesem Ausmaß notwendig. Unsere Leistungsanalyse könnt ihr an dieser Stelle nochmals im Detail nachlesen.

So viel zur Theorie. In der Praxis sind die Geschwindigkeitsunterschiede natürlich nicht so dramatisch. Das System des M9 läuft dank der schlanken Sense-Oberfläche flott und Apps öffnen sich ohne störende Verzögerungen. Auch aufwendigere 3D-Spiele laufen flüssig und fangen auch nicht nach gut einer halben Stunde plötzlich zum Ruckeln an. Eine Wärmeentwicklung ist aber spürbar.

Kamera

Die wohl größte Neuerung des HTC One M9 ist die rückseitige Kamera. Sie löst nun endlich mit einer höheren 20 Megapixel Auflösung auf. Die Ultrapixel-Kamera des M8 schafft nur rund 4 Megapixel. Dadurch können Smartphone-Besitzer Bildausschnitte deutlich stärker vergrößern und Fotos beispielsweise auch in ansehnlicher Auflösung im Großformat ausdrucken. Die maximal mögliche Auflösung ist 5376 mal 3752 bei einem Bildformat von 10:7. Bei 16:9 können maximal 5376 mal 3024 Pixel eingestellt werden.

(Foto: Gizmodo).

Trotz besserer Kamera-Technologie und höherer Auflösung als beim Vorgänger kommt das HTC One M9 in Sachen Fotos leider nicht ganz an Samsung oder auch Apple heran. Sowohl die Kamera des Galaxy S6 als auch die des Apple iPhone 6 sind der Knipse des HTC One M9 knapp überlegen. Im Freien waren Bilder mit dem M9 häufig leicht überbelichtet, im Inneren machte sich im Vergleich schneller eine Körnung beziehungsweise ein Rauschen bemerkbar. Zudem benötigte das M9 länger zum Rendern von HDR-Bildern. Beim S6 und iPhone ging dies im Nu.

Das Kamera-Update, das laut einem Artikel von Phandroid die Qualität der M9-Bilder noch verbessern soll, scheint übrigens nur für die USA nötig zu sein. Europäische Geräte sind offenbar von Anfang an mit der neueren Software ausgestattet. Falls es dennoch ein Update geben sollte, werden wir den Artikel aktualisieren.

Anhand der zahlreichen Testaufnahmen unserer Schwesterseite CNET.de, kann sich auch jeder selbst ein Bild von der Qualität der Fotos im Vergleich mit dem Galaxy S6 und iPhone 6 machen. Hier geht’s zu den Testaufnahmen.

Die Kamera-App hat HTC etwas überarbeitet. Sie bietet aber immer noch verschiedene Aufnahmemodi, Einstellungsmöglichkeiten und Bildeffekte.

(Screenshot: Gizmodo).

Mit an Bord sind beispielsweise ein neuer Bokeh-Modus für Unschärfe-Effekte oder eine Option für „Passfotos“. Der Bokeh-Modus funktioniert allerdings nur bis zu einer Entfernung von 60 Zentimetern zum anvisierten Objekt. Der Passfoto-Mode schießt vier Selfies nacheinander und ordnet sie quadratisch an. Der Modus Split-Aufnahme macht ein Foto mit der Haupt- und der Front-Kamera und vereint diese zu einem Bild. Ein Panorama-Modus ist auch wieder mit an Bord.

(Screenshot: Gizmodo).

Die bisherige Ultrapixel-Technologie setzt die HTC Corporation nun übrigens bei der Front-Kamera ein. Durch den lichtempfindlicheren Bildsensor und die größeren Pixel liefert sie hellere Aufnahmen bei wenig Licht und schießt bessere Selfies als noch das M8. Die Auflösung beträgt 4,1 Megapixel.

(Foto: Gizmodo).

Das Duo-Kamera-System des M8 ist dagegen nicht mehr mit von der Partie. Allerdings werden die meisten die UFocus-Cam wegen dem Software-basierten Bokeh-Modus nicht vermissen, obwohl man damit schönere Effekte erzeugen konnte.

Obwohl die HTC Corporation die neueste Android-Version integriert hat, sind nicht alle neuen Kamera-Funktionen von Googles OS unterstützt. Es fehlt beispielsweise der RAW-Support. Schmerzlich ist auch, dass HTC keinen optischen Bildstabilisator (OIS) integriert hat, der Verwackler bei Aufnahmen ausgleicht. Besonders praktisch ist dieser bei Fotos mit längeren Verschlusszeiten, wenn wenig Licht herrscht. Ein merklicher Unterschied zu Geräten mit OIS ist auch beim Aufnehmen von Videos in Bewegung feststellbar. Beim Galaxy S6, iPhone 6 Plus oder Huawei P8 sind diese weit weniger verwackelt.

Das Aufnehmen von Videos klappt mit der rückseitigen Kamera des HTC One M9 nun immerhin auch mit einer maximalen Auflösung von 4K. Die Videos sind wie bei vielen Herstellern aber auf eine bestimmte Zeit beschränkt. Bei HTC sind es 6 Minuten. Beim Xperia Z3 kann man aber beispielsweise auch solange aufzeichnen, bis der Speicher voll ist. Beim Videodrehen wird das HTC One M9 wieder etwas wärmer, das ist aber bei anderen Herstellern ebenfalls zu bemerken und nicht weiter störend. Die Front-Cam filmt wie üblich in Full-HD und reicht für Videotelefonie vollkommen aus.

BoomSound-Lautsprecher

Ein Bereich in dem das HTC One M9 noch die Nase vor dem Galaxy S6 hat, ist der Sound. Das M9 kommt wieder mit Dual-Front-Stereo-Lautsprechern. Im Gegensatz zum HTC One M8 sind diese mit einer BoomSound-Technologie ausgestattet, die HTC in Kooperation mit Dolby entwickelt hat. Über die Einstellungen können Anwender zwischen einem Modus für Musik und einem Theater-Mode für Videos und Spiele wählen, mit dem der Sound vielleicht noch etwas lauter und voller klingt. Ansonsten klingen die Lautsprecher genauso gut wie auch schon beim One M8 und einfach besser und klarer als der Mono-Lautsprecher des Samsung-Smartphones – und im Grunde auch als alle Lautsprecher der Konkurrenz. Durch ihre Ausrichtung wird man direkt bestrahlt und kann auch von einem richtigen Stereoeffekt profitieren. Dass man die Lautsprecher beim Videoschauen zuhält, ist ebenfalls ausgeschlossen. Allerdings muss man auch eingestehen, dass die anderen Hersteller in Sachen Sound etwas auf HTC aufgeholt haben.

(Foto: Gizmodo).

Kommunikation & Sensoren

In Sachen Funktechnik bietet das HTC One M9 bereits LTE Cat 9 mit bis zu 450 MBit/s im Download, was in Deutschland aktuell aber keinen Vorteil bringt. Wie üblich gesellen sich auch HSPA+ mit 42 beziehungsweise 21 MBit/s dazu. Zudem sind WLAN nach 802.11 a/b/g/n/ac, Dual-Band-WiFi sowie das noch schnellere Gigabit WiFi, Bluetooth 4.1, GPS, Glonass, NFC, HDMI, MHL 3.0 und DLNA mit an Bord. Einen Infrarotsensor gibt es auch wieder. An weiteren Sensoren hat HTC wie üblich einen Beschleunigungs-, Näherungs-, Umgebungslicht-, Kompass- und Gyrosensor integriert. Zudem bringt das neue HTC One M9 das Smart-Sensor-Hub für die Motion Launch Gesten sowie einen Magnetsensor mit. Mobilfunk- beziehungsweise WLAN-Empfang sowie Sprachqualität konnten im Test voll überzeugen.

Akkulaufzeit

Die Akku-Kapazität hat HTC von 2.600 auf 2.840 mAh erhöht. Im Video-Test, bei dem ein HD-Video in einer Dauerschleife über das Display flimmert, hat das HTC One M9 allerdings schlechter abgeschnitten als der Vorgänger. Während dieser 9 Stunden und 52 Minuten durchhält, waren es beim M9 nur knapp über 8,5 Stunden – und somit fast 80 Minuten weniger als beim letztjährigen Flaggschiff. Zu beachten ist, dass der Test unter Android 5.0 und nicht mehr KitKat durchgeführt wurde. Aber auch an die Lollipop-Konkurrenten kommt es nicht heran. Das Samsung Galaxy S6 hat beispielsweise 12,4 Stunden geschafft, kam aber auch nicht an die noch besseren 15 Stunden und 18 Minuten des Galaxy S5 heran. Das G Flex 2, das wie das M9 mit einem Snapdragon 810 ausgestattet ist, hat ebenfalls etwas bessere Ergebnisse erzielt.

Im Alltag kommt man bei durchschnittlicher Nutzung und einer Screen-On-Time von rund 5,5 bis 6 Stunden dennoch über den Tag. Nach einer halben Stunde Surfen im LTE-Netz, einem 25-minütigen Youtube-Clip über WLAN, 15 Minuten fotografieren und knapp 10 Minuten durch Menüs klicken ist der Akkustand von 100 auf 75 Prozent gefallen. Die Display-Helligkeit war im Automatikmodus auf den maximalen Wert eingestellt. Wer den Bildschirm dimmt, der kommt noch etwas länger über die Runden. Zudem bringt das M9 auch wieder den extremen Energeisparmodus mit, der äußert hilfreich ist, wenn die Kapazität knapp wird, man aber noch für einen Anruf erreichbar bleiben muss.

(Screenshot: Gizmodo).

Insgesamt ist Akkulaufzeit des HTC One M9 damit aber nicht überragend und im Vergleich zum Vorgänger leider auch nicht großartig gestiegen. In unserem Videotest hat es sogar schlechter abgeschnitten. Mit dem Galaxy S6 kann es ebenfalls nicht mithalten.

Geladen wird der Akku des HTC-Smartphones wie üblich per microUSB-Kabel. Dank Qualcomms Fast-Charging-Technologie (Version 2.0) lässt sich das Gerät wieder recht schnell aufladen. Laut HTC füllt sich der Akku nach einer halben Stunde an der Steckdose zu 60 Prozent. Leider ist dafür wieder ein spezielles Netzteil notwendig, das nicht im Lieferumfang enthalten ist. Mit dem Standard-Ladegerät kamen wir auf gut 25 Prozent in 30 Minuten.

Auswechseln lässt sich der Akku des HTC One M9 wie bei den Vorgängern und nun auch beim neuen Galaxy S6 nicht ohne weiteres. Sollte der Akku irgendwann an Leistung verlieren oder komplett den Geist aufgeben, muss man das Gerät in Reparatur geben, was natürlich mehr Kosten verursachen kann als bei Geräten mit abnehmbarer Rückseite.

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Android OS & HTC Sense 7

Als Betriebssystem kommt das aktuellste Android 5.0.2 Lollipop zum Einsatz, das auch schon alle Fixes des zweiten Lollipop-Updates integriert. HTC hat auf dem M9 wie übliche seine hauseigene Sense-Oberfläche installiert. Die neue Version Sense 7 bietet unter anderem erweiterte Möglichkeiten zur Anpassung des Themes sowie eine Art Ordner-Widget, das Apps passend zum Standort des Nutzers anzeigt.

(Screenshot: Gizmodo).

Die Oberfläche von Sense 7 sieht sieht im Grunde fast so aus wie die von Sense 6 auf dem M8 und ist damit wieder genauso einfach und ansprechend gehalten wie zuvor. Bislang gefällt mir die Oberfläche von HTC zwar immer noch besser als die von Samsung, Touchwiz kommt nun aber auch schlanker daher und läuft schon seit längerem rund und flüssig.

Wie üblich belegt bei HTC das Blinkfeed den ganz linken Homescreen, kann bei Bedarf aber auch abgeschaltet werden. Das Flipboard ist bei Samsung hartnäckiger.

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Die neue Sense-Version bringt nun erweiterte Anpassungsmöglichkeiten ähnlich den Sony-Xperia-Geräten mit. Nutzern stehen damit eine Reihe von Themes zur Auswahl, die den Großteil der Oberfläche inklusive Hintergrundbild, Farbschema, App-Symbolen, Tönen und Schriften in Einstellungen und Apps nach dem eigenen Geschmack verändern. Je nach Wunsch lassen sich Hintergrund, Symbole, Schriften oder Töne auch separat anpassen. Aktuell stehen schon viele Themes zur Auswahl und es werden von Tag zu Tag mehr. Das gibt es bei Samsung nicht.

(Screenshot: Gizmodo).

Eine weitere Neuerung ist ein Ordner-Widget auf dem Homescreen, das Apps abhängig vom Standort des Smartphone-Besitzers anzeigt. Befindet man sich in der Arbeit, zeigt es andere Anwendungen an, als wenn man zu Hause oder unterwegs ist. Dazu muss man die jeweiligen Orte einmalig festlegen und dann natürlich stets den Standortdienst aktiviert lassen – ansonsten muss man per Hand umschalten. Das Widget zeigt daraufhin, die Anwendungen an, die man bei der Arbeit am ehesten gebrauchen kann wie zum Beispiel Google Drive, die E-Mail-App oder den Kalender. Zu Hause hält es dann beispielsweise Youtube oder die Musik-App bereit. Mit der Zeit lernt das neue Sense-Widget auch die Nutzungsgewohnheiten des Smartphone-Besitzers und passt die Darstellung entsprechend der häufiger gebrauchten Apps an. Daneben hält es auch noch Vorschläge für neue Apps parat.

Ansonsten bringt das HTC One M9 wie das S6 alle neuen Lollipop-Funktionen mit. Dazu zählt beispielsweise das neue “Material Design“, der verbesserte Sperrbildschirm und Pop-up-Benachrichtigungen außerhalb der Statusleiste. Zudem enthält es neue Features wie Screen-Pinning oder neue Sicherheitsfunktionen. Mit der Smart Lock genannten Funktion können Nutzer ihr Gerät beispielsweise auch an einem vertrauenswürdigen Standort automatisch entsperren.

Preis & Verfügbarkeit

Das HTC One M9 ist seit Ende März offiziell in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 749 Euro respektive 799 Schweizer Franken. Zum Verkauf steht das Smartphone in “Gold on Silver” und “Gun Metal Gray” bei allen großen Mobilfunkprovidern, im Einzelhandel und bei zahlreichen Online-Shops. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, das HTC One M9 direkt über den offiziellen HTC-Shop zu kaufen. In “Gold on Gold” wird es voraussichtlich gegen Ende des Monats erscheinen. Bei einigen Online-Shops ist der Preis zwar schon etwas gesunken, trotzdem ist es noch vergleichsweise teurer als beispielsweise die 32-GByte-Version des Samsung Galaxy S6.

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Fazit

Das HTC One M8 war vor allem dank seines wunderschönen Metallgehäuses eines der besten Smartphones des Jahres 2014. Beim M9 hat HTC das hochwertige und edle Design beibehalten, womit es sich wieder zu den schönsten Smartphones am Markt zählt, auch wenn man das Design im Grunde schon aus dem letzten Jahr kennt. Auch die Hardware hat HTC aktualisiert und dem Gerät mehr Leistung und mehr Speicher spendiert. Auch die Kamera bietet nun endlich eine höhere Auflösung als zuvor. Die Software hat mit dem Theme-Support und dem neuen Homescreen-Widget wieder ein paar nette zusätzliche Funktionen erhalten und ist auch beim M9 wieder genauso flott und benutzerfreundlich, wie man es von HTC gewöhnt ist.

Nachdem nun aber immer mehr Hersteller auf hochwertige Materialien setzen, kann sich HTC in diesem Jahr nicht mehr so deutlich beim Design von der Konkurrenz absetzen. Unter Dauerlast kann das HTC One M9 zudem das Leistungsplus nicht abrufen und muss sich insgesamt in Sachen Leistung dem Galaxy S6 geschlagen geben. In den zwei Bereichen, die für viele Smartphone-Besitzer am wichtigsten sind, kann das HTC One M9 im Vergleich zu dem großen Konkurrenten Samsung leider auch nicht ganz mithalten. Trotz neuer Kamera-Technologie schießt das Smartphone der HTC Corporation immer noch nicht so gute Fotos wie das S6. Auch in Sachen Akkulaufzeit hat sich das HTC One M9 nicht verbessert und liegt hinter dem neuen Samsung-Flaggschiff. Den Preispunkt hat HTC ebenfalls nicht auf seiner Seite, denn mit einer UVP von 749 Euro ist es teurer als das Galaxy S6 mit identischer Speichergröße.

Käufer des HTC One M9 sollten daher besonderen Wert auf das luxuriöse und hochwertige Design legen und das edle Metallgehäuse des Gerätes besonders zu schätzen wissen. Pluspunkte sind zudem die Boomsound-Lautsprecher, der Spritzwasserschutz, die bessere Software und ein microSD-Kartenslot. Wir sich für das M9 entscheidet, sollte auch einen genauen Blick auf den gut 300 Euro günstigeren Vorgänger werfen, da sich das Gerät im Vergleich nicht entscheidend weiterentwickelt hat und die Akkulaufzeit sogar etwas schlechter zu sein scheint. Wer bereits ein HTC One M8 besitzt, muss über einen Kauf des M9 im Grunde nicht nachdenken.

Pro / Con:

plusedles Design und großartige Verarbeitung

plusSpritzwasserschutz

plusmicroSD-Kartenslot

plushöherauflösende Kamera

plusplusüberlegene BoomSound-Lautsprecher

plusschlanke und flotte Sense-7.0-Oberfläche mit Theme-Support

minusausgeprägtere Drosselung der CPU bei Dauerlast

minus20-Megapixel-Hauptkamera nicht auf dem Niveau der Konkurrenz

minusvergleichsweise kürzere Akkulaufzeit

minusvergleichsweise teuer

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