Wie Virtuelle Realität die Sinne täuscht und soziale Ängste lindert

(Bild: Staffan Larsson)

Virtuelle Realität bringt das Gehirn durcheinander - besonders seltsam wird es, wenn Neurowissenschaftler sie dazu nutzen, um Probanden an ihren eigenen Sinnen zweifeln zu lassen. Eine aktuelle VR-Studie bedient sich simpler Kniffe wie einem Pinsel, um das Hirn denken zu lassen, der Körper wäre verschwunden.

Die auf Scientific Reports veröffentlichte Studie greift einen alten Trick der Neurowissenschaft auf: Die sogenannte “Rubber-Hand-Illusion”. Sieht man dabei wie eine Gummihand gestreichelt wird und spürt dabei wie die eigene Hand auf die gleiche Weise berührt wird, versucht das Hirn unbewusst die unnatürliche Hand zu kontrollieren. Beispielsweise entsteht ein Reflex, der den Probanden die Gummihand zurückzucken lassen möchte, sieht man, wie ein Hammer auf dieselbe geschlagen wird.

In Virtueller Realität lässt sich diese Illusion etwas weiter ausklügeln. Forscher des Karolinska Institutet in Schweden haben 125 Freiwillige in die Virtuelle Realität versetzt, wo sie an ihrem eigenen Körper herunter geblickt haben und nichts sahen. Dann wurden sie mit einem Pinsel angestubst, während der leere Raum ihres “unsichtbaren” Körpers in VR ebenfalls mit einem Pinsel berührt wurde. Die Kombination aus Sehen und Fühlen reichte bereits, damit die meisten Teilnehmer die Illusion akzeptierten.

(Bild: Scientific Reports)

Wie? Nun, die Forscher tauschten den virtuellen Pinsel durch ein virtuelles Messer aus, auf welches die Probanden unbewusst furchtsam reagierten. Ihr Körper war unsichtbar, aber die Gefahr immer noch “real”. Ihr Herzschlag erhöhte sich und Transpiration setzte ein. In einem daran angeschlossenen Experiment sahen die Teilnehmer eine große Menschenmenge, die sie anstarrte – eine für gewöhnlich stressige Situation. Doch diejenigen, welche glaubten, ihr Körper wäre unsichtbar, empfanden soziale Ängste nur noch in geringerem Ausmaß.

So wie die VR sich verbessert hat, haben Psychologen sich ihrer Eigenschaften bedient, um festzustellen, wie unser Gehirn die Realität wahrnimmt. Das Unterbewusstsein lässt sich tatsächlich sehr einfach täuschen, was gleichsam bedeutet, dass Virtuelle Realität diesen Umstand zum Positiven nutzen kann. Wie die schwedische Studie beispielsweise demonstrierte, könnte virtuelle Unsichtbarkeit Personen helfen, besser mit sozialen Ängsten umzugehen.

Tags :Quellen:Scientific ReportsVia:Gizmodo.com

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