Die Sonnenfinsternis als 360 Grad Video aus der Stratosphäre

(Bild: das labor)

Mit Hilfe eines Virtual Reality Headsets die Sonnenfinsternis in der Stratosphäre erleben, das war der Traum des Technikvereins “Das Labor” aus Bochum. 

Gegen 10:00 Uhr am Freitag den 20.03.2015 – pünktlich zum Beginn der Sonnenfinsternis – startete die Crew im Ruhrgebiet einen Wetterballon in Richtung Stratosphäre über NRW. Dieser transportierte einen kleinen Würfel gespickt mit sechs HD Kameras nebst allerhand Sensorik bis fast ins All.

Die Idee hinter dieser ungewöhnlichen Perspektive auf das seltene Naturschauspiel entstand in dieser Form gerade mal zwei Wochen zuvor. Noch bis in die Nacht vor dem Start wurde fleißig an dem Projekt gearbeitet. Die einwandfreie Funktion des Peilsenders spielte dabei eine zentrale Rolle. Da die gesamte Apparatur nach dem Start nicht mehr unter der direkten Kontrolle des Teams stand, musste alles perfekt auf einander abgestimmt und geplant sein.

Die Jagd nach dem Ballon

Der Start war geglückt und bereits nach wenigen Sekunden verschwand der Ballon in der tiefliegenden Nebelschicht über dem Bochumer Westpark. Die Peilvorrichtung funktionierte und sendete verlässliche Signale. Wenige Momente später begann der spannendste Teil der Aktion, die Jagd nach den Kameras mit dem Videomaterial am späteren Landeort. Dieser kann jedoch nie genau vorhergesagt werden. Geleitet von Prognoserechnungen und Peildaten steuerte ein Suchtrupp von acht Mann in zwei Autos Richtung bergisches Land

Nach insgesamt circa zwei Stunden Flugdauer (im Video ab Minute 20:15 zu sehen) platzte wie geplant der Ballon auf Grund der dünner werdenden Atmosphäre in 36 Kilometer Höhe und segelte an einem kleinen Bremsfallschirm zu Boden. Der Peilsender wurde schnell gefunden, jedoch ohne die wertvolle Fracht. Er musste sich während des turbulenten Sinkflugs gelöst haben.

YouTube Preview Image

Glücklicherweise hatten die erfahrenen Wetterballonprofis von das labor ein Backupsystem installiert. Ein GSM Modul gepaart mit einem GPS-Empfänger rettete die Mission. Dazu waren allerdings nebst eines Kaltstarts des GPS und einer Handyortung durch den Netzbetreiber viele Nerven und fast sechs Stunden “Suche nach der Nadel im Heuhaufen” nötig.

(Bild: das labor)

Doch es hat sich gelohnt.

“Mit den Rohbilddaten sind wir bereits sehr zufrieden” – Ralph Bruckschen, einer der Initiatoren des Projekts

Jetzt würde alles nur noch an der Nachbearbeitung und dem Zusammenführen der Videodaten hängen, damit das Ergebnis in vollen 360° betrachtet werden kann.

(Bild: Das Labor)

Leider Nur ein Bildfehler

Leider haben die Kameras ohne den passenden Sonnenfilter nur eine Überlagerung von Lens Flares gefilmt. Zudem ist durch die Weitwinkeloptik auch kein genügend großes Bild der Sonnenfinsternis gelungen. Das 360 Grad Video an sich ist jedoch nun für jeden auf dem Youtube Kanal von Ralph Brucken zu bestaunen. Mit der aus PC-Spielen üblichen WASD-Steuerung kann man sich während des Ballonflugs umschauen.

Der 360 Grad Blick soll mit Hilfe eines Virtual Reality Headsets noch immersiver geraten und dem Betrachter das Erlebnis ermöglichen selbst am Ballon zu hängen und sich frei umsehen zu können – Freier Fall inklusive.

(Bild: Gizmodo)

(Bilder: das labor)

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