Qualität, Style und Power: Kalkhoff zeigt E-Bike Flaggschiffe für 2015

(Bild: Gizmodo.de)

Weg von der Generation 40 Plus, weg vom Fahrrad für unsportliche Menschen. Das E-Bike soll endlich alltagstauglich werden und das vor allem für die jüngeren Semester. Der deutsche Hersteller Kalkhoff könnte diesen Schritt schaffen. Ein bisschen flexibler muss jedoch auch hier noch gedacht werden.

Neue E-Bikes: "Kalkhoff startet durch"

Bild 1 von 37

1

Die deutsche Marke Kalkhoff startet durch, so zumindest das Motto. Doch neben einem netten Spruch gab es schlagkräftige Argumente für Augen und Beine bei unserem Besuch in Köln. Kalkhoff lud zum Hands On oder vielmehr Feets On ans Rheinufer ein und wollte die Journalisten und Blogger gleich mit zwei neuen Flaggschiffen begeistern.

Include und Integrale – auch Damenräder können sportiv

(Bild: Gizmodo.de)

E-Bikes scheinen zur Männerdomäne zu werden. Diesen Glauben bekommt man(n) zumindest vermittelt, wenn man sich das neue Line-Up aus dem Hause Kalkhoff ansieht. Scharfe Kanten, maskuline Formen und eine sportliche Farbgebung bestimmen den Gesamteindruck – selbst beim herkömmlichen Damenrad. Dabei bietet Kalkhoff mit seinen aktuellen Flaggschiffen doch eigentlich eine große – und etwas unübersichtliche Auswahl – für jedes Geschlecht.

Include heißt das Alltags E-Bike

Unser absoluter Favorit beim Kalkhoff-Event viel zielsicher auf den Allrounder Include. Wenn auch nicht ganz so bullig wie das Top-Segment Integrale, konnte das Include mit flexibler Lenkung und wendigen Manövern punkten. Das im Vergleich zum Integrale etwas leichtere Include fühlte sich bei unserer Testfahrt entlang des Rheinufers mehr wie ein schnittiges Gefährt an, irgendwas zwischen E-Bike und undefinierbar, als ein herkömmliches Fahrrad.

Und das hat wohl auch seinen Grund. Denn nicht umsonst verriet uns Kalkhoff CEO Reith, dass man im Unternehmen schon längst nicht mehr vom E-Bike im herkömmlichen Sinne spräche, sondern vom Fahrzeug. Einem Fahrzeug, das Auto, Fahrrad und Co. vollständig ersetzen soll.

Und das könnte dem E-Bike ‘Made in Germany’ sogar gelingen. Für einen akzeptablen Kostenpunkt von 3.599 Euro in der Top-Ausstattung bekommt man ein Include, das viele Features für eine angenehme Fahrt bereit hält. So präsentierte Shimano erstmals eine “Rücktrittscheibenbremse”, die laut Kalkhoff vor allem norddeutschen Kunden gefallen könnte. Hier heißt das Credo: Leicht nach hinten treten, stark bremsen.

(Bild: Gizmodo.de)

Neben einem neuen unauffälligen Gepäckträger, der modular so ziemlich jede Tasche am Fahrrad befestigen soll, verbaut Kalkhoff im Include auch seinen eleganten Riemenantrieb aus Carbon. Dieser soll in erster Linie die Probleme der herkömmlichen Fahrradkette beseitigen und für ein harmonisches Schalten sorgen. Soweit wir das heute testen konnten, stimme ich dem gerne zu.

Weiterhin integriert Kalkhoff im Include den neuesten Impulse Evo Motor (leistungsstärker und 20 Prozent leiser) samt Bordcomputer, die aktuelle Version der Shift Sensor Technologie zum stufenlosen Schalten und einen “Ultra Modus” zum rasanten Fahren mit Akku-Unterstützung. So kommen bereits im Mai zwei neue Modelle des Include mit insgesamt drei verschiedenen Rahmen und vier unterschiedlichen Farben auf den Markt.

Integrale – Auf einem Flaggschiff durch die City reiten

Was wir Tech-Blogger unter dem Begriff Flaggschiff normalerweise als Smartphone oder Tablet vor die Augen bekommen, bezieht sich bei Kalkhoff auf den ganzen Stolz der E-Bike Flotte.

Während das Include dem hippen City-Flitzer entspricht, kann das Integrale schon fast als mächtiges Schlachtross bezeichnet werden. Ein dicker Rahmen aus einem Alu-Druckguss, eine 50 Zellen Hochleistungsbatterie mit 17Ah und fest integrierte Scheinwerfer mit super hellen 100 Lux sind die Hauptmerkmale dieses E-Bikes.

(Bild: Gizmodo.de)

Besondere Handarbeit beweist Kalkoff bei der Verlegung aller Kabel im Inneren des Rahmens. Bis auf die Vorderbremse findet sich hier keine unschöne Strippe entlang des Bikes. Als weitere Neuheit im Sport-E-Bike Segment präsentierte Kalkhoff eine 29 Zoll Gabel am Vorderrad. Und natürlich verfügt auch die Oberklasse des neuen Line-Ups über den neuesten Evo Motor, Bordcomputer, Riemenantrieb und Shift Sensor Technologie.

Eine weitere positive Überraschung offenbart ein modulares System, welches dem Kunden viele Optionen bei der Gestaltung seines Bikes offen lässt. Egal ob Antrieb, Gepäckträger oder Beleuchtung, wer möchte kann gerne nachrüsten – gegen Aufpreis versteht sich.

(Bild: Gizmodo.de)

Los geht es für den bulligen Männertraum ab 3.399 Euro in der Basisversion im Mai. Die Premium-Ausführung folgt dann im Juni und wird sich bei 4.700 Euro aufwärts einpendeln. Zuviel Geld für ein Fahrrad? Meine Rede, doch einmal draufsetzen und die Zweifel sind vergessen. Einziges weiteres Manko neben dem Preis: Mit 25 bis 27 Kilo bringt das Integrale ein ordentliches Eigengewicht mit sich.

Durchdachte App, unschöner Bordcomputer

(Bild: Gizmodo.de)

In Bezug auf den Bordcomputer will sich Kalkhoff nach eigenen Angaben den Kopf zerbrochen haben. Das Ergebnis: Der Bordcomputer kann nicht abmontiert werden und dient als Verlängerung des Smartphones in der Hosentasche.

Vom System her sicherlich nicht die schlechteste Idee. Wer sein Kalkhoff E-Bike mit App (via Bluetooth) nutzen möchte, darf das gerne tun. Hier soll navigiert, Strecken mit Freunden geteilt werden können und einige nützliche Gesundheits-Daten angezeigt werden.

Wahlweise muss eine weitere Halterung fürs Smartphone montiert werden oder man steckt das mobile Endgerät in die Hosentasche sobald Navigation und Fitness-Features aktiviert sind. Dann zeichnet das Smartphone alle gesammelten Daten auf, spart zudem Akku, da das Display ausgeschalten bleibt, und spiegelt seine Navigation auf den fest integrierten Bordcomputer. Wenn der Akku des Smartphones doch mal in den kritischen Bereich wandern sollte, kann bei den neuen E-Bikes von Kalkhoff auch via handelsüblicher USB-Buchse geladen werden.

So durchdacht der Bordcomputer jetzt auch erscheinen mag, so unglücklich designed wurde er. Das Plastikgehäuse wirkt im Vergleich zum übrigen E-Bike minderwertig und unpassend und trübt etwas den Gesamteindruck. Auch bin ich ein ganz klarer Verfechter der abnehmbaren Elektronik am Fahrrad, auch wenn Kalkhoff darauf hinweist, dass ein Ersatz-Bordcomputer bei Diebstahl weniger als ein einzelner Reifen kosten soll. Doch in meinen Augen muss man es trotzdem nicht darauf ankommen lassen.

Übrigens: Die App von Kalkhoff erscheint in den kommenden Tagen, dann berichten wir darüber auch nochmals etwas ausführlicher. Bis dahin hoffen wir auch auf ein Test-Bike, sodass wir euch nach einem ersten Hands On in Köln auch noch detailliertere Ergebnisse erzählen können.

(Bild: Gizmodo.de)

Tags :
  1. Geht so, etwas hässlich und gibt etabliertere Systeme auf dem Markt.
    Das was Kalkhoff will schafft Haibike. Deren Modelle sehen nicht nur besser aus sondern haben auch die bessere Technik. Zwar keine Citybikes, dennoch hat Haibike Vorsprung.

  2. Sehr schöne Lösungen hinsichtlich Integration der Batterie. Für die täglichen Strecken sind hier echte Hingucker entstanden. Kalkhoff hat hier Mut bewiesen, der sich wohl auch auszahlen wird. Beeindruckend ist meiner Meinung nach, dass das eigene Impulse Antriebssystem immer noch weiter verbessert wird. Top!

  3. Mich interesiert in erster Linie, wieviel gesamt Gewicht die Kalkhoff Pedelcs usw aushalten. Nirgends auf den Seiten wird etwas von Bekannt gegeben.

    Infos bitte. Danke!

    mfg

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising